Paket-Aktion für Kinder startet

Unter dem Motto "Ein Paket von mir" startet der Hechinger Verein Kinder brauchen Frieden an diesem Samstag die im mittlerweile 14. Jahr stehende Paket-Aktion für notleidende Kinder. Mit einer Bild- und Textdokumentation wirbt die Hilfsorganisation für den Kauf eines Lebensmittelpaketes im Wert von zehn Euro an den Adventssamstagen im Eingangsbereich des Kauflands in der Kaullastraße.

Bei dieser Spendenaktion bauen die Helfer wie immer auf die Unterstützung und Mithilfe der Bevölkerung. Mitzumachen bei "Ein Paket von mir" ist ebenfalls ein Anliegen der Schirmherrschaft und der politischen Prominenz: Am Samstag stehen Bürgermeisterin Dorothea Bachmann und der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler bereit.

Quelle: SWP vom 27.11.13

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Ausschuss lehnt Aufbau von Hagelabwehr mit

Nach Angaben Käppelers habe das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz vorgeschlagen, die künftige Koalition in Berlin aufzufordern, die betriebliche Risikovorsorge für Hagelschäden zu stärken. Zwischen den Jahren 2004 und 2013 seien die Landkreise Alb-Donau-Kreis, Biberach, Breisgau-Hochschwarzwald, Sigmaringen, Heilbronn, Bodenseekreis und der Hohenlohekreis besonders häufig von Hagel betroffen gewesen, erklärte der stellvertretende Ausschussvorsitzende.

Wie Käppeler ausführte, liegen der Landesregierung keine Informationen vor, durch die abschließend wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, in welchem Umfang durch den Einsatz von Hagelfliegern Schäden verringert oder ganz verhindert wurden. Über den Einsatz von Hagelfliegern solle deshalb weiterhin in regionaler Verantwortung entschieden werden. Das Ministerium habe darauf hingewiesen, dass das Land jedoch die Errichtung von Hagelschutznetzen finanziell unterstütze. Eine regelmäßige Förderung des Einsatzes von Hagelfliegern hätten bereits frühere Landesregierungen wegen nicht nachgewiesener Wirksamkeit abgelehnt. Es lägen keine neuen Erkenntnisse vor, die eine Neubewertung rechtfertigen würden, erklärte Käppeler.

»Bildungs-Dialog«: Zukunfts-Schulen gesucht

Unsicherheiten und Rückfragen gab es im Publikum dennoch nicht zu knapp. Diskussionen auf Augenhöhe wie in Metzingen und »Bildungsreisen« zu erfolgreichen Gemeinschaftsschulen sollen Ängste in der Bevölkerung gegenüber dem Unbekannten, Neuen abbauen. Stoch: »Wir brauchen die offene gesellschaftliche Debatte.«

Das Spannungsfeld. Der Minister verhehlte nicht, dass der Weg zu den Schulen der Zukunft steinig ist. Drückt das Kultusressort doch ein enges Finanzkorsett und musste Stoch gleich bei Amtsantritt 1 000 Lehrerstellen streichen. Gemeinsam mit den Kommunen will das Land den Spagat zwischen pädagogischer Qualität mit der entsprechenden personellen Ausstattung und überschaubaren Kosten dennoch schaffen. Und verhindern, dass die besonders unter dem Bevölkerungsrückgang leidenden ländlichen Gebiete von der weiterführenden Schulbildung abgehängt werden.

Etliche »Bildungsbaustellen« gibt es derzeit im Land, mehr laufende Prozesse und Ministermeinungen als feststehende Konzepte. Sie waren auch Thema in der einstündigen Diskussion in der Mensa.

Gemeinschaftsschulen und Gymi. Vermisste OB Ulrich Fiedler vor der Zulassung der ersten Gemeinschaftsschulen eine regionale Schulentwicklungs-Planung, begründete der Kultusminister die schnelle Zulassung der neuen Schulform mit »hohem Druck« in einigen Kommunen. »Erfolgreiche Gemeinschaftsschulen können Impulse für andere geben.« Nach Stochs Meinung könnten sie auch einen neunjährigen Weg zum Abitur bieten – während die Gymnasien auf G 8 gepolt blieben.

»Wer von der Gemeinschaftsschule in die gymnasiale Oberstufe wechseln will, muss die zehnte Klasse wiederholen. Das ist demütigend«, fand Friedemann Schlumberger, Direktor des Graf-Eberhard-Gymnasiums Bad Urach. Sein oberster Dienstherr war über die zweifache Zehnte »auch nicht glücklich. Es gibt Überlegungen im Kultusministerium über eine spezielle Vorbereitungsklasse«.

Ganztagsbetreuung. »Sind Grundschulen künftig verbindlich Ganztagsschulen?«, wollte eine Besucherin mit CDU-Parteibuch wissen, die von Kindern berichtete, die spätnachmittags ausgepowert aus der Schule kämen. Stoch machte klar, dass die Schulträger Modelle nach Wahl beim Land beantragen können. »Wir zwingen niemandem etwas auf.« Nach seiner Erfahrung sind Ganztagsschulen mit rhythmisierter Tagesstruktur und eingebundenen Freizeiteinrichtungen wie Vereinen oder Musikschulen ein stressarmes Erfolgsmodell.

Realschulen. »Wie sieht es mit neuen Ressourcen aus, wie wird die Realschule weiterentwickelt?«, fragten Konrektorin Bettina Haag, die derzeit kommissarisch die Metzinger Schönbein-Realschule leitet, und Klaus Michelsburg, Leiter der Eichendorff-Realschule Reutlingen. Man fürchtet, dass diese Schulform mit ihren oft heterogen zusammengesetzten Klassen gegenüber den landesseitig stark geförderten Gemeinschaftsschulen, aber auch gegenüber G-9-Versuchsgymnasien wie dem in Metzingen ins Hintertreffen geraten könnte.

Der Standpunkt des Kultusministers zur Zukunft der Realschulen blieb vage, Stoch verwies auf aktuell laufende Diskussionen im Bildungsausschuss des Landes: »Ich möchte, dass es eine schrittweise Weiterentwicklung gibt, mit Ressourcen unterlegt. Dafür kämpfe ich – aber Sie wissen, wer dagegen kämpft: der Schuldenberg, das strukturelle Defizit und die, die die Kasse hüten.«

Berufsfachschulen. »Bleiben die Berufsfachschulen bestehen?«, wollte ein langjähriger Berufsschullehrer wissen: Sie gewährleisteten einen problemloseren Übergang aufs technische Gymnasium als die Werkrealschulen. »So lange sie nachgefragt werden, gibt es keinen Grund, die zweijährigen Berufsfachschulen abzuschaffen«, erwiderte Stoch, der eine Welt mit immer mehr Akademikern und weniger Praktikern ohnehin für nur begrenzt zukunftsträchtig hält.

Inklusion. »Ein extrem schwieriges Thema.« Weil die Einbindung von Kindern mit Behinderung an allgemeinbildenden Schulen nicht von alleine funktioniert, sondern intensive Betreuung durch Fachpersonal erfordert. Das kostet Geld. Derzeit versucht das Land nach einer Erprobungsphase an Modellschulen, zusammen mit den kommunalen Landesverbänden Konzepte zu schaffen. Reibungen inklusive: Kommunale Forderungen gegenüber dem Land wegen mehr Zuschüssen für die neuen Aufgaben hält Stoch für »zu eng« gedacht: »Inklusion ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wir werden auch gegenüber dem Bund die Hand aufhalten.«

Fazit. Unbestritten ist die Bildungslandschaft im Umbruch. Nicht zuletzt wegen der zurückgehenden Schülerzahlen im geburtenarmen Deutschland, die bereits Grund- und Hauptschulen sterben lassen. Jedem Kind gleiche Bildungschancen zu gewähren, ist illusorisch. Doch zumindest mehr »Chancengerechtigkeit« will die Landesregierung sehen. Patentrezepte dafür gibt es nicht. Es bleibt der gemeinsame Versuch. (GEA)

Quelle Gea vom 16.11.13, Autor: Markus Pfisterer, Foto: Uschi Pacher

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Grün-Rot lehnt Bestandsgarantie für Realschulen im Landtag ab

Sandra Boser (Grüne) am Donnerstag im Plenum. Eine Bestandsgarantie für die Realschule als eigene Schulform könne es da ebenso wenig geben wie etwa für die Hauptschule.

Letztlich würden Eltern und Schüler mit den Füßen über die Schulformen abstimmen, betonte SPD-Bildungsexperte Klaus Käppeler. "Die Hauptschulen sind auch verschwunden, ohne offene Aufruhr." Käppeler versicherte: "Es wird für keine Schule eine Bestandsgarantie geben – auch nicht für die Gemeinschaftsschule." Die Forderung der CDU nach einer Bestandsgarantie sei somit ein "Pseudoantrag".

Die "leistungsstarke Realschule" dürfe nicht der "unausgegorenen" und "überhasteten" Bildungspolitik von Grün-Rot zum Opfer fallen, begründete der CDU-Abgeordnete Karl Traub seinen Antrag. Gerade die Realschule stehe in der Mitte der Gesellschaft, weil die Schüler in ihr realitätsbezogen gefördert würden. Vor allem die Realschule müsse derzeit "den Unverstand der Landesregierung ausgleichen", kritisierte auch FDP-Bildungsexperte Timm Kern.

Quelle: SWP vom 07.11.13, dpa

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„Inklusion gibts nicht zum Nulltarif“

"Anderssein als Vielfalt – Inklusion als Herausforderung": Unter diesem Motto hatte der Münsinger SPD-Ortsverein am Dienstagabend in die Gaststätte Älbler eingeladen. "Eine Veranstaltung, die interessant ist, und die interessiert", freute sich Ortsvereinsvorsitzender Jochen Klaß bei seiner Begrüßung. Immerhin 40 Bürger, darunter auch Bewohner des Wohnhauses Stadtmitte der BruderhausDiakonie, waren gekommen, um sich von den beiden Referenten, MdL Sabine Wölfle, Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion für Menschen mit Behinderung, sowie ihren Abgeordnetenkollegen Klaus Käppeler, schulpolitischer Sprecher, über aktuelle Entwicklungen informieren zu lassen.

Inklusion sei ein Thema, das den Nerv der Zeit treffe, betonte Klaß und Sabine Wölfle erklärte gleich zu Beginn ihres Referats, dass ihr die Inklusion ein Herzensthema sei. Erst am Vorabend habe sie auf einer Veranstaltung gesprochen, in der es um Inklusion im Sport gegangen sei: "Der Sport ist ein hervorragendes Instrument zur Inklusion".

Die Diskussion um die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention sei noch nicht so recht in Gang gekommen, befand Wölfle, weder im Bund noch in den Ländern.

Es werde deutlich, dass man die Inklusion erst in die Köpfe der Menschen hineinbekommen müsse. Ein wichtiger Aspekt dabei sei der Arbeitsmarkt. Wenn Menschen mit Behinderungen beispielsweise erfolgreich studiert hätten und danach keinen Arbeitsplatz erhalten, sei das ebenso schlimm, wie der Fall einer jungen Frau mit Down Syndrom, die auf der Suche nach Arbeit gegen verschlossene Türen laufe: "Die Unternehmen kaufen sich einfach frei".

Als großes Ärgernis bezeichnete sie die Tatsache, dass es Menschen gebe, die in Werkstätten für Behinderte arbeiten und bei denen man das Gefühl habe, dass man sie in den ersten Arbeitsmarkt schicken könne, dies aber doch nicht realisiere, weil sie, im Falle, dass es dann doch nicht klappe, nicht zurück könnten, arbeitslos würden. Ein weiterer Aspekt, den sie ansprach, sei der demographische Wandel, der unaufhaltsam "auf uns zu rollt". "Was ist mit den Menschen, die in Werkstätten arbeiten, wovon leben die später?", sprach sie das Problem fehlender Rentenversicherung an.

Klaus Käppeler sprach von großen Landesziel, "eine inklusionsfreundliche Gesellschaft zu gestalten". Man wolle die Bürger dazu mitnehmen, aber nicht überfordern. Es müsse deutlich gemacht werden, dass Anderssein das Normale sei: "Auf diesem Weg sind wir", zeigte sich Käppeler überzeugt. Andererseits weiß er auch, dass man "heute noch nicht sämtliche Herausforderungen des Themas Inklusion" lösen könne. Das Hauptproblem dabei sei das fehlende Geld: "Wenn wir gesetzlich etwas in diese Richtung beschließen, muss klar sein, wie viel Geld das kosten wird".

Klar sei schon jetzt, dass es kein absolutes Wahlrecht für Eltern geben könne, was die Schulwahl ihrer Kinder angehe, sondern nur ein qualifiziertes. Das bedeute, dass Schulen die Ablehnung der Aufnahme einzelner Schüler begründen müssen. Als Beispiel nannte Käppeler den teuren Einbau von Aufzügen in einer Schule, wenn die vergleichbare Nachbarschule über einen solchen verfüge.

Inklusion könne nicht Sache eines einzelnen Lehrers sein, sondern Thema der ganzen Schule, sagte der Leiter der Hohensteinschule. Und warf gleich noch eine weitere Frage auf: "Wo werden Sonderpädagogen künftig verankert sein?" Die bisherigen Förderschulen würden möglicherweise in Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren umgewidmet. Hier müsse noch geklärt werden, was die Kommunen, was das Land künftig zu zahlen hätten. Man habe derzeit Staatliches Schulamt, Jugendamt und Eingliederungshilfen und es sei ein großer Aufwand, dies zu koordinieren. Käppeler empfand es als wünschenswert, wenn all dies in einer Hand liegen würde, aber davon sei man noch weit entfernt. Bei den Kommunen sei die Angst groß, dass es künftig immer mehr Fälle gebe, für die sie bezahlen müssten: "Ich habe diese Angst nicht".

Bisher finde Inklusion vor allem in Grundschulen statt, auch in Haupt- und Werkrealschulen, stellte der Bildungspolitiker fest. Man müsse aber auch an Realschulen und Gymnasien weiterkommen.

Inklusion nannte Käppeler eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, zu deren Lösung der Bund beitragen müsse. "Ich hoffe, dass es in den nächsten vier Wochen positive Signale aus Berlin geben wird". Klar sei, dass es Inklusion nicht zum Nulltarif geben wird.

Den Referaten schloss sich eine engagierte Diskussion an. Bürgermeister Mike Münzing bekräftigte, dass die Förderschule Lautertal erhalten bleiben müsse, auch wenn viele Schüler an die Regelschulen abgehen würden: "Wir brauchen beides, Sonderschuleinrichtungen und Inklusionsmöglichkeiten an den Regelschulen". Die Auflösung von Förderschulen mit all ihren technischen Hilfsmitteln sei nicht angedacht, antwortete Sabine Wölfle. Sehr viele Eltern werden ihre Kinder auch weiterhin in speziellen Einrichtungen anmelden wollen.

Jochen Klaß ging nochmals auf den Arbeitsmarkt ein, warnte vor "Inklusionsromantik". Man versuche massiv, Menschen mit Behinderungen an den ersten Arbeitsmarkt zu führen, komme aber in der Regel nicht über Praktika hinaus. Wenns zum Schwur komme, würden die Unternehmen abwinken. Klaß plädierte daher auch für eine Erhöhung der Zwangsabgabe.

Quelle: SWP vom 07.11.13, Autor und Foto: Reiner Frenz

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Rede zum Antrag der CDU zur „Bestandgarantie für Realschulen“

Abg. Klaus Käppeler SPD: Frau Präsidentin, sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! „Kommt eine Bestandsgarantie für die Realschule?“ So lautet der plakative Titel des Antrags der CDU-Fraktion.

(Abg. Volker Schebesta CDU: Der ist gut!)

Dieser ist entstanden im Gefolge einer Kampagne, bei der sich die Oppositionsfraktionen als Retter einer Schulart aufspielen, die niemand in Frage stellt und die schon gar nicht bedroht ist.

(Beifall bei der SPD und den Grünen-Abg. Karl Zimmermann CDU: Dann stimmen Sie doch mit uns ab!)

Eine Frage an Sie: Gibt es Bestandsgarantien für die anderen Schularten?

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Jawohl!)

Alle weiterführenden Schulen sind Wahlschulen. Somit hängt es vom Wahlverhalten der Schülerinnen und Schüler bzw. deren Eltern ab, ob eine Schule weiterexistiert. Eine „Bestandsgarantie“ nutzt also nichts, wenn sich zu wenige Kinder anmelden. Das können Sie seit Jahren bei den Hauptschulen beobachten,  die still und heimlich und ohne öffentlichen Aufruhr von der Schulkarte des Landes verschwinden. Ihre jahrelangen Treueschwüre und Ihre Rettungsmanöver haben nicht geholfen, das Image und das Vertrauen in diese Schulart zu festigen. Es wurde mit den Füßen abgestimmt.

(Abg. Karl Zimmermann CDU: Nein! – Abg. Karl traub CDU: Das Gegenteil ist der Fall!)

Jetzt zur Realschule. Sie konnten es in der Stellungnahme der Landesregierung zum Beschlussteil nachlesen:

 „Eine Schließung von Realschulen ist derzeit nicht beabsichtigt!“

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Derzeit!)

Dieses „derzeit“ bezieht sich einzig und allein auf das kommende Gesetz zur regionalen Schulentwicklungsplanung.  Wenn eine Schule dauerhaft weniger als 40 Schüler in der Eingangsklasse hat oder wenn zwei Jahre hintereinander weniger als 16 Kinder angemeldet werden, dann wird diese Schule in die regionale Schulentwicklungsplanung einbezogen und ist durchaus von der Schließung bedroht.

Deswegen kann und wird es für keine schule eine „Bestandsgarantie“  geben.

(Abg. Karl Zimmermann CDU: Auch nicht für die Gemeinschaftsschule!)

In Ihrem Antrag betonen Sie vielfach, dass die Realschule „erfolgreich und bewährt“ sei. Als ob die Regierungsfraktionen dies in Abrede stellen würden. Auch wir wissen, dass die Realschule dort, wo es noch keine Gemeinschaftsschule gibt, nach wie vor die beliebteste Schulart ist.

(Abg. Karl Zimmermann CDU: Auch da, wo es sie gibt!)

Sie unterstellen, dass wir diese Schulart zerschlagen wollen, um sich selbst den Heiligenschein des Christophorus umzuhängen. Dabei ignorieren Sie wissentlich, dass gerade auch diese Schulart vor großen Veränderungen steht. Wenn das 2-Säulen Modell in welcher Form auch immer  – CDU-Fraktionsmodell  oder CDU-Landesmodell – in Rede steht, dann ist doch heute schon klar, dass es in dieser Schule Veränderungen geben muss. Wie sonst kann die Realschule den schwächeren Schülern gerecht werden?

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: In dem sie Stunden zur Verfügung stellen!)

Ich glaube nicht, dass es sich eine Schule auf Dauer leisten kann, den Schwächeren mit Abschulung zu begegnen. Die Realschulen, die ich kenne, sind bereits auf dem Weg der individuellen Förderung. Die1,5 Stunden sind bereits angesprochen worden, Herr Röhm.

Dass für uns die Gemeinschaftsschule eine gute Alternative bietet, weil sie Heterogenität als Standard ansieht, wissen Sie zwischenzeitlich. Herr Wacker, sie haben das ja bereits frühzeitig erkannt – das soll nicht unerwähnt bleiben – und das Lehramt für Haupt- und Realschule zusammengelegt. Wer denkt da nicht sofort an das Zwei-Säulen-Modell?

Das bedeutet aber nicht, dass die Realschule vor dem Aus steht. Stillstand jedoch bedeutet Rückschritt. Dies gilt auch in der Bildungspolitik und für Parteien.

Der Kampf um Schüler ist längst entbrannt. Die demographische Entwicklung fordert ihre Opfer. Wo sind Ihre Antworten darauf? Keine Schulentwicklungsplanung. Gebetsmühlenartig betonen Sie: „alles ist gut, wir erhalten das dreigliedrige Schulsystem,

(Abg. Dr. Timm Kern FDP/DVP: Das vielgliedrige Schulsystem!)

weil es erfolgreich ist und sich bewährt hat. Das ist grob fahrlässig, weil dadurch keine geregelte Schulentwicklungsplanung zugunsten des ländlichen Raums geschieht,

(Beifall bei der SPD und Abgeordneten der Grünen)

sondern nach kapitalistischen Muster nach dem Motto: Die Großen fressen die Kleinen!

(Oh-Rufe von der CDU)

Mit der Gemeinschaftsschule gibt es auch für ländliche Räume eine Option, die Schule im Dorf zu behalten, zwar nicht überall, aber an mehr Standorten, als im CDU-Fraktions-Modell!

(Zuruf des Abg. Karl Zimmermann CDU)

Apropos CDU-Fraktionsmodell: Wir haben Verständnis dafür, dass Sie auf die Einladung unseres Landesvorsitzenden zu Friedensverhandlungen noch nicht antworten konnten

(Abg. Friedlinde Gurr-Hirsch CDU: Es gibt doch gar keinen Frieden!)

Offensichtlich muss zunächst intern geklärt werden, welches CDU-Modell das offizielle sein soll, ob sich also Herr Hauk oder Herr Strobl durchsetzen wird. Wir warten geduldig. Die weiße Fahne ist gehisst!

Niemand kann sich zurücklehnen und darauf setzen, dass es für ihn oder für sie eine „Bestandsgarantie“ gibt. Nichts ist so sicher wie der Wandel! Lieber Herr Wacker, als Staatssekretär hätten Sie diesen Antrag nicht gestellt! Wir werden Ihren Pseudo-Antrag ablehnen.

(Beifall bei der SPD und den Grünen – Zuruf des Abg. Karl Zimmermann CDU)