Einladung – Peer Steinbrück im Dialog mit Nils Schmid

Liebe Genossinnen und Genossen!

Der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück kommt auf Einladung des SPD–Spitzenkandidaten und Reutlinger Landtagskandidaten Nils Schmid nach Reutlingen.

Steinbrück spricht über die Anfälligkeit des internationalen Finanzsystems, über den Euro-Rettungsschirm und dessen Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger sowie über nötige Reformen.

Dazu laden wir sehr herzlich ein:

Peer Steinbrück spricht Klartext

Dienstag, 1. März 2011, 19:30 Uhr

Friedrich-List-Halle, Reutlingen (Jahnstr. 6)

Einlass: 19:00 Uhr
Parkhaus Listhalle: Altenburgstraße, 72762 Reutlingen
Im Foyer: Büchertisch der Buchhandlung Osiander
Musikalische Umrahmung – Getränkebar

Peer Steinbrück, der mit seinem Buch „Unterm Strich“ Auf-merksamkeit erregt, ist nach wie vor ein gefragter Experte und Gesprächspartner. Wir freuen uns, dass er uns im Wahl-kampf vor Ort unterstützt!

Ihr seid herzlich eingeladen!

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Wer Demokratie fördern will, muss ihr zur Öffentlichkeit verhelfen!

 

Sehr geehrter Herr Wiedenhaus,

sehr geehrter Herr Irion,

 

mit allergrößtem Bedauern und ehrlichem Entsetzen über die Signalwirkung müssen wir als SPD das Verhalten der beiden großen Zeitungen, der Südwestpresse und des Reutlinger General-Anzeigers in Sachen Podiumsdiskussionen zur Kenntnis nehmen.

Der Reutlinger General-Anzeiger hatte eine Podiumsdiskussion in Eningen, einem der neu hinzugekommenen Ort im Wahlkreis 61, disponiert, die Südwestpresse in Kooperation mit der Volkshochschule eine solche in Metzingen.

Nun findet die Podiumsdiskussion in Eningen gar nicht statt, in Metzingen in Eigenregie der Volkshochschule ohne Beteiligung der Südwestpresse. Der Grund liegt darin, dass der Abgeordnete Karl-Wilhelm Röhm (CDU) sich weigert, auf diesen Podien mit der Partei „Die Linke“ auseinanderzusetzen und seine Teilnahme abgesagt hat.

Es liegt mir fern, das Verhalten des Abgeordneten bewerten zu wollen. Festzustellen bleibt, dass er kein Problem hatte, sich 2001 mit einem Republikaner auseinanderzusetzen und die Empfehlungen der Landeszentrale für politische Bildung dahingehend sind, neben den im Landtag auch die im Bundestag vertretenen Parteien zu solchen Podien einzuladen.

Mit der Entscheidung ihrer Zeitungen jedoch beweisen Sie weder ein Gefühl für demokratische Gepflogenheiten, noch zeigen Sie die notwendige Souveränität als „vierte Gewalt“ im Staate. Ganz im Gegenteil präsentieren Sie sich als willfährige Vollstrecker des Willens des Abgeordneten. Zurecht beklagt sich die Presse über unzulängliche Zustände in vielen Ländern, schlägt Alarm bei Pressegesetzen, wie sie in Ungarn verabschiedet wurden. Für mich drängt sich der Eindruck auf, dass es höchste Zeit ist, sich an die eigene Nase zu fassen.

Wer Demokratie fördern will, muss ihr zur Öffentlichkeit verhelfen!

Mit ihrem Verhalten in Sachen Podiumsdiskussionen befördern Sie das Gegenteil von demokratischer Auseinandersetzung und erweisen der Demokratie damit einen Bärendienst.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir diesen Brief zur Kenntnis an die Kollegen der Deutschen Presseagentur und des Südwestrundfunkes geben. Wir betrachten diesen Vorgang als öffentliche Stellungnahme der SPD und warten gespannt auf Ihre Antwort.

 

Mit freundlichen, aber besorgten Grüßen

 

Sebastian Weigle

Kreisvorsitzender der SPD Reutlingen

 

Verteiler:

Reutlinger General-Anzeiger

Südwestpresse

SWR (zur Kenntnis)

dpa (zur Kenntnis)

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Grupp: Hartz 5 für Abzocker

Hartz 5? Jawohl, Hartz 5 – "und da gehts dann nicht um fünf Euro oder acht Euro mehr. Da gibts Wasser und Brot und nachmittags die Peitsche im Steinbruch." Wolfgang Grupp, wie er leibt und lebt.

So lernte den Burladinger Unternehmer gestern der sozialdemokratische Mappus-Herausforderer Nils Schmid kennen. Zusammen mit dem Wahlkreiskandidaten Klaus Käppeler war der junge SPD-Landesvorsitzende und wahlkämpfende Spitzenkandidat auf Betriebsbesuch bei Trigema. Und da nutzte Grupp gerene die Gelegenheit, einem hochrangigen Politiker zu sagen, was er in Sachen Managerhaftung fordert: Unternehmer, die – wie er selbst – bereit sind, für ihr Tun und Lassen persönlich und mit ihrem Privatvermögen zu haften, sollen steuerlich begünstigt werden. Wer dies ablehne, solle höhere Steuern zahlen. Und die "Abzocker" und "Scharlatane", die ohne Haftung und Verantwortung "ihren Laden in den Sand setzen" und die Allgemeinheit die Kosten tragen lassen – die sollen keine Boni und fetten Abfindungen erhalten, sondern eben: "Hartz 5".

Für die Mehrheit der Leute, die mit Hartz IV leben müssen und über deren bescheidene Einkünfte zuletzt wochenlang gefeilscht wurde, äußerte Wolfgang Grupp dagegen größtes Verständnis: "Die allermeisten haben sich 20 Jahre lang für die Firma den Rücken krumm gemacht und stehen jetzt auf der Straße, weil ihr Chef seinen Laden nicht im Griff hatte." Dafür erntete der Unternehmer bei seinen sozialdemokratischen Gästen zustimmendes Kopfnicken.

Weniger dagegen für die parteipolitischen Präferenzen, mit denen Grupp nicht hinterm Berg hielt. Bei der letzten Wahl, plauderte er aus dem Nähkästchen, habe seine Frau sich durchgesetzt und man habe FDP gewählt. Diesmal kehre man zur CDU zurück. "Zur Abwechslung mal die SPD wäre auch nicht schlecht", empfahl Nils Schmid. "Die empfangen wir als Besuch", konterte Grupp gewohnt schlagfertig. Wieder ernsthaft, vertrat der Trigema-Inhaber die Auffassung, dass es "zwischen CDU und SPD keinen großen Unterschied mehr gibt". Entsprechend pauschal schrieb Grupp den Volksparteien ins Stammbuch: "Sie müssen korrekt sein und gerecht und auch mal gegen den eigenen Stand etwas durchsetzen." Und: "Das Volk verlangt Gerechtigkeit und Anstand."

Womit die Runde bei der aktuellen Guttenberg-Debatte angelangt war. Grupp erzählte, wie er einst Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre eine Doktorarbeit angefangen und – "im Gegensatz zu Ihrem Kollegen" – nach zwei Jahren wieder aufgehört habe. "Ich habe gesagt: Mir ist eine Firma ohne Doktor lieber als eine Doktor ohne Firma." Solcherlei Prioritäten habe er gesetzt, als er von seinem Studienort Köln nach Burladingen gerufen wurden, um die elterliche Firma zu retten. Was ihm bekanntlich eindrucksvoll gelang. "Seit 1975, seit ich für den Größenwahn meines Vaters zurückbezahlt hatte, habe ich keinen Cent Kredit mehr gebraucht", berichtete Grupp und gab ausgiebig Einblick in seine Erfolgsrezepte. Als da wären: nicht blind auf Umsatzwachstum setzen, sondern auf Wertschöpfung, flexibel produzieren, die vorhandenen Kapazitäten voll auslasten, rechtzeitig auf Eigenvermarktung umschwenken und vor allem die Treue zur Betriebsfamilie: "Meine Leute sind meine Stärke."

Nils Schmid und Klaus Käppeler zeigten sich von diesen Schilderungen nicht minder beeindruckt wie von der anschließenden Betriebsführung. Schmid zeigte sich überzeugt: "Mittelständische Unternehmer, die wissen, wie man Geld verdient, und dem Standort die Treue halten, bringen Baden-Württemberg nach vorn."

Rote Rosen an der Haustür

ENGSTINGEN. »Guten Tag, mein Name ist Klaus Käppeler, ich bin SPD-Kandidat für die Landtagswahl am 27. März.« Wenn Käppeler an dieser Stelle angekommen ist, weicht der skeptische Blick seiner Gesprächspartner meist einem gelassenen Abwarten: Staubsauger will dieser Mann an der Haustür jedenfalls nicht verkaufen. Noch deutlich freundlicher wird die Miene der meisten, wenn der Wahlkämpfer fortfährt: »Ich möchte Ihnen eine Rose überreichen und Sie bitten, zur Wahl zu gehen.« Eine Rose bekommt fast jeder gern.

Rosen sind Türöffner für einen Landtagskandidaten beim Hausbesuch. Und Klaus Käppeler macht in diesem Wahlkampf reichlich davon Gebrauch. Insgesamt mindestens dreitausend rote Rosen will er bis Ende März in den 24 Städten und Gemeinden des Wahlkreises 61 unter die Leute gebracht haben. In jeder einzelnen Kommune ist Käppeler wenigstens zwei Stunden unterwegs, in den größeren kommt er öfter.

Die persönliche Begegnung, der direkte Kontakt: Das hat sich der 56-jährige Schulleiter, der den Wahlkreis bereits von 2001 bis 2006 im Landtag vertreten hatte, als Konzept gewählt. In der Hoffnung, dass diese Art des Wahlkampfs erfolgreicher sein möge als der Auftritt im Windschatten von Parteigrößen, von dem meist nur wenige Wähler Notiz nehmen. Für Fragen und Anregungen zu politischen Themen steht Käppeler bei seinem Kurzbesuch an der Haustür natürlich zur Verfügung. Aber meist bleibt es dabei: ein paar freundliche Worte, ein kurzer Dank.

Die Tour von Haus zu Haus wird einfacher, wenn Käppeler wie in Großengstingen Begleitung hat. Der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Frank Schröder trägt seinem Kandidaten in der Siedlung Berg einen stetig kleiner werdenden Rosenstrauß hinterher, hilft beim Überblick vor den Klingeltafeln der Mehrfamilienhäuser oder springt als Ersatz-Gesprächspartner ein, falls sich zufällig einmal zwei Haustüren gleichzeitig öffnen.

Und sie öffnen sich, die Engstinger Türen. Nur ganz selten kommt eine knappe Abfuhr durch die Gegensprechanlage: »Ich bin allergisch gegen Rosen und habe null Interesse an Politik.« Sonst reichen die Reaktionen von freundlicher Zurückhaltung (»natürlich gehe ich wählen, wen, sage ich aber nicht«) bis zu ausgesprochener Begeisterung: »Das hat mich so gefreut! Viel Glück für Sie.«

Ein paar Fragen oder kurze Diskussionen gibt es auch. Etwa mit dem Grünen-Wähler, der die Bereitschaft des SPD-Manns zur Koalition abfragt (Käppeler: »Ich würde als Abgeordneter auch einem Grünen Ministerpräsidenten meine Stimme geben«) oder mit der Rentnerin, die aus eigener Erfahrung viel zu berichten weiß über soziale Probleme im Land, über Armut trotz Arbeit und über Frauen, die sich und ihre Kinder alleine durchbringen müssen.

Mit Gerster nach Berlin

Wo niemand zu Hause ist, hinterlässt Klaus Käppeler eine Spur: Anhänge-Karten an der Türklinke mit seinen Kontaktdaten, seinen Wahlkampf-Themen (»Bildung zuerst. Gerechtigkeit leben. Der Mensch macht’s«) und einem Gewinnspiel auf der Rückseite, wobei drei Reisen nach Berlin verlost werden. Der Bundestagsabgeordnete, den die Gewinner begleiten dürfen, heißt Martin Gerster und kommt aus Biberach – ein Freund und Parteigenosse, der gerade auch durch seine Hausbesuche bei der letzten Bundestagswahl gepunktet hatte, dem Abwärtstrend seiner Partei zum Trotz. Nicht nur das Konzept, auch die Türanhänger hat Käppeler von Gerster übernommen.

Von den rund 62 000 Haushalten und 130 000 Wahlberechtigten im Wahlkreis 61 wird Klaus Käppeler trotz großer Ausdauer bei seinen Gemeindebesuchen nur einen kleinen Teil erreichen. Erstwähler bei der Landtagswahl werden Post vom SPD-Kandidaten kriegen, die anderen zumindest einen Prospekt im Briefkasten finden. Der Rektor der Grund- und Hauptschule Hohenstein empfiehlt sich den Wählern mit seiner Erfahrung im Landtag (Mitarbeit in den Ausschüssen für Schule, Jugend und Sport sowie Ländlicher Raum und Landwirtschaft) und in kommunalen Gremien (Gemeinderat seit 1989, Kreisrat seit 2004). Deshalb sind Bildung, Ländlicher Raum und Kommunalpolitik die zentralen politischen Themen des Politikers.

Nach zweieinhalb Stunden trägt Frank Schröder dem Kandidaten nur noch einige wenige Rosen hinterher. Die letzten drei bekommen die Erzieherinnen des evangelischen Kindergartens Berg. (GEA)

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Wandel setzt einen Konsens voraus

"Bildung ist der wichtigste Rohstoff" und "Grundlage für die Zukunft": Solche Aussagen gelten als Allgemeinplätze, doch bei der Umsetzung von Konzepten erweist sich oftmals das fehlende Geld als Hemmschuh.

In welche Richtung also soll der Kurs gehen, den der neu gewählte Landtag einschlagen wird? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion am Mittwochabend. Die Gesamtelternbeiräte der Münsinger Schulen und Kindergärten grenzten das Thema im Café Ikarus in Buttenhausen durch Fragen auf fünf Themenbereiche ein. Antworten erhielt das Publikum von den Landtagskandidaten Klaus Käppeler (SPD) und Dominic Esche (Grüne) sowie Elke Kaden als Vertreterin für FDP-Kandidat Andreas Glück. Eine Absage ohne einen Vertreter zu benennen, sandte der CDU-Landtagsabgeordnete und Kandidat Karl-Wilhelm Röhm. Auch Linke-Kandidat Eberhard Jaensch sagte die Teilnahme ab.

Eingangs ging es um die Umsetzung des Konzepts Ganztagesschule vor dem Hintergrund der Frage "Darf Bildung vom Geldbeutel abhängen?" Dem erteilte Grünen-Kandidat Esche eine klare Absage: "Alle brauchen die gleichen Chancen". Die Ganztagesschule will er als "Regelfall" einführen, auf Frontalunterricht verzichten und die Schulstunden abwechslungsreicher gestalten. Als wichtigen Beitrag für die Vereinbarkeit von Berufsleben und Kindererziehung wertete Elke Kaden die Ganztagesschulen. Zudem könnten diese unterschiedlichen "Bildungsbiografien nivellieren" und leichter besondere Fähigkeiten fördern. Eingerichtet werden sollten sie dort, wo dies gewünscht ist. Sie sieht das Land hier auf einem guten Weg.

An die "völlige Ablehnung" von Ganztagesschulen noch vor zehn Jahren durch die CDU erinnerte Käppeler. Nach dem Förderprogramm der rot-grünen Bundesregierung wollen diese Schulform inzwischen 80 Prozent der Bevölkerung, so Käppeler. "Das Land hat nachgezogen", sagte der SPD-Kandidat, "aber dies muss jetzt dringend im Schulgesetz verankert werden, um Planungssicherheit an den Schulen zu schaffen". Für die weitere Ganztagesbetreuung sei zusätzliches pädagogisches Personal erforderlich.

Welchen Stellenwert genießt die Fortbildung? Für Elke Kaden nimmt deren Bedeutung zu, schließlich müsse der Lehrer in zunehmendem Maße Kinder mit unterschiedlichem Bildungsstandard und Kompetenzen in den Klassen zusammenbringen. Verbindliche Weiterbildungen in den Ferien lehnte sie allerdings ab, genauso wie Käppeler. Dieser beklagte obendrein einen Mangel an Qualität bei vielen Fortbildungen. Seiner Ansicht nach sollten Studenten gleich nach dem ersten Semester erste Erfahrungen im Schulleben sammeln können, um für sich festzustellen, ob der Beruf ihnen überhaupt liege. Um das immer stärker geforderte "individuelle Lernen" umzusetzen, müsse die "Diagnosefähigkeit" der Lehrer gestärkt werden. Esche wiederum möchte "am Bewusstsein der Lehrer ansetzen". Wer Lust habe zu unterrichten, dem falle die individuelle Förderung der Kinder leichter, um deren Stärken besser herauszustellen.

Welche Möglichkeiten sehen die Kandidaten für einen gemeinsamen zehnjährigen Schulunterricht? Als Ziel benannte Käppeler die "zehnjährige Basisschule". Dies funktioniere in Ländern wie zum Beispiel Finnland oder Kanada einwandfrei. Doch er charakterisierte das Schulsystem als "Tanker". Veränderungen müssten schrittweise erfolgen. Rasch umsetzbar sei beispielsweise die Abschaffung der Grundschulempfehlung. Denkbar erscheint ihm auch die Teilung der Schüler nach sechs Klassen, ohne jedoch zwischen Real- und Hauptschule zu unterscheiden. Viel "Sprengstoff" steckt seiner Einschätzung nach im Thema "Inklusion", also einer Schule, die alle Kinder unabhängig von möglichen Beeinträchtigungen, unterrichtet. "Mittlerweile gibt es die Verpflichtung zur Aufnahme von Kindern mit Behinderungen im Regelschulsystem", sagte Käppeler. Aber: Kultusministerin Marion Schick habe vorgegeben, dies müsse kostenneutral erfolgen. Derzeit müssten Förderschulen Stunden abgeben, die aber wiederum für die Regelschule nicht ausreichend seien.

Für einen langsamen Wandlungsprozess zur zehnjährigen Basisschule plädierte auch Esche. Die Schulen sollten sich an der Basis entwickeln. Hohen Stellenwert genieße die angestrebte Inklusion nicht zuletzt deshalb, weil auf diese Weise soziale Kompetenzen wie Rücksichtnahme, Respekt und Solidarität vermittelt würden. Aus der Sicht von Kaden wiederum stellt die zehnjährige Basisschule eine "wunderschöne Utopie" dar. Doch es fehle am Konsens zwischen Eltern und Kommunen sowie den organisatorischen Möglichkeiten.

Um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken plädierte Esche für eine Erhöhung der Anfangsgehälter, während Kaden ein eigenständiges Budget für die Schulen anregte. So könnten sich diese beispielsweise durch die Einstellung eines Schulpsychologen ein besonderes Profil geben. Die Bedeutung der Schulsozialarbeit unterstrich Käppeler, dennoch habe sich das Land aus der Finanzierung zurückgezogen. Um die Kommunen zu unterstützen, zahle der Kreis nun rund 300 000 Euro jährlich.

Für eine verstärkte Umsetzung des Konzepts "Bildunghaus" und damit der Kooperation zwischen Kindergarten und Schule sei ein Deputat von zwei Stunden pro Kindergartengruppe, kleinere Gruppen und mehr Personal erforderlich, sagte Kaden. Für eine Ausbildung der Erzieherinnen an pädagogischen Hochschulen und deren Bezahlung nach dem Vorbild von Grundschullehrerinnen trat Käppeler ein und traf sich hier mit Esche.

Alb-Bote online, 18.02.2011

Startschuss für die Diskussion

VON THOMAS BARAL

ENINGEN. »Uns war es wichtig, das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen – und gleichzeitig zu erfahren, was die Eninger da wollen«, beendete die SPD-Gemeinderätin Rebecca Hummel die zweistündige Veranstaltung im TSV-Sportheim zum Thema »Was tun mit dem Eninger Stromnetz?« Der SPD-Ortsverein und die Gemeinderatsfraktion hatten zu der Gesprächsrunde eingeladen. Der SPD-Landtagskandidat Klaus Käppeler moderierte das Podium, zu dem – auch für die Veranstalter erstaunlich – viele Zuhörer gekommen waren, »ein volles Haus«. Erfreulich wenig Wahlkampf war auch zu erleben – es ging meist wirklich um das eigentliche Thema, wenngleich Käppeler zu Beginn »den SPD-Grundkonsens – weg vom Atomstrom« – nicht verschwieg.

Komplexes Thema

In zwei Jahren muss die Gemeinde Eningen den Konzessionsvertrag für ihr Stromnetz neu vergeben. Dabei geht es um ein privatrechtliches Vertragsverhältnis zwischen ihr und Energieversorgungsunternehmen. Das Thema ist recht komplex und viele Fragen müssen bis dahin geklärt werden. Weil es eine große Zahl unterschiedlichster Modelle gibt, wie ein solcher Vertrag gestaltet werden kann, wollten die SPD-Mitglieder nun den Startschuss für diesen Klärungsprozess geben.

In mehreren Vortrags- und Fragerunden wurden – auf hohem Niveau – über die verschiedenen Möglichkeiten diskutiert, vor allem wirtschaftliche Gesichtspunkte angesprochen. Es waren viele Gemeinderäte – fast aller Fraktionen da – und nicht nur aus Eningen. Bürgermeister Alexander Schweizer, seine Kämmererin Susanne Oppold und weitere Gemeindeverwaltungsmitarbeiter sowie Fachleute verschiedener Organisationen aus dem Stromgeschäft waren unter den Fragern und Zuhörern.

Münsinger Erfahrungen

Die Fragen zielten recht konkret auf politische und wirtschaftliche Aspekte, auch nach den Vorteilen, die Eningen von den Angeboten haben könnte, oder wie das Mitspracherecht der Gemeinde ausgebaut werden könne. Es wurde aber auch danach gefragt, wie es sein kann, dass man den Strom »mal günstig und im Jahr darauf vom selben Anbieter wieder sehr viel teurer« erstehen könne. Auch der Wert des Eninger Stromnetzes – der wird auf einen »einstelligen Millionenbetrag« geschätzt – wurde abgefragt. Bürgermeister Schweizer interessierte sich gar für das Pumpspeicherwerk in Glems, wie er dem derzeitigen Besitzer ENBW signalisierte.

Weil dieser Prozess der Konzessionsvergabe in der Stadt Münsingen schon gelaufen ist und die Stadt im vergangenen Jahr abgeschlossen wurde, berichtete deren Bürgermeister Mike Münzing über den Verlauf der Diskussion und dessen Ergebnis: Dort ist eine Dreierlösung gefunden worden mit der ENBW und den Stadtwerken Münsingen als Partner mit jeweils 45-Prozent-Anteilen und einem Zehn-Prozent-Anteil der Reutlinger Fair-Energie.

Münzing sagte, man habe »ein kommunales Signal setzen« wollen, die Stadt habe so ihr Mitspracherecht gewahrt sowie die Arbeitsplätze der Mitarbeiter gehalten und Versorgungssicherheit erreicht. Er zeigte sich auch stolz darüber, dass man einen Anteil von 80 Prozent des in der Stadt verbrauchten Stroms aus regenerativer Energie auf dem Versorgungsgebiet selbst produziere.

Er warb für diese Einrichtung, die offen sei für Nachbargemeinden. Er kann sich vorstellen, dass da eines Tages das Produkt »Strom aus dem Biosphärengebiet angeboten werden könne. Solche Produkte zu entwickeln – »Albstrom« – daran arbeite man in der Tat, antwortete er auf eine Nachfrage.

Spannende Entwicklung

Auch die beiden Vertreter von Stromnetzbetreibern warben für ihre Unternehmen: Klaus Saiger, Technischer Leiter der Fair-Energie, als bisheriger Konzessionsnehmer des Eninger Stromnetzes auch als »Platzhirsch« begrüßt, meinte gar: »Lassen Sie es, wie es ist, es ist gut so.« Er beschrieb, welche spannende Entwicklung technischer Art zu erwarten sei durch die zunehmende Einspeisung von regenerativen Energieformen. Die Frage, was der Unterhalt des Stromnetzes koste, da musste er passen, diese Zahl habe er nicht dabei, sie liege aber »im sechstelligen Bereich«. Dr. Ulrich Kleine vom Energieversorger ENBW erläuterte die Schwierigkeiten von Netzbetreibern und ihre Abhängigkeit von Entscheidungen der Regulierungsbehörde. Ein angekündigter Vertreter der Beteiligungsgesellschaft »KommunalPartner« war verhindert und die Vertreterin der Elektrizitätswerke Schönau, entstanden aus einer Bürgerbewegung und als Stromrebellen bundesweit bekannt geworden, sei leider erkrankt, wie Hummel diese entschuldigte.

GEA-online, 17.02.2011

Hessischer SPD-Chef auf dem Unteren Lindenhof

ENINGEN. Sein Vater war Vollerwerbslandwirt und er selber hat mal zwei Semester Agrarwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert. »Bis ich gemerkt habe, das ist nichts für mich.« Thorsten Schäfer-Gümbel hat auf Politikwissenschaften umgesattelt und Karriere gemacht. Dem hessischen SPD-Landesvorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden im Landtag kam seine Erfahrung beim Besuch der Biogasversuchsanlage auf dem Unteren Lindenhof auf jeden Fall zugute. Vor allen Dingen interessierte er sich dabei für den sogenannten Teller/Tank-Konflikt. Leopold Peitz, Leiter des Versuchsguts, und Andreas Lemmer, der für den technischen Ablauf der Biogasanlage zuständig ist, sind dann in ihrem Vortrag ausführlich darauf eingegangen.

100 Liter Heizöl, so Lemmer, können durch 250 Kilogramm Biomasse ersetzt werden. Die Folge: Momentan sind etwa 250 Kilogramm bester Futterweizen in der Energieproduktion eingesetzt mehr wert, als wenn sie auf den Tisch kommen. Und mit steigenden Preisen für die fossilen Brennstoffe wächst die Differenz. Das führt zu steigenden Lebensmittelpreisen.

Auch ein Grund, warum Schäfer-Gümbel die Biomasse als wichtigen Teil der erneuerbaren Energien ansieht – aber auch nicht als mehr. Für ihn kommen nur dezentrale Anlagen infrage, die sich aus dem Anbau in der Region speisen. Eine Einschätzung, die Peitz und auch der SPD-Landtagskandidat Klaus Käppeler teilten. (us)

 

GEA online, 11.02.2011

Röhm und Käppeler als Kassenbuben

Burladingen (hp). Wenn am Samstag 19. Februar das sechste Burladinger Fasnetsspiel nach seiner Wiederbelebung aufgeführt wird, dann ist auch dieses mal wieder mit mancher Überraschung zu rechnen. Mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Karl Wilhelm Röhm und dem SPD-Landtagskandidaten Klaus Käppeler konnten gleich zwei prominente Kassenbuben gewonnen werden.

 

Karl Wilhelm Röhm und Klaus Käppeler sind bekennende Fasnetsspielfans und haben kaum eines ausgelassen. Röhm machte schon im letzten Jahr aktiv als Kassenbub mit, Käppeler wird in diesem Jahr erste Erfahrungen sammeln.

 

Der 58jährige Oberstudiendirektor und Schulleiter am Gymnasium Münsingen Karl Wilhelm Röhm ist Lehrer aus Leidenschaft, verheiratet und Vater zweier Kinder und zeitlebens ehrenamtlich engagiert. Auch wenn die Zeit knapper wird, ist es ihm heute noch ein Anliegen, sich neben Beruf und Mandat in die Gemeinschaft einzubringen. Röhm ist seit 1999 im Gemeinderat in Gomadingen, seit 2001 Mitglied des Landtages von Baden-Württemberg als direkt gewählter Abgeordneter des Wahlkreises Hechingen-Münsingen, seit 2004 Mitglied des Reutlinger Kreistags und seit April 2006 stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender im Landtag von Baden-Württemberg.

 

Klaus Käppeler ist 56 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei erwachsenen Söhnen. Er ist Rektor der Grund- und Hauptschule Hohenstein und verbringt seine Freizeit wenn möglich mit Heimwerken, Volleyball und Skifahren. Käppeler ist seit 1980 Mitglied in der SPD seit 1985 Ortsvereinsvorsitzender in Zwiefalten war von 1993 bis 2006 und seit Oktober 2009 stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender. Er war Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg von April 2001 bis Mai 2006 und dort Mitglied im Ausschuss Schule, Jugend und Sport, sowie Mitglied im Ausschuss Ländlicher Raum und Landwirtschaft und Mitglied im Medienrat der Landesanstalt für Kommunikation. Bei der Landtagswahl 2011 tritt er wieder an. Zudem ist er Mitglied des Kreistages seit Juni 2004. Klaus Käppeler engagiert sich in vielen Vereinen und ist unter anderem Schirmherr von "Kinder-brauchen-Frieden".

 

Am Samstag 19. Februar veranstaltet die Narrenzunft Nautle wieder das traditionelle Fasnetsspiel in der Josengasse bei der Zunftstube. Heuer konnte die stattliche Zahl von 13 Gruppen mit Hochzeitsladern, Kassenbuben und Musikgruppen gehalten werden. Diese sind von zehn bis 14.00 Uhr in Burladingen unterwegs. Ab 14.30 Uhr werden die einzelnen Gruppen wieder an der Fehlaquelle beim Fasnetswagen aufmarschieren und einzeln vorgestellt werden. Um 15.00 Uhr kommt „Die Feuerwehr im Einsatz“, eine Posse mit viel Lokalkolorit in zwei Akten zur Aufführung. Die Burladinger dürfen gespannt sein, bei wem die prominenten Kassenbuben an der Haustür klingeln und mit ihrer Holzkiste klappern werden.

Sportvereine in der Klemme

Von Magdalena Kablaoui
ENINGEN. Groß sind die Sorgen und Nöte der Sportvereine. Sie haben mit sinkenden Mitgliederzahlen zu kämpfen und, dass sich viele Mitglieder nicht mehr ehrenamtlich in der Vereinsarbeit engagieren können oder wollen. Auch von Politik und Kommunen fühlen sie sich im Stich gelassen. 

Ihre Probleme konnten Vertreter von hiesigen Sportvereinen im Sportheim des TSV Eningen dem sportpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Martin Gerster, dem SPD-Landtagskandidaten Klaus Käppeler und dem Vorsitzenden des Sportkreises Reutlingen, Karl-Heinz Walter, erläutern. Das Forum bot ihnen eine Veranstaltung von SPD-Ortsverein und Klaus Käppeler.

In der Eröffnungsrunde sprachen Vertreter von TSV Eningen und SKV Eningen, FC Neuhausen, TSV Grafenberg, IGL Reutlingen und den Metzinger Tussies eine Vielzahl der ihnen auf den Nägeln brennenden Probleme an. Den Anfang machte Rainer Hawel vom TSV Eningen, der die für den Verein derzeit drängendste Frage stellte: »Wie schultern wir den Bau des neuen Vereinsheims?« Bekanntlich sollen die Sportanlagen in der Wenge an die neue Halle verlegt werden, das Gebiet inklusive Vereinsheimgrundstück soll mit Wohnhäusern bebaut werden.

Alleingelassen

Uwe Stingel von der TSV-Fußballabteilung fühlt sich beim Thema Integration »ein bisschen alleingelassen«. Dabei sei die Fußballabteilung wohl die mit dem höchsten Anteil von Ausländer- und Migrantenkindern und -jugendlichen. Inge Frehler, seit circa zehn Jahren Betreuerin in der Fußballabteilung, beklagte, dass immer weniger Ehrenamtliche immer mehr Aufgaben übernehmen müssten. So müsse man sich bei Hallenturnieren zusätzlich noch um die Müllentsorgung kümmern oder im Winter das Streusalz mitbringen.

Michael Bolz vom FC Neuhausen ärgerte sich über jahrelange Wartezeiten auf bereits zugesagte Bauzuschüsse vom Württembergischen Landessportbund (WLSB). Dass es Vereinen, die bereits über eine eigene Turnhalle verfügen, nicht besser geht, stellte Horst Beck vom SKV Eningen, dem zweiten Eninger Sportverein, klar. Weiterhin monierte er, dass Eningen zu wenig Rasensportplätze für zwei Vereine böte. Vereine bekämen kaum noch Förderung, müssten aber immer mehr Betriebskosten selbst übernehmen. In Zeiten, wo sich Sponsoren aus den Sportvereinen zurückzögen, stelle sich die Frage: »Wo liegt da noch die Zukunft der Vereine?«

Michael Giehrl von der Handballabteilung der TuS Metzingen, berichtete, dass sich beispielsweise Arbeitslose den Vereinsbeitrag nicht mehr leisten könnten. Damit scheitere die soziale Eingliederung. Das bestätigte Thomas Wagner, Finanzreferent des TSV Eningen: Fünf Prozent der Mitglieder habe man nach der letzten Beitragserhöhung verloren. Außerdem kritisierte Wagner den teilweise recht harschen Ton der Ermahnungsbriefe aus dem Eninger Rathaus und dass mindestens zwanzig Prozent des Beitragsaufkommens mittlerweile für die Betriebskosten an die Gemeinde draufgingen.

Das Herz ist voll

»Man merkt an allen Beiträgen, dass bei Ihnen das Herz voll ist«, kommentierte Klaus Käppeler die Fragerunde. Und Karl-Heinz Walter meinte: »Eigentlich müssten wir dichtmachen.« Aufwand und Ertrag der Vereinsarbeit stünden in keinem Verhältnis mehr zueinander. »Sport ist ein Verfassungsziel«, erinnerte der Sportkreisvorsitzende. Der Rückzug aus dem Sport sei deshalb für Kommunen viel zu kurz gesprungen. Mit dem Solidarpakt II habe das Land die Kurve gerade noch einmal bekommen: 20 Millionen Euro mehr Fördermittel als die ursprünglich vorgesehenen 64,9 Millionen Euro erhalten die Sportverbände bis 2016. »Wir wollen einen Ausgleich für das, was wir leisten«, so Walter. Er persönlich halte es für überlegenswert, dass jemand, der nachweislich ein Ehrenamt ausübt, dafür freigestellt werde.

GEA-online, 8.02.2011