Zuhören, nachdenken, entscheiden

Es sei guter Brauch, dass die SPD-Fraktion im Landtag das Gespräch mit dem Bürger suche, erklärte MdL Klaus Käppeler bei seiner Begrüßung der gut 300 interessierten Gäste am Montagabend im Münsinger Lokschuppen. Neu sei aber, dass neben den Abgeordneten der Fraktion auch Regierungsmitglieder teilnehmen würden. Er freue sich über das Vertrauen der Fraktion, den ersten Empfang mit Regierungsbeteiligung ausrichten zu können. Dass er Münsingen ausgesucht habe, sei auch eine Anerkennung der Arbeit der SPD vor Ort, schließlich gehörten Bürgermeister und dessen Stellvertreter der SPD an.

"Unsere Demokratie lebt von der Beteiligung und vom Mitmachen. Sie braucht Menschen", sagte Käppeler. Er forderte zu einer Gedenkminute für die Opfer in Norwegen auf, deren Ermordung er als Angriff auf die Demokratie bezeichnete: "Dieses unfassbare Verbrechen trifft uns mitten ins Herz".

Ihm als "Lokalmatador" obliege die Aufgabe, die Gäste zu begrüßen. Die Liste war lang. Von Regierungspräsident Hermann Strampfer über Grünen-MdB Beate Müller-Gemmeke, Polizeidirektor Franz Lutz bis hin zum Ulmer MdL Martin Rivoir spannte sich der Bogen. Stadträte, Ortschaftsräte, Amtsleiter, Vereinsvorstände: Sie alle waren gekommen, um Nils Schmid und Claus Schmiedel zu sehen, mit ihnen sprechen zu können.

Schmid, stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Wirtschaft und Finanzen, betonte, dass die SPD im Wahlkampf versprochen habe, nicht alles anders, aber vieles besser zu machen. Man wolle die Dinge in Baden-Württemberg Schritt für Schritt verändern, "damit wir vorne bleiben". Die ersten Wochen hätten bereits gezeigt, dass man dazu einen langen Atem brauche. Der Kassensturz habe mehr als 70 Milliarden Euro Schulden offenbart, dazu kämen 68 Milliarden Euro an Investitionsverpflichtungen und der EnBW-Deal, dessen Folgen nicht seriös zu beziffern seien: "Da hat uns die alte Regierung ein Ei ins Nest gelegt".

Schmid sprach von einem Sanierungsstau, davon, dass die Regierung 560 Millionen Euro in die Sanierung von Straßen und vor allem Landesgebäude stecken werde, wovon auch die Reutlinger Hochschule profitieren werde, deren Gebäude 3 saniert wird, was der Finanzausschuss am Montag beschlossen habe. Erste politische Duftmarken seien gesetzt worden. Der Bildung gebühre höchste Priorität, so Schmid. Deshalb habe man die Krankheitsstellvertretermittel an Schulen um drei Millionen Euro erhöht. Wer einen handlungsfähigen Staat wolle, brauche ausreichende Einnahmen. Deshalb werde die neue Regierung mehr Personal in den Finanzämtern einstellen: "Der Ehrliche darf nicht weiterhin der Dumme sein", so Schmid, der sich für mehr Steuergerechtigkeit aussprach, Steuersenkungen auf Pump aber eine Abfuhr erteilte.

Die Autoindustrie sei die Kernbranche, die Baden-Württemberg stark und reich gemacht habe. Grüne und SPD wollen nicht, dass weniger, sondern dass nachhaltigere Autos produziert werden, bekräftigte der Minister. Damit die Wirtschaft stark bleibe, benötige man eine leistungsfähige Verkehrsstruktur, weshalb der Ausbau der Straßen- und Schieneninfrastruktur voran gebracht werden müsse. Schmid sprach konkret auch den Albaufstieg an: "Wir werden in Berlin vorstellig werden, und darauf pochen, dass Baden-Württemberg mehr Geld für den Verkehrsausbau braucht".

Thema Stuttgart 21: Die Koalition stehe hinter der Neubaustrecke Ulm-Wendlingen. Einziges strittiges Thema sei die Frage, wie es nach Stuttgart herein gehe. Die SPD werde sich für ein Ja bei der Volksabstimmung einsetzen. Stichwort: Bürgerbeteiligung: Die solle nicht nur alle vier oder fünf Jahre sein. Ein Element sei die erleichterte Volksabstimmung, meinte Schmid. Leitlinie politischen Handelns müsse sein, dass man erst zuhöre, anschließend nachdenke und dann entscheide und nicht umgekehrt, wie dies früher oft der Fall gewesen sei.

Claus Schmiedel, SPD-Fraktionschef im Landtag, betonte, dass man den Ehrgeiz habe, die Schwäbische Alb als drittes touristisches Pfund des Landes nutzbar zu machen. Am Nachmittag habe man den ehemaligen Truppenübungsplatz und das Alte Lager besucht: "Kleinode, die wir pflegen müssen." Der Abend diene dem Gespräch mit den Bürgern, so Schmiedel, der hinzufügte: "Seien sie unsere lieben Gäste".

In der Begrüßung hatte zuvor Bürgermeister Mike Münzing seiner Freude Ausdruck verliehen, dass die SPD aus den Hinterzimmern herauskomme und eine große Veranstaltung habe, "hier an diesem Bahnhof, der definitiv oben bleibt". Landrat Thomas Reumann hieß die Gäste im "schönsten Landkreis Baden-Württembergs" willkommen. Ohne die Unterstützung des Landes werde man die Erfolgsgeschichte Biosphärengebiet nicht fortsetzen können, sagte Reumann.

Beim Alten Lager dürfe die Stadt nicht allein gelassen werden, sprach der Landrat sich für eine "konzertierte Aktion" aus. Er warb zudem um Hilfe bei der Einführung der Regionalstadtbahn und beim Albaufstieg.

Den kurz gehaltenen Reden schloss sich ein Stehempfang mit Imbiss und Getränken an. Viele Bürger aus Münsingen und Umgebung nutzten die Gelegenheit, mit den Spitzenpolitikern der Landes-SPD ins Gespräch zu kommen.

Alb Bote online  –   Autor: REINER FRENZ | 27.07.2011

http://www.swp.de/muensingen/lokales/muensingen/Zuhoeren-nachdenken-entscheiden;art5701,1054277,C::pic5705,597088

Politik trifft Politik

Unter dem Motto »Nah bei den Menschen« besuchten gestern der Fraktionsvorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Claus Schmiedel sowie der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete des Wahlkreises Münsingen-Hechingen, Klaus Käppeler, das Ermstal. Erste Station war Metzingen. Dort besichtigten die beiden zusammen mit OB Dr. Ulrich Fiedler das neue Kinderhaus in der Ohmstraße und informierten sich über den Ausbau der Kinderbetreuung in der Sieben-Keltern-Stadt. Stolz konnte Fiedler berichten, dass es in seiner Kommune keine Wartelisten für einen Platz in einer Ganztagesbetreuungseinrichtung gibt. »Von 6.30 bis 18.30 Uhr ist hier Betreuung möglich«, so Fiedler. Damit das so bleibt, entsteht ein Kinderhaus, in dem 80 Kinder im Alter von null bis sechs Jahren unterkommen können. Architekt Jochen Klarmann führte durch die Baustelle und verwies auf die Besonderheit: »Das ist ein Modellprojekt für ein intelligentes Haus, das CO2-neutral ist und Energiekosten von nur 850 Euro im Jahr haben wird.«

Den nächsten Stopp legte die SPD-Delegation in Bad Urach ein. Hier traf sie sich im Haus des Gastes, um mit Bürgermeister Elmar Rebmann und Vertretern aus Tourismus und Gastronomie sowie Kommunalpolitikern ins Gespräch zu kommen. Schnell waren sich alle Beteiligten einig, dass das Potenzial, das Bad Urach und die Region im Bereich Tourismus haben, effizienter genutzt werden sollte. »Es gibt zu viele Strukturen, die zu viel Geld kosten. Hier wäre eine Reform nötig«, erklärte Peter Schmid, Hotelier und Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes in Baden-Württemberg, den Gästen. Statt einer Parallelstruktur aus vielen Vereinen und Verbänden, die alle das Ziel haben, die Region so gut es geht zu vermarkten, sollte das Thema mehr gebündelt werden.

Ein Problem, das Claus Schmiedel auch aus seinem eigenen Wahlkreis kennt. Um es zu ändern, erarbeitete er mit Schmid ein paar Vorschläge, die es jetzt zu verfolgen gilt. Auch beim Thema Gesundheit hatte der Fraktionsvorsitzende einen Vorschlag, der in der Kurstadt gut ankam. Da die Vertreter der Rehakliniken erwähnten, dass betriebliches Gesundheitsmanagement immer wichtiger wird, schlug Schmiedel vor, ein Treffen mit Betriebsräten zu organisieren, um sich ein geeignetes Programm zu überlegen: »Vormittags steht die Gesundheit im Vordergrund, nachmittags die Weiterentwicklung fachspezifischen Wissens.« Rebmann schlug als Ort für solch ein Sondierungstreffen die Stadt Bad Urach vor: »Die nötige Infrastruktur ist da.«

Viele Möglichkeiten bietet die Kurstadt auch für Hochzeiten im Freien. Was unter der Vorgängerlandesregierung unmöglich war, versucht die grün-rote Mehrheit im Stuttgarter Landtag nun zu ändern. Viele heiratswillige Paare würden sich freuen, sich in Zukunft auf dem Hohenurach oder im Landesgestüt Güterstein ihr Ja-Wort zu geben.

Quelle: GEA vom 26.07.2011 – Autor: Till Börner 

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Geplante Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung

PLENUM   9. Sitzung, 20.07.2011

 

TOP 2a)                Aktuelle Debatte

Die Zukunft der Grundschulempfehlung in Baden-Württemberg: Mit qualifizierter Beratung die Elternrechte stärken sowie den frühen und überzogenen Leistungsdruck auf Mädchen und Jungen reduzieren

Beantragt von der Fraktion der SPD

 

b) Antrag der Fraktion FDP / DVP und Stellungnahme des Ministeriums für Kultus und Sport

Zukünftige Ausgestaltung der Grundschulempfehlung

Drucksache 15 / 158

 

Herr Präsident, / Frau Präsidentin,

meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen!

 

Nächste Woche darf ich eine Kollegin in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden, die über 40 Jahre diesem Land treu gedient hat. Sie wird mit Wehmut gehen, denn ihr ganzes Leben lang war es für sie eine große Freude, ihren Grundschulkindern die Lehrerin zu sein.

Und noch ein Wermutstropfen trübt ihren Abschied: Über 40 Jahre lang hat sie davon geträumt, dass sich in der Schule etwas ändert. Sie freut sich für ihre Kolleginnen und Kollegen, dass sie in den Stufen 3 und 4 zukünftig nicht mehr  die unselig verpflichtende Grundschulempfehlung aussprechen müssen, dass sie nicht mehr Schicksal spielen müssen,  nach 3 ½ Jahren Grundschulzeit.

Ich hätte es meiner Kollegin gerne gegönnt, ohne den Druck der Eltern auf ihre Kinder und häufig genug auf sich selbst zu unterrichten.

Ich hätte es ihr gegönnt, ohne den enormen Notendruck zu unterrichten. 10 Klassenarbeiten in Deutsch, 8 Klassenarbeiten in Mathe.

Ich hätte es ihr gegönnt, die Eltern zu beraten, ohne dass in deren Hinterkopf immer mitschwingt: Hoffentlich reicht es zu 2,4, der Empfehlung fürs Gymnasium; oder wenigsten zu 3,0, der Berechtigung, die Realschule zu besuchen. Meine Kollegin hätte gerne weiterhin Eltern und Schüler beraten, ohne Druck,  sondern sachlich fundiert.

Der Druck, der auf alle Beteiligten schon Ende der zweiten Klasse entsteht, ist enorm. Alljährlich sitzen mir kurz vor den Sommerferien die Elternvertreter der zweiten Klassen gegenüber, die wissen wollen, welcher der Kollegen ihre Kinder in der dritten und damit später in der vierten Klasse unterrichten wird. Es gibt also erwünschtere und weniger erwünschte Lehrer, je nachdem, von welchem sich die Eltern die bessere Vorbereitung und die gnädigeren Noten erhoffen.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, sie werden sich vorstellen können, was das für einen Schulleiter bedeutet, diesen Spagat zwischen den Elternwünschen auf der einen Seite und der fairen Behandlung aller Kolleginnen und Kollegen auf der anderen Seite hinzubekommen.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, lassen Sie mich an dieser Stelle auch ein paar Worte verlieren über die Auswüchse, die die verpflichtende Grundschulempfehlung produziert hat.

Ich weiß aus Gesprächen, dass Eltern versuchen, Lehrer mit Geschenken zu beeinflussen, um das Empfehlungsziel zu erreichen. Und dieses lautet nicht Hauptschule und auch nicht Werkrealschule.

 

Gängige Praxis unter Eltern, die mit aller Gewalt ihr Kind von der unerwünschten Hauptschule in die Realschule bugsieren wollen, ist zum Beispiel folgende: Das Kind hat die Empfehlung für die Realschule nicht erhalten, das Beratungsverfahren hat auch kein anderes Ergebnis gebracht und dann wurde es noch in eine Prüfung gejagt –  die nur rund 10% bestehen – und es hat nicht zu den Glücklichen gehört.

Nun kommt es in die Hauptschule. Die Klassenlehrerin empfängt eine Truppe von vermeintlichen Verlierern. Mit großem Engagement gelingt es ihr, die Kinder zu motivieren, ihr Selbstvertrauen zu stärken und sie  belohnt auch mit guten Noten.

Zum Halbjahr, spätestens dann zum Ende des Schuljahres ist das Ziel erreicht: Das Kind darf über die multilaterale Versetzungsordnung in die Realschule. Und obwohl in der Verordnung steht, dass es in die nächsthöhere Klasse wechseln muss, darf es in der Realschule die 5. Klasse wiederholen. Dieses Schuljahr wird dann gezählt wie ein Mal Sitzenbleiben.

Dass dieser Schüler oder diese Schülerin dann ebenso 7 Jahre bis zur Mittleren Reife braucht, wie ein Hauptschüler, der nach der Prüfung eine zweijährige Berufsfachschule besucht, interessiert die Eltern nicht: sie haben sich vom Stigma  „Hauptschule“ befreit.

 

Und hier noch etwas zur Legende der guten Beratung:

Schon jetzt haben alle Eltern die Möglichkeit, sich an ihrer Schule beraten zu lassen in Sachen Grundschulempfehlung. Was die allermeisten Eltern wollen, die von sich aus den Weg in ein solches Gespräch finden,  ist jedoch keine Beratung im eigentlichen Sinn sondern lediglich eine Aussage darüber „Erhält mein Kind eine Empfehlung für die Realschule oder für das Gymnasium oder nicht?“. Der Druck, den die Eltern sich auferlegen und der am Ende immer beim Kind landet, ist enorm. Dass immer mehr Kinder und Jugendliche Psychopharmaka einnehmen, hat direkt mit diesem Druck zu tun.  Wir alle wissen aber, dass es sich in einem Klima von Versagensangst nicht gut lernt. Für diejenigen Kinder nämlich, die keine Empfehlung für die Schule ihrer Wahl bekommen, handelt es sich bei der derzeitigen Grundschulempfehlung um einen Wink mit dem Zaunpfahl, dass sie zu denjenigen zählen, die es nicht geschafft haben. Eine Niederlage, die diese Kinder zutiefst beschämt.

 

Ja, das ist die Realität in Baden-Württembergischen Grundschulen: Seit Jahrzehnten sortieren wir die Kinder mit all diesen negativen Begleiterscheinungen.

Dabei findet eine unsägliche soziale Auslese statt: Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern erreichen 2 ½ Mal eher eine Empfehlung für die Realschule bzw. das Gymnasium  als Kinder aus bildungsfernen Schichten.  Der dicke Geldbeutel betuchter Eltern macht Nachhilfe und Lernerfolg möglich. Alternativ werden Eltern zu Hilfslehrern der Nation.

 

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen – ja, auch ich als Schulleiter freue mich über die künftige Wahlmöglichkeit der Schülerinnen und Schüler. Keine weinenden Eltern mehr, deren Welt zusammenbricht, wenn sie erfahren, dass ihr Kind in die Hauptschule muss. Wobei ich nicht nur einmal hörte, dass ich versuchen wolle, meine Hauptschule mit guten Übergangszahlen zu retten.

Der Wegfall der Grundschulempfehlung bedeutet nicht zuletzt auch eine Chance für die Eltern, mehr Verantwortung zu übernehmen für die schulische Entwicklung ihrer Kinder. Der Begriff von der Schule als Lebensraum beginnt nämlich genau hier, an jener Stelle, an der die Eltern nicht nur ins Boot geholt werden, sondern auch das Ruder übernehmen.

Damit das gelingt, werden wir ein "durchgängiges, kontinuierliches und verbindliches Informations- und Beratungskonzept" ausarbeiten. Es soll auf der schon vorhandenen Beratungstätigkeit aufbauen, aber über die bloße Beurteilung nach Noten hinausgehen. Damit wird die gesamte Lern- und Leistungsentwicklung des Kindes stärker in den Blick genommen, etwa das Lern- und Arbeitsverhalten oder die Motivation.

 

Wir streben ein begleitendes Konzept für die Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer an. Sie sollen ein besseres Rüstzeug dafür erhalten, wie sie die Eltern am besten beraten können. Auch die Beratungslehrer erhalten künftig eine noch wichtigere Funktion und werden dem Namen eher gerecht.

 

Die Kooperation zwischen Grundschule und weiterführenden Schulen wird verbindlich festgelegt. Bisher gab es informelle Treffen, bei denen sich die Gymnasien oder die Realschulen über die mangelnde Qualität an den Grundschulen beschwerten, ohne sich mit dem Bildungsplan der Grundschule auseinandergesetzt zu haben. Die Kooperation soll die Lehrkräfte von Grundschule und weiterführender Schule näher zusammenführen, mit dem Auftrag, den Übergang gemeinsam mit den Eltern zu gestalten.

 

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

die geplanten Änderungen setzen auf die Eigenverantwortung und eine stärkere Beteiligung der betroffenen Bürger an Entscheidungen. Diese Beteiligung wird die Gewähr dafür sein, dass die Änderungen langfristig Bestand haben werden.

 

 

Zum Antrag der FDP /DVP

Sehr geehrte Kollegen der FDP / DVP,

im Beschlussteil des Antrages 15 /158 beantragen Sie  „auch nach der Abschaffung ihrer Verbindlichkeit an einer förmlichen Grundschulempfehlung festzuhalten“.

Heißt das: die FDP begrüßt die Abschaffung der Verbindlichkeit?

Oder heißt das: wir wollen weiterhin ein förmliches Verfahren – also doch verbindlich?

Als Liberale unterstelle ich Ihnen mal, dass Sie die Freiheit der Eltern gerne gegen die Bevormundung durch den Staat ersetzen wollen.

Zum Verfahren schlage ich Ihnen vor, Ihren Antrag in den Schulausschuss zu überweisen, denn dort war er noch nicht.

 

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.landesregierung-gruen-rot-verteidigt-aus-fuer-grundschulempfehlung.19b61490-c00a-4fee-a674-34a65d8bff55.html

 

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Gruen-Rot-will-weniger-Stress;art4319,1047441

„Keine Benachteiligung von Bürger-Windrädern“

Münsingen (spd) Nach der aktuellen Vergabepraxis der Landesverwaltung sind örtliche Initiativen für Windkraftanlagen in Bürgerhand gegenüber Großinvestoren im Nachteil. So bevorzugt die Landesforstverwaltung bei Pachtverträgen für geeignete Standorte im Landesbesitz jene Investoren, die bereits vergleichbare Anlagen betreiben. Der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler hat sich nun an Landesumweltminister Franz Untersteller (Grüne) gewandt und um eine Überprüfung der Vergaberichtlinien gebeten.

 

„Wir haben bereits Monopole bei den klassischen Energieversorgern, die bislang geltenden Vergaberichtlinien für Windkraftanlagen würden erneut Großinvestoren begünstigen“, begründete Käppeler seinen Vorstoß. Dabei gehe es ihm nicht um eine einseitige Bevorzugung von Bürgerbetreibergesellschaften. „Auch private Initiativen vor Ort müssen belegen, dass sie genügend Kapital und erfahrene Projektpartner haben, um eine Anlage effizient und sicher zu betreiben“, stellte der SPD-Landtagsabgeordnete klar.

 

An Käppeler hatte sich eine örtliche Initiative auf der Schwäbischen Alb gewandt, der vom Regierungspräsidium in Tübingen nur geringe Chancen bei einer Bewerbung um einen Pachtvertrag eingeräumt wurden. „Mir war sofort klar, dass hier grundlegende Fragen bei der künftigen Vergabepraxis besonders in unserer Region berührt sind“, erklärte der SPD-Abgeordnete.

 

Um die breite Akzeptanz von Windkraftanlagen nach der jetzt beschlossenen Energiewende zu erreichen, sei die Beteiligung der Bürger entscheidend. „Lokalen Initiativen wird das besser gelingen als anonymen Investoren von außerhalb“, ist sich Käppeler sicher. Hinzu komme, dass die Erträge bei einer Bürgerbetreibergesellschaft vor Ort verbleiben. „Statt Aktionäre großer Energieversorger zu bedienen, werden solche Einnahmen in strukturschwachen Regionen weitere kluge Investitionen in die Zukunft ermöglichen.“

Sozialministerin Katrin Altpeter folgt Einladung Klaus Käppelers zur Flugzeugtaufe in Hülben

Stuttgart (spd) Die baden-württembergische Sozialministerin Katrin Altpeter besucht am kommenden Sonntag, 10. Juli, das Flugzeugfest in Hülben. Die SPD-Ministerin will sich am zweiten Tag der Veranstaltung persönlich über das Jugendprojekt „Überflieger mit Bodenhaftung“ informieren. Zusammen mit allen Projektbeteiligten werden die Jugendlichen ihr Flugzeug der Öffentlichkeit im Rahmen einer Flugzeugtaufe um 13 Uhr offiziell vorstellen. Ministerin Altpeter kommt auf Initiative des SPD-Wahlkreisabgeordneten Klaus Käppeler nach Hülben.

 

„Ich konnte die Ministerin sofort für das Projekt begeistern“, erklärte Käppeler. Ein Jugendprojekt, das den Bau eines zweisitzigen Ultraleichtflugzeugs zum Ziel hat, sei an sich schon außergewöhnlich. „Hier haben aber über Jahre die Gemeinde Hülben, die örtliche Fliegergruppe und viele Partner ein Projekt gemeinsam geplant und erfolgreich in die Tat umgesetzt.“ Diese Zusammenarbeit könne als Musterbeispiel für eine gelungene Jugendarbeit im ländlichen Raum dienen, so Käppeler. Auch deshalb interessiere sich das Sozialministerium besonders für die „Überflieger mit Bodenhaftung“.

 

Beim Projekt „Überflieger mit Bodenhaftung“ bauten Jugendliche zusammen mit Vereinsmitgliedern der Fliegergruppe Hülben über mehrere Jahre einen freitragenden Tiefdecker des Typs „Breezer C“ in Aluminiumbauweise. Neben dem Verein waren weitere Institutionen aus der Region an der Entwicklung, Finanzierung und Fertigstellung beteiligt. Detaillierte Informationen finden sich auf der Website des Projekts unter http://www.ueberflieger-huelben.de.

Mitten im Biosphärengebiet gelegen befindet sich der Natura Trail „Täler um Bad Urach“: Auf bestehenden Wanderwegen soll auf die Zusammenhänge von Natur und Kultur aufmerksam gemacht werden.

Die rund neun Kilometer lange Wanderroute des Natura Trails führt vom Maisental aus vorbei an den Gütersteiner Wasserfällen und hinauf auf die Alb bis zur Rohrauer Hütte. Anschließend geht es an der Albtraufkante entlang in Richtung Wasserfall und über die Kreuzhütte ins Seltbachtal. Diese Tour ist seit jeher beliebt und gehört zu den schönsten in der Region.

Von der Begeisterung dafür nimmt sich auch der Erste Landesbeamte Hans-Jürgen Stede nicht aus: "Die Route gehört zu meinen absoluten Lieblingsstrecken. Sie ist bei jedem Wetter ein wunderbares Erlebnis", gab er gestern am Naturfreundehaus zu. Denn seit Sonntag befinden sich dort drei Infotafeln, der Rundwanderweg gehört nämlich zu den Natura Trails der Naturfreunde. Sechs solcher Trails existieren nun in der Region, die alle miteinander verbunden sind und ein ganz besonderes Bildungsprojekt bilden: Dabei wird Wandern, Radfahren und das Naturerlebnis mit dem Schutzgedanken des Europäischen Lebensraumverbundes"Natura 2000" verknüpft.

Ein wichtiges Ziel, wie Stede unterstrich. Denn: "Man kann nur das schätzen, was man kennt und was man mit wachen Augen wahrnimmt." Dem stimmt auch der Bad Uracher Bürgermeister Elmar Rebmann zu. Er betonte, die Naturfreunde setzten sich für eine nachhaltige Nutzung der Natur ein und sorgten dafür, dass die Kulturlandschaft mit ihrer Vielfalt und ihrem Artenreichtum auch noch in vielen Jahrhunderten erlebbar bleibe. Er sprach mit Blick auf den neu eingerichteten Natura Trail denn auch von einer gelungenen Aktion, die nicht besser nach Bad Urach und damit auch ins Biosphärengebiet hätte passen können. Nicht zuletzt deshalb wurde die Gestaltung der Informationstafeln – am Naturfreundehaus Rohrauer Hütte stehen weitere – unter anderem vom Biosphärengebiet Schwäbische Alb und der Umweltstiftung der Naturfreunde Baden-Württemberg finanziell unterstützt.

Die Vernetzung der Wanderwege zu Natura Trails sind laut Andreas Linsmeier, stellvertretender Landesvorsitzender der Naturfreunde, ein interessantes Angebot für die Bevölkerung der Region, aber auch für Gäste von außerhalb. Allen stehe ausreichend Informationsmaterial zur abwechslungsreichen Natur- und Kulturlandschaft zur Verfügung, außerdem gibt es zu jedem Natura Trail einen Flyer.

Die Trails unterstreichen die Wertschätzung, die die Verbindung von Naturschutz, Tourismus und Bildung bei den Naturfreunden genieße, sagt Bernd Mall, zweiter Vorsitzender der Bad Uracher Naturfreunde.

Übrigens: Die Wanderrouten sind so angelegt, dass es immer ausreichend Einkehrmöglichkeit gibt, und das nicht zuletzt in den an den Wochenenden bewirtschafteten Naturfreundehäusern.

Info Weiteres zu den Natura Trails gibt es unter www.naturfreunde-wuerttemberg.de; www.naturatrails.de und www.naturfreunde-natura2000.de.

Quelle: SWP vom 4.7.2011