SPD-Jubilarehrung

Die Ehrung der Jubilare übernahmen Kreisvorsitzender Sebastian Weigle und Landtagsabgeordneter Klaus Käppeler, die nicht nur die Verdienste der Jubilare betonten, sondern auch die historischen Ereignisse der Eintrittsjahre Revue passieren ließen.

Als Festrednerin berichtete Staatssekretärin Marion von Wartenberg aus dem Kultusministerium. Die SPD- Politikerin verdeutlichte, auf welchen guten Weg die grün- rote Landesregierung ist und auch weiterhin gehen will. Eindrücklich schilderte sie, wie wichtig es sei frühkindliche Bildung zu fördern. Auch die Verknüpfung der Flüchtlingsarbeit mit Bildungsthemen liege auf der Hand. Die jetzige Situation solle man "nicht als Krise, sondern als Chance begreifen".

Das Essen kam von Flüchtlingen aus dem Echaztal, was bei den Genossinnen und Genossen sehr gut ankam. Ein gemeinsam gesungenes "Die Gedanken sind frei" rundete den Abend ab.

Kontrovers, aber erfolgreich!?

Gemeinsam mit Prof. Dr. Marius Busemeyer (Universität Konstanz), Dr. Joachim Friedrichsdorf (Stellv. Vorsitzender Verein für Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg) und Joachim Todt (Leiter des Arbeitskreises Gemeinschaftsschulen der GEW Baden-Württemberg, Schulleiter der Gemeinschaftsschule Mönchweiler) diskutiert Klaus Käppeler über die Bildungspolitik der grün-roten Landesregierung. Morderiert wird das Gespräch von Adrienne Braun (freie Journalistin).

Sie sind herzlich eingeladen! Die Veranstaltung findet am Freitag, 11. Dezember 2015 ab 18.00 Uhr in der Aula der Achalm-Schule Eningen, statt.

Nähere Informationen und das Anmeldeformular finden Sie hier:

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Für Motivation und Karrierechancen

Die frohe Botschaft überbrachte jetzt MdL Klaus Käppeler (SPD). Und sie ist das Ergebnis vieler Gespräche mit Ausschuss-Kollegen und Ministern. Angefangen, "Überzeugungsarbeit" zu leisten, dass das Landgestüt mehr Mittel braucht, habe er vor eineinhalb Jahren, so Käppeler. Damals machte die rot-grüne Regierung deutlich, "dass Marbach nicht zur Disposition steht". Doch mit dieser Versicherung allein war es nicht getan, erkannte Käppeler, der auch im Jubiläumsjahr 2014 häufig in Marbach zu Gast war, mit Landoberstallmeisterin Dr. Astrid von Velsen-Zerweck viel über Personalsituation und -entwicklung diskutierte.

Hatte das Gestüt 1995 noch 125 Mitarbeiter, sind es heute 89, plus 43 Azubis. Mit dem Stellenabbau, so von Velsen-Zerweck, sei natürlich nicht im gleichen Maße die Arbeit reduziert worden. Im Gegenteil. Durch Spar-Runden und Umstrukturierungen – da vor allem auch der Aufbau des neuen Betriebszweigs Tourismus – seien auf die Mitarbeiter zusätzliche Aufgaben hinzugekommen. Höheres Gehalt, Aufstiegschancen – Fehlanzeige. Das hat das Gestüt viele gute Mitarbeiter gekostet. Sie haben Angebote aus der Privatwirtschaft angenommen, dort wird besser bezahlt als beim Staat.

Um motivierte und gut ausgebildet Fachkräfte zu halten, ihnen Karriereperspektiven zu eröffnen braucht es mehr Geld. Das gibt es jetzt vom Land. Bereits im Oktober hat der Finanzausschuss 53 000 Euro – dauerhaft – genehmigt, um 13 Beamtestellen besser zu besolden. Und auch die Angestellten gehen nicht leer aus. Für neun Posten können künftig 50 000 Euro mehr ausgegeben werden. Das wird im zweiten Nachtragshaushalt festgeschrieben, so Käppeler.

Über "das verfrühte Weihnachtsgeschenk" haben sich die Gestütler natürlich gefreut. Auch vor dem Hintergrund, dass in den nächsten 15 Jahren 50 Prozent der Belegschaft in den Ruhestand gehen, so Personalchef Markus Bauer. Dieser Generationswechsel muss vorbereitet, Kompetenzen und Wissen weiter gegeben werden. "Qualitätssicherung ist uns wichtig", betont die Gestütschefin. Deshalb starten jetzt Tandem-Projekte: Langjährige Mitarbeiter, den Ruhestand schon in Aussicht, werden mit jungen Kollegen, die gerade mal die Ausbildung abgeschlossen haben, zusammengespannt, die Arbeitsfelder eng verzahnt. So lassen sich optimal Erfahrung und Wissen weiter geben. Betreut werden die Tandems von der Führungsakademie Baden-Württemberg, auch eine Bachelorarbeit zum Thema ist geplant.

Quelle: SWP vom 17.11.2015, Autorin und Foto: ULRIKE BÜHRER-ZÖFEL

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Fachgespräch „Auf den Anfang kommt es an“ mit der SPD-Staatssekretärin im Kultusministerium Marion von Wartenberg am 23. November in Bad Urach

Auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler wird Marion von Wartenberg, Staatssekretärin im Ministerium für Kultus; Jugend und Sport, zu einem Fachgespräch nach Bad Urach kommen. Nach einem Impulsvortrag der Staatssekretärin zur frühkindlichen Bildung werden im Gespräch mit den Verantwortlichen aus den Bildungseinrichtungen und den Bürgerinnen und Bürgern die Chancen und Herausforderungen erörtert. Eingeladen sind also sowohl Fachleute aus den Bildungseinrichtungen als auch interessierte Eltern.

Der Termin in der Übersicht:

Fachgespräch „Auf den Anfang kommt es an“ mit der SPD-Staatssekretärin im Kultusministerium Marion von Wartenberg

am Montag, 23. November 2015, von 18:30 bis 20:30 Uhr
in der Mensa der Barbara-Gonzaga-Gemeinschaftsschule Bad Urach Spitalstraße 6–9, 72574 Bad Urach

Der SPD-Wahlkreisabgeordnete Klaus Käppeler wird die Veranstaltung moderieren.

Entsetzen über Terror von Paris

"Wir sind geschockt über die unfassbaren Gräueltaten in Paris." Bei der Feier am Volkstrauertag am Ehrenmal am Kapf, gleich in der Nähe der Stiftskirche, forderte Hechingens Bürgermeisterin Dorothea Bachmann zu einer Schweigeminute für all die Toten und Verletzten in Paris und "unsere Freunde in der Partnerstadt Joué-lès-Tours" auf.

Das Gedenken am Volkstrauertag gelte, so Bachmann, den Opfern der beiden Weltkriege, den Opfern der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, allen Menschen in der Welt, die Gewalt erleiden. "Wir müssen Hass und Intoleranz überwinden, Gewalt verhindern", mahnte Hechingens Bürgermeisterin. 70 Jahre Frieden in Deutschland seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges seien leider "keine Friedensgarantie". Nicht umsonst spreche Frankreichs Staatspräsident François Hollande von einem "Kriegsakt". Die Anschläge von Paris greifen die Demokratie und unsere Gesellschaft an. "Sie lassen uns zutiefst erschaudern. Wie sollen wir das unseren Kindern noch vermitteln?"

Es gebe so viele Menschen, die Not und Tod erleiden, so viele, die aus ihrer Heimat fliehen müssen. Auch Hechingen werde, so die Bürgermeisterin, ab 2017, nach Schließung der Landeserstaufnahmestelle in Meßstetten, weitere Flüchtlingskontingente unterbringen – und zwar nicht nur in der "Aviona".

Adolf Vees, Hechinger Ortsbeauftragter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge, hatten seine beiden Enkel Sebastian und Benedikt an seiner Seite. In eindringlichen Worten erinnerten sie an die Gefallenen der Weltkriege, die jüdischen Bürger, die verjagt, verschleppt, ermordet wurden, zogen den Bogen bis hin zu den Bomben, die derzeit auf Syrien fallen, trauerten um die Toten der Stadt Paris. "Doch unser Leben", so Vees, "gilt dem Hoffen auf Versöhnung und der Verantwortung für Frieden unter den Menschen."

An der Feier, der ein Gottesdienst in der Stiftskirche vorausging, nahmen Ehrenformationen der Bürgergarde, der Feuerwehr, des THWs, des DRK-Ortsvereins und der Pfadfinder teil. Die Stadtkapelle musizierte. Pfarrer Herbert Würth und Kaplan Rolf Paschke sprachen die Gebete.

Bürgermeisterin Dorothea Bachmann und Adolf Vees legten zum Abschluss einen Kranz vor dem Ehrenmal nieder.

Quelle: SWP vom 16.11.2015, Autorin und Foto: STEPHANIE APELT

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Bürgermeister a.D. Dembek berichtet über Griechenlandhilfe auf Thassos

Mit einer allgemeinen Beschreibung der wirtschaftlichen und sozialen Lage, die er nach wie vor kritisch einstuft, stimmte Holger Dembek die Versammlung auf das Thema ein. Die Arbeitslosigkeit, insbesondere unter Jugendlichen sei hoch. Die Reformen stießen bei der Bevölkerung nur zum Teil auf Verständnis, trotzdem würden die Griechen einsehen, dass sich etwas ändern müsse. Die Stimmung zu den Deutschen sei freundlich, konstatierte er.

Thassos, eine Insel südlich von Kavalla in der östlichsten Region von Griechenland sei eine herrliche Insel, etwa ein Drittel so groß wie der Landkreis Reutlingen mit 15 000 Einwohnern und etwa 1 Million Touristen pro Jahr. Diese Haupteinnahmequelle gelte es in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern jahreszeitlich über den Sommer hinaus auszubauen und auch Angebote für andere Zielgruppen, wie Wanderer und Mountainbiker, aufzubauen. Er dankte dem örtlichen Albverein, der mit einigen Vertretern schon auf Thassos war und sich bereit erklärt hat, zusammen mit örtlichen Vereinen ein Konzept hierzu zu erarbeiten. Alle Gespräche und Vorschläge, so betonte Dembek, hätten immer beratenden Charakter, entscheiden müssten die Griechen selbst. Die Gespräche fänden auf Augenhöhe statt.

Die Partnerschaft mit Thassos ist eingebunden in ein Netzwerk über die Deutsch-griechische Versammlung. Auch Förderanträge über EU-Programme, häufig in Kooperation mit weiteren Regionen in Europa sind in Arbeit, so Dembek.

Weitere Themen in den Diskussionen mit den kommunalen Vertretern auf Thassos waren die Abfallwirtschaft, das Abwasser und die Müllvermeidung. Hier sieht er bereits Fortschritte und berichtete über den Besuch der griechischen Delegation im Landkreis, um sich bei  hiesigen Abfallwirtschaftsbetrieben kundig zu machen. Der Transport von 80 bis 90 Tonnen Müll pro Tag auf das Festland konnte schon reduziert werden. Verfahren zur Biokompostierung müssen, auf die örtlichen Bedingungen angepasst,  gefunden werden.

Zur Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte steht der Vorschlag zur Gründung genossenschaftlicher Strukturen für die Vermarktung im Raum. Diese Form der Selbsthilfe könnte auch im Sozialbereich Anwendung finden.

2016 soll es weitergehen mit Jugendbegegnungen des Deutsch-griechischen Jugendwerkes. Wegebau, so viel wollte er nur verraten,  steht auf dem Plan.

Klaus Käppeler lobte die ehrenamtliche Arbeit von Holger Dembek und zeigte sich beeindruckt von seinen Schilderungen. Die Bemühungen der Griechen auf lokaler Ebene werden hier in Deutschland zu wenig wahrgenommen und er freue sich über diese ersten sichtbaren Erfolge. Der Abgeordnete wie auch Horst Failenschmid für den SPD – Ortsverein bedankten sich bei Holger Dembek für sein außergewöhnlich großes Engagement.

Dieser schloss mit der Bemerkung, dass die Griechen ein diskussionsfreudiges und phantastisches Volk seien und dass der Zusammenhalt in den Großfamilien den Einzelnen Halt gebe.

Regionale Schulentwicklung auf der Laichinger Alb

Herr Präsident,
meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen,

Kollege Traub und mit ihm die ganze CDU Fraktion versuchen, mit Ihrem Antrag vom Mai 2014 bereits über ein Gesetz zu urteilen, das zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in Kraft getreten ist. Ein bemerkenswerter Vorgang! Noch bemerkenswerter finde ich allerdings, dass Sie diesen Antrag heute im Plenum behandeln.

         (Abg. Hans-Ulrich Sckerl GRÜNE: Genau!)

Geht es nach der CDU Landtagsfraktion werden Kommunen durch die Regionale Schulentwicklung gegeneinander ausgespielt, aufgehetzt

         (Abg. Georg Wacker, CDU: Das stimmt ja auch!) 

und im Übrigen wird der ländliche Raum geschwächt.

(Abg. Karl Zimmermann, CDU: Wir können doch nicht in jeder Gemeinde Gemeinschaftsschulen machen!)

Nach knapp 2 Jahren praktischer Gesetzesausübung lässt sich bilanzieren, dass die Unkenrufe der Opposition weder damals noch heute etwas mit der Realität gemein haben.

(Beifall bei der SPD und Abgeordneten der Grünen – Zuruf des Abg. Karl Zimmermann CDU)

Ich wiederhole gern, was Kollege Filius gerade vorgetragen hat. 93% von bislang 125 Verfahren zur Regionalen Schulentwicklung erfolgten im Konsens unter den unterschiedlichen Schulträgern. Das Gegenteil ist also der Fall!

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm, CDU: Da hat es ja auch keine Alternativen gegeben! – Zuruf des Abg. Karl Zimmermann, CDU)

Des Weiteren sind zum Schuljahr 2015/16 bereits 271 Gemeinschaftsschulen in Betrieb. Die überwiegende Mehrheit im ländlichen Raum. Somit bestätigt die Praxis das, was das Kultusministerium bereits in der Antwort auf die damalige Anfrage dargelegt hat.

Aber ich vermute, das alles wollten und wollen Herr Traub und die CDU Landtagsfraktion gar nicht hören. Wider besseren Wissens wiederholen Sie lieber Ihre Behauptungen und sorgen sich weder um Fakten, Zahlen und die konkrete Situation vor Ort.

Dazu möchte ich feststellen: Wenn Sie so auf diesem Niveau weitermachen, verspielen Sie Ihren Kredit selbst in ihren Hochburgen

(Abg. Muhterem Aras GRÜNE: Die kriegen doch schon gar keinen Kredit mehr!)

und bereiten sich optimal auf weitere fünf Jahre Opposition vor!

        (Beifall bei der SPD und den Grünen)

Jetzt zu den konkreten Fakten auf der Laichinger Alb – einem Beispiel von vielen im ländlichen Raum, und auch zur Behauptung, dass die Schülerzahlen bis zum Jahr 2011 stabil waren.

Wenn Sie die dortigen Schülerzahlen der 10 bis 16 jährigen zusammenzählen –, dann gab es zum Stichtag 2012 in allen 4 Gemeinden der Laichinger Alb zusammen durchschnittlich 236 Schüler pro Klassenstufe.

Das ergibt 10 Klassen a 24 Schüler.

Die Prognose für 2020 geht davon aus, dass die Schülerzahl weiter sinkt und nur noch 8 Klassen mit je 24 Schülern gebildet werden können.

In Prozent ausgedrückt: Laichingen verliert bis 2020 – mehr als ein Viertel – (27,3%) – seiner Schüler, Berghülen mehr als 20 Prozent (21,9%), Heroldstatt 14,0% und Westerheim 12,7%.

         (Zuruf des Abg. Karl Zimmermann CDU)

In absoluten Zahlen verliert diese ländliche Region in der Sekundarstufe binnen 8 Jahren insgesamt sage und schreibe 323 Schüler. Dies entspricht der Größenordnung einer mittleren oder zwei kleineren weiterführende Schulen.

Eine solche Entwicklung ist leider symptomatisch für viele Teile des ländlichen Raums – auch ich habe Ihnen von dieser Stelle aus schon bei früheren Debatten die Zahlen meiner Region und meiner Schule aufgezeigt, in der die Entwicklung ähnlich wie auf der Laichinger Alb verläuft.

Die Zahlen attestieren eine Entwicklung, die man definitiv nicht Grün-Rot ans Bein binden kann. So ist es Fakt, dass es in Anbetracht der demografischen Entwicklung allgemein weniger Kinder gibt und unter diesem Trend besonders der ländliche Raum zu leiden hat.

Aber wie hat die CDU/FDP Regierung auf diese Entwicklung reagiert? Weggeduckt, die Schultern gezuckt, Kopf in den Sand gesteckt und die Entwicklung dem Zufall überlassen! Mit anderen Worten – die Kommunen allein gelassen.

(Beifall bei Abgeordneten der SPD und der Grünen – Zuruf des Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU)

Wir dagegen haben ein Gesetz zur Regionalen Schulentwicklung auf den Weg gebracht, das die Kommunen nicht bevormundet, sondern auffordert, sich die aktuelle Entwicklung ihrer Schülerzahlen genau zu beobachten, sich zusammenzusetzen und gemeinsam zu überlegen, welche Schulstruktur für die jeweilige Region nachhaltig ist. Ich empfehle Ihnen   Zahlen anzuschauen, bevor Sie solche Anträge schreiben!

An der Stelle möchte ich ein Zitat wiederholen, das der Kollege Stefan Fulst-Blei hier schon vorgetragen hat. Sie wissen ja: Wiederholungen sind ein besonders bewährtes pädagogisches Prinzip.

(Abg. Georg wacker, CDU: Das müssen Sie sich aber von Ihm genehmigen lassen)

– Nicht mehr, Herr Kollege Wacker, keine Genehmigungen mehr.

         (Abg. Georg Wacker CDU: Diebstahl geistigen Eigentums!)

Viele CDU-geführte Gemeinden haben das bereits erkannt und werben für die Gemeinschaftsschule. Deswegen das Zitat, dass von einem CDU- Kreisrat aus dem Enz-Kreis stammt. Dieser schreibt in seinem Internet Blog am 19.08.2015:

„Meinen Wolf, Hauk und Co. nur die Wähler der Grünen und der Roten würden ihre Kinder auf die Gemeinschaftsschule schicken. Es sind auch Schwarze, die sich Ihre Schule nicht kaputt reden lassen … (www.guenther-baechle.de/blog/index.php), vom 19.08.2015

Ich meine: Recht hat er.

(Beifall bei Abgeordneten der SPD und der Grünen – Abg. Dr. Stefan Flust-Blei: Immer wieder gut zu hören!)

Liebe CDU Landtagsfraktion hören Sie doch auf, uns den Niedergang des Ländlichen Raums in die Schuhe schieben zu wollen.

Wenn ich noch ganz kurz ins CDU-Regierungsprogramm, das sie kürzlich veröffentlicht haben, reinschauen darf, dort entdecke ich ein verstecktes Lob. In Zeile 709 schreiben Sie:

„Schullandschaft im intensiven Dialog weiterentwickeln“

         (Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Ja!)

Wir nennen das regionale Schulentwicklung, haben dies im Schulgesetz geregelt.

Vielen Dank!

(Beifall bei der SPD und den Grünen – Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Aber nur im Monolog, nicht im Dialog!)

Die Entwicklung soll weitergehen

Hülben hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten enorm verändert. "Seit Jahren sind wir an der Ortskernsanierung dran", berichtete Bürgermeister Siegmund Ganser. Viel Geld hat die Gemeinde dafür in die Hand genommen und es gab auch einiges an Zuschüssen, ohne diese wären die meisten Vorhaben nicht umzusetzen gewesen. Darum habe man das Geld auch immer schnell abgerufen, die Bauvorhaben zügig umgesetzt, betont Ganser.

Auf Initiative des SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler hat Peter Hofelich, Staatssekretär für Finanzen und Wirtschaft, Hülben am Donnerstag besucht. Zum einen, um sich einen Überblick über das bereits Geschaffene zu verschaffen, zum anderen, um sich vor Ort die nächsten Vorhaben anzuschauen und erklären zu lassen. Denn die innerörtliche Entwicklung ist bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Hülben hat eine Aufstockung der Mittel aus dem Fördertopf für kleinere Städte und Gemeinden gestellt. 1,4 Millionen bräuchte die Kommune für die neuen Projekte, 60 Prozent davon wären Zuschuss des Landes. Entschieden wird bis Februar 2016, wer mit Zuschüssen bedacht wird, erklärte Peter Hofelich. Die Anträge belaufen sich auf mehr als 600 Millionen Euro, demgegenüber stehen Mittel in Höhe von 190 Millionen. Doch die Aussichten für Hülben, erneut bedacht zu werden, sind nicht schlecht. "Sie erfüllen alle wichtigen Voraussetzungen", sagte Hofelich. Etwa, was die Art der Planungen betrifft, dass die Bürger beteiligt werden und auch, dass es in den Vorhaben um die Daseinsvorsorge geht.

So wurde das Konzept zur Innenentwicklung von Anfang an mit der Bevölkerung gemeinsam angegangen, runde Tische gegründet. Bereits 2007 hat Hülben begonnen, einen Gemeindeentwicklungsplan zu erstellen. Ein Novum damals, für das man fast belächelt worden sei, blickt Ganser zurück.

Da die Fläche der Gemeinde äußerst begrenzt ist, geht es um die Sanierung und Veränderungen in der Ortsmitte, neues auf der grünen Wiese zu schaffen, ist in Hülben fast unmöglich. Darum wurden die Leerstände innerorts erfasst – und die sind erheblich: 30 gibt es bislang, 90 weitere sind zu erwarten, außerdem gibt es 150 unbebaute Grundstücke. Einige hat die Gemeinde schon erworben, für andere ist sie in Verhandlungen mit den Eigentümern.

Die neuen Projekte, die mit den Fördermitteln umgesetzt würden, betreffen vor allem die Allgemeinheit, denn auf der gemeindlichen Seite gebe es noch erhebliche Rückstände, sagt Ganser. So soll dem "Ladensterben mittels eines Dorfladens entgegengewirkt werden", erklärte Ganser, eine Idee, hinter der die Bürger voll und ganz stehen. Viele Mithelfer haben sich schon gemeldet, um weiterhin einen Laden zu haben, wenn der bisherige schließt. Große Märkte konnten nämlich nicht gewonnen werden, daher muss man nun in Eigenregie danach schauen.

Auch in den Kindergarten und in das alte Schulhaus muss kräftig investiert werden. Dort steht der zweite Bauabschnitt an, es soll energetisch saniert werden, ein behinderten- und seniorengerechter Zugang ist geplant und im Untergeschoss könnte eine Bücherei entstehen. Im alten Schulhaus engagieren sich die Bürger seit es zum Bürgerhaus umgebaut wurde ungemein und das bleibt auch so: Die weiteren Sanierungen der Vereinsräume werden von den Vereinen in Eigenregie umgesetzt, erklärte Ganser. Neun Vereine sind untergebracht, außerdem oben die Jugendwerkstatt und unten das Trauzimmer. So ist dort meist etwas geboten, wobei es reibungslos abläuft, betont der Schultes.

Auch die Nahwärmeversorgung per Pellets oder Hackschnitzelanlage ist ein großes Thema, mit dem sich der Gemeinderat in der nächsten Sitzung befassen wird. Viel investiert wird auch in das Erlebnisfeld Heidengraben. Der Heidengraben habe über Jahrzehnte einen Dornröschenschlaf gehalten, nun wollen ihn die drei Gemeinden Hülben, Grabenstetten und Erkenbrechtsweiler daraus erwecken. 4,5 Millionen kostet das Vorhaben, die beteiligten Kommunen hoffen darauf, dass das Land quasi als Türöffner für Sponsoren diene, sagt Ganser.

Auf einem Platz, wo bislang ein landwirtschaftlicher Hof untergebracht ist und den die Gemeinde bereits erworben hat, könnten zwei bis drei Bauplätze entstehen. Ein weiterer Hof, der neben dem Rathaus, könnte ebenfalls gekauft werden, um dort Neues entstehen zu lassen. Pläne gibt es auch für ein Generationenhaus und Wohnungen für Flüchtlinge. Das und einiges mehr zeigte Ganser Hofelich auf einem Rundgang durch die Ortsmitte. Einen kleinen Zwischenstopp legten sie in der Künstlerwerkstatt ein, wo einige Damen eifrig am Basteln und Klöppeln waren sowie ein Herr am Hobeln. "Hier wird ein vielfältiges Programm geboten", betonte Ganser, und es ist ebenfalls ein Projekt, das durch die Ortsentwicklung verwirklicht werden konnte.

Quelle: SWP vom 06.11.2015, Autorin: ANJA WEISS

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