Kreistagswahl Reutlingen: CDU legt zu und die FDP verliert die Hälfte

Für die SPD bleibt es bei 13 Mandaten, für die Grünen bei acht, für die Linke bei zwei. Und die FDP muss wieder einmal kräftig Federn lassen: Von ihren sechs Sitzen verliert sie die Hälfte und ist nur noch mit drei Räten vertreten. Dafür kann sich Jürgen Straub freuen: Er ist drin im Kreistag als Vertreter der Liste Wir in Reutlingen (WiR), die vor fünf Jahren noch vergeblich angeklopft hatte.

Das alles bei einer Wahlbeteiligung von nur 45,9 Prozent – da war die Europawahl mit gut 50 Prozent Wahlbeteiligung offenbar interessanter für die Bürger. Vor fünf Jahren lag die Beteiligung bei der Kreistagswahl bei 48,8 Prozent.

Mario Storz ist Stimmenkönig

62 Sitze wurden per Direktwahl vergeben, sieben per Ausgleichsmandat. Die dafür nötige einigermaßen komplizierte Rechenoperation wird angestellt, um Ungerechtigkeiten zwischen der einwohnerstarken Großstadt Reutlingen und dem Kreisgebiet auszugleichen. Von diesen Ausgleichsmandaten gingen jeweils zwei an CDU, FWV und FDP sowie eines an die Linke.

Auch prozentual gesehen ist die CDU die Gewinnerin dieser Kreistagswahlen: Sie hat sich um drei Prozentpunkte auf 29 Prozent verbessert. Die FDP hat ihren Stimmenanteil fast halbiert: Von 8,1 Prozent fällt sie auf 4,4 Prozent zurück. Das war’s aber auch schon mit den bemerkenswerten Veränderungen. Die Freien Wähler büßen winzige 0,1 Prozentpunkte ein und kommen auf 31,9 Prozent. Die SPD steigert sich leicht von 18,4 auf 18,8 Prozent, die Linke von 2,8 auf 2,9 Prozent, und die Grünen erzielen mit 11,6 Prozent genau das gleiche Ergebnis wie 2009. Und die Piraten, die im Wahlkreis Reutlingen angetreten sind? Ein Prozent der Stimmen reicht nicht für einen Sitz.

Wie schon 2009 ist die FWV prozentual besonders stark in den Wahlkreisen Pfullingen und Pliezhausen. Die CDU hat ihre Hochburgen in den Wahlkreisen Metzingen und Münsingen, die SPD ist in den Wahlkreisen Reutlingen, Eningen und Münsingen. Die Grünen sammelten die meisten Prozentpunkte in den Wahlkreisen Reutlingen und Metzingen, das Gleiche gilt für die FDP. Die Linke hat ihre Sitze vor allem den Wählern im Wahlkreis Reutlingen zu verdanken.

Zwei Bürgermeister, die bisher nicht im Kreistag vertreten waren, erzielten beim ersten Anlauf bemerkenswerte Ergebnisse: Ulrich Fiedler aus Metzingen, auf der FWV-Liste, und der Engstinger Schultes Mario Storz (CDU) überzeugten viele Wähler. Umgerechnet in sogenannte »gleichwertige Stimmen« (die Zahl der erhaltenen Stimmen geteilt durch die Sitzzahl, die in einemn Wahlkreis zu vergeben ist), hat sich Storz sensationell sogar auf Anhieb zum Stimmenkönig im Kreistag aufgeschwungen – vor dem Pfullinger Bürgermeister Rudolf Heß.

22 Neulinge im Gremium

Die Riege der aktiven und ehemaligen Bürgermeister im Gremium ist gewohnt stark: 22 Mandate haben sie geholt. Unter ihnen auch wieder die Reutlinger OB Barbara Bosch und ihre Erste Bürgermeisterin Ulrike Hotz – sie hat aber erheblich Stimmen eingebüßt und den Einzug ins Gremium nur knapp geschafft. Neu dabei sind unter anderem Annette Bauer (Grafenberg), Uwe Morgenstern (Sonnenbühl) und Peter Nußbaum (Lichtenstein). Über den Wiedereinzug darf sich die Wannweiler Bürgermeisterin Annette Rösch freuen. Bundes- und landespolitischen Glanz können dem Gremium die Abgeordneten Michael Donth (CDU) sowie Dieter Hillebrand (CDU), Karl-Wilhelm Röhm (CDU) und Klaus Käppeler (SPD) verleihen.

Insgesamt 22 Neulinge werden möglicherweise für frischen Wind im Gremium sorgen. Der Frauenanteil ist mit gerade mal 18 Kreisrätinnen allerdings noch ausbaufähig. (GEA)

Quelle: Gea vom 27.05.14, Autorin: Gisela Sämann

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