Mit den Siegern des Schülerwettbewerbs des Landtags in Polen

Klaus Käppeler MdL und Gerd Tessmer MdL begleiteten im Juli 2004 die Sieger des Schülerwettbewerbs des Landtags auf ihrer Fahrt nach Niederschlesien. Auf dem Programm standen die Friedenskirche in Schweidnitz (Swidnica), die Stadt Breslau (Wroclaw) mit einem Gespräch mit Oberbürgermeister Dutkiewicz und die „Stiftung Kreisau für Europäische Verständigung“ in Niederschlesien. Eine weitere bleibende Erinnerung wird der Besuch des Konzentrationslagers Groß-Rosen und ein Gespräch mit einem Zeitzeugen, dem ehemaligen Häftling des Lagers, Herrn Hofmann sein.

Von Bildungsreferentin Patrycja Sokolowska von der Stiftung Kreisau (Krzyzowa) wurden die Reisegruppe intensiv betreut: Sie organisierte das Gespräch mit dem Zeitzeugen ebenso wie die Begegnung mit und Teilnahme von polnischen Jugendlichen am Programm.

In dem ehemaligen Gut Kreisau von Helmut James Graf von Moltke fanden vor genau 60 Jahren Gespräche statt, die einen demokratischen Neuanfang in Deutschland und Europa nach dem Sturz Hitlers zum Ziel hatten. Gesprächspartner waren damals Menschen unterschiedlichen politischen, sozialen und religiösen Hintergrunds, die gemeinsam an einem Verfassungsentwurf arbeiteten, der später gesellschaftlich konsensfähig sein würde. Heute erstrahlt das ehemalige Gut frisch renoviert als Bildungs- und Begegnungsstätte.

Diese Einrichtung wurde von der deutschen Bundesregierung mitfinanziert. Bildungsreferentin Patrycja Sokolowska, die sich den beiden SPD-Landtagsabgeordneten Gerd Tessmer und Klaus Käppeler für Fragen zur Verfügung stellte, ging auf die Schwerpunkte ihrer Arbeit ein.


Der ehemalige Häftling Hofmann im Zeitzeugen-Gespräch mit den Schülern


Die Sieger des Schülerwettbewerbs des Landtags mit den polnischen Jugendlichen vor dem Schloss in Kreisau

Fragen zur Begegnungsstätte Kreisau an Frau Patrycja Sokolowska, Bildungsreferentin der Stiftung Kreisau

1. Welche Konzeption für Seminare, Tagungen und private Besuche liegt der Arbeit dieser Begegnungsstätte zu Grunde?

Im Mittelpunkt der Tätigkeit der Stiftung steht die Arbeit der Internationalen Jugendbegegnungsstätte, die ganzjährlich für Jugendliche Veranstaltungen und Seminare organisiert. Hier lernen junge Gäste nicht nur Sprachen, Kultur und Traditionen anderer Länder kennen. Während der Seminare versuchen unsere Pädagogen eine kreative Pädagogik im Sinne Adolf Reichweins, des Pädagogen im „Kreisauer Kreis“ umzusetzen: Das eigene Entdecken und die Eigentätigkeit der Lernenden anstelle passiver Konsumpädagogik, Stärkung der Person in ihren Eigenarten, Talenten und Fähigkeiten, Erfahrbar-Machen, dass Individualität eine Bereicherung für die Gemeinschaft ist. In persönlichen Begegnungen können aus stereotypen Bildern von Menschen anderer Nationen und Glaubensüberzeugungen Neugier, Vertrauen, Akzeptanz und Dialogfähigkeit über die Sprachbarrieren hinweg entstehen – und genau das wollen wir bei den Begegnungen zusammen mit Jugendlichen und Betreuern erreichen. Die Angebote in Kreisau sind allerdings auch an Erwachsene gerichtet. Die Tätigkeit der Gedenkstätte und der Europäischen Akademie der Stiftung Kreisau ermöglicht unseren Gästen eine Teilnahme an wissenschaftlichen Konferenzen, an Seminaren, Ausstellungen, Schulungen zu den verschiedensten Themen wie z.B: „Widerstand und Opposition – eine europäische Menschenrechtstradition“, „EU-Erweiterung: Der Beitritt Polens“, „Transformationsprozess in Polen nach 1989“, „Deutsch-polnische Beziehungen nach 1990“, „Kirche in Polen“. „Ökologie – Natur und Umwelt“. Außerdem bieten wir Studienreisen an für diejenigen, die sich für Politik, Geschichte, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft in Niederschlesien und Polen interessieren. Niederschlesien ist trotzt seiner schwierigen Geschichte ein Symbol für das Zusammenleben von verschiedenen Nationen, Kulturen, Traditionen, Religionen. Bis heute leben hier gemeinsam Polen, Deutsche, Ukrainer, Juden, Griechen und Lemken und auch daher ist diese Region für Polen und Europa wichtig.

2. Welche Möglichkeiten für Begegnungen sind geboten ? Wie hoch ist das Übernachtungsangebot ? Wie sind die Zimmer ausgestattet ?

Kreisau bietet 175 Übernachtungsplätzen für Jugendliche und Erwachsene in Ein-, Zwei- und Mehrbettzimmern. Die Zimmerausstattungen sind unterschiedlich. In unserem 3 Sterne Hotel – im ehemaligen Speicher – befinden sich Zimmer mit hohem Standard. Hier ist jedes EZ und DZ mit Dusche, WC und Fernseher ausgestatte. Andere Übernachtungsplätze sind für Jugendliche gedacht und verfügen über Gemeinschaftsduschen. Außerdem bietet das Gelände in Kreisau: 16 Konferenz- und Seminarräume, darunter ein Saal für 350 Personen, Simultanübersetzungsanlage und technische Ausstattung für multimediale Präsentationen, Computerräume, eine Bibliothek, sowie Sport- und Freizeitanlagen.

Weitere Informationen und entsprechenden Ansprechpartner finden Sie unter www.krzyzowa.org.pl

3. Wer kann nach Kreisau (Krzyzowa) kommen ?

Kreisau ist für alle, unabhängig von Nationalität, Alter, Ausbildung, Religion und politischer Anschauung offen. Dieser Ort ist für all diejenigen gedacht, für die Werte wie Verständigung, Freiheit, Zusammenarbeit, Offenheit, Nachbarschaft, Freundschaft und gemeinsame deutsch – polnische und europäische Geschichte wichtig sind.

4. Welche Möglichkeiten bieten sich in der näheren und weiteren Umgebung von Kreisau zum Besuch und zur Erkundung an ?

Eine der wichtigsten Aufgaben der Stiftung ist die Erkundung und Vermittlung der Kulturlandschaft Niederschlesiens. Außer der Besichtigung des Geländes in Kreisau – des ehemaligen Guts der Familie von Moltke, des Schlosses, des Berghaus, wo sich während des Zweiten Weltkrieges die Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“ getroffen hat, werden die Seminare und Veranstaltungen durch gemeinsame Ausflüge in die Region abgerundet. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in der Umgebung gehören die Stadt Schweidnitz (Swidnica) mit der Friedenskirche und natürlich Breslau (Wroclaw). Der „heilige Berg“ Niederschlesiens, der Zobten, und das nahe Riesengebirge sind eine Attraktion für Natur- und Wanderfreunde. Kulturgeschichtlich besonders interessant sind die Zisterzienserklöster in Treibnitz und Leubus oder das Kloster in Grüssau.

Zum Thema deutsche Geschichte im Zweiten Weltkrieg organisieren wir Besichtigungen des ehemaligen KZ – Gross Rosen und seiner Aussenlager, z.B. der unterirdischen Fabrik „Riese“, eines der größten Bauvorhaben der NS – Zeit. Als Ergänzung eines solchen Studientages laden wir Zeitzeugen zum gemeinsamen Gespräch ein.

5. Kreisau ist eine „Begegnungsstätte“. Welche Schwerpunkte gab es bisher schon und woher kommen die teilnehmenden Jugendlichen und Erwachsenen ?

Seit Gründung der Stiftung Kreisau standen die deutsch – polnischen Begegnungen von Jugendlichen im Vordergrund. Die Stiftung Kreisau, selbst im eigenen Namen auf die europäische Verständigung hinweisend, möchte das Spektrum ihrer Tätigkeiten auch auf Menschen aus anderen europäischen Ländern erweitern. Uns ist es sehr wichtig, dass zukünftig auch Jugendliche und Erwachsene aus den osteuropäischen Ländern die Möglichkeit haben, sich in Kreisau mit Altersgenossen aus Mittel- und Westeuropa zu treffen.

Unsere Seminare befassen sich daher mit Fragestellungen und Problemen, die für Jugendliche und Erwachsene nicht nur beiderseits der Oder, sondern für Menschen aus ganz Europa interessant und wichtig sind. Dazu gehören Fragestellungen und Themen wie: Wozu lernen wir Geschichte? Was wissen wir über unsere Nachbarn? Einführung in das Thema Menschenrechte, Widerstand und Opposition im XX Jahrhundert, Europäische Geschichte am Beispiel der Architektur in Niederschlesien, Deutsch – polnischen Beziehungen, Europäische Union, Ökologie und Umwelt.

6. Wie soll die Zukunft der Begegnungsstätte aussehen ?

Die Zukunft der Begegnungsstätte scheint insbesondere mit zwei wichtigen Aspekten verbunden. Zum einen mit der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung von Niederschlesien als Region in der erweiterten Europäischen Union und zum anderen mit der Herausbildung und Stärkung der europäischen Identität, wobei der Prozess der deutsch – polnischen Verständigung eine sehr große Rolle spielen wird. In dem Zusammenhang hoffen wir darauf, dass sich noch mehr junge und ältere Leute aus ganz Europa für eine Begegnung in Kreisau interessieren. Denn letztendlich bestimmen sie die Zukunft der Stiftung.

Entwicklung des Berufsvorbereitungsjahrs (BVJ)

Kleine Anfrage des Abg. Klaus Käppeler

Entwicklung des Berufsvorbereitungsjahrs (BVJ) in den Landkreisen Reutlingen, Biberach und Zollernalb

Ich frage die Landesregierung:

  1. Wie viele Jugendliche haben jeweils in den letzten fünf Jahren a) im Landkreis Biberach, b) im Landkreis Reutlingen und c) im Zollernalbkreis das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) absolviert?
  2. Wie viele Jugendliche haben nach dem Besuch des BVJ a) im Landkreis Reutlingen, b) im Landkreis Biberach und c) im Zollernalbkreis jeweils in den letzten fünf Jahren einen Ausbildungsplatz gefunden?
  3. Wie viele Anmeldungen gibt es für den Besuch des BVJ a) im Landkreis Reutlingen, b) im Landkreis Biberach und c) im Zollernalbkreis für das kommende Schuljahr und wie beurteilt die Landesregierung ggf. einen Anstieg der Zahl der Jugendlichen, die an das BVJ besuchen?
  4. An welchen Standorten a) im Landkreis Reutlingen, b) im Landkreis Biberach und c) im Zollernalbkreis gibt es BVJ-Klassen?
  5. Wie hat sich die Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Schulabschluss in den letzten fünf Jahren a) im Landkreis Reutlingen, b) im Landkreis Biberach und c) im Zollernalbkreis entwickelt?
  6. Ob; ggf. wann und in welchem Umfang stellt die Landesregierung bei einer steigenden Zahl von Jugendlichen, die sich für das BVJ anmelden, weitere Klassen in den Landkreisen Reutlingen, Biberach und Zollernalb bereit?
  7. Wie beurteilt die Landesregierung die Forderung des Landesschülerbeirats, das BVJ komplett abzuschaffen und es durch früh einsetzende individuelle Förderung von leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern zu ersetzen?

Stuttgart, 29. Juli 2004

Käppeler SPD

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Erste grenzüberschreitende Landesgartenschau besucht

Im Rahmen einer auswärtigen Sitzung des Ausschusses für Ernährung und Ländlichen Raum in Kehl statteten die Mitglieder des SPD-Landtagsarbeitskreises Ländlicher Raum der diesjährigen Landesgartenschau in Kehl und Straßburg einen Arbeitsbesuch ab.

Empfangen wurde man von den Vertretern der Badischen Gartenbaubetriebe, der beiden Gärtnereiverbände, der Floristen und der Landesregierung. Obwohl doch gleich zwei Städte, Kehl und Straßburg, für die Landesgartenschau Baden-Württemberg 2004 werben könnten, bleiben vorerst die Besucherzahlen weit hinter den Erwartungen der Veranstalter zurück. Auf der Kehler Seite zählte man seit der Eröffnung etwa 250.000 Besucherinnen und Besucher, auf der französischen Seite waren es weitaus weniger. Die Veranstalter hoffen nun auf einen besseren Besuch in der französischen und baden-württembergischen Ferienzeit.

Doch die Abgeordnete interessierten sich auch, was aus dem mit Landesmitteln eingerichteten Gartenschaugelände für Zukunftsvisionen und Zukunftspläne bestehen würden. Präsident Raisch wies darauf hin, dass schon die Tatsache, dass Straßburg sich erstmals über die Grenze und über den Rhein orientiere ein Gewinn für die Zukunft sei. Schon jetzt werde deutlich, dass die schöner gewordenen Rheinauen von der regionalen Bevölkerung angenommen würde. Insofern darf die Landesgartenschau 2004 als nachhaltig gelten.
Man erfuhr, dass die Ausrichter sich intensiv mit den vorangegangenen Veranstaltern zusammengesetzt haben und sich informieren ließen. So wurden die Erfahrungen von Ostfildern und Singen in die Planungen aufgenommen. Kostenmäßig habe man allerdings mit der mehrfach umgeplanten und auch versetzt errichteten zusätzlichen Rheinbrücke zwischen den beiden Teilbereichen in Kehl und in Straßburg erhebliche Mehrkosten in Kauf nehmen müssen; trotzdem sei die neue Fußgängerbrücke auch für die Zukunft beider Städte ein Gewinn.

Erfreulich war für die Abgeordneten um den AK-Vorsitzenden Gerd Teßmer die gute Erreichbarkeit dieser Landesgartenschau mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Befindet sich doch ein Haupteingang direkt am Bahnhof Kehl.

Mit einem Besuch der Sonderschau der Landesforstverwaltung und des Landesjagdverbandes wurde das Besuchsprogramm der Mitglieder des SPD-Arbeitskreises abgeschlossen.

Landesagrarier in Kalifornien unterwegs

Landtagsabgeordnete informierten sich im High Tech- und im Agrarbereich

Über die Aufgaben und den Einsatzbereich des Deutschen Generalkonsuls in San Francisco ging es bei einem Arbeitsbesuch von baden-württembergischen Parlamentariern, die sich über die Besonderheiten und Vermarktungskonzepte der kalifornischen Land-, Wein-, Gemüse-, Obst- und Forstwirtschaft und über die Bedeutung deutscher Firmen an der amerikanischen Westküste informieren wollten. Der SPD-Landtagsabgeordnete und stellv. Arbeitskreisvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion für den Ländlichen Raum Klaus Käppeler nahm daran als Mitglied des entsprechenden Landtagsausschusses teil.

Generalkonsul Westphal, der die baden-württembergische Delegation auch in die Landeshauptstadt Sacramento begleitete, bereitete die Abgeordneten auf die Landesschwerpunkte vor. So ist Kalifornien nicht nur der größte Agrarexporteur von allen US-Bundesstaaten, sondern auch führend in der IT-Branche und in der Brennstoffzellen-Forschung.

So galten die Arbeitsbesuche sowohl dem kalifornischen Weinland im Sonoma- und Napa-Valley, sondern auch dem Obst- und Früchte-Anbau und der Milch- und Fleischproduktion. Obwohl die Bewirtschaftung in Kalifornien stark vom Wasservorrat abhängt, arbeiten die agrarischen Großbetriebe bei intensiven Maschineneinsatz äußerst erfolgreich.

Sehr schnell wurde der Delegation aus Baden-Württemberg deutlich, dass von den klimatischen und flächenmäßigen Verhältnissen Baden-Württembergs Landwirtschaft mit der kalifornischen nicht vergleichbar und konkurrenzfähig ist. Bei einer richtigen Anbaupalette und beim Ausgleich der wesentlich höheren gesetzlichen Beschränkungen in Deutschland hält MdL Klaus Käppeler die Landwirtschaft in Südwestdeutschland dennoch für zukunftsfähig. „Wenn wir nicht mit den gleichen Produkten wie Kalifornien den Weltmarkt bedienen, sondern mit Sonderkulturen und Hoch-Qualität und noch der Erzeugung nachwachsender Rohstoffe als zusätzliches Standbein, wo man in Deutschland Vorsprung hat, dann werden deutsche Agrarprodukte auch zukünftig ihren Markt haben“, faßte MdL Klaus Käppeler seine Erkenntnisse zusammen.


Christoph Bayer MdL vor einer der Hunderten Kälberboxen. Ca. 4 Wochen werden hier die Kälber nach der Geburt versorgt.


140 automatische Melkstände: Die Zitzen werden von Mexikanern in 12 Stunden – Schichten von Hand gereinigt und die Melkmaschine angesetzt.
Der Rest geht vollautomatisch.

 
Riesen-Mammutbäume im Sequoia – Nationalpark
im Süden der Sierra Nevada

Energiesparprogramm in Kalifornien

Die Reduktion von Kohlendioxid macht inzwischen auch in Kalifornien sichtbare Fortschritte und wird durch ein spezielles „Renewable Energy Program“ gepowert. Hierzu besuchte der Ausschuß Ländlicher Raum des baden-württembergischen Landtags die California Energy Commission in der Hauptstadt Sacramento.

Parlamentarier aus Baden-Württemberg bei der ‚California Energy Commision‘ in Sacramento – über Finanzielle Optionen für Erneuerbare Energien informiert

  • Verminderung der Stromkosten
  • Steigerung der Steuerersparnis
  • Reduzierung des Kohlendioxidausstosses

Dabei berät die Energie-Kommission auch über geeignete Energieformen an den jeweiligen Standorten. In leicht verständlichen Handzetteln (FAQs = Frequently Asked Questions) werden Kosten, Systeme, Einbauregularien dargestellt. Auf eine entsprechende Frage von MdL Gerd Teßmer über die Nutzung nachwachsender Rohstoffe im Treibstoffbereich wurde deutlich, dass man hier in Deutschland schon weiter fortgeschritten ist, was aber nicht zuletzt an den relativ preiswerteren Sprit-Preisen in den USA liegen dürfte. Aber das „Renewable Energy Programm“ Kaliforniens, das vom neuem Gouverneur Schwarzenegger ausdrücklich gepuscht wird, beinhaltet auch Geothermik und Biomasse als nachhaltige, umweltschonende Energieträger.

Die Brennstoffzelle als Kraftfahrzeug-Treibstoff auf dem Vormarsch

In Zusammenarbeit mit den Mineralölkonzernen ist der Entwicklungsstand im Bereich der Brennstoffzelle als Antriebsstoff für zukünftige Kraftfahrzeuge in Kalifornien schon über das Experimentierstadium weit hinaus. In Kalifornien ist es auch gelungen, mit DaimlerChrysler, Ford Motor Company, General Motors, Honda, Hyundai, Nissan, Toyota und Volkswagen acht namhafte Kraftfahrzeughersteller mit den Mineralölkonzernen BP, ChevronTexaco, Exxon-Mobil und Shell zusammenzubringen, um in einem gemeinsamen Programm Motoren für Wasserstoff-Antrieb als Kraftstoff für Fahrzeuge serienreif zu entwickeln.
Mit gemeinsamen Festlegungen zur Sicherheit beim Tanke und Fahren wurden Fahrzeuge entwickelt, die bis zu 140 km/h erlauben und bis auf das Anfahren geräuscharm sich fortbewegen können.
Der dafür notwendige Wasserstoff wird mit Tanklastzügen wie gewöhnliches Benzin angeliefert. Das Füllen der Brennstoffzellen selbst ist eine schnelle und automatisierte Angelegenheit im Minutenbereich. Der verbrauchte Wasserstoff, der leichter als Luft ist, verflüchtigt sich schnell in die Atmosphäre und verursacht dabei keine umweltschädlichen oder gefährlichen Abgase. Die US-Regierung hat dazu eine genaue Sicherheitsliste mit entsprechenden Standards durch das ‚National Renewable Energy Laboratory‘ in Golden Colorado herausgegeben (das „Sourcebook for Hydrogen Applications“).
Die süddeutschen Abgeordneten wurden dabei zunächst theoretisch von Wolfgang Weiss von DaimlerChrysler in die Planungsschritte und den heutigen Entwicklungsstand eingeführt, ehe sie selbst mit einem Mercedes mit Brennstoffzellenantrieb fahren konnten. Diese Fahrzeuge verfügen über keinerlei Getriebe mehr, da allein die über das Gaspedal gesteuerte Energiemenge die Geschwindigkeit regelt.
Wie zu erfahren war, räumen alle beteiligten Firmen dieser Antriebsart eine große Zukunft ein, zumal Wasserstoff kein endliches Produkt auf der Erde darstellt.

Zukunft des Truppenübungsplatzes Münsingen

PLENUM 72. Sitzung, 01. Juli 2004

TOP 4: Perspektiven für die zukünftige Entwicklung des Truppenübungsplatzes Münsingen

Drucksache 13 / 2299 Antrag der Fraktion der Grünen und Stellungnahme und Antwort der Landesregierung

Naturschutz im Raum des ehemaligen Truppenübungsplatzes Münsingen Drucksache 13/ 3123 Antrag der Fraktion der SPD und Stellungnahme und Antwort der Landesregierung

Herr Präsident, meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen!

Viel versprechende Ergebnisse gleich mehrerer Studien wurden uns für diesen Sommer versprochen: Die Nutzungsmöglichkeiten im Tourismus, die naturschutzfachliche Konzeption für die vorgesehene Natura 2000 sowie ein Rechtsgutachten, das insbesondere die Verkehrssicherungspflicht klären soll, wenn der Truppenübungsplatz verlassen wird. Da sage ich nur: Die Tage werden bereits wieder kürzer und der Sommer ist schneller vorüber, als uns lieb ist.

Neben der raschen Novellierung des Landesnaturschutzgesetzes sind alsbaldige Übernahmeverhandlungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Land Baden-Württemberg zwingend erforderlich, selbst wenn ein negativer Verkaufswert entsteht. Oder es wird eine sonstige Trägerkonstellation noch vor dem Abzug der Bundeswehr gebildet, also bis Mitte, Ende kommenden Jahres, die einen rechtsfreien Raum verhindert, die Strukturen schafft, dass unerwünschte Nutzer fern gehalten werden.

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, gestatten Sie mir, einige wichtige Anliegen der Region anzusprechen, die nicht im Widerspruch zu unserem großen Anliegen eines Entwicklungsnationalparks stehen!

Zum einen geht es um den Ausbau der L 230. Damit soll der Wirtschaftsstandort Münsingen gestärkt und der Kaufkraftverlust, der auf bis zu 40 Mio. beziffert wird, ausgeglichen werden. Regierungspräsident Wicker wird folgendermaßen zitiert: „Der Autobahnzubringer von Münsingen zur A 8 wird zügig ausgebaut. Die Ortsumfahrung Auingen soll im Jahr 2005 begonnen werden, … weitere Ortsumfahrungen sollen so bald wie möglich folgen.“

„So bald wie möglich“ bedeutet beim jetzigen Zeithorizont, dass die Umfahrung Magolsheim 2007 begonnen werden kann. Über die Problematik von Böttingen redet der Regierungspräsident lieber nicht: Die geplante und einzig zu realisierende Trasse – am Rande des Übungsplatzes – liegt im Vogelschutzgebiet. Diese, aber auch eine wie auch immer geführte Verbindung nach Römerstein im Norden, auf bereits bestehenden Straßen, liegen im wirtschaftlichen Interesse der Region. Wenn 6300 ha Fläche, 7% der Gesamtfläche des Kreises Reutlingen in der Nachmeldeliste der FFH – Gebiete ausgewiesen werden können, muss es auch möglich sein, Münsingen verkehrstechnisch besser zu erschließen, zumal es als eines der wenigen Mittelzentren in Baden-Württemberg an keiner Entwicklungsachse liegt!

Lassen Sie mich auf einen weiteren Gesichtspunkt eingehen, der vom Regierungspräsidenten viel positiver dargestellt wird, als es die reine Aktenlage verkündet: „Als erfreulich werte er auch, dass für das „Alte Lager“ Nutzungsinteressenten gefunden werden konnten. Das Regierungspräsidium entwickle ein Gesamtkonzept für die Zukunft des „Alten Lagers“. Nach meinen Informationen gibt es außer der Absicht mehrerer Universitäten und Fachhochschulen in 10 – 12 Gebäuden ein „Lehr- und Forschungszentrum Münsingen“ einzurichten kein nennenswertes, konkretes Interesse an der Nutzung des weitläufigen Areals. Wir sprechen von 140 Gebäuden, 120 davon stehen unter Denkmalschutz. Und wie heißt es in der Antwort auf die Anfrage der Grünen Kollegen: „Allerdings bestehen angesichts der extremen Finanzknappheit aus heutiger Sicht keine Spielräume für die Bereitstellung von Haushaltsmitteln für das geplante Lehr- und Forschungszentrum.“ Ich appelliere an Land und Bund gleichermaßen: Eine Konversion zum Nulltarif gibt es nicht!

Meine Damen und Herren, damit der Truppenübungsplatz in seiner Einmaligkeit erhalten werden kann, muss extensive Landwirtschaft wie schon bisher auf 4/5 der Fläche, weiter betrieben werden. Darüber hinaus braucht es mindestens 10 Personen, die die Landschaft offen halten, zusätzlich einige Ranger, die für Ordnung und geregelte Abläufe auf dem Platz sorgen und natürlich muss auch der Wald bewirtschaftet werden. Nehmen Sie noch einige Tourismusplaner hinzu, dann haben Sie 20 Beschäftigte. Die brauchen Sie, wenn Sie die FFH – Richtlinie erfüllen wollen bzw. müssen, die da heißt: „Allgemeines Verschlechterungsverbot, um für Arten und Lebensraumtypen – einen günstigen Erhaltungszustand zu sichern.

Bisher schon testen Nutzfahrzeughersteller auf dem Übungsplatz ihre Neuentwicklungen. Das kann auch künftig geschehen, denn gerade der verdichtete Boden an einigen Stellen hat bewirkt, dass im angesammelten Regenwasser seltene Tierarten einen Lebensraum gefunden haben. Und was ich zuerst für einen Scherz hielt: Vielleicht muss ein Schützenpanzer zum Pflegepanzer umfunktioniert werden, damit dieser Effekt von verdichteten Flächen weiterhin bestehen bleibt. Die vielfach beschworene Einmaligkeit des Geländes ist kein Paradies, sondern eine von Menschen und Maschinen geformte Landschaft. Ich hoffe, dass wir bald ein Konzept zu Gesicht bekommen, damit sie erhalten werden kann. Ein Konzept, das auch mit einer Vereinbarung von Bund und Land sowie finanziellen Zusagen unterfüttert ist. Der Region nützt es nichts, auf die gegenseitige Verantwortung von Bund oder Land zu verweisen!

Sonst bleiben die schönen Worte wie in der Pressemitteilung des Herrn Regierungspräsidenten nur wortreiche Absichtserklärungen.

Noch sehe ich kein Gesamtkonzept. Ich bin darauf gespannt, noch mehr aber auf dessen Umsetzung.