Entscheidend sind die Schülerzahlen

Zukunft des Schulstandorts

Auch Bürger, die gar keine Kinder im schulpflichtigen Alter mehr haben, hätten die Initiative unterstützt, betonten die Eltern bei einer Informationsveranstaltung in der Werdenbergschule. Für Viele sei klar, dass der dauerhafte Erhalt des Schulstandortes stark mit der Entscheidung über die Gemeinschaftsschule verbunden ist. »Wir müssen reagieren«, unterstrich Elternvertreter Harro Rudnick bei der Übergabe. Nur mit der Gemeinschaftsschule, die im näheren Umkreis einzigartig wäre, habe der Standort eine gesicherte Zukunft. Auf Infoabenden in den Grundschulen, auf den Straßen sowie beim Tag der Vereine informierten die Elternvertreter Interessierte.

Käppeler lobte die »bemerkenswerte Initiative« und den Einsatz der Eltern, die wie Politiker auf dem Marktplatz Werbung gemacht hätten. In der kommenden Woche werde er die Mappe am Rande einer Ministerialkonferenz an Kultusminister Andreas Stoch übergeben. Der Bildungspolitiker, der auch Schulleiter in Hohenstein ist, würdigte das Engagement von Kommune und Lehrern. Auch auf der politischen Ebene habe der Schulleiter für das Vorhaben geworben. Käppeler: »Ich würde gern im Januar vorbeikommen und die gute Nachricht überbringen.« Allerdings wisse er vom Schulamt, dass der Standort von den Schülerzahlen her noch keine gesicherte Grundlage habe. Diese Beurteilung sei der entscheidende Punkt.

Bürgermeister Friedrich Bisinger unterstrich, man könne entsprechende Zahlen vorweisen. In eigenen Hochrechnungen sei man auf 50 Schüler gekommen. 40 seien gefordert, um eine Zweizügigkeit zu sichern. Allerdings habe man Schüler aus der Region mit eingerechnet. Sollte das Projekt scheitern, gebe es auf der mittleren Schwäbische Alb keine Gemeinschaftsschule. »An Trochtelfingen geht kein Weg vorbei«, so der Rathauschef. Auch Bisinger würdigte das Engagement der Elterninitiative: »Wir wollen den Schulstandort halten.«

»Das differenzierte Arbeiten bringt uns alle weiter«, erklärte Schulleiter Andree Fees zur Zukunft der Schule. Die Eltern hätten noch nie die Chance gehabt, so intensiv mitzuarbeiten. Vor etwa 30 Interessierten zeigten die Elternvertreter ihre Präsentation unter dem Motto »Vielfalt macht schlauer«. Sie berichteten von eigenen anfänglichen Zweifeln sowie von den Chancen der neuen Schulform. Am Beispiel der Dettinger Schillerschule zeigten sie auf, wie der Schulalltag in der Werdenbergschule einmal aussehen könnte. So wäre ein schulartübergreifendes, differenziertes Lernen möglich, welches Chancen für schwächere wie für stärkere Schüler gleichermaßen biete.

Wie wird mit Testabstufungen innerhalb der Klasse umgegangen? Werden Noten oder Farben vergeben? Wie sehen Formulierungen in Beurteilungen aus? Das waren die Fragen, welche die Eltern bewegten. Etliche waren gekommen, deren Kinder bereits in der Werksrealschule sind. Aber auch Eltern von Viertklässlern waren da, die für ihre Kinder eine Chance sehen, länger gemeinsam zu lernen. »In dem System kann sich das Kind entwickeln«, unterstrich Konrektor Ulrich Ottmar.

Betreuung intensiver

Die Betreuung sei durch das differenzierte Lernen für das einzelne Kind viel intensiver, erklärte Rudnick. Es werde auf alle Abschlüsse vorbereitet. Dabei werde nicht mehr in Schularten, sondern in Schulabschlüssen gedacht. »Wir können uns auf den Weg machen«, so Fees. Die Werdenbergschule habe alle Voraussetzungen, um die Gemeinschaftsschule zu verwirklichen. (leua)

Quelle: Gea vom 08.11.2014

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