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29.02.16 09:32 Alter: 2 Jahre

Diskussion zur Hospizarbeit

ENINGEN. »Einfach in guter Erinnerung« habe sie Eningen vom letzten Besuch gehabt, sagte die baden-württembergische Arbeits- und Sozialministerin Katrin Altpeter, die gestern ihrem Parteikollegen, dem SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler Schützenhilfe im Wahlkampf leistete.


Ist gerne in Eningen,sagt die baden-württembergische Arbeits- und Sozialministerin Katrin Altpeter, hier mit ihrem Parteifreund Klaus Käppeler. GEA-FOTO: BARAL

Und Käppeler erinnerte daran, dass er – wenn er in Eningen oder anderswo auf die Gemeinderätin Dr. Barbara Dürr treffe – von ihr immer mit Anregungen und Ideen an die Sozialministerin versorgt werde und nun die Gelegenheit gerne nutze, die beiden Frauen einmal persönlich zusammenzubringen. Dürr hatte denn auch gestern den Besuchsablauf organisiert, bei dem der Ministerin das Hospiz im Seniorenzentrum St. Elisabeth gezeigt wurde. Für diese Eninger Einrichtung hatte Altpeter naturgemäß großes Interesse. Denn, wie sie Hospizleiter Ulrich Hufnagel beim Rundgang erklärte, habe sie einst eine Ausbildung zur Altenpflegerin absolviert.

Vor ihrer Ministertätigkeit sei sie nach verschiedenen Stationen in der ambulanten und stationären Pflege Lehrerin für Pflegeberufe gewesen.

Hufnagel erläuterte die Abläufe der Einrichtung und betonte die Bedeutung der rund 20 ehrenamtlichen Mithelfer, die den Betrieb in dieser Weise erst möglich machten, sodass Menschen, die in ihren letzten Lebenstagen hierher kommen, mit einem positiven Erlebnis aus dem Leben scheiden können.

Nach der Besichtigung des Hospizes trafen sich die Ministerin und ihr wahlkämpfender Parteikollege mit der Leitung des Altenzentrums und mit Mitgliedern des Hospizförderkreises zur weiteren Information und Diskussion. Dürr stellte dabei kurz die Aktivitäten Eningens im Rahmen des Landkreisprojekts »Gesunde Gemeinde« vor. Sie berichtete, dass nun vor allem in einem Arbeitskreis »Demenz« sich der Schwerpunkt mehr auf die Angehörigen und Pflegenden verlagere, was bisher ein eher vernachlässigtes Thema gewesen sei.

Dr. Friedrich Vollmer vom Hospizförderverein erläuterte, wie das Hospiz einst entstanden war im Dachgeschoss des Altenheims St. Elisabeth unter der Trägerschaft der Paul-Wilhelm-von Keppler-Stiftung. Er erläuterte, wie dann mithilfe des Förderkreises – auch die Gemeinde hatte ihr Scherflein dazu beigetragen – und dank der Erfolge von Spendenaktionen weiter ausgebaut wurde.

Stiftung fürs Hospiz

Auch sei vielen Bürgermeistern in der Umgebung gar nicht klar, dass in Eningen viele ihrer Bürger ihre letzten Lebenstage verbringen, und die zeigten sich wenig spendierfreudig für die Einrichtung, auch wenn man ihnen dieses erkläre, beklagte er. Immerhin sei der Förderkreis inzwischen dabei, eine Stiftung zu gründen. »Um«, wie Dürr ergänzte, »die Finanzierung der Einrichtung nachhaltig zu sichern«.

Diskutiert wurde dann über die Zukunft der Finanzierung der Palliativmedizin und der Hospizarbeit. Der Bedarf dafür werde steigen, so Altpeter, das erkläre sich schon aus der Tatsache des demografischen Wandels mit immer mehr immer älteren Menschen. Auch für eine bessere Förderung der Tagespflege für Demenzkranke warben die Eninger, denn das sei schon eine sehr große Entlastung für alle Beteiligten.

Ein Plädoyer für Hilfen zur Förderung der Mobilität alter Menschen hielt dann der Gesamtleiter der Altenzentrumseinrichtung, Eduard Becker. Diese Hilfen sorgten für mehr Lebensqualität; und »solche Mobilität ist auch ein Schutz vor vielen Alterskrankheiten«, ergänzte Barbara Dürr.

Quelle: GEA vom  26.02.2016, Autor und Foto: THOMAS BARAL