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22.05.15 13:21 Alter: 3 Jahre

Auf dem Weg in die Zukunft

Zum Spatenstich für die neue Schulmensa und dem Abschluss der 2,3 Millionen Euro teuren Sanierung des ersten Trakts der Achalmschule auf dem Weg zur Ganztagsschule, reiste Kultusminister Andreas Stoch an.


Spatenstich für die neue Mensa der Achalmschule (von links): Bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Klaus Käppeler, Kultusminister Andreas Stoch, Bürgermeister Alexander Schweizer, Schulleiterin Susanne Maschke, Planer Klaus Ehring und Ortsbaumeister Rainer Klett.

"Wir brauchen in Kommunen wie Eningen ein gutes Bildungsangebot als wichtigen Standortfaktor für den Bestand und die Entwicklung." Kultusminister Andreas Stoch bescheinigte der Achalmgemeinde: "Eningen ist durchaus in der Lage, weiterführende Schulen aufrecht zu erhalten." Die direkte Nähe zu Städten mit Sogwirkung habe dies verhindert.

Die Weiterentwicklung der Achalmschule zur Ganztags-Grundschule und die Investitionen in die Generalsanierung der 50 Jahre alten Bauten der Haupt- und Werkrealschule nannte der Minister "ein beeindruckendes Ensemble in baulicher und persönlicher Hinsicht: Hier zieht man an einem Strang. Und zwar in eine Richtung."

"Lamentieren und Traditionellem nachweinen hat noch nie den Lauf der Dinge aufgehalten", erklärte Susanne Maschke an der Spitze der Achalmschule Eningen vor dem Rundgang durch den bereits kernsanierten Klassentrakt 3. "Dass unser Bildungswesen stark im Umbruch ist, weiß jeder", so die Schulleiterin, "Neues eröffnet Möglichkeiten und ist der stete Motor der Schulentwicklung. Unser erstes, fast fertiges Schulhaus, die weitere Sanierung am Trakt Zwei und der Spatenstich für die Mensa stimmen uns optimistisch".

Als Susanne Maschke nach Eningen kam, hatte auch die Achalmschule ihre langjährige Odyssee hinter sich. Was sie im Miteinander mit Schulträger und Gemeinderat auf kurzen Wegen beeindruckte, war "der wertschätzende Umgang, zeitnah in den Entscheidungen, offen für unsere Impulse und großzügig im Etat".

Dass sich die Schule nicht nur inhaltlich, sondern auch äußerlich auf den Weg in die Zukunft gemacht hat, bewies der Schwung der Achalm in leuchtend abgestuften Rottönen an der Front - erstmals ohne Gerüst - nach einem Farbkonzept des Ateliers Geiselhart.

"Kann man ein Gebäude, das 50 Jahre alt ist, wirklich abreißen? Wie geht man mit den vorhandenen Ressourcen um?" Diese Fragen, berichtete der planende Architekt Klaus Ehring vom Büro Ehring & Knies, habe man sich ganz zu Beginn der Generalsanierung gestellt. Die Entscheidung lautete auf den Erhalt der 60er-Jahre-Bausubstanz mit neuem Charakter. Was letztlich zu einem Rückbau auf den Rohzustand führte, ergänzte Eningens Bürgermeister Alexander Schweizer.

Er hatte die Idee zum Neubau der Schulmensa als barrierefreier Zwischenbau mit aufgesetzten Betreuungs-Klassenzimmern ins Spiel gebracht. Nachdem zuvor etliche Alternativen durchdacht und gescheitert waren.

"Hier entsteht ein neuer Schulstandort, der dann den Charakter eines einzigartigen Schulcampus vermitteln wird", so der Bürgermeister. Mit den Vorteilen einer deutlich verbesserten Energiebilanz und Wirtschaftlichkeit, "wir schaffen die Voraussetzung für inklusionsgerechte Angebote und die Möglichkeit, dass sich die Schule auch anderen Nutzungen und Kooperationen mit außerschulischen Partnern öffnet."

"Anlass für die Neuausrichtung auf eine 'Schule der Zukunft' ist das Auslaufen der Werkrealschule", fasste Schweizer zusammen. Auch von den Eninger Eltern werde dieser Schultyp immer weniger nachgefragt. Viel wichtiger war Schweizer im Nachgang die hohe Nachfrage nach einer Ganztages-Grundschule am Ort, die in der wachsenden Kommune für eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf unverzichtbar sei: "Die Schule erlebt mit den überraschend hohen Anmeldezahlen für die im neuen Schuljahr beginnende Ganztagsschule eine lange vermisste Akzeptanz und einen wichtigen Vertrauensbeweis der Eninger Eltern. Die Generalsanierung der Klassentrakte 2 und 3 und der dazwischen entstehenden Mensa erlaubt uns, alle Schulangebote an einem Standort zu konzentrieren." Integriert werden sukzessive die ersten und zweiten Klassen, die derzeit noch in der hundert Jahre alten Schillerschule untergebracht sind. Die neuen Erstklässler beziehen im September bereits ihre neuen Räume in der Achalmschule.

Die offizielle Einweihung der neuen Klassenräume wird im Rahmen eines Schulfestes am 25. September stattfinden. Bereits mit dem kommenden Schuljahr startet die Eninger Achalmschule an drei Tagen zu sieben Stunden mit der Ganztagesbetreuung. Gleichzeitig wird eine Ferienbetreuung installiert. "Wir treiben unser kooperatives Bildungsangebot mit der Schule für geistig behinderte Kinder voran und erweitern unser Angebot mit außerschulischen Partnern", benannte Schulleiterin Susanne Maschke einige der neuen Möglichkeiten unter dem Vorzeichen "individualisiertes Lernen und inklusive Bildungsangebote".

 

Quelle: SWP vom 22.05.2015, Autorin und Foto: Angela Steidle