Hessischer SPD-Chef auf dem Unteren Lindenhof

ENINGEN. Sein Vater war Vollerwerbslandwirt und er selber hat mal zwei Semester Agrarwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert. »Bis ich gemerkt habe, das ist nichts für mich.« Thorsten Schäfer-Gümbel hat auf Politikwissenschaften umgesattelt und Karriere gemacht. Dem hessischen SPD-Landesvorsitzenden und Fraktionsvorsitzenden im Landtag kam seine Erfahrung beim Besuch der Biogasversuchsanlage auf dem Unteren Lindenhof auf jeden Fall zugute. Vor allen Dingen interessierte er sich dabei für den sogenannten Teller/Tank-Konflikt. Leopold Peitz, Leiter des Versuchsguts, und Andreas Lemmer, der für den technischen Ablauf der Biogasanlage zuständig ist, sind dann in ihrem Vortrag ausführlich darauf eingegangen.

100 Liter Heizöl, so Lemmer, können durch 250 Kilogramm Biomasse ersetzt werden. Die Folge: Momentan sind etwa 250 Kilogramm bester Futterweizen in der Energieproduktion eingesetzt mehr wert, als wenn sie auf den Tisch kommen. Und mit steigenden Preisen für die fossilen Brennstoffe wächst die Differenz. Das führt zu steigenden Lebensmittelpreisen.

Auch ein Grund, warum Schäfer-Gümbel die Biomasse als wichtigen Teil der erneuerbaren Energien ansieht – aber auch nicht als mehr. Für ihn kommen nur dezentrale Anlagen infrage, die sich aus dem Anbau in der Region speisen. Eine Einschätzung, die Peitz und auch der SPD-Landtagskandidat Klaus Käppeler teilten. (us)

 

GEA online, 11.02.2011

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