SPD-Abgeordnete zum Fachbesuch in Albstadt

Die Beruflichen Schulen in Baden-Württemberg stehen vor großen Herausforderungen, die nur mit motivierten Lehrkräften und einer insgesamt besseren Lehrerversorgung gemeistert werden können. Dies ist das Resümee nach einem Besuch und Fachgespräch von sechs Landtagsabgeordneten der SPD an der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Albstadt.

Im Gespräch mit der Schulleitung, Lehrkräften, Elternvertretern und Wirtschaftsvertretern wurde deutlich, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Beruflichen Schulen wie etwa der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule besondere Bedeutung zukommen. Angesichts der weiter sinkenden Zahl an Ausbildungsplätzen bewerben sich auch im Zollernalbkreis viel mehr Schulabgänger für eine berufliche Vollzeitschule als in den vergangenen Jahren.

Für die SPD-Landtagsabgeordneten Norbert Zeller, Peter Wintruff, Christoph Bayer, Klaus Käppeler, Dr. Walter Caroli und Hans-Martin Haller stellen Berufliche Schulen wie die Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Albstadt ein hochattraktives Angebot dar.

Berufliche Schulen seien ein wichtiger Garant für einen Rest an Durchlässigkeit im baden-württembergischen Schulsystem, sagte der Delegationsleiter der SPD, Norbert Zeller. Die Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Albstadt sei dafür das beste Beispiel, so die Landtagsabordnung der SPD nach dem gemeinsamen Rundgang und Unterrichtsbesuch.

Einig waren sich SPD-Abgeordnete mit Schulleiter Eugen Straubinger und den weiteren Vertretern der Schule, dass die Beruflichen Schulen im Land dringend gestärkt werden müssen und weitere Sach- und Personalressourcen aus dem Landeshaushalt benötigen.

Der Landtagsabgeordnete Hans-Martin Haller forderte angesichts des Bewerberandrangs, mehr Eingangsklassen an Beruflichen Schulen im Land einzurichten: „Es ist völlig unverständlich, dass die Landesregierung die Beruflichen Schulen deckelt und keine zusätzlichen Klassen einrichten will. Sie ist damit mitverantwortlich, wenn Schulabgänger direkt in die Arbeitslosigkeit entlassen werden.“

Die von CDU-Kultusministerin Schavan angekündigte Deputatserhöhung für Lehrkräfte an Beruflichen Schulen bei gleichzeitiger Kürzung bzw. Streichung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes wurde sowohl von Schulvertretern als auch von den SPD-Landtagsabgeordneten heftig kritisiert. Schulleiter Eugen Straubinger sagte, die Arbeitszeitverlängerung sei Ausdruck einer Geringschätzung der Lehrkräfte an Beruflichen Schulen und völlig kontraproduktiv für die so notwendige Verbesserung der Unterrichtsqualität. Die jüngst von der CDU-Landesregierung verkündeten Maßnahmen haben nach Ansicht aller am Gespräch Beteiligten zur Folge, dass selbst hoch motivierte Lehrkräfte inzwischen mit Frust im Bauch unterrichteten. Dies gehe zu Lasten der Unterrichtsversorgung und der Unterrichtsqualität. Projekte zur Evaluation des Unterrichts, wie sie beispielsweise von der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Albstadt mit großem Erfolg für alle Beteiligten durchgeführt werden, drohen nach Ansicht der SPD-Delegation zu scheitern, wenn gleichzeitig das Ministerium anstelle einer Einführung von neuen Arbeitszeitmodellen über Nacht eine Deputatserhöhung anordne.

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