Die »1. Sonnenbühler Karnevalsgesellschaft d‘ Spitzbuaba« startet mit viel Schwung in die neue Saison

Weil die Regentschaft des Sonnenbühler Burgfräuleins immer zwei Jahre dauert, verlas Theresa I. vom Himmerreich routiniert ihre neue Proklamation. »Gemeinderäte, die von Vereinen eine Hallenbenutzungsgebühr von 75 Euro pro Stunde verlangen wollen, werden mit dem Ballon zum Mond geschossen«, ordnete die Lieblichkeit resolut an. Auch verhängte sie die Anwesenheitspflicht der Gemeindevertreter bei der Dirndl- und Lederhosenparty der Karnevalisten im April 2013. Und schließlich verordnete Theresa I. – im wahren Leben Theresa Stoll und langjährige Gardetänzerin – wasserfeste Taucheranzüge, damit die Räte bei Ortsbesichtigungen besser vor Wolkenbrüchen geschützt sind »als beim Straßenbeleuchtungstest«.

Ritterschlag für Klaus I.

Und weil das neue Burgfräulein gerade so schön in Fahrt war, befahl sie Bürgermeister Uwe Morgenstern resolut die Herausgabe des Rathausschlüssels. »Probieren wir es aus«, überlegte das Gemeindeoberhaupt skeptisch, ob sein Rat wohl begeistert von der wasserfesten Kleidung und dem Tragen von Dirndl und Lederhose sei, übergab aber resigniert den Türöffner zu seinem Amtssitz. »Schier vor Ehrfurcht erstarrt« sei er gewesen, als ihm der Name seines Nachfolgers genannt worden war, bekannte Kurt Lutz in seiner witzigen Laudatio. Der in Überlingen Geborene sei Lehrer und seit 2007 Rektor der Hohensteinschule. »I han denkt, Sie kommet im rota Kittel«, ulkte Lutz, als er den Namen des neuen Sonnenbühler Ritters »Klaus I. von der Aach« alias Klaus Käppeler verriet. Er kenne sich mit Karneval nicht aus, bekannte der SPD-Landtagsabgeordnete nach dem offiziellen Ritterschlag durch das Burgfräulein, warum er das sonst übliche Frauenproblem »was ziag i a« einfach mit dem Outfit eines grün-gelb-gewandeten Robin Hoods gelöst hätte. »Jetzt darf ich endlich obendrein, in diesem Jahr ein Ritter sein«, dankte Käppeler in exzellenter Büttenmanier. Nebenher überreichte das Burgfräulein zahlreiche Orden an Mitglieder, Sponsoren und Abordnungen anderer Narrenvereine. Seit Gründung des Karnevalsvereins dabei, mehrere Jahre Vizepräsident und seit 2001 Vorsitzender, Mitbegründer der Guggenmusik »Bärafezzer« und seit 2011 noch Kassenprüfer im Landesverband – die Liste der Funktionen Dieter Stolls sei beeindruckend, verkündete Wolfgang Henes, Vizepräsident des Landesverbands Württembergischer Karnevalsvereine (LWK), warum dem Sonnenbühler Oberkarnevalisten vor wenigen Tagen im Stuttgarter Schloss die höchste Auszeichnung des LWK, der »Hirsch am Goldenen Vlies«, verliehen wurde. Die »Bärafezzer« begleiteten den Abend mit viel Schmiss und vor allem schräger Lautstärke. Schräge Töne beim Guggentreffen

Und weil dieser Klang bei den Zuschauern immer wieder riesig ankommt, fand in Sonnenbühl am Samstagabend das dritte Guggentreffen mit Gruppen aus Pfullingen, Großerlach, Engstingen, Möhringen bei Tuttlingen, Deizisau, Rechberghausen und Esslingen statt. Dabei präsentierte der Gastgeber sein neues rot-schwarzes Guggen-Häs. Die Garden der Sonnenbühler Karnevalsgesellschaft bereicherten den Abend mit ihren akrobatischen Tänzen. (GEA)

Quelle: Gea vom 26.11.12, Auto und Bild: Gabriele Leippert

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