Leserbrief von Frank Schröder

FDP-Landeschefin Birgit Homburger hat der grün-roten Landesregierung vorgeworfen, mit der Ablehnung des schweizerisch/deutschen Steuerabkommens im Bundesrat „Steuersünder frei zu sprechen“. Es drohe der „Verlust von Milliarden Euro Ansprüchen durch Verjährung“, ist der Presse – vor allem jener mit den großen Buchstaben – zu entnehmen. Die Landesregierung verzichte mit ihrer Blockade auf Einnahmen von rund 1,5 Milliarden Euro. Das sei an Verantwortungslosigkeit kaum noch zu überbieten.

Tatsächlich wird mit dem Nein des Bundesrats der jahrelange Streit zwischen Deutschland und der Schweiz wohl weitergehen, wenn der Vertrag jetzt im Vermittlungsausschuss beraten werden muss. Die Schweiz wird einer möglichen Einigung in dem Gremium dann wieder zustimmen müssen – Ausgang offen.

Und das ist gut so.

Ausgerechnet die FDP spricht von Verantwortung und schwingt sich nun also zur Hüterin von Solidarität und  Steuergerechtigkeit auf. Ausgerechnet die FDP. Sehenden Auges sorgt sie mit Ihrem Credo „Der freie Markt wird’s schon richten – so wenig staatliche Regelung wie möglich, dann geht es uns allen gut“ dafür, dass die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland immer größer wird. 950.000 Millionäre leben zwischen Ost- und Bodensee. Noch nie hatten wir so viele Millionäre in Deutschland – noch nie gab es aber auch so viele Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Dem Deutschen Institut für Wirtschaftsförderung zufolge verfügt das reichste Zehntel der Deutschen sage und schreibe über mehr als zwei Drittel allen Vermögens – und umgekehrt. Zwei Drittel der Bevölkerung besitzen zusammen nur gut zehn Prozent des Vermögens. Das, liebe Frau Homburger, liebe FDP, ist schiere Ungerechtigkeit unter Ihrer Verantwortung – das ein Skandal.

Nicht, dass den Wohlhabenden ihr Vermögen nicht vergönnt sei. Gerade reichen Menschen, die mit ihrem Vermögen verantwortungsvoll umgehen, mit ihren Steuern dazu beitragen, dass wir über eine intakte Infrastruktur und einigermaßen bezahlbare Sicherungssysteme verfügen und die mit Innovation für Arbeitsplätze in Deutschland sorgen, gerade denjenigen sei ihr Wohlstand von Herzen gegönnt. Diese Staatsbürger im bestens Sinne halten sich an unser Grundgesetz, wonach laut Artikel 14 „Eigentum verpflichtet“.

Aber zur Wahrheit im schwarz-gelb regierten Deutschland gehört: Es gibt immer mehr Reiche, die den Hals nicht voll genug bekommen. Reiche, die mit irgendwelchen dubiosen new-economy-Luftnummern auf Kosten der Allgemeinheit Millionen über Millionen scheffeln – und die Banken mischen (und verdienen) kräftig mit. Und der freie, weil staatlich ungezügelte Markt, den die FDP so sehr liebt, macht’s möglich. Reiche – ohne irgendetwas für die Allgemeinheit zu tun – schaffen lustig ihr Geld unversteuert ins Ausland, vor allem in die benachbarten Steuerinseln Schweiz oder Liechtenstein. FDP-Mann Kubicki erklärte sogar öffentlich bei Günther Jauch, dass er selbst sein Geld im Ausland anlegt. Kubicki: „Das würde ich immer empfehlen, sich in Europa andere Banken zu suchen“ (siehe www.wallstreet.online.de). Unsere Straßen, Schienen, Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen, Altenheime, unsere Polizei, Feuerwehr, Notärzte oder den Erhalt von Umwelt und Natur – all das sollen also gefälligst "die anderen" finanzieren. Gemeint sind wohl die zwei Drittel mit den zehn Prozent Vermögen.

Wann sorgt Schwarz-Gelb endlich dafür, dass die Schweiz und die anderen Steuer-Oasen alle Steuerbetrüger und die hinterzogenen Summen rückwirkend und in Zukunft benennen? Wann werden endlich Spitzensteuersatz und Vermögenssteuer adäquat angeglichen? Auch wenn’s der FDP-Klientel nicht gefällt, die SPD-Länder werden das Steuerbetrüger-Begünstigungsabkommen hoffentlich weiter blockieren und möglichst viele Steuerhinterzieher-CD’s aufkaufen. Dann fließen nämlich deutlich mehr als „nur“ 1,5 Milliarden in unsere Steuerkassen.

Frank Schröder, Trochtelfingen, SPD-Vorsitzender Sonnenalb

»Belastbare Beziehung«

METZINGEN. In der Aktion »Rent a MdL« der SPD-Landtagsfraktion hat der Wahlreiskreisabgeordnete Klaus Käppeler die Kindertagesstätte am Park in Metzingen besucht. Vereine, Organisationen, Firmen und Behörden konnten sich dafür bewerben, »ihren« regionalen SPD-Landtagsabgeordneten für einen halben Tag zu »buchen« für berufliche, ehrenamtliche, kulturelle oder soziale Zwecke. Nach dem Besuch des »Weltladens« in Hechingen war die Kindertagesstätte in Metzingen die zweite Einladung, die der Politiker angenommen hat.

Käppeler war »erstaunt, wie gut und harmonisch der Empfang der elf Kinder der Gruppe, das Frühstück und weitere Aktivitäten aufeinanderfolgten. »Da gab es überhaupt keinen Stress, nach dem ersten Kennenlernen kamen gleich zwei Kinder auf mich zu, um sich von mir aus einem Buch vorlesen zu lassen.«

Herausforderung

Der Politiker, neben seinem Abgeordnetenmandat weiter als Rektor der Grund- und Hauptschule Hohenstein tätig, informierte sich bei der Leiterin der Kindertagesstätte, Karin Jirasek, über die Grundlagen der Kinderbetreuung in der Einrichtung. »Sehr beeindruckt« habe ihn als Lehrer, wie die Erzieherinnen »den Orientierungsplan des Landes umsetzen und die Herausforderung meistern, auf alle Kinder individuell einzugehen.« Was ihm auffiel: »Die vertrauensvolle, auch bei alltäglichen Reibereien innerhalb der Gruppe belastbare Beziehung der Erzieherinnen zu den Kindern«. Die Qualität der Betreuung sei wichtig. Das zeige sich in Gesprächen mit den Eltern. Nach wie vor gebe es viele Fragen zur Ganztagesbetreuung. (pr)

Quelle: Gea vom 26.11.12

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Die »1. Sonnenbühler Karnevalsgesellschaft d‘ Spitzbuaba« startet mit viel Schwung in die neue Saison

Weil die Regentschaft des Sonnenbühler Burgfräuleins immer zwei Jahre dauert, verlas Theresa I. vom Himmerreich routiniert ihre neue Proklamation. »Gemeinderäte, die von Vereinen eine Hallenbenutzungsgebühr von 75 Euro pro Stunde verlangen wollen, werden mit dem Ballon zum Mond geschossen«, ordnete die Lieblichkeit resolut an. Auch verhängte sie die Anwesenheitspflicht der Gemeindevertreter bei der Dirndl- und Lederhosenparty der Karnevalisten im April 2013. Und schließlich verordnete Theresa I. – im wahren Leben Theresa Stoll und langjährige Gardetänzerin – wasserfeste Taucheranzüge, damit die Räte bei Ortsbesichtigungen besser vor Wolkenbrüchen geschützt sind »als beim Straßenbeleuchtungstest«.

Ritterschlag für Klaus I.

Und weil das neue Burgfräulein gerade so schön in Fahrt war, befahl sie Bürgermeister Uwe Morgenstern resolut die Herausgabe des Rathausschlüssels. »Probieren wir es aus«, überlegte das Gemeindeoberhaupt skeptisch, ob sein Rat wohl begeistert von der wasserfesten Kleidung und dem Tragen von Dirndl und Lederhose sei, übergab aber resigniert den Türöffner zu seinem Amtssitz. »Schier vor Ehrfurcht erstarrt« sei er gewesen, als ihm der Name seines Nachfolgers genannt worden war, bekannte Kurt Lutz in seiner witzigen Laudatio. Der in Überlingen Geborene sei Lehrer und seit 2007 Rektor der Hohensteinschule. »I han denkt, Sie kommet im rota Kittel«, ulkte Lutz, als er den Namen des neuen Sonnenbühler Ritters »Klaus I. von der Aach« alias Klaus Käppeler verriet. Er kenne sich mit Karneval nicht aus, bekannte der SPD-Landtagsabgeordnete nach dem offiziellen Ritterschlag durch das Burgfräulein, warum er das sonst übliche Frauenproblem »was ziag i a« einfach mit dem Outfit eines grün-gelb-gewandeten Robin Hoods gelöst hätte. »Jetzt darf ich endlich obendrein, in diesem Jahr ein Ritter sein«, dankte Käppeler in exzellenter Büttenmanier. Nebenher überreichte das Burgfräulein zahlreiche Orden an Mitglieder, Sponsoren und Abordnungen anderer Narrenvereine. Seit Gründung des Karnevalsvereins dabei, mehrere Jahre Vizepräsident und seit 2001 Vorsitzender, Mitbegründer der Guggenmusik »Bärafezzer« und seit 2011 noch Kassenprüfer im Landesverband – die Liste der Funktionen Dieter Stolls sei beeindruckend, verkündete Wolfgang Henes, Vizepräsident des Landesverbands Württembergischer Karnevalsvereine (LWK), warum dem Sonnenbühler Oberkarnevalisten vor wenigen Tagen im Stuttgarter Schloss die höchste Auszeichnung des LWK, der »Hirsch am Goldenen Vlies«, verliehen wurde. Die »Bärafezzer« begleiteten den Abend mit viel Schmiss und vor allem schräger Lautstärke. Schräge Töne beim Guggentreffen

Und weil dieser Klang bei den Zuschauern immer wieder riesig ankommt, fand in Sonnenbühl am Samstagabend das dritte Guggentreffen mit Gruppen aus Pfullingen, Großerlach, Engstingen, Möhringen bei Tuttlingen, Deizisau, Rechberghausen und Esslingen statt. Dabei präsentierte der Gastgeber sein neues rot-schwarzes Guggen-Häs. Die Garden der Sonnenbühler Karnevalsgesellschaft bereicherten den Abend mit ihren akrobatischen Tänzen. (GEA)

Quelle: Gea vom 26.11.12, Auto und Bild: Gabriele Leippert

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Fast 100 Prozent für die Eninger Ortsvorsitzende – Rebecca Hummel SPD-Kandidatin im Wahlkreis Reutlingen

Längere Zeit hatte die SPD nach der Verzichtserklärung ihres Kreisvorsitzenden Sebastian Weigle, der gestern die Mitgliederversammlung leitete, nach einem Kandidat/Kandidatin Ausschau gehalten. Dann hatte Rebecca Hummel (29), Politikwissenschaftlerin und Eninger Gemeinderätin, die im Stuttgarter Büro des Münsinger Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler arbeitet, ihren Hut in den Ring geworfen. Auf die Frage von Weigle gestern, ob es noch eine weitere Bewerbung gebe, herrschte im Saal der »Waldesslust« dann Schweigen. So trat Rebecca Hummel als einzige Kandidatin ans Mikrofon.

Drangvolle Enge

»Superfroh« sei sie, dass doch so viele Mitglieder gekommen seien, meinte sie angesichts der drangvollen Enge im Saal. Vor elf Jahren in die SPD eingetreten, verfüge sie über vielfältige Erfahrungen, nicht nur in der Partei, sondern auch im Gemeinwesen, betonte die Sängerin und Mitglied des jungen Chors des Eninger Gesangvereins, um dann zu ihren Schwerpunktthemen zu kommen.

An erster Stelle nannte sie die Rentenpolitik. Man müsse die Menschen vor dem Abrutschen in die Grundsicherung bewahren. Zusammen mit den Gewerkschaften gelte es, auch einen gesetzlichen Mindestlohn durchzusetzen. Scharf kritisierte die Politikwissenschaftlerin das kürzlich beschlossene Betreuungsgeld (»schwachsinnige Herdprämie«). Die Energiewende müsse gestaltet werden (»Strom darf nicht zum Luxusartikel«) werden. Auch Europa, als Garant des Friedens, sei von großer Bedeutung. Hummel versprach einen engagierten Wahlkampf zu führen.

Ob sie Chancen auf ein Bundestagsmandat hat, hängt – neben dem Abschneiden ihrer Partei – entscheidend vom Listenplatz ab, den sie beim Nominierungsparteitag der Landespartei im März erhält. Sebastian Weigle hatte in den vergangenen zwei Perioden nicht anders als seine Vorgänger vergeblich um einen vorderen Platz auf der Landesliste gekämpft. Der letzte Bundestagsabgeordnete aus dem Kreis Reutlingen war Friedrich (»Fritz«) Schäfer in den 60er-Jahren gewesen. Weigle jedenfalls gab Rebecca Hummel mit auf den Weg, dass eine Kandidatur nicht immer Spaß mache, »einen aber weiter bringt«.

Quelle: Gea vom 23.11.12, Autor und Foto: Jürgen Kempf

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Aktion „Rent a MdL“ in Metzingen: SPD-Landtagsabgeordneter Klaus Käppeler zu Gast in der Kindertagesstätte am Park

„Ich hatte ein wenig Sorge, dass ich mit meinem Besuch am frühen Vormittag die Abläufe in der Metzinger Kita komplett durcheinander bringe, letztlich hat sich davon aber nichts bewahrheitet“, berichtete Käppeler ein wenig erleichtert nach dem Besuch. Er sei erstaunt gewesen, wie gut und harmonisch der Empfang der elf Kinder der betreffenden Gruppe, das morgendliche Frühstück und weitere Aktivitäten aufeinander folgten. „Da gab es überhaupt keinen Stress, nach dem ersten Kennenlernen kamen gleich zwei Kinder auf mich zu, um sich von mir aus einem Buch vorlesen zu lassen.“

Käppeler, der neben seinem Abgeordnetenmandat weiter als Rektor der Grund- und Hauptschule Hohenstein tätig ist, informierte sich eingehend bei der Leiterin der Kindertagesstätte, Karin Jirasek, über die Grundlagen der Kinderbetreuung in der Metzinger Einrichtung. „Sehr beeindruckt hat mich als Lehrer, wie die Erzieherinnen den baden-württembergischen Orientierungsplan umsetzen und die Herausforderung meistern, auf alle Kinder individuell einzugehen.“ Ganz wichtig seien dabei wiederkehrende Rituale und Abläufe, die die Akzeptanz bestimmter Regeln und die Rücksichtnahme gegenüber anderen fördern. Käppeler konnte miterleben, wie selbstverständlich die Kinder beim Mittagsessen selbstständig die Speisen auf ihre Teller schöpften und nach dem Essen Teller, Gläser und Besteck auf Geschirrwägen räumten. „Was mir besonders auffiel, ist die vertrauensvolle, auch bei alltäglichen Reibereien innerhalb der Gruppe belastbare Beziehung der Erzieherinnen zu den Kindern“, erklärte der SPD-Abgeordnete.

Wie bedeutend die Qualität der Betreuung sei, zeige sich immer wieder an den intensiven Vorgesprächen mit den Eltern. Wie ihm die Erzieherinnen schilderten, gebe es nach wie vor viele Fragen zur Ganztagesbetreuung. „Dass sogar schon skeptische Großeltern vorbeigeschaut haben, um sich von der Verlässlichkeit der Einrichtung selbst zu überzeugen, macht deutlich, dass wir in Deutschland noch einen weiten Weg vor uns haben“, sagte Käppeler. Sein persönliches Fazit: „Sollten einmal meine Enkel in eine Einrichtung wie die Kita in Metzingen gehen, würde ich mir keine Sorgen machen, weil die Kinder bestens versorgt und vor allem individuell gefördert werden.“

Wie gut ist das Schulangebot in Haigerloch?

Unter den Gästen im Haigerlocher Restaurant "Krone" befand sich der SPD-Landtagsabgeordnete und Rektor der Hohensteinschule, Klaus Käppeler. Käppeler teilte sich das Podium mit Bürgermeister Heinrich Götz, Gemeinde- und Kreisrat Konrad Wiget (Grüne) sowie Schulleiter Helmut Opferkuch (Gymnasium Haigerloch). Die Diskussionsleitung lag beim SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Manuel Schmoll.

Zu Beginn der Veranstaltung stellte Käppeler als Vertreter einer der beiden Regierungsfraktionen und Mitglied im Schulausschuss des Landtags dar, welche Veränderungen im Bildungsbereich seit dem Regierungswechsel umgesetzt wurden. Er nannte dabei die Abschaffung der Studiengebühren und der Verbindlichkeit der Grundschulempfehlung sowie die Einführung der Gemeinschaftsschule als neues Schulmodell.

Insgesamt, sagte Käppeler, wurden in die frühkindliche Bildung und in die Schulen und Hochschulen seit Regierungsbeginn der grün-roten Koalition rund 1,5 Milliarden Euro mehr investiert als unter der vorigen Regierung. Wie er weiter ausführte, arbeite man derzeit aufgrund zurückgehender Schülerzahlen an einem Gesetz zur regionalen Schulentwicklungsplanung.

Bürgermeister Heinrich Götz wertete diese Entwicklungen als positiv, merkte jedoch kritisch an, es sei an der Zeit, auch die Ganztagesschule gesetzlich zu verankern. Außerdem hielt Götz eine "Entrümpelung des Bildungsplans" beim G8 (verkürzte Gymnasialzeit) für den besseren Weg anstatt einfach wieder zum G9 zurückzukehren.

Käppeler hielt dem entgegen, dass die Rückkehr zur verlängerten Gymnasialzeit nicht so ohne weiteres machbar und schon gar nicht als baden-württembergischer Alleingang zu lösen sei.

Eine andere Position als Bürgermeister Götz vertrat Schulleiter Helmut Opferkuch. Er begrüßte den Beschluss des Gemeinderats vom Dienstag vergangener Woche ausdrücklich, nämlich, einen Antrag auf G9 für Haigerloch zu stellen. Opferkuch hofft, dass bei einer Bewilligung der Anteil der auswärtigen Schüler bei dem aktuellen Stand von 40 Prozent und damit stabil bliebt. Da das Albeck-Gymnasium in Sulz bereits zum G9 zurückgekehrt sei, bestehe die Gefahr, künftig auswärtige Schüler nach Sulz zu verlieren.

Auch in Stetten scheint Bewegung in die Schullandschaft zu kommen. Wie Gemeinderat Konrad Wiget – zugleich Ortsvorsteher von Stetten – zur aktuellen Lage der Hauptschule in seinem Dorf berichtete, blieb die Zahl der neuen Schüler trotz der Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung konstant. Dies, warnte er, könne sich jedoch durch die Einführung einer Gemeinschaftsschule in Rangendingen ändern. Man müsse daher die Option einer Gemeinschaftsschule auch für Stetten prüfen.

Zum bevorstehenden Rechtsanspruch auf einen Kindertagesstätten-Platz ab August nächsten Jahres meinte Wiget, dass die Gesamtstadt Haigerloch gut vorbereitet sei und den voraussichtlichen Bedarf decken könne. Bürgermeister Götz bestätigte, Haigerloch und seine Teilgemeinden würden diesbezüglich im Zollernalbkreis sehr gut dastehen.

Zum Abschluss dankte Manuel Schmoll den Teilnehmern des Podiums sowie den anwesenden Bürgerinnen und Bürgern. Wie das Interesse zeige, machen sich die Menschen über dieses Thema Gedanken und seien offensichtlich auch bereit, bei der Lösung von Problemen mit zu arbeiten.

Quelle: SWP vom 21.11.12

Bürgerdialog

Der SPD-Ortsverein Riedlingen wird im Rahmen des Bürgerdialogs am Freitag, 16. November, von 13 bis 17 Uhrmit einem Infostand auf dem Riedlinger Wochenmarkt vertreten sein. Beim SPD-Bürgerdialog werden Bürgerinnen und Bürger an der Erstellung des Regierungsprogrammes für die Bundestagswahl beteiligt. Bundesweit werden dabei Veranstaltungen, Hausbesuche und wie an diesem Tag in Riedlingen Infostände abgehalten, um Ideen und Antworten zu sammeln. Besonders engagierte Bürgerinnen und Bürger werden daraus im Frühjahr 2013 in Berlin auf einer Konferenz konkrete Projekte entwickeln, die sich im Regierungsprogramm der  SPD für den Bundestagwahlkampf 2013 wiederfinden werden. Von 16 bis 17 Uhr wird am 16. November der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler aus Zwiefalten mit auf dem Wochenmarkt sein und jegliche Anregungen und Ideen entgegennehmen. Unterstützt wird der SPD-Ortsverein Riedlingen durch die Juso-Ortsgruppe Riedlingen und die Jusos aus dem Kreisverband Biberach.

Klaus Käppeler MdL: Baden-Württemberg Stiftung unterstützt Pfahlbaumuseum Unteruhldingen mit 60 000 Euro

„Das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen ist ein wichtiger außerschulischer Lernort für alle Altersklassen“, erzählt Klaus Käppeler, SPD-Betreuungsabgeordneter für den Bodenseekreis. „Das Kinoprojekt wird nun ergänzend dazu beitragen, dieses unsichtbare Unterwassererbe lesbar zu machen.“

Seit bereits 90 Jahren beschäftigt sich das Pfahlbaumuseum mit den prähistorischen Pfahlbauten unter Wasser in Baden-Württemberg, die seit 2011 zum UNESCO Weltkulturerbe der Menschheit zählen. Das Pfahlbaukinoprojekt soll nun ergänzend dazu beitragen, den hohen Anforderungen an museumspädagogische Konzepte gerecht zu werden. So werden Installationen und filmische Interpretationen den Museumsbesuch mit seinen klassischen Präsentationsformen ergänzen.

Das Museum ist schon jetzt mit 250 000 – 300 000 Gästen und 14 000 Besucherführungen pro Jahr der lesbarste Ort für die Pfahlbauten im Land.

Hauptschule ist nicht zu halten

Die Kinderzahlen in der noch knapp 3 700 Einwohner kleinen Gemeinde gehen deutlich zurück. Während 2004 in der Hohensteinschule noch 63 Kinder eingeschult wurden, waren es in diesem Herbst nur noch 37. Das reicht bislang für die Zweizügigkeit mit angenehm kleinen Klassen. »Idealer geht es kaum«, meint Käppeler zu den Rahmenbedingungen an der Hohensteiner Grundschule. Im Jahr 2016 ist dagegen nach den bisherigen Kinderzahlen nur noch mit 24 Erstklässlern zu rechnen. Die Zweizügigkeit wäre dann nicht mehr zu halten.

In der Hohensteiner Hauptschule sind die Auswirkungen noch gravierender. Hier kommt zur demografischen Entwicklung noch die Tatsache, dass sich immer mehr Familien für andere weiterführende Schularten entscheiden. Den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung haben auch die Hohensteiner gespürt: Nur noch acht Kinder wurden für die fünfte Hauptschulklasse angemeldet, die jetzt gemeinsam mit den Sechstklässlern unterrichtet werden.Bei nur 31 Viertklässlern wird sich die Lage im kommenden Jahr noch verschärfen, fürchtet der Schulleiter. Wenn es wieder nur eine Handvoll Hauptschüler gäbe, müsste die Schule die Klassenstufen fünf, sechs und sieben zusammen unterrichten. »Das ist pädagogisch dann nicht mehr sinnvoll«, betonte Käppeler. Den Wunsch mehrerer Gemeinderäte, die Hauptschule so lange wie möglich zu halten und ihr Ende wenigstens noch ein Jahr zu verschieben, hielt der Rektor für kaum erfüllbar: »Man sollte so ehrlich zu sich selbst und zu der Bevölkerung sein, zu sagen, dass es mit der Hauptschule nicht mehr funktionieren kann.« Sein Ziel sei, die jetzigen Hauptschüler wenigstens noch in Hohenstein zum Abschluss zu begleiten. Das Aus für die weiterführende Bildung in Hohenstein (und für viele andere Gemeinden im ländlichen Raum) dürfte auch das Gesetz zur Schulentwicklungsplanung bringen, das derzeit im Land in Vorbereitung ist, wie Klaus Käppeler als SPD-Landtagsabgeordneter berichtete: »Das hätte vor Jahren schon sein müssen.« Schulen mit weniger als 16 Schülern in der fünften Klasse werden nach derzeitigem Stand wohl nicht mehr genehmigt, informierte Käppeler. Auch die Idee, der Hohensteinschule als Gemeinschaftsschule eine Zukunftsperspektive zu verschaffen, haben Schulleitung und Verwaltung begraben müssen. »Keine Chance«, erfuhren sie bei einem Beratungstermin.

 

Der Gemeinderat hörte den Bericht des Schulleiters mit Bedauern, zum Teil auch mit leichtem Grollen. Schließlich hat Hohenstein in den vergangenen Jahren noch rund 1,8 Millionen Euro in die Sanierung des Schulzentrums samt Schwimmbad investiert, wie Bürgermeister Jochen Zeller hochrechnete. Jetzt müsse die Gemeinde davon ausgehen, dass in der Schule mehr und mehr Räume nicht mehr genutzt sind.

Die Weiterentwicklung ihres Profils will die Hohensteinschule trotzdem nicht vernachlässigen. Wie Käppeler berichtete, soll ein Antrag für eine offene Ganztagsschule gestellt werden, um das bislang schon sehr rege genutzte Betreuungsangebot vielleicht noch erweitern zu können. Derzeit gibt es in Hohenstein montags, dienstags und donnerstags einen Mittagstisch,wobei ein Tag von einer Koch-AG abgedeckt wird. Bei den verschiedenen Sport- und Kreativ-AGs in der Schule sind auch Hohensteiner Vereine und Privatleute eingebunden.

Mit zusätzlicher Betreuung werden auch Kinder mit Beeinträchtigungen in den Grund- oder Hauptschulklassen der Hohensteinschule unterrichtet, informierte Käppeler über das aktuelle Thema Inklusion. In den kleinen Klassen gelinge es, auch den schwächeren Schülern Unterstützung zukommen zu lassen.

GEA vom 8.11.2012, Autorin: Christine Dewald

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