Gentechnik Gefahr für Landwirtschaft

BERLIN/STUTTGART/MÜNSINGEN/HECHINGEN/BIBERACH. (rei) Der SPD-Landtagsabgeordnete und Sprecher für den ländlichen Raum Klaus Käppeler (Zwiefalten) sieht durch den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen erhebliche Gefahren für die heimische Landwirtschaft. Der Abgeordnete kritisierte in diesem Zusammenhang das Abstimmungsverhalten von CDU/CSU im Bundesrat zum Gentechnikgesetz. Auch die baden-württembergische Landesregierung stimmte in der Länderkammer gegen eine Regelung der Haftungsfrage.

„Im Land erklären die Kreisbauernschaften ihre Regionen zur gentechnikfreien Zone, während sich die Landesregierung hartnäckig einer Regelung der Haftung beim Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft verweigert“, sagte Käppeler in Stuttgart. Für den SPD-Abgeordneten ist die Haltung der CDU ein Beweis für fehlendes Problembewusstsein und zeige die Ignoranz gegenüber den Interessen heimischer Familienbetriebe. In zahlreichen Gesprächen habe Käppeler immer wieder eine große Aufgeschlossenheit der Landwirte gegenüber neuen Methoden gespürt, jedoch überwiege bei der Gentechnik die Skepsis. „Die große Mehrheit lehnt den Einsatz genveränderter Pflanzen oder Tiere entschieden ab“, stellte Käppeler klar.

Die Betriebe in der Region müssten sich darauf verlassen können, dass der Staat die Auskunftspflicht und Haftung eindeutig regele. Viele Landwirte seien aufgrund aktueller Vorfälle im Saarland und in Sachsen-Anhalt beunruhigt. Dort wurde an Betriebe ohne deren Wissen genetisch verunreinigtes Rapssaatgut verkauft und konnte so auf die Felder gelangen. „Dieser Raps ist faktisch unverkäuflich, weil er von der Europäischen Union verboten wurde.“ Die Haltung der CDU sei deshalb Verbrauchern und Landwirten gegenüber unverantwortlich. „Die aktuellen Vorkommnisse machen deutlich, wie dringend wir klare und strenge Regelungen brauchen.“ Die CDU dürfe sich dem von der Bundesregierung vorgelegten neuen Gentechnikgesetz nicht länger verweigern.

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