Individuelle Förderung

Münsingen  „Kein Kind zurücklassen“, „kein Kind beschämen und damit in seinem Selbstwertgefühl beschädigen“, das waren die Leitmotive des Vortrags von Klaus Käppeler zum Thema Bildungspolitik aus sozialdemokratischer Sicht: „Bildung für alle – keine Frage der Ideologie“.

 
Der Referent, Schulleiter an der Grund-, Haupt- und Werkrealschule in Hohenstein, informierte im Rahmen einer Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Münsinger Alb ein zahlreiches und interessiertes Publikum über das sozialdemokratische Konzept einer Reform des Bildungssystems.

Dass eine grundlegende Reform dringend notwendig ist, darüber waren sich Referent und Zuhörer einig. Die frühkindliche Erziehung aufwerten, Verhinderung einer frühzeitigen Auslese, individuelle Förderung, Einbeziehung der Eltern in den Bildungsprozess, aber auch Bündnisse mit der Wirtschaft herstellen, das alles sind wichtige Schritte auf dem Weg zum angestrebten Ziel der Sozialdemokraten im Landtag: der zehnjährigen Gemeinschaftsschule, die einen qualifizierten Abschluss für alle ermöglichen soll.
 
Da aber dieses Fernziel in der gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Situation noch nicht vermittelbar ist, wird eine vorübergehende Zweigliedrigkeit des Schulsystems angestrebt: sechsjährige Grundschule für alle, danach entweder – Gemeinschaftsschule mit Hauptschulabschluss oder Mittlerer Reife – oder Gymnasium.
 
Auf diese Weise wird wenigstens eine zu frühzeitige Auslese mit all ihren negativen Konsequenzen vermieden. Rückläufige Schülerzahlen und eine schwindende Akzeptanz der Hauptschule seitens der Eltern ebenso wie die erwiesene Chancenungleichheit für Kinder aus Arbeiterfamilien zwingen zum Umdenken.
 
Eine engagierte Diskussion schloss sich an das Referat an, in der unter anderem die PISA- Studie, die Rolle der Privatschulen, die Integration Behinderter, Verzahnung Eltern-Schule sowie die außerschulische Bildung angesprochen wurden. eb

Alb Bote 28.06.2008

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