Grupp ist Ehrenbürger von Burladingen

Es war in der Tat ein "Celebration Day", wie der Titel des Musikstückes von Stadtkapelle Burladingen und Orchestergemeinschaft Killer/Starzeln zu Beginn des Festaktes lautete. Annähernd 500 Gäste waren am Samstagabend in der Trigema-Arena zugegen, als zwei verdiente Bürger mit den höchsten Ehrungen der Stadt ausgezeichnet wurden.

Die Staatssekretäre Annette Widmann-Mauz und Ingo Rust, Landtagsabgeordneter Klaus Käppeler, die Vizepräsidentin des Regierungspräsidiums Tübingen Grit Puchan, eine Abordnung der Partnerstadt Le Plessis-Trévise sowie Mandatsträger der Stadt Burladingen und ihrer Ortsteile, Vertreter aus Kirche, Wirtschaft, Schule, Vereinen sowie Bürgerinnen und Bürger erhoben sich von ihren Plätzen, als Bürgermeister Harry Ebert dem Textilunternehmer Wolfgang Grupp die Ehrenbürgerwürde verlieh.

In seiner Laudatio würdigte Staatssekretär Ingo Rust den "bedeutenden Unternehmer unseres Landes" als einen besonders engagierten Geschäftsmann, der früh in die väterliche Firma eingetreten ist und in jungen Jahren hohe Verantwortung übernommen hat. "Trigema steht seit Jahren gut da", lobte Rust und nannte die Eigenkapitalquote von 100 Prozent, den lobenswerten Verhaltenscodex in Geschäftsfragen, den praktizierten Verbraucher- und Umweltschutz sowie den Erhalt und die Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum.

"Es gab keine betriebsbedingten Kündigungen und keine Kurzarbeit. Ihre Arbeitsplatzgarantien für Kinder von Mitarbeitern sind vorbildlich", listete der Staatssekretär weiter auf. Außerdem engagiere sich Grupp sozial, indem er beispielsweise über die Wolfgang-und-Elisabeth-Grupp-Stiftung seit Jahrzehnten in Not geratene Familien unterstütze und der Stadt Burladingen und deren Einrichtungen Spenden zukommen lasse. So auch anlässlich seines 70. Geburtstages in diesem Jahr, als Wolfgang Grupp der Stadt für ein nächstes größeres Projekt 500000 Euro versprach.

Welches Projekt genau gefördert werde, darüber sei man sich noch nicht einig, vermeldete Bürgermeister Harry Ebert in der Trigema-Arena, die vor zwei Jahren dank der Eine-Million-Euro-Spende des Mäzens Wolfgang Grupp eingeweiht werden konnte. Der Bürgermeister würdigte Grupp als einen "Sohn der Stadt", dem "Tugenden wie Verantwortung für das Gemeinwesen und Heimatverbundenheit" obliegen.

"Das ist für mich alles eine Selbstverständlichkeit", zeigte sich der Ehrenbürger bei seiner Dankesrede sehr bescheiden. "Als Unternehmer muss ich zuerst meine Pflicht in der Heimat erfüllen, bevor ich mein Glück in der Ferne suche", erläuterte Wolfgang Grupp, der sich zuvor in das Goldene Buch der Stadt eingetragen hatte. Burladingen habe ihm eine Heimat gegeben und außerdem sei es das Schönste im Leben, wenn man das Gefühl habe, gebraucht zu werden. In diesem Sinn nahm Wolfgang Grupp die hohe Auszeichnung im Namen der großen Trigema-Betriebsfamilie an.

Doch es gab gleich zwei Hauptpersonen des Abends, die für ihr Lebenswerk in Beruf und Ehrenamt geehrt wurden und die sich "in unterschiedlicher Art und Weise zum Wohle ihrer Heimatstadt" engagiert haben. Sichtlich gerührt zeigte sich Joachim Dietrich, als er sich für die Auszeichnung mit dem Ehrenring der Stadt und den gewaltigen Applaus der Gäste bedankte. "Es war eine schöne Zeit mit Höhen und Tiefen und ich würde dieselben Entscheidungen wieder treffen, denn ich habe interessante Menschen kennengelernt", blickte Dietrich zurück und dankte der Familie, Freunden und Wegbegleitern.

"Joachim Dietrich machte fast überall mit", begann Bürgermeister Harry Ebert die Aufzählung des Engagements: 29 Jahre lang Gemeinderat der Stadt Burladingen, davon 20 Jahre Stellvertreter des Bürgermeisters, 19 Jahre Ortschaftsrat in Killer, 18 Jahre Kreisrat im Zollernalbkreis, 13 Jahre im Vorstand des Musikvereins Killer, seit 14 Jahren stellvertretender Vorsitzender des Blasmusikkreisverbandes Zollernalb, acht Jahre ehrenamtlicher Richter in Hechingen und vier Jahre in der Kammer für Kriegsdienstverweigerer in Stuttgart tätig.

Die Verdienste der beiden Burladinger, des Unternehmers Wolfgang Grupp und des ehrenamtlich engagierten Joachim Dietrich, war dem Burladinger Gemeinderat aller Ehren wert. Deshalb waren die entsprechenden Beschlüsse auch einstimmig gefallen.

Zwischendurch spielten immer wieder die Stadtkapelle Burladingen unter der Leitung von Musikdirektor Thomas Wunder und die Orchestergemeinschaft Killer/Starzeln unter der Leitung von Johannes Schuler (das Orchester, in dem Joachim Dietrich seit Jahren als Posaunist aktiv ist) zur Unterhaltung auf.

Der "Königsmarsch" beendete den offiziellen Teil, und Bürgermeister Ebert flachste, man habe ja nun den "König von Burladingen" zum Bürger gemacht, wenn auch zum Ehrenbürger. Nun wolle man es "richtig krachen lassen" forderte der Schultes die Festgesellschaft zu Stehempfang und Tanz mit der Gruppe "round midnight" auf.

Quelle: SWP vom 15.10.12, Text und Fotos: Vera Bender

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