Landesregierung und CDU wollen auf genveränderte Pflanzen nicht verzichten – Klausur in Gärtringen

Kreis Reutlingen / Zollernalbkreis. Im Rahmen einer Klausur des SPD-Arbeitskreises Ernährung und ländlicher Raum machten sich unter Federführung ihres Vorsitzenden MdL Gerd Teßmer  die SPD-Landtagsabgeordneten für eine baden-württembergische Landwirtschaft stark, die freiwillig auf den Anbau von genveränderten Organismen (GVO) und den Einsatz von Futtermitteln mit genveränderten Substanzen verzichtet.  Leider konnten sich die Sozialdemokraten mit ihrem Begehren gegen die Mehrheit der Regierungskoalition aus CDU und FDP genauso wenig durchsetzen wie gegen die Landesregierung, vertreten durch den Minister für Ernährung und ländlichen Raum Peter Hauk.
„Dies ist fast schon eine Verhöhnung des Bürgerwillens, propagierten doch unisono die Landfrauen Baden-Württemberg, die Landjugend Baden-Württemberg, die Junge Union Baden-Württemberg, die beiden Landeskirchen, eine Mehrheit der Kreisbauernverbände in beiden berufsständigen landwirtschaftlichen Gruppierungen (Landesbauernverband in Baden-Württemberg und Badischer Landwirtschaftlicher Hauptverband), der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg und natürlich auch die Sozialdemokraten und ihre Jugendorganisation ein „gen-freies Baden-Württemberg“, fasste der stellvertretende Arbeitskreisvorsitzende Klaus Käppeler all der Organisationen zusammen, die sich an die SPD-Fraktion gewandt hatten und um Unterstützung für den freiwilligen Verzicht von Anbau und der Verfütterung von genveränderte Organismen in Baden-Württemberg zu werben. Auch aus den Landkreisen Reutlingen und Zollernalb hatte der SPD-Abgeordnete keine Zustimmung für die Einführung von genveränderten Pflanzen erhalten.
Nach einer Plenardebatte am Anfang des Monats standen nun die entsprechenden Anträge im Agrarausschuss des Landtags zur Abstimmung. Die Mehrheit im Ausschuss, also die Mitglieder der Regierungskoalition aus CDU und FDP, lehnten den Genverzicht ab und es wurde sogar einmal mehr behauptet, nur mit genveränderten Pflanzen könnte man den Hunger in der Welt erfolgreich bekämpfen.
Ein weiteres Thema war das vom Land geförderte Gütesiegel HQZ (Herkunfts- und Qualitätszeichen Baden-Württemberg, (das mit den 3 Löwen). Dieses HQZ garantiere, keine „genveränderten Pflanzen“ zu enthalten. Nun werde aber toleriert, dass bei Fleischprodukten – angeblich wegen schwieriger Nachweisbarkeit – mit genveränderten Pflanzen gefüttert werde. Diese grenze, so die SPD-Agrarpolitiker, schon fast an „Verbrauchertäuschung“.

Nach dieser fehlenden Unterstützung der Regierungsparteien und der Landesregierung hoffen die Sozialdemokraten um MdL Klaus Käppeler darauf, dass sich der Verbraucher beim Kauf so gesundheitsbewusst zeige, dass er auch bei HQZ-Produkten stets nachfrage. Von den Landwirten erhoffe man sich darüber hinaus, dass sie möglichst auf die Anwendung von genveränderten Organismen ganz verzichten. „Wenn alle Landwirte , so wie die Kreisbauernverbände in der Region Neckar –Alb, so wie kürzlich die gesamte Bauernschaft auf Deutschlands größter Insel Rügen vereinbaren würde, auf jede Art von genveränderten Pflanzen und Futtermitteln zu verzichten, dann könne durch freiwilligen Verzicht etwas erreicht werden, wozu die Landesregierung nicht einmal eine „Empfehlung“ auszusprechen bereit sei.

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