Würdiger Empfang: Baacher ehren ihren Double-Ultra-Triathlon-Weltmeister Richard Widmer

Der Zeitpunkt war gut gewählt. Kein Tropfen Regen störte die feierliche Zusammenkunft am Marienbrunnen in Baach. Herbert Ott leitete als Büttel zeremoniell die Ehrung und verschaffte mit seiner Schelle Gemeinderat Bruno Auchter für seine Rede Aufmerksamkeit. "Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal als stellvertretender Bürgermeister einen Weltmeister ehren darf, und das an einem Tag, wo der Großteil Deutschlands nach Berlin zum DFB-Pokalfinale schaut, wo 22 Männer 90 Minuten einem Ball hinterherrennen und im Schnitt gerade einmal zehn Kilometer laufen. Du bist in 20 Stunden und 44 Minuten nicht nur 360 Kilometer Rad gefahren, sondern auch noch 7,6 Kilometer geschwommen und 84,4 Kilometer gelaufen – eine enorme Leistung."

Natürlich kam Auchter nicht mit leeren Händen. In einem Paket überreichte er dem frischgebackenen Weltmeister Richard Widmer, der zurzeit in Tübingen studiert, einen Secco zum Feiern, Nudeln als Kohlenhydratlieferant, eine Sonnenschutzcreme, ein Radlerreparaturset "für alle Fälle" und ein Raddress von Zwiefalter Klosterbräu, damit man künftig "erstens weiß, wo du her kommst und zweitens nicht mehr so über deine ,Wettkampfkleidung erstaunt ist." Im Gegensatz zu den übrigen Teilnehmern war Widmer nämlich weder mit einer Funktionsbekleidung fürs Radfahren noch fürs Laufen im österreichischen Neulengbach angetreten, noch dazu mit einem Rad, das er erst kurz vor dem Start ersteigert hatte. Büttel Herbert Ott hatte bei den Baachern nachgefragt und konnte ebenfalls einige Geschenke an "dr Ritsch" übergeben, darunter auch ein ganz wertvolles und seltenes von ihm selbst: Zwei Flaschen "Biddlschweiß". Wie sportlich die Baacher wirklich sind, zeigte sich im Anschluss beim Spaß-Triathlon, bei dem es galt, Enten über das Wasserbecken des Marienbrunnens zu pusten sowie auf Bobby-Cars und in altmodischer Unterwäsche die schnellste Runde auf dem Platz hinzulegen. Zuvor aber gabs vom Büttel "noch einen Rat zum Schluss, an alle Mütter, die voll Verdruss, schon ängstlich sich um Säuglinge sorgen, die nicht heute und auch nicht morgen, emmer no it laufa megat, ond sich viel liabr en da Waga legat: Dr Ritsch, ond des isch fei wohr, der isch au aischt gloffa, mit anderhalb Johr. Ond jetzt em Alter von einunddreißig, lauft der Bua doch ganz sche fleißig. Also denkat ui nix ond bleibat locker, späte Läufer geat guade Jogger."

Quelle: SWP vom 03.06.13, Autor und Foto: Alexander Eckert

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