Staatssekretär vor Ort

Staatssekretär Dieter Hillebrand besuchte gestern Zwiefalten. Anlass war, sich selber ein Bild vom Zustand der Landesstraße 245 zwischen Zwiefalten und Hayingen zu machen, nachdem diesen nicht nur der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler gegenüber dem Umwelt- und Verkehrsministerium beklagt und den Ausbau der Straße moniert hatte.

WALTRAUD WOLF

ZWIEFALTEN Der Besichtigung ging eine mehr als einstündige Information voraus, an der neben Käppeler, sein Kreistagskollege Rolf Bader und Zwiefaltens Bürgermeister Hubertus-Jörg Riedlinger auch der Gossenzugener Gemeinderat Bruno Auchter teilnahm.

Eingeladen worden waren auch die Landtagsabgeordneten Karl- Wilhelm Röhm ( CDU) und Renate Götting von der FDP, die sich entschuldigt hatte.

Zwei Dinge kristallisierten sich für den Staatssekretär nach der Besichtigungsfahrt heraus: Die Straße befindet sich „in absolut keinem guten Zustand“ in einem verkehrsunsicheren sei sie allerdings nicht. Er hält nichts davon, sie nur mit einem neuen Belag zu versehen, sondern plädierte für einen grundlegenden Ausbau. Den Zwiefaltern Hoffnungen zu machen, dass dies bald geschehen könne, sei aufgrund der finanziellen Situation des Landes unseriös, hielt er fest.

„Im Auge behalten“ Bislang ist ein Ausbau in der mittelfristigen Planung nicht enthalten, was die Jahre bis 2010 bedeutet. Dennoch werde er die Straße „im Auge behalten“ sicherte Hillebrand zu, und sollten sich Möglichkeiten einer Realisierung ergeben, wäre er „sehr dafür“.

Zudem stellte er bei der Rundfahrt von Zwiefalten an Gossenzugen und der Wimsener Höhle vorbei in Richtung Hayingen und über den Lorettohof zurück fest, dass nicht die Landesstraße 245 die Funktion einer Landesstraße inne hat, sondern die Kreisstraße 6746, wobei der Gemeindeverbindungsweg über den Lorettohof für den Schwerlastverkehr über sechs Tonnen gesperrt ist. Bereits in dem vorbereitenden Gespräch war deshalb noch einmal die Überlegung des Landes angesprochen und zur neuerlichen Diskussion empfohlen worden, die Lorettostraße zur Kreisstraße aufzustufen und im Gegenzug die Landesstraße abzustufen, wobei ihr grundlegender Ausbau vorangehen müsse.

Dieses Ansinnen hatte der Gemeindeverwaltungsverband, dem die Gemeinden Zwiefalten, Hayingen und Pfronstetten angehören, der befürchteten Folgelasten wegen abgelehnt.

Bei der Besichtigungsfahrt machten die einheimischen Mandatsträger allerdings darauf aufmerksam, dass die verkehrliche Situation der Kreisstraße an der Steige innerhalb von Zwiefalten sehr beengt ist und dann eines Ausbaus bedürfe, der möglicherweise teurer sei als jener der Landesstraße 245. Neu in die Diskussion gebracht wurde die Abstufung der Landesstraße nach ihrem Ausbau in eine Kreisstraße ohne Tausch, weshalb die Kreisräte beim Landkreis vorstellig werden sollen.

Unterschiedlich beurteilt wurde die verkehrliche Belastung der Straße. Bürgermeister Riedlinger unterstrich ihre Bedeutung für den Fernverkehr, vor allem aber auch für den Tourismus. Bruno Auchter wollte die Gossenzugener nicht vergessen wissen. Staatssekretär Hillebrand führte dagegen Landesstraßen auf, die sich in ähnlich schlechtem Zustand befänden und wesentlich stärker befahren seien. Zudem sei am beanstandeten Abschnitt der L 245 kein erhöhtes Unfallrisiko festzustellen.

Die Teilstrecke zwischen Hayingen und Schloss Ehrenfels war zwischen 1997 und 1999 mit einem Kostenaufwand von rund 89 000 Euro ausgebaut worden, allerdings auch nicht frostsicher.

Instandhaltungskosten

Seit dieser Zeit wurden in den Streckenabschnitt zwischen Ehrenfels und Zwiefalten rund 53 000 Euro für Instandhaltungskosten ausgegeben. Dass dieses Geld besser in einem Ausbau investiert worden wäre, machte Klaus Käppeler deutlich.

Für Staatssekretär Hillebrand ist klar, wenn Ausbau, dann richtig, mit einem neuen Belag, sei das Geld „in den Sand gesetzt“.

Er kehrte mit den Anliegen der Zwiefaltener nach Stuttgart zurück, nicht ohne das Gefühl der „Wellen“ auf der zuvor befahrenen Straße.

Schreibe einen Kommentar