Sie wollen die Politik mitgestalten

Zwiefalten  Acht der bisherigen Gemeinderäte Zwiefaltens stellen sich nicht mehr zur Wahl. Das bedeutet, dass es im Gremium einen größeren Wechsel geben wird. Wer sich für die kommende Legislaturperiode zur Wahl stellt, was die Ziele und die Absichten der einzelnen Kandidaten sind, davon konnten sich die Wähler in einer Bürgerversammlung ein Bild machen.
 
Doch bevor die 25 Anwärter um die 14 Sitze sich vorstellen konnten, blickte der stellvertretende Bürgermeister Josef Ott auf die vergangenen fünf Jahre zurück. Sein Bericht war vor allem geprägt von dem einen beherrschenden Thema in der Gemeinde: der Finanzknappheit. Noch im Herbst, sagte Ott, wäre eine Bilanz wohl positiver ausgefallen. Doch wegen der Wirtschaftskrise drohen auch Zwiefalten bittere Einschnitte. Ott hob aber auch Erfolge hervor: "Nichtsdestotrotz haben wir vieles auf den Weg gebracht". Sei es die Ortskernsanierung, die Schule, die Rentalhalle oder neue Baugebiete.

iel Arbeit und große Herausforderungen werden auch auf den neuen Gemeinderat warten. Sowohl die Kandidaten der CDU-Bürgerliche Wählervereinigung als auch die der SPD-Freie Wähler Zwiefalten wollen sich dem stellen. Und noch mehr: Sie wollen "die Kommunalpolitik aktiv mitgestalten", wie immer wieder zu hören war.
 
Stefan Aschenbrenner stellte die Liste der CDU vor, die sich als "Interessensvertretung mit einer im positiven Sinn konservativen Grundeinstellung sieht". Wichtig sei ihnen Werteorientierung, Wahrung von Tradition auf eine moderne Art und Weise, die Familie und auch die christlichen Grundsätze in Erziehung und Gesellschaft. Dass so viele Gemeinderäte aufhören, bedeute gleichzeitig einen "Verlust an Erfahrung, Engagement und Kontinuität", so Aschenbrenner. Doch man ist sich sicher, diese Lücke füllen zu können, 16 Kandidaten konnten gefunden werden, aus den "unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsbereichen", die ein Altersspektrum von 24 bis 55 Jahren abdecken. Erklärtes Ziel der CDU ist es, zwölf der 14 regulären Sitze zu erringen (derzeit gibt es noch ein Überhangmandat), also den fünften Zwiefalter Sitz zurückzuerobern.
 
Dies wollen die Kandidaten der Gegenliste jedoch verhindern. Klaus Käppeler, Listensprecher und der am längsten amtierender Rat, umriss kurz die Ziele der Liste. Zum einen sei dies, mehr Familien an den Ort zu locken, um die Kindergärten und Schulen halten zu können. Daher müsse auch baulich in die Schule investiert werden. Ein weiteres vordringliches Ziel sei der Erhalt des Höhenfreibads, "ein heißes Eisen", wie Käppeler bewusst ist, doch eine Einrichtung, die wichtig sei für den Ort. Zudem mahnte er engere Verbindungen zu Hayingen und Pfronstetten im Gemeindeverwaltungsverband an, um dadurch Kosten zu sparen. Ihn freut besonders, dass auf der Liste der SPD in diesem Jahr drei Frauen kandidieren (auch die CDU hat eine Kandidatin). "Wir tun gut daran, auch den Frauen zuzuhören, wenn es um die Interessen der Gemeinde geht", so Käppeler.
 
Die Kandidaten beider Listen nutzen die Gelegenheit, sich kurz auf die unterschiedlichste Art und Weise zu präsentieren. Einige Beiträge waren knapp und sachlich, andere recht persönlich, und einiges sorgte auch für Gelächter im Publikum. Einer der seltenen Beweise, dass sich Politik und Humor nicht zwangsläufig ausschließen müssen.
 
Diskussionen und Fragen waren an diesem Abend nicht vorgesehen, dafür gibt es eigene Informationsveranstaltungen der beiden Listen. Erfreut waren die Veranstalter, dass rund 120 Bürger gekommen sind, um sich die Kandidaten anzusehen. Mehr als in früheren derartigen Veranstaltungen. Sie hoffen nun, dass sich dies auch in der Wahlbeteiligung niederschlägt.

Alb Bote, 20.05.2009

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