Kommt Ganztagsschule für Bisingen?

BISINGEN. (rei) Der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler hat sich in Bisingen bei einem Besuch der Grund-, Haupt- und Werkrealschule (GHWRS) über den Stand der Bildungsreform informiert. Neben den Bereichen Lehrerausbildung und Bildungsstandards stand auch das Thema Ganztagsschule auf dem Programm. Käppeler wurde vom SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Manfred Freischlader begleitet.

„Die Gemeinde Bisingen und ihre Schulen müssen sich jetzt schnell darüber einig werden, ob sie künftig auch Ganztagsangebote machen wollen“, sagte Klaus Käppeler im Gespräch mit Rektor Alfred Tritz und seinem Vize Frithjof Langfeldt. Der SPD-Abgeordnete betonte, dass schon viele Städte und Gemeinden im Land einen Zuschlag erhalten hätten. „Baden-Württemberg stehen aus dem Vier-Milliarden-Programm der Bundesregierung rund 530 Millionen Euro zu, diese Mittel könnten bald fest vergeben sein.“ In diesem Zusammenhang ermutigte Käppeler die Schulleitung, sich bei einer positiven Entscheidung auf neue pädagogische Konzepte einzulassen.

Der SPD-Abgeordnete machte aber auch deutlich, dass die Landesregierung den Schulen zu wenig Unterstützung zukommen lasse. „Die SPD-Landtagsfraktion sieht hier einen Mindestbedarf von 300 zusätzlichen Stellen für die Ganztagsschulen im Land.“ Einig war sich Käppeler mit den Pädagogen, dass die frühe Selektion für eine bestimmte Schulart in vielen Fällen nicht angemessen sei. „Es bringt nichts, Schüler mit unterschiedlichen Begabungen und Bedürfnissen über einen Kamm zu scheren“, sagte der Abgeordnete. Ein Kurssystem, das schwache Schüler besser unterstützt und leistungsschwache mehr fördert, werde den Kindern und Jugendlichen besser gerecht.

Einfach einzigartig

MÜNSINGEN. Was aus dem Truppenübungsplatz in Münsingen wird oder werden kann, sobald sich auf Ende 2004 das Militär auch dort zurückzieht und das 6 700 Hektar Gelände ein Jahr später endgültig geräumt werden soll, darüber spekulieren und diskutieren Verantwortliche aus Politik und Wirtschaft sowie von Umwelt- und Naturschutzverbänden seit geraumer Zeit.

Was das gleichzeitig laufende Verfahren bezüglich des Truppenübungsplatzes nach FFH-Richtlinien und die Meldung nach Brüssel anbetrifft, kündigte auch Bürgermeister Mike Münzing einen neuen Vorstoß an: Er will, um dadurch die Ortsumfahrung Böttingens im Zuge der L 230 nicht zu gefährden, den Münsinger Beutenlay und andere Gebiete als Ausgleichsflächen zur Verfügung stellen.

Damit sich auch die Landesregierung zu ihrer Verantwortung bekennt und der Truppenübungsplatz endlich in Stuttgart ein Thema wird, will jetzt die Opposition im Landtag sorgen: Sie hat einen Antrag eingebracht, wonach unter anderem eine konkrete Planung für eine Unterschutzstellung des Gebietes vorgelegt und ein Beschluss gefasst werden soll, den Platz innerhalb eines größeren Schutzgebietes vorzusehen, als Nationalpark also oder Biosphärenreservat.

Alle diskutieren mit

Vorgestellt wurde diese parlamentarische Initiative der SPD-Fraktion jetzt in Münsingen von Landtagsabgeordnetem Klaus Käppeler sowie dem Umweltschutzbeauftragten und Vorsitzenden des Ausschusses Umwelt und Verkehr im Landtag, Dr. Walter Caroli, die sich im Gespräch mit Bürgermeister Mike Münzing, Vertretern von Pro Münsingen sowie Verantwortlichen von Schwäbischem Albverein, Naturschutzverbänden, Kreisbauernverband und den Fraktionsvorsitzenden im Münsinger Gemeinderat zugleich über deren Vorstellungen für eine künftige Nutzung des Platzes kundig gemacht haben.

Dessen Einzigartigkeit bietet nach Ansicht von Bürgermeister Mike Münzing eine Chance, um den nach Abzug des Militärs entstehenden Verlust von Arbeitsplätzen sowie von Wirtschaftskraft in einer Größenordnung von rund 70 Millionen Euro kompensieren zu helfen. Mike Münzing wurde deshalb auch bei der Gelegenheit nicht müde zu betonen, dass eine »Leichenfledderei« nicht in Frage komme und der Platz als Ganzes erhalten bleiben müsse, um ihn für die Natur erhalten aber auch von Menschen sinnvoll nutzen zu können.

Weitere 10 bis 15 Millionen Euro, wie sie aus dem Etat des Verteidigungsministeriums für Kampfmitteluntersuchungen vorgesehen sind, müssen nach Ansicht von Mike Münzing nicht sein: Sinnvoller könnte dieses Geld in eine Stiftung beziehungsweise einen Zweckverband fließen, der Eigentümer des Platzes werde, ihn künftig bewirtschafte und pflege. Angesichts eines vorhandenen Wegenetzes von fast 400 Kilometern müsse man für die touristische Erschließung des Platzes dort nichts Neues bauen und könne andere Teile aus haftungsrechtlichen Gründen getrost sperren.

Ob Nationalpark oder Biosphärenreservat: Nach Ansicht von Dr. Walter Caroli, MdL, braucht der Truppenübungsplatz »ein neues Etikett, das mehr Tourismus bringt«. Weil sich die Landesregierung jedoch noch gegen beide Kategorien sperre, versuche die SPD-Fraktion jetzt mit ihrer parlamentarischen Initiative »Dampf zu machen«.

Ausgleichsfläche für die Natur

Dass in Sachen Truppenübungsplatz alle an einem Strang ziehen, betonten die Sprecher von Schwäbischem Albverein, Nabu, Bund sowie BNAN. Allein in der von Thomas Gut von »Pro Münsingen« wiederholten Forderung nach einer direkten Straßenverbindung nach Römerstein scheiden sich die Geister. (GEA)

Suche nach dem Label

Geld haben die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Dr. Walter Caroli und Klaus Käppeler nicht mitgebracht, dafür aber einen Antrag ihrer Fraktion zum Truppenübungsplatz. Darin wird die Landesregierung aufgefordert, den Platz als Schutzgebiet vorzusehen.

MÜNSINGEN

Klaus Käppeler hat es dieser Tage nicht leicht, wenn es um den Truppenübungsplatz geht. Der SPD-Abgeordnete wird zwar immer wieder zur Zukunft des Platzes befragt, ist aber in den Entscheidungsprozess nicht eingebunden. So lud er gestern seinen Fraktionskollegen Dr. Walter Caroli, die Vorsitzenden der Münsinger Gemeinderatsfraktionen sowie die Vertreter von Handel, Bauern und Naturschutzverbänden ins Rathaus, um einen Antrag vorzustellen und über die Zukunft des Platzes zu diskutieren. Und um Druck auf die regierenden CDU und FDP auszuüben.

Zwar kann die SPD, wie Käppeler einräumt, „eine große Lösung“ nicht anbieten. Ihr Antrag soll die Koalition unter anderem dazu bewegen, wie Caroli sagte, dem Landtag eine konkrete Planung für eine „Unterschutzstellung“ des Gebiets vorzulegen und ihm den Status eines größeren Schutzgebiets zu verleihen. Hier seien die Label „Nationalpark“ oder „Biosphärenreservat“ denkbar – auch wenn dafür das baden-württembergische Naturschutzgesetz geändert werden müsste, wie Caroli ausführte. Eines müsse klar sein: „Eine Käseglocke, die die Menschen aussperrt, wollen wir dem Platz nicht überstülpen.“

Wie schon am Montag bei der Kreishandwerkerschaft plädierte Münsingens Rathaus-Chef Mike Münzing dafür, in der Schließung des Übungsplatzes eine Chance zusehen und diese auch zu ergreifen. So sei es jetzt möglich, die Verkehrssituation zu verbessern und die Ortsumfahrungen Auingen, Magolsheim und Böttingen auf der L 230 zu realisieren. Münzing zeigte sich zuversichtlich, dass im Frühjahr 2005 mit der Ortsumfahrung von Auingen begonnen werde – wenn das Land die Mittel in den Haushalt einstelle. Und er ist der festen Überzeugung, dass die Verbindung nach Römerstein kommt, „wenn wir von Landesseite unterstützt werden“. Diese Straße hält hingegen Jürgen Roitzsch, Leiter des NABU Münsingen für unnütz, da sie nichts für die wirtschaftliche Entwicklung bringe.

Um das „Alte Lager“ als „Zentrum von Umwelt, Natur und sanftem Tourismus“ anbieten zu können, „brauchen wir Geld“, sagte Münzing. Er führte die Idee einer gemeinsamen Stiftung von Bund, Land, Kommunen und Privatpersonen aus, die ein Vermögen von rund 20 Millionen Euro haben sollte, um nachhaltig wirtschaften zu können. Er regte an, der Bund könne einen Teil der zehn bis 15 Millionen Euro, die er 2004 für die Munitionsbelastungs-Untersuchung ausgebe, als Stiftungskapital einbringen.

„Wir müssen genau wissen, was wir wollen“, sagt Günther Hecht, Gauvorsitzender im Albverein, der zudem einen „klingenden Namen“ fordert. Zuvor müsse aber geklärt werden, wem der Platz gehöre und wer ihn bewirtschafte. „Wir wissen genau, was wir wollen. Die Frage ist: Kommt das Land mit dem Bund zu Potte?“, hielt Münzing dagegen.

Mit dem NABU könne man über alles reden, sofern die Interessen der Natur gewahrt würden, sagte Landesvorstandsmitglied Ingo Ammermann, der die positive Atmosphäre der Gespräche lobte.

Auswirkungen des Freistellungsjahres, des sog. Sabbatjahres

Antrag der Abg. Klaus Käppeler u. a. SPD

Der Landtag wolle beschließen, die Landesregierung zu ersuchen

I. zu berichten,

  1. wie viele Lehrerinnen und wie viele Lehrer seit 1998 in den jeweiligen Schuljahren ein Freistellungsjahr auf der Grundlage des § 153 g Landesbeamtengesetz beantragt haben und welche Dauer der Freistellung jeweils beantragt wurde;
  2. wie viele Lehrerinnen und wie viele Lehrer dieses Freistellungsjahr – aufgelistet nach den jeweiligen Schuljahren und nach den verschiedenen Schularten – tatsächlich auch in Anspruch genommen haben;
  3. wie viele Lehrerinnen und Lehrer das beantragte und bereits zugesagte Freistellungsjahr doch nicht in Anspruch nehmen konnten und was die Gründe dafür waren;
  4. wie viele Stellenbruchteile sich aus den in Anspruch genommenen Freistellungsjahren ergaben haben;
  5. ob und ggf. wie diese Stellenbruchteile – wie alle anderen Stellenbruchteile, die sich aus Teilzeitbeschäftigung ergeben – für die Einstellung von Lehrkräften verwendet worden sind.

Stuttgart, 20. April 2004

Käppeler, Zeller, Christine Rudolf, Bayer, Dr. Caroli, Margot Queitsch, Wintruff SPD

Begründung:

Seit dem Schuljahr 1998/99 gibt es in Baden-Württemberg die Möglichkeit, ein Freistellungsjahr auf der Grundlage des § 153 g Landesbeamtengesetz zu beantragen. Die ersten Lehrerinnen und Lehrer konnten im Schuljahr 2001/2002 erstmals in das Sabbatjahr gehen. Die Landesregierung hatte mit der Einführung des Freistellungsjahres zugesagt, die für ein Jahr frei werdenden Stellen mit jungen Lehrkräften zu besetzen, damit die Unterrichtsversorgung lückenlos gewährleistet werden kann.

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Besuch bei der KBF

HECHINGEN/MÜNSINGEN. (rei) „Die Landesregierung erschwert die Integration behinderter Menschen unnötig durch eine fragwürdige Verwaltungsreform und pauschale Kürzungen im Förderbereich.“ Zu diesem Ergebnis kam der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler (Zwiefalten) nach einem Meinungsaustausch mit der Leitung der Körperbehindertenförderung Neckar Alb (KBF) in Hechingen.

Durch den medizinischen Fortschritt überlebten immer mehr Menschen auch schwerste Unfälle und Krankheiten. „Die Politik hat aber noch nicht genügend realisiert, dass viele der Betroffenen in der Folge mit schweren Behinderungen zurecht kommen müssen“, sagte Käppeler nach den Gesprächen mit dem KBF-Vorsitzenden Prof. Dr. Hermann Wenzel (Münsingen) und KBF-Geschäftsführer Thomas Seyfarth (Rangendingen). Ihm selbst sei diese Entwicklung lange Zeit verborgen geblieben, meinte der SPD-Abgeordnete selbstkritisch.

Vor diesem Hintergrund müssten die Integrationsmöglichkeiten immer wieder kritisch überprüft werden. Käppeler: „Dazu gehört insbesondere auch die Durchlässigkeit von Förderschulen und den allgemein bildenden Schulen.“ Er habe deshalb auch kein Verständnis für die Halbierung der Eingliederungshilfen durch die Landesregierung: „Mit ein paar Stunden in der Woche können die Kindergarten diese enorme Aufgabe nicht mehr leisten.“

Einig war man sich auch in der Beurteilung der Verwaltungsreform. „Die formale Übertragung der Zuständigkeiten vom Land auf die Kreise löst keines der akuten Probleme“, stellte Käppeler klar. Wegen der unterschiedlichen Finanzkraft der Kreise könnten künftig sogar Schiedsstellen notwendig werden, um eine jeweils angemessene Verteilung der Gelder zu garantieren.

In der Frage des Wehr- und Ersatzdienstes bezog Käppeler klar Position. Er sei nicht nur aus historischen Gründen gegen die Abschaffung. „So lange nicht klar ist, wie die Betreuung bedürftiger Menschen nach einem Wegfall organisiert und finanziert werden kann, sind entsprechende Forderungen schlicht unseriös.“

Therapie im Strafvollzug ändern

ZWIEFALTEN/STUTTGART/BERLIN. (rei) Der SPD-Wahlkreisabgeordnete Klaus Käppeler setzt sich für eine Neuregelung der Abfolge von Therapie und Strafvollzug ein. Die Rechtslage sieht momentan vor, dass sich Strafgefangene bei entsprechendem Vergehen vor dem Vollzug ihrer eigentlichen Freiheitsstrafe einer psychotherapeutischen Behandlung unterziehen müssen. In einem Schreiben an die Justizministerien in Stuttgart und Berlin hat Käppeler nun um eine Überprüfung des Verfahrens gebeten.

„Nach Gesprächen mit Fachleuten bin ich zu der Überzeugung gelangt, dass die bisher gängige Praxis nicht zielführend ist“, begründete Käppeler seinen Vorstoß. Der SPD-Abgeordnete wurde auf die Kritik vieler Ärzte am gegenwärtigen Verfahren durch Dr. Hannes Moser, Arzt am psychiatrischen Klinikum Zwiefalten, aufmerksam gemacht. Nach den Erfahrungen der Praktiker seien viele Therapien zum Scheitern verurteilt, weil die Gefangenen nach der Therapie beim Antritt ihrer Haftstrafe im Gefängnis wieder mit Alkohol und Drogen in Berührung kämen. „Unsere Gefängnisse sind einfach nicht drogenfrei, auch der Gesetzgeber kann sich dieser Tatsache nicht verschließen“, so Käppeler.

Es sei daher sinnvoll, die bei manchen Straftätern notwendige Psychotherapie nach dem Strafvollzug durchführen zu lassen. Ein früherer Gesetzesentwurf des Bundesrates zur Neuregelung der Abfolge soll laut Bundesjustizministerium bei der angestrebten Reform des Maßregelrechts wieder aufgegriffen werden. Der SPD-Abgeordnete plädiert dafür, die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe der Landesjustizminister zu berücksichtigen. Käppeler: „Dort wird eine Änderung der Vollstreckungsreihenfolge von Therapie und Strafe dringend empfohlen.“

Ernährungserziehung

PLENUM 69. Sitzung, 06. April 2004

TOP 2: Ernährungserziehung und gesunde Kinderernährung: Das Land in der Verantwortung

Drucksache 13 / 2647 Antrag der Fraktion der Grünen und Stellungnahme und Antwort der Landesregierung

Herr Präsident, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen!

Nicht erst seit dem Antrag der Fraktion der Grünen wissen wir: Deutschlands dicke Kinder brauchen unsere Hilfe.

„Immer mehr Kinder verfetten“, „Kinder und Jugendliche entwickeln sich zu moppeligen Müßiggängern“ oder „Deutschland steht vor dem Fett-Desaster“, solche und ähnliche Schlagzeilen können wir regelmäßig lesen. Uns drohen amerikanische Verhältnisse.

Dabei soll nicht unerwähnt bleiben, dass es in den Schulen nicht nur zu viele übergewichtige Kinder gibt, sondern auch Kinder, die viel zu dünn sind. Vor allem Mädchen fühlen sich oft gezwungen, einem durch die Medien geprägtes Ideal- und Schönheitsbild zu entsprechen, ganz im Sinne des Jugendlichkeitswahns unserer Gesellschaft.

Alle Maßnahmen, die dieser Entwicklung entgegenwirken, die aufklären und letztlich zu Verhaltensänderungen bei den Betroffenen führen, sind zu begrüßen. Die von der rot-grünen Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Lebensmittelwirtschaft und den Sportverbänden errichtete Plattform „Ernährung und Bewegung“ muss alle Initiativen und Projekte miteinander verzahnen, die Ernährungsaufklärung, vermehrte Bewegung und sportliche Aktivitäten zum Ziel haben.

Bedenklich stimmt mich, dass besonders Kinder aus sozial schwächeren Schichten betroffen sind. In sozialen Brennpunkten liegt der Anteil übergewichtiger Kinder bei über 40%! Wenn wir wissen, dass daraus langfristig enorme Gesundheitskosten entstehen, die die Volkswirtschaft belasten, dann sollten gerade dort die Anstrengungen verstärkt werden, Kinder, Jugendliche und deren Eltern zu bewußterem Umgang mit ihren Körpern anzuleiten.

„Die Verantwortung für eine angemessene Ernährung ihrer Kinder ist Aufgabe der Eltern“, heißt es in der Antwort der Landesregierung auf die Frage, ob nicht Schulen zunehmend Verantwortung für ein vollwertiges Verpflegungsangebot übernehmen müssten. Mit dieser Einstellung macht es sich das Land zu leicht und hält die bedauerliche Entwicklung nicht auf!

Ich möchte die Eltern nicht aus der Verantwortung entlassen und häufig genug sind sie sich dieser auch bewusst. Aber es häufen sich Fälle, bei denen Lehrerinnen und Lehrer, die sich im Elterngespräch vorsichtig der Problematik des immer dicker werdenden Kindes nähern, zur Antwort erhalten: „Das ist unsere Privatangelegenheit und das geht Sie gar nichts an!“

Wir können natürlich weiter zusehen, wie Kinder als Frühstücksersatz schon morgens um 7.00 Uhr an der Flasche Cola hängen, den Hunger in der großen Pause mit fetten Pizzaschnitten stillen und sich in der Mittagspause mit Süßigkeiten voll stopfen. Oder aber, wir fördern Schulen, deren pädagogisches Konzept die Ernährungserziehung und die Bewegung als zentrale Elemente enthalten. Die Ganztagsschule bietet gute Möglichkeiten dazu, nicht umsonst werden Einrichtungen gefördert, die diesen Zielen dienen, wie z.B. Kücheneinrichtungen oder Sportgeräte. Dass die Genehmigung einer Ganztagsschule am Angebot eines Mittagstisches hängt, ist in diesem Zusammenhang nur folgerichtig und ist eine Antwort auf den Wandel in Familienstrukturen und veränderte Haushaltsformen. Wenn der größte Caterer mit Namen „subway“ in den USA innerhalb eines Jahres einen Zuwachs von 82% bei Sandwichs und Snacks verzeichnet, dann wird uns aufgezeigt, wohin auch bei uns verstärkt die Ernährungsreise geht: fast food statt geschmackvolle Zubereitung von Lebensmitteln.

Ernährungs- und Bewegungserziehung sollte aber nicht erst in der Schule beginnen, sondern schon im Kindergarten: Erzieherinnen bemühen sich beispielsweise, ihren Kindern Inhalt und Bedeutung eines gesunden Vespers zu vermitteln. Spätestens beim Versuch, ein ausreichendes Bewegungsangebot zu gewährleisten, stoßen sie an ihre Grenzen: Wenn bei einem Teil der 28 Kinder die Schuhe gebunden oder die Windeln gewechselt werden müssen, kann man sich leicht ausmalen, wie viel Zeit für sportliche Anleitung übrig bleibt.

Die Landesinitiative BeKi – Bewusste Kinderernährung versucht, die Thematik durch Fortbildungsveranstaltungen bei Lehrerinnen und Lehrern besser zu verankern. Sie ist ebenso sinnvoll wie die Ausbildung von 250 Fachfrauen für Kinderernährung – hauptsächlich Landfrauen – die in den Schulen praxisorientierte Unterrichtseinheiten anbieten. Ich gehe davon aus, dass dabei besonders auch der Wert regional erzeugter Lebensmittel im Mittelpunkt steht.

Langfristige Verhaltensänderungen werden entweder durch das Vorbild der Eltern oder – wo dies nicht vorhanden ist – durch praktischen Unterricht erzielt. Wenn nun in den Lehrerkollegien die praktische Ausrichtung entweder mangels Küche (z.B. bei den Gymnasien) oder weil es immer weniger ausgebildete HTW – Lehrerinnen und Lehrer gibt, nur noch bedingt durchgeführt werden kann, braucht man nicht erwarten, dass die nächste Generation von Müttern und Vätern weiß, dass „normale“ Lebensmittel nicht nur besser, sondern auch wesentlich preiswerter sind als die so genannten „Convenience“ Produkte, also Fastfood und Fertiggerichte.

Es nützt auch nichts, wenn die Bildungsstandards in wohlfeilen Worten und mit dem Verweis auf „Querverbindungen“ die Möglichkeiten eröffnen, tolle Fächer übergreifende Einheiten und Projekte im Zusammenhang mit Ernährung durchzuführen, die Kontingentstundentafel aber zu wenige Stunden für ergänzende Angebote bereitstellt und der Schwarze Peter dann in der Lehrerkonferenz hin- und hergeschoben werden muss, nach dem Motto: Was ist uns wichtiger: Bewegungsfreundliche Schule, Tastaturschulung, Guter Start in der Hauptschule, Klassenlehrerstunde, Mediation, usw. usw

Fazit:
Das Land hat sich bemüht, die Problematik im Zusammenhang mit Ernährung und Bewegung aufzugreifen. Aber wir wissen alle, was „hat sich bemüht“ in einer Personalbeurteilung bedeutet: Es reicht nicht aus. Die Anstrengungen müssen verstärkt werden.

Bund fördert Ganztagsschule in Hundersingen

BERLIN/MÜNSINGEN. (rei) Nach der Schiller-Schule in Münsingen erhält nun auch die Förderschule in Hundersingen einen Zuschuss für ihr Ganztagsangebot. In Baden Württemberg werden 2004 über 270 Projekte unterstützt, das mehrjährige Investitionsprogramm der Bundesregierung für Ganztagsschulen beläuft sich auf insgesamt rund vier Milliarden Euro.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler (Zwiefalten) zeigte sich erfreut, dass es gelungen ist, in der diesjährigen Zuschussrunde einen weiteren Antrag aus Münsingen durchzubringen. „Das Konzept der Schule und der Stadtverwaltung haben offensichtlich überzeugt“, Käppler erhofft sich nun einen positiven Schub für die Schulentwicklung.

Die Gustav-Heinemann-Schule erhält für die geplanten und teilweise realisierten Bauvorhaben aus dem Investitionsprogramm des Bundes für mehr Ganztagsschulen einen Zuschuss von rund 242.000 Euro. Damit können die bereits gebaute Mensa und Küche finanziert und ein Kleinspielfeld sowie der Werkhof realisiert werden.

Laut Klaus Käppeler komme es jetzt entscheidend darauf an, dass die Landesregierung auch die für Ganztagsschulen notwendigen zusätzlichen Lehrerwochenstunden bewillige. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Ganztagsschulprogramms. Käppeler: „Die Bereitstellung von zusätzlichen Lehrerstunden darf nicht wie bisher auf Hauptschulen in sozialen Brennpunkten beschränkt bleiben.“

Angesichts des Erfolgs in der diesjährigen Zuschussrunde ermutigte Käppeler Schulen und Schulträger in der Region, weitere Anträge beim Kultusministerium einzureichen: „In einem gemeinsamen Kraftakt können bis 2007 noch mehr Städte und Gemeinden vom Vier-Milliarden-Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung profitieren.“

Ganztagsschulen für Burladingen und Rangendingen

BERLIN/BURLADINGEN/RANGENDINGEN. (rei) Burladingen und Rangendingen erhalten beide Bundeszuschüsse für ihre geplanten Ganztagsangebote. In Baden Württemberg werden 2004 über 270 Projekte unterstützt, das mehrjährige Investitionsprogramm der Bundesregierung für Ganztagsschulen beläuft sich auf insgesamt rund vier Milliarden Euro.

„Ich freue mich sehr, dass Burladingen und Rangendingen in diesem Jahr vom Programm der Bundesregierung profitieren“, sagte der SPD-Wahlkreisabgeordnete Klaus Käppeler in Stuttgart. Das Konzept der Schulen habe in Berlin wohl überzeugt, meinte Käppeler: „Dass die Anträge positiv beschieden wurden, spricht für die gute Vorarbeit der Schulleitungen und Kommunen.“

Die Hauptschule und Erich-Kästner-Förderschule in Burladingen erhält nun rund 486.000 Euro, die für Umbau und Ausstattung verwendet werden sollen. Ähnliches habe man Rangendingen vor: Die Zuschussmittel von rund 791.000 Euro für die Joachim-Schäfer-Schule will man dort in die bauliche Neugestaltung sowie Einrichtung der Schule investieren.

Laut Klaus Käppeler komme es jetzt entscheidend darauf an, dass die Landesregierung auch die für Ganztagsschulen notwendigen zusätzlichen Lehrerwochenstunden bewillige. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Ganztagsschulprogramms. Käppeler: „Die Bereitstellung von zusätzlichen Lehrerstunden darf nicht wie bisher auf Hauptschulen in sozialen Brennpunkten beschränkt bleiben.“

Angesichts des Erfolgs in der diesjährigen Zuschussrunde ermutigte der SPD-Abgeordnete Schulen und Schulträger in der Region, weitere Anträge beim Kultusministerium einzureichen: „In einem gemeinsamen Kraftakt können bis 2007 noch mehr Städte und Gemeinden vom Vier-Milliarden-Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung profitieren.“

Die beiden geförderten Schulen in der Übersicht:

– Burladingen
Hauptschule und Erich-Kästner-Förderschule. Summe Zuschuss: 486.000 Euro, geplant für Umbau und Ausstattung

 – Rangendingen
Joachim-Schäfer-Schule (Grund- und Hauptschule). Summe Zuschuss: 791.000 Euro, geplant für Umbau und Ausstattung.

Bund fördert Ganztagsschulen im Kreis Biberach

BERLIN/BIBERACH. (rei) Der Landkreis Biberach profitiert enorm vom Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung. Wie der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler (Zwiefalten) mitteilte, erhalten 2004 allein sieben Schulen in der Region insgesamt über neun Millionen Euro für Ganztagsschulprojekte.

„Die Schulen und Kommunen haben mit ihren Konzepten offensichtlich überzeugt“, freute sich Käppeler über die zugesagten Mittel. Der Landkreis habe bei Ganztagsschulen besonders großen Nachholbedarf, er erhoffe sich nun vom Programm der Bundesregierung einen positiven Schub für die Schulentwicklung. Von insgesamt 272 Ganztagsschulprojekten, die die Bundesregierung in diesem Jahr in Baden-Württemberg fördert, befinden sich sieben Projekte im Kreis. Dazu gehören zum Beispiel die Schule für Körperbehinderte in Biberach mit fast zwei Millionen Euro Fördersumme oder das Kreisgymnasium Riedlingen, das rund eine Million erhalten wird.

Laut Klaus Käppeler komme es jetzt entscheidend darauf an, dass die Landesregierung auch die für Ganztagsschulen notwendigen zusätzlichen Lehrerwochenstunden bewillige. Dies sei eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg des Ganztagsschulprogramms. Käppeler: „Die Bereitstellung von zusätzlichen Lehrerstunden darf nicht wie bisher auf Hauptschulen in sozialen Brennpunkten beschränkt bleiben.“

Angesichts des Erfolgs in der diesjährigen Zuschussrunde ermutigte der SPD-Abgeordnete Schulen und Schulträger in der Region, weitere Anträge beim Kultusministerium einzureichen: „In einem gemeinsamen Kraftakt können bis 2007 noch mehr Städte und Gemeinden vom Vier-Milliarden-Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung profitieren.“

Die geförderten Schulen in der Übersicht:

Stadt Biberach
Schule für Körperbehinderte (Schulträger: Stiftung Körperbehindertenzentrum Oberschaben) Zuschusssumme: 1,975 Millionen Euro (Gesamtkosten der Baumaßnahme: 2,194 Millionen Euro), für Neubau, Umbau und Ausstattung

Stadt Ochsenhausen
Rotumtalschule Zuschusssumme: 735.000 Euro (Gesamtkosten der Baumaßnahme: 818.000 Euro), für Neubau, Umbau und Ausstattung

Riedlingen (Schulträger Landkreis Biberach)
Kreisgymnasium Riedlingen Zuschusssumme: 1,018 Millionen Euro (Gesamtkosten der Baumaßnahme: 1,133 Millionen Euro), für Neubau, Umbau und Ausstattung

Stadt Riedlingen
Grund- und Hauptschule, Realschule und Förderschule Zuschusssumme: 1,803 Millionen Euro (Gesamtkosten der Baumaßnahme: 2,004 Millionen Euro), für Neubau, Umbau und Ausstattung

Gemeinde Ertingen
Michel-Buck-Schule (Grund- und Hauptschule) Zuschusssumme: 753.000 Euro (Gesamtkosten der Baumaßnahme: 837.024 Euro), für Neubau und Ausstattung

Stadt Bad Schussenried
Drümmelbergschule (Grund- und Hauptschule) Zuschusssumme: 1,365 Millionen Euro (Gesamtkosten der Baumaßnahme: 1,518 Millionen Euro), für Neubau und Ausstattung

Gemeinde Kirchdorf
Michael-von-Jung-Schule (Grund- und Hauptschule) Zuschusssumme: 1,542 Millionen Euro (Gesamtkosten der Baumaßnahme: 1,715 Millionen Euro), für Neubau, Umbau und Ausstattung