Fachgespräch über die Förderung der Kinder

BURLADINGEN. Aufbruchstimmung herrschte im Burladinger Pfarrsaal am Ende eines Fachgesprächs der SPD zur Sprachförderung im Kindergarten. „Wir wollen mehr tun für die Sprachförderung. Wenn es nicht genug Unterstützung vom Land gibt, dann müssen wir es trotzdem vor Ort schaffen“, so lautete die Bilanz der 40 Erzieherinnen, Lehrerinnen, Eltern und Fachleute, die von der Ortsvereinsvorsitzenden Marion Faigle begrüßt werden konnten.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler stellte die große Bedeutung der Bildung in der Elementarerziehung des Elternhauses und des Kindergartens heraus. Käppeler wies auf die gestiegene Verantwortung der Kommunen und anderer Träger für die personelle Ausstattung der Kindergärten und auf die Möglichkeiten einer finanziellen Unterstützung der Sprachförderung durch die Landesstiftung hin.

Unter der fachkundigen Moderation von Angela Godawa kamen dann die Fachleute zu Wort: Lehrerinnen der Grundschule und Rektor Simmendinger bestätigten die zunehmenden Probleme in der ersten Klasse hinsichtlich der Sprachfähigkeit. Die Unterschiede zwischen den Kindern – was sie verstehen und ausdrücken können – seien heute viel größer als früher. Die Kindergarten-Fachberaterin des Kreises, Heide Schmid, stellte drei Möglichkeiten der Abhilfe vor: Der zuständige Sprachheilpädagoge, Dr. Kelkenberg, bot an, in Kindergärten zu kommen. Frau Adler-Merbach stellte das „Denkendorfer Modell“ vor, das in vielen Gemeinden bereits eingesetzt werde und als dritte Möglichkeit biete sich das „Modellprojekt Sprachförderung“ der Landesstiftung an.

Die Kindergartenleiterin Christine Kaufmann-Schmid drückte die gemeinsame Hoffnung der Erzieherinnen und Eltern aus, dass es gelingen könne, alle drei Ansätze zu einem Konzept zu verknüpfen.

Besonderheiten des kanadischen Schulsystems

Gesamtschule: Die Schüler besuchen sechs bis acht Jahre lang gemeinsam die Grundschule, dann folgt die Sekundarschule (Highschool). Zur Grundschule gehört auch die Vorschule, für Vierjährige halbtags, für Fünfjährige ganztags. Behinderte Kinder werden bis auf wenige Ausnahmen in die regulären öffentlichen Schulen integriert, teilweise in Sonderklassen.

Ganztagsschulen: Der Unterricht findet von 8.45 bis 15.45 Uhr statt, davor und danach gibt es Betreuungsangebote.

Schulkommissionen: Die Provinzen stellen den regionalen Kommissionen (in Ontario 72) Geld für die Schulen zur Verfügung, über die Verteilung entscheiden die Kommissionen. Sie werden von einem Aufsichtsrat geleitet, dessen ehrenamtliche Mitglieder von der Bevölkerung auf drei Jahre gewählt werden. Die Kommission stellt auch Schulleiter und Lehrer ein und regelt Schulbau und Schülertransport.

Lehrer: Sie sind 15 Minuten vor Schulbeginn bis 15 Minuten nach Schulschluss in der Schule : In Ontario unterrichten sie 1300 Minuten pro Woche, in Quebec in der Grundschule 20 Stunden (à 60 Minuten), in der Sekundarschule 17 Stunden. Das Gehalt beträgt je nach Dienstjahren 33 000 bis 62 000 kanadische Dollar, Grundschulleiter erhalten 75 000 bis 82 000 Dollar, Sekundarschulleiter 84 000 bis 91 000. (ca. 0,60€ = 1 kann.$)

Lehreraus- und -fortbildung: Die reguläre Lehrerausbildung besteht aus einem dreijährigen Universitätsstudium und einer einjährigen Lehrerausbildung. Absolventen in Ontario erhalten beim Ontario College of Teachers, einer unabhängigen Agentur, der alle Lehrer angehören, ihre Lizenz. Lehrer aus anderen Provinzen oder dem Ausland müssen Nachweise vorlegen und Tests machen. Für Lehrer gilt: Sie müssen ihre Lizenz alle fünf Jahre erneuern. Dafür sind regelmäßig Fortbildungen nötig. In Quebec gibt es solche Vorschriften nicht. Aber Fortbildung wird ebenfalls erwartet.

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Besuch auf dem Landwirtschaftlichen Hauptfest in Stuttgart

STUTTGART. Im Rahmen des diesjährigen 96. Landwirtschaftlichen Hauptfestes ließen es sich die Mitglieder des Landtagsausschusses für Ernährung und Ländlichen Raum nicht entgehen, dem Ministerium für Ländlichen Raum (MLR) über die Schulter zu schauen. Hatte doch das MLR in Halle 1 beim Landwirtschaftlichen Hauptfest so ziemlich alle Landesanstalten und Unterbehörden anschaulich darstellen lassen, wozu sie fähig und wofür sie zuständig sind.

Mit dem Ausschussvorsitzenden Karl Traub an der Spitze nahmen sich die Agrarpolitiker vom Landtag viel Zeit, um auch Gespräche mit den Ausstellern zu führen.

Für MdL Gerd Teßmer, agrarpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion war dabei besonders der gemeinsame Stand des Ministeriums und DaimlerChrysler von Interesse. Hier wurde der von DaimlerChrysler propagierte Designerkraftstoff vorgestellt, der in etwa 5 bis 6 Jahren die bisherigen Kraftstoffe Diesel und Benzin ersetzen soll. Hergestellt werden soll er auf der Grundlage von Getreide, also aus nachwachsenden Rohstoffen. Der Vorteil liegt, nach DaimlerChrysler, darin, dass nur niedrigste Schadstoffwerte anfallen und dass die Motoren bei dieser Kraftstoffart nur noch genau für ihren Bedarf entwickelte Zusammensetzungen erhalten. Laut DaimlerChrysler würde damit auch der bisherige Bio-Diesel aus Raps abgelöst. Auf eine entsprechende Anfrage von MdL Gerd Teßmer begründeten die Vertreter von DaimlerChrysler die angekündigte Rücknahme der Bio-Diesel-Freigabe für ihre Fahrzeuge mit der nicht immer gleichbleibenden Qualität von Bio-Diesel (Raps-Methyl-Ester). Dem widersprach MdL Gerd Teßmer, dass durch die erfolgte europaweite Normfestlegung (EN 14214) für Bio-Diesel eigentlich nur noch qualitativ gleichbleibender Bio-Diesel angeboten werden dürfe. Auch sei durch die serienreif vorhandene Sensortechnik eine problemlose Zuführung gewährleistet. Dass man zur Erfüllung der höher werdenden EU-Abgasnorm noch etwas tun müsse, betreffe in weit höherem Maße den mineralischen Diesel.

Auch stehe die Herstellung von Treibstoffen für Benzinmotoren auf Ethanol-Basis kurz vor der Serienreife. Hier laufe gerade eine vom MLR unterstützte Rentabilitätsstudie und auch die Südzucker-AG baue im sächsischen Zeitz eine Ethanol-Anlage auf Bio-Basis.
Zu diesem komplizierten Thema bietet die SPD-Landtagsfraktion am Montag, 20. Oktober 2003 im Landtag unter der Moderation von MdL Gerd Teßmer eine Experten-Anhörung an, zu der neben DaimlerChrysler auch weitere Interessenten an biologisch hergestellten Kraftfahrzeugtreibstoffen zugesagt haben.

Aber auch Vermarktungsstrategien, regionale Erzeugergemeinschaften und die Arbeit der Flurneuordnung waren Ziele beim Rundgang des Agrarausschusses.

Mit dem Bildungsausschuss in Kanada

Vom 13.09. – 19.09. besuchte der Ausschuss für Jugend, Schule und Sport in Kanada die Provinzen Ontario und Quebec.

Ziel des Fachprogramms war es, das Bildungssystem in Kanada kennen zu lernen. Dies bot sich aus mehreren Gründen an:

  • Kanada lag bei der PISA Studie

    nach Finnland auf Platz 2

  • Die Bildungsangelegenheiten liegen

    wie in der Bundesrepublik auf provinzialer Ebene

  • Kanada muss viele Schülerinnen

    und Schüler aus den unterschiedlichsten Nationen und Sprachen integrieren.

Das Bildungssystem Ontarios ist umfangreich reformiert worden. Neue Bildungsstandards, Evaluierungsbehörden und Lehrerbehörden wurden geschaffen mit dem Ziel, das gesamte Bildungsniveau zu standardisieren und durch entsprechende Evaluationen zu verbessern.

Das Bildungsministerium erstellt detaillierte Leistungsstandard, die die Schüler erbringen müssen – inklusive Kindergarten, der in Ontario zum Schulsystem gehört. Diese Standards werden vom Ministerium in regelmäßigen Abständen überprüft und angepasst.

Provinzweit werden in den Klassen 3, 6 und 9 Leistungstests in Lesefähigkeit sowie im mathematischen und naturwissenschaftlichen Wissen durchgeführt und veröffentlicht. Durch die Veröffentlichung der Prüfungsergebnisse entsteht ein Wettbewerb unter den Schulen mit dem Ziel, möglichst gut abzuschneiden.

Das Teachers College stellt Lehrerzertifikate aus und erteilt die Zulassung zum Lehrberuf. Lehrer in Ontario müssen ihr Lehrzertifikat alle 5 Jahre erneuern. Dabei muss nachgewiesen werden, dass man an einer bestimmten Zahl von Fortbildungsmaßnahmen teilgenommen hat. Das Teachers College trägt zur Verbesserung der Professionalität der Lehrertätigkeit, insbesondere im Hinblick auf diagnostische und methodische Kompetenz als Bestandteil systematischer Schulentwicklung bei.

Die Parkdale Public School im Westen Torontos hat 750 Schüler, die 80 verschiedene Staatsangehörigkeiten repräsentieren. In der Schule werden 60 verschiedene Muttersprachen gesprochen. Alle Schüler erhalten vom Schulsystem geförderte Sprach- und Integrationskurse, so dass alle Schüler das vorgegebne Bildungsniveau erreichen.

Die Shirley Street School hatte 250 Schüler, von denen ca. 55% seit weniger als zwei Jahren in Kanada sind. Die Delegationsmitglieder zeigten sich beeindruckt von der Hingabe und Begeisterung, mit der die Schulleiter und Lehrer von ihren Aufgaben berichten.

Ein Schwerpunkt der guten Frühförderung ist die Sprachförderung. 98 Prozent der Fünfjährigen nutzen das freiwillige und kostenlose Angebot. Von den Vierjährigen sind es nur 20 Prozent – aber nicht weil Eltern ihre Kinder noch nicht dorthin schicken wollen, sondern weil es nicht mehr Plätze gibt. Deshalb kommen vor allem Kinder aus sozial und wirtschaftlich schwachen Familien in den Genuss der Frühförderung. Ganztagsschule, Hausaufgabenhilfe, eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern bieten gute Lernbedingungen. Dieses Modell zahlt sich aus: Der Unterschied zwischen den besten und den schlechtesten Schülern ist viel kleiner als in Deutschland, Kinder aus Einwanderfamilien sind in Kanada erfolgreicher und landen seltener im Abseits.

„Ich denke, dass unser Erfolg auch darauf beruht, dass die Schüler nicht früh in Leistungsgruppen getrennt werden“, sagt Paul Cappon, Direktor der kanadischen Kultusministerkonferenz.

Nicht allein das Geld macht den Schulerfolg möglich, wenngleich Bildung als Schlüssel zum Erfolg gilt und der Staat 5,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in das Bildungswesen investiert. Zum Vergleich: In der Bundesrepublik sind es 4,7 Prozent.

Lehrer und Bildungspolitiker glauben daran, dass alle Kinder erfolgreich lernen können. Dass dies in kleinen Gruppen besser geht als in großen, wissen die Schulbehörden, deshalb sind in der ersten Grundschulklasse höchstens 20 Kinder. Je älter die Schüler sind, desto größer werden die Klassen. Erzieherinnen, Sozialpädagogen, Schulpsychologinnen und Eltern unterstützen die Schulen.

Ebenso wichtig ist der Respekt, den sich Schüler und Lehrer entgegenbringen. In der Eingangshalle der Sekundarschule Joseph-Francois Perreault in Québec mahnt ein Wandbild zur Toleranz. Auch hier lernen Jugendliche aus vielen Nationen gemeinsam. Sie bereiten sich aber nicht nur in ihren Fächern auf Studium oder Berufsleben vor, sondern lernen auch, Verantwortung zu übernehmen. Im Rahmen von Sozialprojekten unterstützen sie Jüngere bei den Hausaufgaben, begleiten Behinderte oder helfen bei der Essensausgabe für Obdachlose mit.

Käppelers Homepage besteht Test

STUTTGART. (rei) Die Homepage des SPD-Wahlkreisabgeordneten Klaus Käppeler hat bei einem Test der Fachzeitschrift „Politik & Kommunikation“ hervorragend abgeschnitten. Bei den insgesamt 728 bundesweit getesteten Internetseiten von Landtagsabgeordneten belegte Käppeler Rang 26, unter den baden-württembergischen Politikern sogar den neunten Platz. Geprüft wurden ausschließlich die Seiten von Landespolitikern, von den 1.924 Abgeordneten haben nur rund 38 Prozent eine Homepage. Siegerin wurde Käppelers Landtagskollegin Brigitte Lösch (Grüne) aus Stuttgart.

„Meine Homepage ist zwar relativ schlicht gestaltet, die Seiten werden allerdings ständig gepflegt“, erklärte Käppeler auf der Fraktionsklausur der SPD-Landtagsfraktion in Bad Wildbad. Statt schickem Design mit wenig Inhalten setze er auf klare Aussagen und Aktualität, auch die laufende Dokumentation seiner Arbeit im Wahlkreis und im Landtag sei ihm wichtig. Käppeler: „Das hat die Fachjournalisten wohl überzeugt.“

Mit dem Ergebnis sei er jedenfalls hochzufrieden, denn anders als bei den Testsiegern werde seine Homepage nicht von einer Werbeagentur betreut. „Die Programmierung erledigen meine Söhne, für die Texte sorgen ich und meine Mitarbeiter“. Man könne auch professionell arbeiten und gute Ergebnisse erzielen, ohne gleich für teures Geld die Hilfe von Designern einzukaufen. Die komplette Studie ist abrufbar unter www.politik-kommunikation.de/studien.shtml, Klaus Käppelers Homepage hat die Adresse www.klaus-kaeppeler.de.

Besuch bei OB Dr. Prewo in Nagold

Nagold (Kreis Calw). Im Rahmen der regelmäßigen Vor-Ort-Besuche stattete der Arbeitskreis Ländlicher Raum der SPD-Landtagsfraktion mit seinem Vorsitzenden Gerd Teßmer der Stadt Nagold im Kreis Calw einen Arbeitsbesuch ab. Anlaß dieses Besuches waren die in Nagold von Oberbürgermeister Dr. Rainer Prewo entwickelten Aktivitäten zur Wiederbelebung der Innenstädte und die von Nagold entwickelte Konzeption für eine auf Nachhaltigkeit und ‚grüne Urbanität aufbauende Landesgartenschau-Konzeption.

Die Mitglieder des Arbeitskreises Ländlicher Raum Gerd Teßmer (Mosbach), Klaus Käppeler (Münsingen), Birgit Kipfer (Gärtringen), Herbert Moser (Tuttlingen), Alfred Winkler (Waldshut) und Christoph Bayer (Gutach) hatten davon gehört, wie OB Prewo neue Konzepte für die Wiederbelebung der Innenstädte unter Stärkung der Grüngürtel im Zentrum entwickelt hat und wollten direkt vor Ort sich die Planungen und bereits erfolgten Maßnahmen zeigen lassen.

Der Arbeitskreisvorsitzende Gerd Teßmer wies in seinem Beitrag darauf hin, dass man vor einigen Jahren bereits in Nagold war und damals die Konzeption von Stadt- und Landentwicklung sich vorstellen ließ. Für die Nagolder Sozialdemokraten war der Ortsvereinsvorsitzende Rainer Schmid gekommen und mit Sigrun Vögele war auch die SPD-Stadtratsfraktion durch ihre Vorsitzende vertreten. Von der Stadt waren neben OB Dr. Rainer Prewo die Stadtplaner Dorothea Traub und Guido Grüner gekommen. OB Prewo dankte den SPD-Abgeordneten für das gezeigte Interesse und führte zunächst in die Probleme einer Stadt im ländlichen Raum ein. Auch in Nagold sei das Problem der Verlagerung von Verkaufsangeboten auf die grüne Wiese außerhalb des Stadtzentrum nicht aufzuhalten gewesen. Man habe aber inzwischen Maßnahmen entwickelt, die der Entwicklung der Großeinkaufszentren genauso Rechnung tragen wie dem Bedürfnis einer breiten Bürgerschaft, im Stadtzentrum zu leben und mit kurzen Wegen einzukaufen. „Wir glauben an das ‚Roll back‘ bei den Einkaufsmöglichkeiten, aber die Rückholung der Angebote kommt nicht von alleine“, betonte Dr. Prewo gegenüber den SPD-Abgeordneten.

Wenn aber wie in Nagold inzwischen der Fall die Gewerbetreibenden zusammenarbeiteten dann können die Entwicklung gestoppt werden. In Nagold verbinde man das mit der Renaturierung der Gewässer und der ökologischen Inseln mitten in der Stadt. „Bei uns soll zukünftig Zentralität und Überlebensfähigkeit der Innenstadt durch Grün gefördert werden. Diese könnte durch eine Landesgartenschau, die ohnehin noch nie in dieser Schwarzwaldregion stattgefunden habe, zusätzliche Impulse erhalten“, meinte der Oberbürgermeister.

Als man mit den Grünplanern an das Projekt ‚Landesgartenschau‘ gegangen sei, habe man eine unerwartete Resonanz innerhalb der Bevölkerung und zwar bei allen Altersschichten erfahren. Auch die Wirtschaft ziehe in dieser fast 24 000 Einwohner-Stadt mit. Inzwischen sei eine richtige Bürgerbewegung für die Idee „Landesgartenschau 2010“ in Nagold entstanden.

Für die Abgeordneten vom Arbeitskreis ländlicher Raum waren die Aussagen von OB Dr. Rainer Prewo vor allem zur entwickelten Konzeption interessant. So würden Zukunftsperspektiven aufgezeigt, die nicht unerhebliche Investitionen nach sich zögen. Eine Landesgartenschau bedeute eine „Markenwertschöpfung“ für den Veranstalter und bringe zusätzliche Impulse für den sich immer mehr durchsetzenden Städtetourismus. Dabei stehe der Wirtschaftlichkeitsfaktor bei den Überlegungen ganz vorne.
Dass man in der Stadt Nagold über vier Naturschutzgebiete verfüge, von denen drei mitten in der Stadt liegen, gehöre auch zu einer Zukunftsplanung, Wohnen, Leben, Einkaufen und Natur auch im Stadtzentrum in Einklang zu bringen.

Die Abgeordneten wiesen auf die derzeit vorbereitete Parlamentsinitiative „Zukunft der Gartenschauen in Baden-Württemberg“ hin und machten deutlich, dass man von der Darstellung und dem festen Ziel einer nachhaltigen Stadtentwicklung ohne den ständigen Ruf nach staatlichen Zuschüssen höchst beeindruckt sei. Für den Arbeitskreis bedankten sich MdL Gerd Teßmer als Vorsitzender und Birgit Kipfer als Betreuungsabgeordnete bei ihren Gastgebern Dr. Rainer Prewo, Sigrun Vögele, Guido Grüner und Rainer Schmid.

MdL Klaus Käppeler bei der Erzeugergemeinschaft Schwarzwald-Nord

Nordschwarzwald. „Wir haben etwas gemacht, was der Region nutzt“. Mit dieser Aussage brachte der Geschäftsführer Mario Zimmermann gegenüber dem Vorsitzenden des SPD-Arbeitskreises Ländlicher Raum (AK) des baden-württembergischen Landtags MdL Gerd Teßmer und den AK-Mitgliedern MdL Klaus Käppeler, MdL Birgit Kipfer und MdL Alfred Winkler zum Ausdruck. Die SPD-Mitglieder hatten die Metzgerei der „Erzeugergemeinschaft Schwarzwald-Nord und Gäu“ mit Sitz in Freudenstadt deshalb ausgesucht, weil dieser Zusammenschluss von 24 landwirtschaftlichen Betrieben erfolgreich Selbstvermarktung von Fleisch und Fleischprodukten betreibt.

Für MdL Gerd Teßmer und die Landtagsabgeordneten des AK ist diese Erzeugergemeinschaft ein deutliches Beispiel dafür, wie im Agrarbereich Landwirte ihr Einkommen sichern können. Dass diese Einrichtung ohne staatliche Zuschüsse entstand und von Beginn an florierte, sei ein Weg, den man nachahmen könne, betonte MdL Klaus Käppeler.

Der Vorsitzende der Erzeugergemeinschaft Manfred Beilharz und der Geschäftführer Mario Zimmermann zeigten die Entstehungsgeschichte dieser gelungenen Selbstvermarktung auf. Man habe mit 5 Betrieben mit Rind- und Lammfleisch begonnen und nach zwei Jahren Anlaufzeit im Mai 2003 mit einer Metzgerei den Eigenverkauf aufgenommen. Die Erzeugergemeinschaft, die nur Vieh aus Mitgliedsbetrieben der Region vermarktet, verfolgt aber mit der Weidehaltung die Offenhaltung der Landschaft, der artgerechten Tierhaltung und der Kooperation mit dem Tourismus noch weitere Ziele für die von Fremdenverkehr lebenden Schwarzwaldgemeinden.

Geschäftsführer Mario Zimmermann zeigte auf, welch hohen Qualitätsstandards man seinen Mitgliedern auferlege und mit welchem geschützten Logo man arbeite. „Vom Herkunfts- und Qualitätszeichen Baden-Württemberg (HQZ) sind wir“, so Geschäftsführer Zimmermann, „enttäuscht, denn beim HQZ bewegt sich nichts“. Man habe inzwischen auch ein eigenes Kontrollsystem entwickelt und habe Antibiotika und Tierarzneien auf ein Minimum reduziert.

Die Mitglieder melden jeweils 3 Monate vor der Schlachtung ihre Tiere an und die Erzeugergemeinschaft habe sich verpflichtet, alle Tiere auch abzunehmen. Geschlachtet werde im Europaschlachthof Brühl, zerlegt im eigenen Betrieb in Baiersbronn. Die Gemeinschaft kaufe Produkte aus der Region hinzu, z.B. Nudeln und Schweinefleisch, worauf HQZ-Standard Mindestliefervoraussetzung sei.

Für die Fremdenverkehrsorte im Schwarzwald habe die Wiedereinführung von Weidewirtschaft in einer Größe von 1400 ha eine bessere Offenhaltung der Landschaft gebracht. Auch der Verbraucher verlange vermehrt nach einer gewissen Anlaufzeit Ochsenfleisch aus Weidehaltung und auch eine Reihe von Gastronomen decke sich mit Qualitätsfleisch der Erzeugergemeinschaft ein und werbe auch damit.

Für die Landtagsabgeordneten Gerd Teßmer, Birgit Kipfer, Klaus Käppeler und Alfred Winkler überraschte die Aussage des Geschäftsführers Mario Zimmermann, dass man nur von der EU Anschubhilfe erhalten habe. Lediglich bei der EDV-Vernetzung habe man etwas vom Land erhalten, ansonsten habe man vom Land keine Förderung erfahren und auch das Landwirtschaftsamt habe dieses Projekt mehr behindert als gefördert.

„Heute haben wir zehn Beschäftigte, machen als kleine regionale Erzeugergemeinschaft schon 700.000 Euro Umsatz im Jahr und zahlen unseren Landwirten deutliche mehr als die üblichen Fleischaufkäufer“, stellte der Geschäftsführer selbstbewusst fest.

Für MdL Klaus Käppeler war darüber hinaus noch wichtig, dass nun im Nordschwarzwald auch Steilhanglagen wieder beweidet würden, geeignete Tiere auf schwierigen Flächen gehalten und den teilnehmenden Landwirten eine Zukunftsperspektive eröffnet würden.

Heisse Steine

BAD URACH. (rei) Die baden-württembergische Landesregierung hat es abgelehnt, Entwicklung und Bau von Erdwärmekraftwerken finanziell zu fördern. Dies geht aus einer Stellungnahme des Landeswirtschaftsministers Walter Döring (FDP) auf eine entsprechende Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. Die Anfrage geht auf die Initiative des SPD-Wahlkreisabgeordneten Klaus Käppeler zurück, der auch jüngst wieder im Rahmen einer Wahlkreistour für ein Geothermiekraftwerk in Bad Urach geworben hat.

„Die Botschaft aus Stuttgart könnte kaum eindeutiger sein, Teufel und Döring setzen weiter auf Atomstrom, nach der Windkraft ist nun offensichtlich auch die Erdwärme außen vor“, sagte Käppeler nach Veröffentlichung der Stellungnahme. Der SPD-Abgeordnete zeigte sich besonders verärgert über die Begründung für die ablehnende Haltung. Als Voraussetzung für ein finanzielles Engagement Baden-Württembergs im Bereich der Erdwärme, so Käppeler, werde faktisch eine Fortführung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verlangt. Dieselbe Landesregierung bekämpfe das von der rot-grünen Bundesregierung verabschiedete EEG aber im Bundesrat mit allen Mitteln.

Bei einem Besuch in Bad Urach im Rahmen einer neuntägigen Radtour durch seinen Wahlkreis konnte Käppeler vergangene Woche auch Vertreter der EnBW sowie eines Hamburger Entwicklungsbüros begrüßen. „Ich habe mich über das Interesse am Uracher Entwicklungsprojekt sehr gefreut“, sagte Käppeler. Dass sich mittlerweile auch etablierte Stromversorger und Ingenieurbüros für die Erdwärmenutzung interessierten, zeige die Bedeutung des Themas für die gesamte künftige Energieversorgung. „Die Geothermie benötigt zum Durchbruch aber die Bereitstellung weiterer Forschungskapazitäten und vor allem von Bürgschaften, hier muss sich endlich auch die Regierung Teufel engagieren.“

Radtour durch die Hechinger Ortsteile

HECHINGEN. (rei) Auf seiner neuntägigen Radtour durch den gesamten Wahlkreis hat der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler (Zwiefalten) Station in der Region Hohenzollern gemacht. Neben einer Tagesetappe im Raum Bisingen kam Käppeler auch nach Hechingen und durchfuhr an einem Tage alle Teilorte.

„Bei den Tagestouren lassen wir uns viel Zeit für Gespräche und Besichtigungen, beides kommt in politischen Tagesgeschäft und bei offiziellen Terminen häufig zu kurz“, erklärte Käppeler. Wie bei den anderen Etappen wurde der SPD-Abgeordnete von zahlreichen Mitradlern begleitet. Mit den beiden SPD-Stadträttinnen Ingrid Gruler und Margret Simoneit hatte Käppeler an diesem Tag zwei sachkundige Begleiterinnen zusätzlich mit im Tross.

In den Gesprächen mit den Ortsvorstehern kamen unter anderem der Hochwasserschutz und die Problematik des Landschaftsschutzes bei der Erschließung von Baugebieten zur Sprache. Der Abgeordnete informierte sich auch über den Stand der Ortskernsanierungen und die Erhaltung historischer Bausubstanz. Käppeler wies auf das Investitionsprogramm der Bundesregierung im Rahmen der „Agenda 2010“ hin: „Künftig können sowohl Kommunen als auch Privatleute zinsverbilligte Darlehen für die Renovierung von Albauten erhalten.“

Käppeler zeigte sich positiv überrascht, dass die Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren im Raum Hechingen auf so große Nachfrage stoßen. Die anwesenden lokalen SPD-Vertreter sahen sich in ihrem langen Engagement für eine bessere Betreuung bestätigt, Käppeler sieht zudem die Landesregierung unter Zugzwang: „Die Kommunen werden von der Bundesregierung mit insgesamt 1,5 Milliarden Euro unterstützt, nun müsste sich endlich auch das Land in angemessener Form beteiligen.“