Gemeinden sollen Angebote im Energiesektor ausweiten

Die Radwanderung führte die Teilnehmer vom Windenergiepark Böttingen aus über Gruorn nach Trailfingen, wo die Biogasanlage von Rolf Bleher besichtigt wurde. Neben Klaus Käppeler, Manfred Bähr, Jan-Dirk Naegelsbach, Dr. Eberhard Rapp, Andreas Knöll, Jochen Class vom Münsinger Ortsverband trat auch der Bad Uracher Stadtrat Steffen Hummel in die Pedale, um mit seiner Teilnahme ebenfalls ein Zeichen für den vermehrten Einsatz von regenerativen Energien zu setzen.

Wie gut der Standort des Böttinger Wind-Energieparks gewählt ist, merkten die engagierten Energiepolitiker an ihrem Startpunkt. "Es ist richtig und wichtig, Wind-Energieparks außerhalb von Wohngebieten zu planen", so Käppeler". Hiermit könne die Abhängigkeit von den wenigen großen Energiekonzernen eindämmt werden, auch müssten Strukturen verändert werden, um nachhaltig regenerative Energien zum Tragen kommen zu lassen. Die Übernahme des Stromnetzes sei in der Regel nur der erste Schritt von vielen. Dadurch werde die Kommune zunächst nur der Energietransporteur. Mittel- und langfristig sei es das Ziel, die Produkt- und Dienstleistungsangebote auszuweiten. Dies müsse auf der Basis eines nachhaltigen Energiekonzeptes für das Gemeindegebiet erfolgen. So ließen sich strategische Ziele wie der Klimaschutz realisieren. Selbstverständlich müsse das Engagement der Gemeinde im Energiebereich wirtschaftlich sein, das heißt, es dürften keine dauerhaften Belastungen oder unkalkulierbaren Risiken für den Gemeindehaushalt entstehen.

Blicke man jedoch auf Kommunen, die den Schritt der Kommunalisierung schon gewagt hätten, so sehe man durchwegs finanzielle Erfolge für die Gemeindekasse. "Die Energiepolitik gehört auch und gerade im kommunalen Handeln zu einer der vordringlichsten Aufgaben um die Zukunft unserer Kinder und Kindeskinder zu sichern", sind sich die SPDler einig.

Um sich über weitere aktuelle Entwicklungen in den angrenzenden Kommunen zu informieren führte die Tour der "Roten Radler" von Trailfingen weiter nach Seeburg ins Pumpwerk, dessen Besonderheit die seit November 2006 in Betrieb gegangene Ultrafiltrationsanlage (UF Membranfilter) ist. Diese Anlage ersetzt zwei Sandfilter und eine Ozonanlage, um ohne Zusatz von Chemikalien eventuell vorhandene Bakterien, Viren, Mikroorganismen und Trübstoffe aus dem Rohwasser zu entfernen und dieses zu Trinkwasser aufzubereiten. Dass die Wasserkraft der Erms über Turbinen die Pumpen antreibt, ist ein bemerkenswertes technisches Detail. Auf diese Weise wird praktisch keine externe Energie verbraucht. Das ist Ressourcen schonende Nachhaltigkeit, wie sie besonders gut ins UNESCO-Biosphärenreservat passt, erklärte Heinz Ruopp, der durch die Anlage führte. Mit einer Besichtigung des Wasserkraftwerkes "Wasserschlössle" in Metzingen endete die dritte Radtour Käppelers durch den Wahlkreis.

 

Alb Bote online, 14.09.2010

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