Politik / Agrarexperten der SPD besichtigen Betriebe

Mehrere SPD-Politiker besuchten gestern landwirtschaftliche Betriebe in der Region: Sie ließen sich unter anderem die Biogasanlage von Johannes Traub in Mörsingen und die Schweinemast im Höhlenstall von Markus Schmid in Gauingen zeigen.

ZWIEFALTEN. Die Initiative für den Besuch kam von MdL Klaus Käppeler, der Gerd Teßmer, Vorsitzender des Arbeitskreises Ländlicher Raum der SPD-Landtagsfraktion, eingeladen hatte. Informieren lassen wollten sich auch der Reutlinger SPD-Kandidat für die Bundestagswahl, Michael Reisser und mit dem Obstbauern Eckhart Gätschenberger ein Mitglied des SPD-Agrarbeirates. Die Schweinehaltung in einem Höhlenstall, die Markus Schmid seit 1999 betreibt, war der Besucherdelegation bislang allenfalls theoretisch bekannt. Kein Wunder, gibt es doch europaweit nur 25 Betriebe, die ihre Schweine auf diese Weise mästen. Und das, obwohl ein Platz im Stall von Markus Schmid einschließlich Zufahrt und Güllegrube nur rund 410 Euro gekostet hat und damit gut 100 Euro günstiger ist als ein herkömmlicher Stallplatz.

Mit einem Gewicht von 28 Kilogramm kommen die Ferkel in ihr neues Reich, dort verbleiben sie dann rund drei Monate bis sie etwa 110 Kilogramm auf die Waage bringen. Während dieser Zeit können die Tiere, denen jeweils ein Quadratmeter Platz zur Verfügung steht, selbst entscheiden, ob sie lieber im Freien liegen wollen, wann sie fressen und wann sie in den Ruheraum, also den überdachten und abgedunkelten Teil des Stalles, die eigentliche Höhle, zurückziehen wollen. Dort herrscht sogar bei klirrendem Frost eine angenehme Temperatur von 18 Grad. Insgesamt 400 Scheine besitzt Schmid.

Rund ein Drittel des als Futter eingesetzten Getreides stammt von Landwirten aus der Region, den Rest muss der Schweinemäster dazu kaufen. Bei Eiweißträgern und Mineralstoffen, die zusätzlich verfüttert werden, muss sich Schmid eigenen Angaben zufolge auf die Angaben auf dem Etikett verlassen. „Landwirte werden hier oft für etwas in die Verantwortung genommen, das außerhalb ihrer Macht steht“, klagen Teßmer und Gätschenberger. Auch Schmid kritisierte die vor rund 15 Jahren beschlossene Abschaffung der offenen Deklaration.

Ebenfalls auf keine Gegenliebe stieß das „HQZ“ – Siegel, also das „Herkunfts- und Qualitätszeichen“ für Produkte aus Baden-Württemberg, da dieses laut Teßmer weder allgemein bekannt sei, noch besondere Anforderungen beinhalte.

Schreibe einen Kommentar