SPD-Abgeordnete zu Informationsbesuch im Konradihaus

SCHELKLINGEN – Über aktuelle Anliegen und Probleme des St. Konradi-hauses informierten sich die SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler, Mitglied im Schulausschuss, und Norbert Zeller, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, bei einem Besuch in Schelklingen. Begleitet wurden sie von den Ulmer SPD-Politikern Hilde Mattheis, MdB, und Martin Rivoir, MdL.

„Wir versuchen unser Haus als Wirtschaftsunternehmen zu sehen“, erläuterte Joachim Landthaler, Geschäftsführer des Konradihauses, das mit 190 Mitarbeitern zweitgrößter Arbeitgeber in der über 7000 Einwohner zählenden Stadt ist. Mehr als 150 Jugendliche, die zur Hälfte aus anderen Bundesländern kommen, werden in der Jugendhilfeeinrichtung betreut, die neben betreutem Wohnen, Schule und Ausbildung auch Zusatzleistungen anbietet wie zum Beispiel das Anti-Aggres-sivitätstraining, das gewaltbereiten Jugendlichen mit einer professionellen Methode begegnet.

Sorgen bereitet dem Konradihaus, dass die Rahmenvereinbarung für den Schulbereich seitens der Kostenträger bereits 2001 gekündigt worden und eine Nachfolgeregelung nicht in Sicht ist. Immerhin steht laut Geschäftsführer Landthaler für das Konradihaus die Finanzierung von etwa 270.000 Euro jährlich auf dem Spiel. Er machte darauf aufmerksam, dass die Sachkostenbeiträge nicht den gesamten Aufwand decken, weil unter anderem der investive Bereich wie zum Beispiel Baukosten und die konzeptionsbedingten Leistungen ausgeklammert sind. „Die diskutierte Erhöhung um zehn Prozentpunkte löst das Problem nicht“, sagte er. Ebenso wie die Abgeordneten bedauerten Land-thaler und Schulleiter Franz-Josef Aich, dass das Land im Nachtragshaushalt seine Zuschüsse für die Schulsozialarbeit verringert hat. Dadurch entfallen auch die Zuschüsse für das pädagogische Personal, das die Jugendlichen im Schülerwohnheim in Ehingen betreut. Im Hinblick auf die berufliche Bildung sicherten die SPD-Abgeordneten zu, dass sie an dem politischen Ziel festhalten, jeder Jugendliche möge eine Ausbildung erhalten. „Angebote zur Förderung dürfen nicht wegbrechen“, sagte Norbert Zeller.

Nach den Worten von Schulleiter Aich hat sich die Existenzberechtigung der Schulen für Erziehungshilfe bestätigt. „Wir wollen nicht nur Aufbewahrungsanstalt sein“, sagte er. Aus seiner Sicht sind neben einem niedrigeren Klassenteiler vermehrt Sonderformen erforderlich, nämlich Klassen für extrem auffällige Jugendliche, Aufnahme- und Integrationsklassen sowie eine zusätzliche Förderung und Betreuung durch Schulsozialarbeiter und Schulpsychologen. Hinzu komme, so Schulleiter Aich, dass bei den Sachkostenbeiträgen nicht unterschieden werde zwischen „normalen“ und Sonder-Berufsschulen. Die Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler und Norbert Zeller sicherten zu, dass sie die angesprochenen Themen im Schulausschuss des Landtags aufgreifen werden. Bei einem anschließenden Rundgang durch die Werkstätten und eine Wohngruppe machten sie sich ein Bild von den Ausbildungsmöglichkeiten des Konradihauses und den Wohngruppen.

von links nach rechts:
Günter Reutemann, Meister und technischer Lehrer
des St. Konradihauses, Joachim Landthaler,
Geschäftsführer des St. Konradihauses,
Norbert Zeller, Mitglied des Landtags, SPD,
Klaus Käppeler, Mitglied des Landtags, SPD.

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