Netzwerkbetreuer und Multimediaberater

Antrag der Abg. Klaus Käppeler u. a. SPD

Der Landtag wolle beschließen, die Landesregierung zu ersuchen

zu berichten,

  1. wie viele Lehrerinnen und Lehrer – aufgeschlüsselt nach Schularten sowie auf die vergangenen fünf Schuljahre –eine Fortbildung zum Netzwerkbetreuer und zum Multimediaberater absolviert haben, wie viele Fortbildungen davon Schulleiterinnen und Schulleiter wahrgenommen und wie viele Lehrerinnen und Lehrer sich zu einer solchen Fortbildung gemeldet haben;
  2. wie viele Arbeitsgemeinschaften die Multimediaberater und Netzwerkbetreuer in diesem Schuljahr als Multiplikatoren für Kolleginnen und Kollegen sowie als Unterrichtsangebote für Schülerinnen und Schüler anbieten und wie viele schulinternen Lehrerfortbildungsmaßnahmen im Bereich IuK insgesamt durchgeführt wurden;
  3. wie die Aufgaben der schulischen Netzwerkbetreuer definiert sind, wie die zeitliche Belastung der Netzwerkbetreuer eingeschätzt wird und wieso sie den Arbeitsaufwand der Netzwerkbetreuer an Allgemeinbildenden Schulen von dem der Beruflichen Schulen unterscheidet;
  4. wie künftig die Aufgaben von Netzwerkbetreuern und Schulträgern bezüglich der den Schulträgern obliegenden Pflicht zur Bereitstellung und Pflege der Computer geregelt werden sollen und wie sie gedenkt, die Schulträger bei der Anschaffung und Wartung schulischer Netzwerke zu unterstützen;
  5. welche Versuche bei der Fortbildung der schulischen Netzwerkbetreuer unternommen werden, dem ständigen Wechsel der Systemanforderungen gerecht zu werden;
  6. wie viele ausgebildete Netzwerkbetreuer bzw. Multimediaberater wegen Arbeitsüberlastung diese Tätigkeit nicht mehr ausüben;
  7. wie viele Lehrerinnen und Lehrer prozentual – außer in ITG und Technik –regelmäßig den PC bzw. den Computerfachraum in ihre Lehrtätigkeit integrieren;
  8. wie Schulen beim Umgang mit Problemseiten des Internets z.B. mit gewaltverherrlichenden und pornografischen Inhalten unterstützt werden und welche Unterstützung zur Entwicklung pädagogisch wertvoller Software geleistet wird;
  9. wie Lehrerinnen und Lehrer über diese Programme informiert werden, wie sie mit der Vielfalt umgehen und welche Hilfen beim Aussortieren von pädagogisch minderwertigen Programmen geleistet werden;
  10. welche Ausgaben für die Lehrerfortbildung im IT-Bereich in der mittelfristigen Finanzplanung vorgesehen sind und wie die im Rahmen der “Multimediaoffensive an Schulen” ursprünglich für die Lehrerfortbildung vorgesehenen 22 Mio. € aus Mitteln der Landesstiftung stattdessen verwendet werden sollen.

II. Die gesetzlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Verbundschulen eingerichtet werden, an denen gemeinsamer Unterricht erteilt wird.

Stuttgart, 6. Oktober 2004

Käppeler, Zeller, Bayer, Dr. Caroli, Margot Queitsch, Christine Rudolf, Wintruff SPD

Begründung:

Die Wartung eines Computernetzes stellt die betreuenden Lehrkräfte vor ernorme Probleme. Als nicht oder völlig unzureichend geschulte Betreuer sind viele nicht in der Lage, anfallende Störungen selbständig zu beheben. Ihr zeitlicher Aufwand für Lösungsversuche, um einen reibungslosen ITG-Unterricht zu gewährleisten, erreicht Dimensionen, denen sie nicht mehr gewachsen sind. Sie sollen zusätzlich zu ihrer eigentlichen beruflichen Tätigkeit hochkomplizierte Systeme warten, die sie nicht beherrschen. Einmalige Einweisungen bei der Einrichtung eines Netzwerkes reichen nicht aus, den alltäglichen Betrieb sicher zu stellen. Weder der Einrichter des Netzwerkes noch die betreuenden Lehrer können vorhersagen, welche Probleme im Betrieb mit Schülern auftreten.

Wenn die Betreuer in der Lage sein sollen auf Störungen reagieren zu können, bedarf es umfangreicher und regelmäßig wiederholter Schulungen durch eine qualifizierte Fachkraft. Die von der Landesregierung vielfach groß angekündigte “Medienoffensive an Schulen II” ist auf Minimalniveau zusammengeschrumpft, nachdem auch die Landesregierung einsehen musste, dass die Lehrerfortbildung zu den ureigensten Aufgaben des Landes als Arbeitgeber zählt und damit nicht gemeinnützig ist. Leidtragende dieser absoluten Planungsunfähigkeit der Landesregierung sind die Schulen und die mit der Netzwerkbetreuung beauftragten Lehrkräfte: anstelle der angekündigten 22 Mio. € für die Multimedia-Fortbildung aus Mitteln der Landesstiftung stellt das Kultusministerium im Doppelhaushalt nur 3,6 Mio. € für die dringend erforderliche Lehrerfortbildung zur Verfügung.

Dies ist absolut unzureichend und gefährdet die Zukunftsfähigkeit unseres Schulwesens, da die Lehrerinnen und Lehrer in ihrer Freizeit den reibungslosen Ablauf des Netzwerkbetriebs sicherstellen sollen, kann von ihnen nicht zusätzlich noch erwartet werden, dass sie alle möglichen Störfaktoren durch das Studium dicker Handbücher vorausschauend erlernen. Anleitungen zur Lösung des Problems durch Fachkräfte müssen immer dann erfolgen, wenn der reibungslose Ablauf nicht mehr gewährleistet ist.

Es genügt nicht, die Anschaffung der Hardware von den Kommunen finanzieren zu lassen und die Wartung den Schulen zu überlassen. Dadurch wird eine physische und psychische Belastung aufgebaut, der die Netzwerkbetreuer nicht länger Stand halten. Jede Störung des Netzbetriebs wird in der Öffentlichkeit der Unfähigkeit der Betreuer zugeschrieben. Verstärkt wird dieser Druck dadurch, dass die Schulen häufig den Support durch Experten aus dem eigenen Etat bezahlen sollen. Wegen fehlender Mittel sehen sie sich jedoch gedrängt, die Probleme selber zu lösen.

Als sich die Netzwerkbetreuer bereit erklärt haben, diese betreuende Tätigkeit zu übernehmen, gingen sie davon aus, dass sie funktionierende Schülernetze erhalten und dass deren Wartung von qualifiziertem Personal übernommen wird, sie selbst alltägliche und kleinere Probleme lösen. Sollten sie in dieser Richtung nicht die nötige Unterstützung erfahren, besteht die Gefahr, dass sie sich auf ihre eigentliche Aufgabe besinnen, die Schüler den Umgang mit funktionierender Software in einem funktionierenden Netz zu lehren und nicht mehr als “Netzwerkbetreuer” an den Schulen zu Verfügung stehen.

Es ist nicht effektiv – weder für die Schule als Arbeitgeber noch für den Schulträger – wenn Lehrkräfte neben ihrer eigentlichen Arbeit einer Netzwerkadministration nachgehen müssen, für die in Industriebetrieben qualifizierte Mitarbeiter beschäftigt werden.

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Zügigen Ausbau der B 27 begrüsst

Hans-Martin Haller und Klaus Käppeler, die SPD-Landtagsabgeordneten des Zollernalbkreises haben in einem Gespräch mit Staatssekretär Stephan Hilsberg vom Bundesverkehrministerium die Entscheidung des Ministeriums für einen raschen Ausbau der B 27 begrüsst. Sehr erfreut zeigten sich die beiden MdL, daß nach der Entscheidung in Dusslingen noch in diesem Jahr mit dem Bau zu beginnen, nun die Würfel zugunsten der Kelterhautrasse durch das Bundesverkehrsministerium gefallen seien. Damit, so Haller, habe sich der Einsatz der SPD Zollernalb für den durchgehenden vierspurigen Ausbau gelohnt, denn nur dieser gewährleiste eine durchgreifende Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur für den Zollernalbkreis. Auf diese Weise werde eine Grundvoraussetzung geschaffen, dem Arbeitsplatzabbau in der Region Paroli zu bieten.Die noch ausstehende Planungsentscheidung zwischen Ofterdingen und Nehren müsse der Logik gehorchend nun auch zugunsten einer vierspurigen Trasse fallen.

Staatssekretär Stephan Hilsberg (SPD) sagte den Abgeordneten zu, die Position der SPD Zollernalb weiterhin zu unterstützen. Dies gelte auch für die südliche Fortsetzung der B 27, Balingen Richtung Rottweil mit den Ortsumfahrungen Endingen-Erzingen und Schömberg, die in den vordringlichen Bedarfsplan für den Bundesfernstraßenbau aufgenommen werden sollen.