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< Der Schöpfer des „Kommissars Bienzle“ unterstützt den SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler im Wahlkampf
10.03.16 08:16 Alter: 2 Jahre

Minister wirbt für Lehrberufe

Der SPD-Abgeordnete Klaus Käppeler hat einmal mehr einen Landesminister als Wahlkampfhelfer gewonnen: Vizeministerpräsident Nils Schmid besuchte gestern die Uracher Pumpenfabrik.


Ein Wahlkampf geht an die Substanz. Strapazen, die ein Kandidat aushalten muss. Freilich: Je besser die Umfragewerte sind, desto leichter lässt sich der Stress schultern. Insofern müssen diese Tage den SPD-Mitgliedern besonders bitter schmecken. Sie mühen sich nach Kräften, die Bürger von ihrem Programm und ihrer Arbeit in der grün-roten Landesregierung zu überzeugen. Im hiesigen Wahlkreis kommt Klaus Käppeler diese Aufgabe zu.

Der Sozialdemokrat ist ein erfahrener Kämpe, der trotz der aktuellen Stimmung weiterkämpft und doch ein Stück weit ratlos ist, warum seine Partei bei den Bürgern nicht punkten kann. Die SPD-Minister, sagt er, leisten gute Arbeit im Kabinett Kretschmann, in Wählerstimmen ließen sich die Erfolge aber offenbar schwer umsetzen. Einer jener von Käppeler gelobten Minister heißt Dr. Nils Schmid, zuständig für Finanzen und Wirtschaft, Vizeministerpräsident und Chef der baden-württembergischen SPD. Auch er kämpft, schließlich geht es um den Fortbestand der grün-roten Koalition. Von scharfen Wahlkampftönen ist bei seinem Abstecher zu Uraca indessen nichts zu hören. Erst als er sich verabschiedet, weist er leise auf die anstehende Landtagswahl hin, verbunden mit der Bitte, die Stimme abzugeben. Bei welcher Partei die Zuhörer ihr Kreuzchen setzen sollen, sagt er nicht. Ansonsten nutzt er den Termin, um sich über das Uracher Traditionsunternehmen zu informieren sowie die Wünsche und Sorgen der regionalen Wirtschaft und der Kommunalpolitiker zu hören.

Die Uraca, gegründet 1893, vertreibt weltweit Hochdruck-Plungerpumpen und Hochdruckwasserstrahl-Technologie. Was sich hinter den beiden Begriffen verbirgt, konnte die Delegation um Nils Schmid hautnah erleben, als ein junger Mitarbeiter mit Hilfe eines druckstarken, gebündelten Wasserstrahls innerhalb kürzester Zeit ein stattliches Loch in eine Betonwand gespritzt hatte. Mit der entsprechenden Uraca-Technologie lässt sich beinahe jedes Material zurechtschneiden, sogar Käsewürfel können auf diese Weise fabriziert werden, wissen die Experten.

330 Mitarbeiter sind in der Pumpete beschäftigt, darunter viele, deren Eltern oder Großeltern dort schon an der Werkbank standen. Leiharbeit spielt bei der Uraca keine Rolle, wie Nils Schmid auf Nachfrage erfuhr. Die Mitarbeiter seien hochflexibel und könnten bei Bedarf kurzfristig einspringen beziehungsweise Überstunden abbauen, falls sich die Auftragslage dünn gestaltet. Schmid nutzte die Gelegenheit auch, um eine Lanze für die betriebliche Ausbildung zu brechen. Hier lägen für junge Schulabgänger beste Karrierechancen. Selbstredend brauche die Republik Akademiker, wiewohl die meisten Stellen in den nächsten Jahren im Bereich der sozialen, handwerklichen und technischen Berufe zu finden seien. Die grün-rote Landesregierung führe deshalb mit dem neuen Bildungsplan ein Fach „Berufsorientierung Wirtschaft“ an allen weiterführenden Schulen ein, als auch an den Gymnasien. Damit will sie den Jugendlichen die Wahl ihres Ausbildungswegs erleichtern.

Weil die Uraca nicht zuletzt vom Exportgeschäft lebt, interessierte den Minister überdies, wie sehr die Sanktionen gegen Russland das Ergebnis der Firma schmälern. Drei bis vier Millionen Euro pro Jahr, so die Antwort, gehen den Urachern deshalb verloren, weswegen sie froh wären, wenn die Sanktionen in absehbar Zeit enden, wie die Unternehmensvertreter erklären.

Der mitunter zäh fließende Verkehr auf der B 28 plagt auch die Uraca-Mitarbeiter. Urachs Bürgermeister Elmar Rebmann setzt bei diesem Problem auf den Ausbau der Regionalstadtbahn, wie er dem Minister erläuterte. Die Landesregierung habe dafür bereits alle Weichen auf Grün gestellt, sagt Schmid. Außerdem liege zwischenzeitlich eine Zusage des Bundes vor, sich an den Kosten beteiligen zu wollen. Um die Regionalstadtbahn zum Erfolg zu führen, so Rebmann, sei es aus seiner Sicht wichtig, in Reutlingen eine zusätzliche Haltestelle auf Höhe der Bösmannsäcker einzurichten. Er habe von Bosch-Mitarbeitern jedenfalls schon gehört, für sie wäre in diesem Fall ein Umstieg vom Auto auf die Schiene eine Option, zumal die Ermstalbahn dann im Halbstundentakt fährt.

Quelle: SWP vom 04.03.2016, Autorin: Regine Lotterer