Hoher Besuch bei der THW-Jugend

Die Wertschätzung des Technischen Hilfswerkes und hier insbesondere seines Nachwuchses wurde in dem Besuch des zuständigen Abteilungsleiters für Krisenmanagement und Bevölkerungsschutz im Bundesinnenministerium, Ministerialdirektor Norbert Seitz, deutlich. Seitz nannte ein solches Unternehmen mit 508 Kindern und Jugendlichen eine große Herausforderung und bedankte sich bei Ehren- und Hauptamtlichen für die Vorbereitung und das große Engagement. Das sei sehr verdienstvoll und mache deutlich, wofür das THW stehe. Trotz Aussetzung der Wehrpflicht sei es ihm um das Technische Hilfswerk nicht sehr bange, betonte er, weil sich junge Menschen auch der Kameradschaft und der Verantwortung wegen zum THW hingezogen fühlten.

Bürgermeister Hans Petermann sprach von einem sehr aktiven THW-Ortsverband in Riedlingen und unterstrich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen THW, Feuerwehr und Rotem Kreuz und nannte hierbei insbesondere Hochwasserereignisse. Er freute sich über die Zusage, die Fußgängerbrücke in der Eichenau zu erneuern. Seine Botschaft an die Politik: Statt des einfachen Weges der Aussetzung der Wehrpflicht hätte er lieber ein soziales Jahr für alle gesehen, für Frauen wie Männer.

Spaß und Leistung gleichzeitig vermittle das Zeltlager, führte der THW-Beauftragte für das Ehrenamt, Hans-Joachim Derra, aus, das unter dem Leitwort "spielerisch helfen lernen" stehe. "Sie treten für das Leben ein", sagte er den jungen Leuten in der neuen Markthalle, die musikalisch vom Fanfarenzug der Narrenzunft Gole begrüßt worden waren.

Eröffnet hatte die Reihe der Redner Landesjugendleiter Alexander Schumann, der auch auf die Ereignisse bei dem Jugendlager in Norwegen einging und als Vorbeugung gegen Menschen voller Hass wie den Attentäter mahnte: Seid füreinander da, kümmert euch um eure Nachbarn. Er konnte eine ganze Reihe von hochrangigen THW-Vertretern begrüßen, wie den Landessprecher Walter Nock, den Laudesbeauftragten Dirk-Hubertus Bosse, Jens Olaf Sandmann vom THW-Landesverband und die Bundesgeschäftsführerin für die THW-Jugend, Stephanie Lindemann. Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler aus Zwiefalten war unter den Gästen.

Der THW-Ortsbeauftragte Michael Waldraff drückte den Stolz der Riedlinger über die Ausrichtung des Jugendzeltlagers aus und dankte für die Unterstützung der Stadt und der THW-Ortsverbände im Geschäftsbereich Biberach.

40 von 93 Jugendgruppen in Baden-Württemberg verbringen eine Woche in Riedlingen, dazu eine Gruppe aus Brühl in Nordrhein-Westfalen, als gutes Beispiel von "Integration". Teilnehmen darf auch die Jugendfeuerwehr aus Riedlingen.

Beim Rundgang durch das Lager hörte Ministerialdirektor Seitz von der Faszination des THW auf Buben schon im Kindergartenalter, wie bei Yannik aus Pfedelbach, oder von der starken Mädchengruppe aus Reutlingen. 17 der 35 jugendlichen Mitglieder sind hier weiblich. Dass man sich in diesem Zusammenhang auch einmal um eine weiblichere Kleidung Gedanken machen müsste, klang aus dem Gespräch mit dem Ortsbeauftragten Falk Schlipphalk heraus.

Wenn auch nicht die Massen strömten, so fand die Präsentation der oberschwäbischen THW-Ortsverbände mit ihrem Einsatzgerät doch Interesse. Vor allem die Station der Taucher war stark nachgefragt. Die Riedlinger Gruppe demonstrierte die Effizienz ihrer Schmutzwasserpumpe und überraschte mit der Menge des Wassers, das in die Donau floss. Bei Doris und Werner Steinmaier vom THW-Ortsverband Wangen blieb die Küche kalt, dafür schenkten sie Einblick in Edelstahl-Gefäße und imponierten mit der Aussage, dass sie mit der mobilen Küche innerhalb von zwei Stunden Eintopf für 500 Menschen kochen können.

Quelle: Albbote vom 02. August 2011, Autorin: Waltraud Wolf

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