Zu viele von Bildung abgeschnitten

METZINGEN. Da hat Klaus Käppeler gerade noch die Kurve gekriegt. Fast hätte er Matthias Platzeck, den Ministerpräsidenten von Brandenburg als den von Baden-Württemberg angekündigt. »Ba…« hatte er schon angesetzt, als er den SPD-Bundesvorsitzenden am Donnerstagmorgen in der gut gefüllten Stadthalle begrüßte. Bekannte Gesichter aus Stadt, Kreis und Land waren in der guten Stube der Stadt auszumachen, deren Hausherr, Dieter Hauswirth, sich angeblich erfreut gezeigt hatte, dass der hohe Besuch extra zu seinem Geburtstag anreise. Platzeck gratulierte dem CDU-Mann denn auch später artig von der Bühne herunter »nachträglich« zum Wiegenfest, das einen Tag zuvor war.

Offensichtlich fand manches von dem, was der Ministerpräsident Brandenburgs von sich gab, auch Hauswirths Zustimmung, sah man ihn doch hin und wieder klatschen. Klaus Käppeler als Landtagsabgeordneter und -kandidat und sein Ersatzmann Michael Lucke übernahmen die Begrüßung, nachdem zuvor ein Jazz-Quartett aus Lehrern der Musikschule Swing in den Saal gezaubert hatte, mit Musikschulleiter Henry Großmann am Piano, Paul Müller am Bass, Jürgen Häußler am Saxofon und Joachim Fuchs-Charrier am Schlagzeug.

Wolfgang Drexler als Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion wie auch danach Matthias Platzeck hoben auf die Atomkraft ab, die sie als Hemmschuh für neue Entwicklungen in der Energiegewinnung ansehen. Als günstige Energie von Ministerpräsident Günther Oettinger gepriesen, habe Baden-Württemberg, trotz des höchsten Atomstromanteils aller Bundesländer, mit die höchsten Strompreise. Auch bleibe Oettinger die Antwort darauf schuldig, wo der Atommüll hin soll.

Zwanzig Jahre nach Tschernobyl

Matthias Platzeck, der mit warmem Beifall empfangen wurde und sich im Laufe seiner Rede warm lief, endete denn auch mit innigem Appell, wenige Tage vor dem zwanzigsten Jahrestag der radioaktiven Katastrophe von Tschernobyl, beim Atomausstieg zu bleiben. »Ich habe die gezeichneten Kinder gesehen und diese riesige Region von der Größe manches deutschen Bundeslandes«, die auf Jahrhunderte gesperrt sei, sagte der Ingenieur und Vater dreier Töchter. Atomstrom sei die teuerste, zukunfts- und verantwortungsloseste Energieform.

Dass wirtschaftliches Vorankommen soziale Gerechtigkeit ausschließe, hält der SPD-Mann aus dem Osten für einen Trugschluss. Er und Drexler befürchten vielmehr, dass gerade Baden-Württemberg seinen Reichtum verspielen könne, weil Innovation verhindert werde. Als Beispiel zog Drexler die gerade mal 250 Windkraftanlagen im Ländle heran, von 16 000 im Bundesgebiet.

»Wir müssen Modelle aufzeigen, wie wirtschaftliches Vorankommen und sozialer Zusammenhalt möglich sind.« Kernpunkt dabei ist für den Brandenburger Ministerpräsidenten eine gute Bildung, von der zu viele Jugendliche jedoch heute abgeschnitten seien, weil die Karriere zu sehr vom Geldbeutel der Eltern abhänge. Harte Kritik übte der SPD-Mann an der Regierung Kohl, die 16 Jahre verschlafen habe, Reformen anzupacken. »Wir haben auch zu lange gewartet«, gestand der Brandenburger, und jetzt, wo die SPD begonnen habe, werde sie dafür gescholten.

Guhl und Polenz geehrt

Ihren Abschluss fand die Wahlveranstaltung mit der Ehrung zweier Mitglieder, die seit 60 Jahren der Partei angehören: Karl Guhl, Reutlingens ehemaliger Finanzbürgermeister, und Hermann Polenz aus Sonnenbühl, der viele Jahre Landesgeschäftsführer der SPD war.

Guhl steht für die Parteineugründung nach dem Krieg, für Gemeindereform, interkommunale Gewerbegebiete und Feuerwehr, deren Ehrenmitglied er ist. Außerdem »widerlegt er die Mär, dass Sozialdemokraten nicht mit Geld umgehen können«, so Metzingens Finanzbürgermeister Michael Lucke vergnügt, »womit nur von der Schuldenpolitik der CDU abgelenkt werden soll«. Hermann Polenz saß sechs Jahre im DDR-Gefängnis Bauzen, weil er die Zwangsvereinigung von SED und SPD ignorierte. (GEA)

Klaus Käppeler besucht Biogasanlage der Gebrüder Kostanzer

Zusammen mit dem SPD Ortsvereinsvorsitzenden Joseph Stein und Manfred Freischlader hat der SPD Abgeordnete und Landtagskandidat Klaus Käppeler die Biogasanlage von Kuno und Ewald Kostanzer in Bisingen besucht. Im Gespräch mit den beiden Landwirten fand der Zwiefaltener Abgeordnete seinen Einsatz für erneuerbare Energien und ihre positiven Auswirkungen auf Umwelt und landwirtschaftliche Produktion bestätigt:

„Während die CDU Landesregierung noch eine Lanze für die längere Laufzeit von Atomkraftwerken bricht, haben viele Landwirte die Zeichen der Zeit bereits erkannt. Regenerative Energien sind nicht nur umweltfreundlicher, sie sichern nicht nur die Unabhängigkeit von Atomenergie und der beschränkten Ressource Erdöl, sie sind darüber hinaus auch wirtschaftlich attraktiv“, so Käppeler.

Die Gebrüder, die gemeinsam den Enzenberghof in Bisingen bewirtschaften sind in der Lage, mit ihrer Biogasanlage rund 300 Haushalte rund um die Uhr mit Strom zu versorgen. Energie wird dabei nicht nur aus Gülle und den damit verbundenen Gasen gewonnen, sondern auch durch die Zugabe von gehäckseltem Mais, Sonnenblumen und Grasschnitt.

Einig waren sich die Besucher mit Kuno und Ewald Kostanzer über die notwendige technische Weiterentwicklung von Biogasanlagen, damit die Abwärmeenergie der Anlagen effektiv genutzt werden kann. Die im Produktionsprozess entstehende Wärme könnte, so die beiden Landwirte, effektiv und kostengünstig zur Wärmeversorgung größerer Gebäudekomplexe, wie Industriegebäude oder Schulen, genutzt werden.

Vor dem Hintergrund immer höherer Sozialversicherungskosten für Landwirte und einer überbordenden Bürokratie im Bereich der Landwirtschaft, stellt der Ausbau einer Nutzung regenerativer Energien durch Biogasanlagen für die Landwirte außerdem eine wirtschaftlich attraktive Alternative und Ergänzung zur herkömmlichen landwirtschaftlichen Produktion dar.

Matthias Platzeck: 23.3 in Metzingen

METZINGEN. (rei) Die SPD in der Region Ermstal/Alb wird das Ende des Landtagswahlkampfs mit einer großen Kundgebung in Metzingen einläuten: Der SPD-Landtagsabgeordnete und Wahlkreiskandidat Klaus Käppeler konnte nicht nur den SPD-Fraktionsvorsitzenden im Stuttgarter Landtag Wolfgang Drexler verpflichten. Als Höhepunkt der Veranstaltung wird der brandenburgische Ministerpräsident und SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck in der Metzinger Stadthalle sprechen.

Die Veranstaltung findet statt am Donnerstag, dem 23. März 2005, in der Stadthalle Metzingen. Beginn ist 11 Uhr, Einlass und Vorprogramm ab 10 Uhr.

Klassenteiler 28 ist eine Mogelpackung

STUTTGART. (rei) Der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler (Zwiefalten) befürchtet eine Verschlechterung der Unterrichtssituation an den Grundschulen. Käppeler bezieht sich auf eine viel beachtete Ankündigung von Kultusminister Helmut Rau (CDU), den Klassenteiler von 31 Kindern auf 28 zu senken.

„Lob und Anerkennung kamen eindeutig zu früh, denn das Konzept ist eine Mogelpackung“, kritisierte der SPD-Abgeordnete scharf. Die Landesregierung habe schlicht unterschlagen, dass bei der Berechnung des Klassenteilers künftig die ersten und zweiten Klassen zusammengezählt werden. Die Kritik vieler Rektoren und Elternvertreter sei berechtigt. „Letztlich profitiert keine Schule von der Neuberechnung, für fast ein Drittel der Schulen im Kreis Reutlingen würde sich sogar eine Verschlechterung ergeben.“

Dasselbe gelte für den Zollernalbkreis, wo 13 Grundschulen mit einer Klasse weniger auskommen müssten. „Im Kreis Tübingen würden 17 Klassen und damit natürlich auch weniger Lehrkräfte zur Verfügung stehen“, so Käppeler. Insbesondere mehrzügige Grundschulen in größeren Kommunen wären massiv betroffen. Käppeler forderte Minister Rau auf, noch vor der Landtagswahl die Ankündigung zurückzuziehen.

Marion Caspers-Merk am 21.3 in Hechingen

STUTTGART / HECHINGEN. (rei) Auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler wird die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Marion Caspers-Merk (SPD), am kommenden Dienstag, 21. März, in Hechingen Unternehmen in den Bereichen Medizintechnik und -beratung besuchen. Vorab besteht die Möglichkeit zu einem separaten Gespräch mit den Medien. – Die drei Termine am 21. März in der Übersicht:

– 11.30 bis 12.15 Uhr:
Pressegespräch vorab in der Stadthalle Museum (Nebenraum der Gaststätte)
Ort: Museum Restaurant
Zollerstraße 2
72379 Hechingen
Telefon 0 74 71/6 20 17 10

– 12.30 bis 13.30 Uhr:
Besuch und Informationsgespräch bei der JOTEC Medizintechnik GmbH in Hechingen
Ort: Lotzenäcker 23
D-72379 Hechingen
Telefon 0 74 71/92 20

– ca. 13.30 bis ca. 15 Uhr:
Besuch und Informationsgespräch bei der Pegasus Fachgesellschaft Arbeitsmedizin mbH in Hechingen
Ort: Lotzenäcker 7
D-72379 Hechingen
Telefon 0 74 71/130 22

Literarische Weinprobe mit Felix Huby

METZINGEN. (rei) Auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler wird der Journalist und Autor Felix Huby am kommenden Mittwoch, 15. März, zu einer Autorenlesung nach Metzingen kommen. Der Schöpfer des „Kommissar Bienzle“ und passionierte Weinliebhaber wird dabei nicht nur aus seinen Werken lesen: Auch die Weinstadt Metzingen und ihre Erzeugnisse sollen bei dieser „Literarischen Weinprobe“ nicht zu kurz kommen. Die Veranstaltung im Metzinger „Wengerterhaus“ beginnt um 20 Uhr.

Huby, Felix

PSEUDONYM FÜR: Eberhard Hungerbühler

BIOGRAPHIE: * 21.12.1938 in Dettenhausen bei Tübingen

Felix Huby arbeitete als Tageszeitungsreporter und Redakteur, bevor er als Chefredakteur der Warentestzeitschrift „DM“ und der naturwissenschaftlichen Zeitschrift „X-Magazin“ nach Stuttgart berufen wurde.

Von 1972 bis 1979 war er Korrespondent des „Spiegel“ in Baden-Württemberg und hat dort mit verschiedenen Reportagen Aufsehen erregt. Anfang der siebziger Jahre erschienen von Felix Huby eine Reihe von Sachbüchern, schon bald folgten Kinder- und Jugendbücher und 1977 sein erster Kriminalroman DER ATOMKRIEG VON WEIHERSBRONN.

Felix Huby schuf in den nächsten Jahren in seinen Kriminalromanen die Figur des Stuttgarter Kommissars Bienzle, der seine Fälle mit seinem „tpyisch“ schwäbischen Sinn für Zusammenhänge löst. Mehrere Kriminalromane von Felix Huby wurden vom Fernsehen verfilmt, unter anderem als Beiträge für die TATORT-Reihe. Neben zahlreichen anderen Veröffentlichungen schrieb Felix Huby seit Beginn der achtziger Jahre eine Vielzahl von TV-Filmen und TV-Serien – unter anderem die Vorabend-Serien DER HAFENDETEKTIV und DETEKTIVBÜRO ROTH und die Abendprogramm-Serien ABENTEUER AIRORT, OH GOTT, HERR Pfarrer und PFARRERIN LENAU.

Seit Mitte der achtziger Jahre gehört Felix Huby zu den meistbeschäftigten Drehbuchautoren des deutschen Fernsehens. Er arbeitete unter anderen mit einem Autorenteam an der deutschen Adaption der RTL-Daily Soap GUTE ZEITEN, SCHELCHTE ZEITEN mit, ehe er sich wieder eigenen Serien und Reihen zuwandte, darunter MONA M. und großen Teilen von DIE KIDS VON BERLIN oder EIN BAYER AUF RÜGEN. Darüber hinaus schrieb er immer wieder Einzelfilme, darunter für die Reihen ROSA ROTH oder ZWEI BRÜDER.

Mit dem Schauspieler Dietz-Werner Steck in der Rolle des „Kommissar Bienzle“ konnte Huby schließlich Ende der 80er Jahre seinen ehemaligen Romanhelden auch als TATORT-Figur des SDR etablieren. Neben Adaptionen bereits erschienener Romane erschienen auch nach oder zeitgleich zu Fernsehausstrahlung die aktuellen Romane zur TATORT-Folge.

1999 wurde Felix Huby für sein Werk mit dem „Ehrenglauser“ der Autorengruppe Deutsche Kriminalliteratur DAS SYNDIKAT ausgezeichnet.

Ländlicher Raum ist mein Thema

ZWIEFALTEN/STUTTGART. »Chauffeur haben Sie keinen?« Nein, Chauffeure gibt’s erst für Staatssekretäre, nicht aber für ganz gewöhnliche Landtagsabgeordnete. Klaus Käppeler lacht, seine Zuhörerinnen ebenfalls. Die 45 Frauen aus Hohenstein, die beim SPD-Abgeordneten ihres Wahlkreises zu Gast sind, haben eine vergnügte, ungezwungene Atmosphäre in diesen Landtags-Saal gebracht.

Käppeler ist kein Politiker, der einschüchternd wirkt. Den Frauen fällt es leicht, ins Gespräch zu kommen: Wie er neben dem Landtagsmandat die Zeit zum Schulehalten findet? Ob Abgeordnete der Oppositionsparteien immer dagegen sein müssten, wenn die Regierung etwas vorlegt? Und sie kriegen muntere Antworten: Schule ist montags, Technik, Klasse sieben und neun, eine 25 Prozent-Stelle. Und: Ja, ein paar Rituale gibt es schon zwischen Regierung und Opposition, selbst bei Themen, wo die Meinungen gar nicht so weit auseinander liegen.

Beim nächsten Mal mittendrin

Zweimal im Jahr darf jeder Abgeordnete Gruppen seines Wahlkreises auf Kosten des Landtags nach Stuttgart einladen. Besonders gefragt sind Plenartage, gerade kurz vor der Wahl. Schon im Sommer hat Käppeler den Termin für die Hohensteiner Landfrauen gebucht – die angetan sind vom Einblick in die Politik und auch dem Wahlkämpfer Käppeler freundlich applaudieren: Wer dem Wahlkreis zu einem zweiten Landtagssitz verhelfen wolle (neben dem sicheren der CDU), der solle ihm die Stimme geben.

In fünf Jahren ist Klaus Käppeler gründlich hineingewachsen in die Arbeit eines Landtagsabgeordneten. Jetzt sind vielfältige Kontakte da und das Wissen, »wo man ansetzen muss, um etwas zu erreichen«. Von den 45 SPD-Vertretern im Stuttgarter Landtag werden – unabhängig vom Wahlergebnis – 15 auf jeden Fall aufhören. Käppeler wäre, wenn sein Ergebnis reicht, dann einer der Dienstälteren und »mittendrin«. »Es würde mich reizen, dann den Arbeitskreis Ländlicher Raum zu leiten.« Bislang ist der Abgeordnete aus Zwiefalten Stellvertreter dieses fraktionsinternen Gremiums.

In den Landtagsausschüssen »Schule, Jugend und Sport« und »Ländlicher Raum und Landwirtschaft« arbeitet er für die SPD mit. Im einen bringt er seine Fachkompetenz als Hauptschullehrer ein – und seine Überzeugung, dass das starre dreigliedrige Schulsystem in Baden-Württemberg reformierungsbedürftig ist und vor allem die Kinder aus sozial schwächeren Familien benachteiligt. Der andere reizt ihn seiner Vielschichtigkeit wegen: »Der Ländliche Raum ist mein Thema, ein sehr übergreifendes.« Wirtschafts- und Strukturpolitik, die Förderung erneuerbarer Energien – das alles hat hier Platz.

»Ansprechbar sein«: Das ist Käppeler ein zentrales Anliegen. Wann immer möglich nimmt er jede Einladung an, bemüht sich auch, »nicht gleich wieder fortzurennen« und denen Zeit zu geben, die ihrem Wahlkreisabgeordneten noch etwas mitgeben möchten. Aber auch die Zahl der direkten Anfragen habe in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, berichtet der SPD-Abgeordnete. Viele Menschen in den Gemeinden im Ermstal und auf der Alb schätzen ihn als Ansprechpartner vor Ort.

Ein zweiter Landtagssitz für den Wahlkreis – will Käppeler dieses Ziel erreichen, geht es für ihn buchstäblich um jede Stimme. Vor fünf Jahren war er auf dem sechsten SPD-Rang im Regierungsbezirk in den Landtag gekommen. Am 26. März müsste er, wenn seine Partei den Prognosen entsprechend etwas schlechter abschneidet als beim letzten Mal, Rang fünf schaffen. Sein Fraktionskollege Hans-Martin Haller aus dem Wahlkreis Balingen hatte damals 91 Stimmen mehr. (GEA)

Klaus Käppeler (SPD) in Neuhausen

METZINGEN-NEUHAUSEN. Der Zuschussbescheid ist raus. Neuhausen, der rund 4 000 Einwohner zählende Ortsteil von Metzingen, erhält für die weitere Sanierung 1,2 Millionen Euro vom Land. Auch Dank des Einsatzes der Landtagsabgeordneten aus dem Wahlkreis 61. »Da ziehen wir alle an einem Strang«, erklärt Klaus Käppeler, Lehrer aus Zwiefalten, seit fünf Jahren für die SPD im Landtag. »Wenn es um solche Dinge geht, kommen wir uns kaum ins Gehege.« Das seien andere Themen. Zum Beispiel die Verwaltungsreform, die Frage nach erneuerbarer Energien oder wie es mit den Schulen im Land weitergeht.

Beim zweistündigen GEA-Wahlspaziergang steht Klaus Käppeler vor dem Haus »Wim«, eine Einrichtung der Behindertenhilfe im Ermstal, »mit der in besonderer Weise auch Landespolitik verbunden ist«. Hier wird behinderten Menschen aus Metzingen und Umgebung ein weitgehend selbstbestimmtes Leben ermöglicht, in einer Form wie es heute landesweit Schule macht.

Falsche Schulpolitik

Der Träger hatte es – als es um die Finanzierung ging – in erster Linie mit dem Landeswohlfahrtsverband zu tun. Den gibt es nicht mehr. Dessen Aufgaben sind den Landratsämtern übertragen worden. »Das war ein Fehler«, sagt Käppeler. Große Einrichtungen wie die Bruderhaus-Diakonie müssten heute mit zig Kreisen verhandeln, was nach Ansicht des SPD-Abgeordneten kaum funktionieren könne. »Sie werden sehen, die Kreise schließen sich in dieser Sache zusammen«, sagt er beim Weitergehen. »Gewonnen ist also nichts.«

Ein Abstecher führt zur Grund- und Hauptschule. Käppeler würde sich wünschen, dass die Kinder hier länger gemeinsam lernen können. »Doch die Landesregierung hält am starren dreigliedrigen Schulsystem fest.« Käppeler kann sich dagegen eine sechsjährige Grundschule vorstellen, Haupt- und Realschule sollten zusammengelegt werden, wo beide Abschlüsse parallel ermöglicht werden könnten. Als Modellprojekt böte sich seine Schule in Zwiefalten an, eine so genannte Verbundschule. »Doch das wurde abgelehnt.« Käppeler spricht sich zudem für Ganztagesschulen aus. »Angesichts von zwei Milliarden Euro, die jährlich für Nachhilfe ausgegeben werden, brauchen wir mehr Lernzeit in der Schule.« So genannte Ganztagesbetreute Schulen könnten das nicht leisten. »Das ist eher eine Mogelpackung.«

Zu wenig Engagement des Landes

Mehr Engagement des Landes wünscht sich Käppeler auch bei der Finanzierung von Kindertagesstätten, wie es sie in der Brühlstraße in Metzingen gibt. Nur zwölf Prozent der Kosten trage das Land, die Eltern müssten weit mehr aufbringen.

Was dem Abgeordneten sofort auffällt, ist die Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Schule. »Ohne das Energieeinspeisegesetz der alten Bundesregierung wäre das nicht möglich.« Doch im Bereich alternativer Energie tut nach Ansicht Käppelers das Land zu wenig. In Deutschland stünden 17 000 Windräder, davon nur 250 in Baden-Württemberg. »Da darf dann durchaus die Frage gestellt werden, ob das Landesplanungsgesetz nicht eher ein Windenergie-Verhinderungs-Gesetz ist.«

Während bei der Hohenzollerischen Landesbahn bereits zwei Züge mit Pflanzenöl fahren, habe sich die Landesregierung bislang geweigert, seinen Fuhrpark umzustellen. Und dabei, so Käppeler beim Weg zurück in die Ortsmitte, wäre das durchaus eine Möglichkeit, der Landwirtschaft ein weiteres Standbein zu eröffnen. »Die Landesregierung hat sich hier immer als Bremser erwiesen.«

Ähnliches gelte für die Geothermie. Zum Beispiel das Projekt in Bad Urach. »Das ist erfolgversprechend und wird eines Tages ein gutes Geschäft.« Doch bis es soweit ist, muss das Land Geld in die Hand nehmen. »Die Bohrung kann sonst niemand zahlen.« Doch auf Dauer rechnet es sich, zeigt sich Käppeler überzeugt.

Konkurrenz im Parlament

Zurück mitten im Flecken, wo mit Geld des Landes die Sanierung des Ortskerns unterstützt wird. »Je mehr Abgeordnete eines Wahlkreises im Parlament vertreten sind, um so eher ist auch so etwas möglich«. Es entstünde mehr Druck, sagt Käppeler. Und: »Konkurrenz, auch unter den Abgeordneten, schadet natürlich nicht.« Dann könne sich keiner zurücklehnen und ausruhen. (GEA)

Hechingen: Film „Die Wolke“

Inhalt des Films: Ein Störfall in einem Kernkraftwerk erschüttert das Land. Eine radioaktive Wolke tritt aus und treibt auf den kleinen Ort Schlitz zu, nicht weit von Bad Hersfeld gelegen. Auch Hannah, ein 16-jähriges Mädchen, und ihre große Liebe Elmar bemühen sich im allgemeinen Chaos, dem schrecklichen Schicksal zu entkommen. Elmar schafft es in letzter Sekunde, Hannah jedoch wird jedoch verstrahlt. Sie ist gezeichnet, vermutlich für immer. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Millionen-Bestseller der Jugendbuchautorin Gudrun Pausewang.

Termin: Sonntag, 12. März 2006,
um 17.00 Uhr, Schwanen-Lichtspiele
in Hechingen, Bahnhofstraße 6
Eintritt: 6,50 Euro, im Anschluss Diskussion zu den Themen Atomausstieg und künftige Energiepolitik mit dem SPD-Landtagsabgeordneten und Wahlkreiskandidaten Klaus Käppeler.

Ein Abgeordneter aus der Region zu wenig

METZINGEN-GLEMS. (rei) Beim „SPD-Dämmerschoppen“ in Glems hat der SPD-Landtagsabgeordnete im Gasthaus „Traube“ ein positives Resümee seiner fünfjährigen Tätigkeit im Landtag gezogen. Mit dabei an diesem Abend war auch Ortsvorsteher Andreas Seiz, der Käppeler für sein Engagement bei der künftigen Sanierung der Landesstraße L380a und die gute Zusammenarbeit dankte.

„Um in Stuttgart auf die Probleme des ländlichen Raums aufmerksam zu machen, ist eine möglichst große Zahl von Abgeordneten aus der jeweiligen Region zwingend“, erläuterte Käppeler seine Erfahrungen. Die L380a sei dafür ein gutes Beispiel, dasselbe gelte für die Existenz kleinerer Schulen wie der Grundschule in Glems. „Auch hier wird es weiter nötig sein, die Belange kleinerer Ortschaften in den Blickpunkt der Landespolitik zu rücken.“

Aufgrund des Einstimmenwahlrechts bestehe jedoch die große Gefahr, dass das Ermstal künftig nur noch mit einem Abgeordneten in Stuttgart vertreten sei. Käppeler stellte klar: „Wer nicht CDU wählen möchte, aber mehr als einen Vertreter der Region im Landtag sehen will, den bitte ich um Unterstützung am Wahltag.“