Bund fördert Ganztagsschulen Metzingen und Bad Urach

BERLIN/METZINGEN/BAD URACH. (rei) Metzingen und Bad Urach erhalten beide Bundeszuschüsse in Millionenhöhe für ihre geplanten Ganztagsangebote. In Baden Württemberg werden 2004 über 270 Projekte unterstützt, das mehrjährige Investitionsprogramm der Bundesregierung für Ganztagsschulen beläuft sich auf insgesamt rund vier Milliarden Euro.

„Ich freue mich sehr, dass Metzingen und Bad Urach in diesem Jahr vom Programm der Bundesregierung profitieren“, sagte der SPD-Wahlkreisabgeordnete Klaus Käppeler in Stuttgart. Käppeler hatte noch in der vergangenen Woche vor Bekanntgabe der geförderten Schulen zusammen mit dem Ersten Bürgermeister Michael Lucke die Schule in Neugreuth besucht, um sich über den Planungsstand für mögliche Ganztagsangebote zu informieren. Das Konzept habe in Berlin wohl überzeugt, meinte Käppeler: „Dass Grund- und Hauptschule sowie Schönbein-Realschule jetzt den Zuschlag erhalten haben, spricht für die gute Vorarbeit durch Schulleitungen und die Stadt Metzingen.“

Neben den Zuschüssen von rund 2,3 Millionen Euro für Neugreuth-Schule und Schönbein-Realschule erhält die Stadt Metzingen außerdem einen Förderbetrag in derselben Höhe für die geplanten Ganztagsangebote am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium. Auch für die Schulleitungen des Grund- und Hauptschule sowie des Graf-Eberhard-Gymnasiums in Bad Urach gab es gute Nachrichten aus Berlin. Beide Schulen werden jeweils mit über einer Million Euro für ihre Ganztagsangebote unterstützt.

Angesichts des Erfolgs in der diesjährigen Zuschussrunde ermutigte Käppeler Schulen und Schulträger in der Region, weitere Anträge beim Kultusministerium einzureichen: „In einem gemeinsamen Kraftakt können bis 2007 noch mehr Städte und Gemeinden vom Vier-Milliarden-Ganztagsschulprogramm der Bundesregierung profitieren.“

Die geförderten Schulen in der Übersicht:

METZINGEN:
– Neugreuth Grund- und Hauptschule und Schönbeinrealschule: Summe Zuschuss: 2,287 Millionen Euro, insbesondere für drei Klassenräume der Schönbeinrealschule, die für die Ganztagsbetreuung gebraucht werden und für weitere Technikräume an der Neugreuth-Schule
– Dietrich Bonhoeffer-Gymnasium: Summe Zuschuss: 2,256 Millionen Euro, für Mensa, Gymnastikräume und ein Hallendrittel der geplanten Sporthalle.

BAD URACH:
– Grund- und Hauptschule: Summe Zuschuss: 1,25 Millionen Euro für Neubau, Umbau und Ausstattung (unter anderem für Mensa, vier Gruppenräume, Mehrzweckraum)
– Graf-Eberhard-Gymnasium: Summe Zuschuss: 1,015 Millionen Euro für Neubau und Ausstattung (unter anderem Mensa, Multifunktionsraum)

Kontingentstundentafel und Chancengleichheit auf Bildung

Antrag der Abg. Klaus Käppeler u. a. SPD

Der Landtag wolle beschließen, die Landesregierung zu ersuchen

I. zu berichten,

  1. wie viele Wochenstunden Unterricht einem Schüler der Hauptschule, der Werkrealschule, der Realschule und des Gymnasiums in den Klassen 5 – 9 bzw. in den Klassen 5 – 10 jeweils zusammen im Kernbereich, im Wahlpflichtbereich und im integrierten Bereich nach den neuen Kontingentstundentafeln garantiert zustehen;
  2. wie viele Wochenstunden Unterricht einem Schüler der Hauptschule, der Werkrealschule, der Realschule und des Gymnasiums in den Klassen 5 – 9 bzw. in den Klassen 5 – 10 jeweils zusammen im Erweiterungsbereich, den Ergänzenden Angeboten und in den Pädagogischen Schwerpunkten nach den neuen Kontingentstundentafeln garantiert zustehen;
  3. wie viele Wochenstunden Unterricht der in den Kontingentstundentafeln der einzelnen Schularten ausgewiesenen Pool-Stunden den Schulen garantiert zugewiesen werden;
  4. ob die Zuweisung der in den Kontingentstundentafeln der Hauptschule und der Werkrealschule ausgewiesenen 6 Unterrichtsstunden für Ergänzende Angebote im Erweiterungsbereich dem Ermessen des Staatlichen Schulamtes obliegt und nach welchen Kriterien diese Zuweisung erfolgt;
  5. wie viele dieser 6 Unterrichtsstunden für welche Zwecke bereits von vorneherein den Schulen nicht für ihre Planung zur Verfügung stehen und ob damit Stütz- und Fördermaßnahmen in den Klassen 5 – 7 ebenso wie andere Ergänzende Angebote nicht in dem Umfang angeboten werden können, wie die Kontingentstundentafel dies glauben macht;
  6. wie viele Wochenstunden Unterricht Hauptschüler, Werkrealschüler und Realschüler gegenüber den Schülern des Gymnasiums weniger erhalten und welche Begründung es dafür gibt;

II. die Kontingentstundentafel so zu ändern, dass die Schülerinnen und Schüler aller Schularten in der Sekundarstufe I der allgemein bildenden Schulen gleichermaßen mit Unterrichtsstunden versorgt werden.

Stuttgart, 1. April 2004

Käppeler, Zeller, Christine Rudolf, Bayer, Dr. Caroli, Margot Queitsch, Wintruff SPD

Begründung:

Die Kontingentstundentafel der Klassen 5 – 10 für das Gymnasium weist 206 Wochenstunden aus, die der Werkrealschule 179, wobei 6 zusätzliche Wochenstunden für Stütz- und Förderunterricht in den Klassen 5 bis 7 im Rahmen der zur Verfügung stehenden Ressourcen vom Staatlichen Schulamt zugewiesen werden können – und damit nicht garantiert sind. In der Diskussion um zusätzliches Personal bei der Einrichtung von Ganztagesschulen sollte dieser Aspekt Eingang finden. Fordern und Fördern braucht entsprechendes Personal. Die ungleiche Verteilung der Ressourcen auf die Schularten widerspricht der Chancengleichheit.

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