Kein Geld vom Bund für Grafenberger Ortsumfahrung

»Ihr großer Vorteil ist, dass es sich dabei um vergleichsweise wenig Geld handelt.« 7,3 Millionen Euro soll die 1,6 Kilometer lange Umgehungsstraße kosten, von der für Grafenberg so viel abhängt. Bauers Bitte an Haller: »Werben sie für uns bei Bund und Land.«

Der Planfeststellungsbeschluss steht, demnächst läuft die Einspruchsfrist ab. Laut Haller ist damit eine wichtige Hürde genommen. Planfestgestellte Straßen hätten eine hohe Wertstellung. »Ich bin deshalb optimistisch, dass irgendetwas läuft.« Das Land zumindest stehe Gewehr bei Fuß, doch der Bund versage die Baugenehmigung. »Wir von der SPD freuen uns über jede Umgehungsstraße, weil es ökologische Lösungen sind.« Gleichwohl gebe es im Land viele ähnliche Situationen.

Junge Familien verlassen den Ort

Haller hofft, dass der Bund ein zusätzliches Infrastrukturprogramm auflegt und Grafenberg davon profitieren kann. »Für diesen Fall habe ich noch einen Spaten zu Hause.« Annette Bauer: »Ich habe auch noch einen.«

In dieser Sache, so der SPD-Mann weiter, könne sich auch ein CDU-Politiker Meriten verdienen: Der Bundestagsabgeordnete Michael Donth, der im Verkehrsausschuss sitze, sei ja gebürtiger Grafenberger. Und noch einen Vorteil sieht Haller aufseiten Grafenbergs: Die Kommune ist mit gut 250 000 Euro bereits in Vorleistung gegangen und hat davon Gutachten und anderes bezahlt. Das unterstreiche die Bedeutung, die die Straße für den Ort hat, erklärte Haller.

Grafenberg, eine Gemeinde ohne echtes Ortszentrum, eine Gemeinde, die in ihrer Entwicklung eingeschränkt ist. Darauf wies Annette Bauer hin. Dies lasse sich erst mit dem Bau der Umgehungsstraße lösen. Für rund 1,6 Millionen Euro hat die Kommune Grundstücke im Ort gekauft, um solch eine Ortsmitte zu schaffen. Investoren fänden sich derzeit dafür keine – »solange wir nicht die neue Straße haben«. Dort soll auch weiterer Wohnraum geschaffen werden. Denn: »Junge Familien verlassen bereits den Ort, weil wir ihnen in dieser Hinsicht kein Angebot machen können.«

Die neue Straße entlaste den ganzen Ort und verbessere die Wohn- und Lebensqualität für alle. »Der Kosten-Nutzen-Faktor stimmt«, erklärt sie den Landtagsabgeordneten. Damit könnte eine wichtige Lücke auf der Strecke Reutlingen-Metzingen-Nürtingen geschlossen werden. Auch der stetig wachsende Ansturm der Outlet-Besucher in Metzingen gehe nicht spurlos am Ort vorbei. Immerhin: Zwischen 17 000 und 18 000 Fahrzeuge kommen täglich durch den Ort, Zahlen älteren Datums, die laut Bauer inzwischen deutlich höher seien. (GEA)

Quelle: Gea vom 26.11.2014, Autor: Thomas Füssel

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