Bürgerinformation 7

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Freundinnen und Freunde,

heute erhalten Sie / erhaltet ihr eine neue Ausgabe meines Bürgerinfos.

Themen dieser Ausgabe:

  • Der Landtag in Freiburg
  • Ein Fehler und seine Konsequenzen
  • Arbeitsbesuch in China
  • Informationsgespräche in Brüssel
  • Termine

Der Landtag in Freiburg

Nach Karlsruhe und Bebenhausen (bei Tübingen) tagte der Landtag im Oktober anlässlich des 50 -jährigen Landesjubiläums am 16. und 17. Oktober in Freiburg im Historischen Kaufhaus am Münsterplatz.

Auch die Fraktionssitzung am Dienstag davor fand in der Breisgaumetropole statt. Am Abend spielte ich mit der Landtagsmannschaft auf dem Gelände der Freiburger Fußballschule gegen eine Auswahl von Gemeinderäten und Verwaltungsleuten der Stadt. Oberbürgermeister Dieter Salomon war  10 Jahre als MdL in Stuttgart und gehörte viele Jahre dem Team an. Dass wir 2:4 im Abschiedsspiel von Dieter Salomon verloren war, weniger schlimm als der Bänderriss unseres finanzpolitischen Sprechers Nils Schmid.

In Freiburg habe ich meine „Jungfernrede“ im Parlament gehalten. Gut vorbereitet durch unseren parlamentarischen Berater Martin Gerster konnte ich doch einen Anflug von Nervosität nicht verbergen. Obwohl letzter Punkt auf der Tagesordnung entwickelte sich die Debatte zur Unterrichtsversorgung, begleitet von Beifall und Zwischenrufen, zum hitzigen Schlagabtausch mit der Regierungsfraktion und Kultusministerin Annette Schavan. Alle Kollegen der eigenen Fraktion, aber auch einige von CDU, FDP und GRÜNEN, beglückwünschten mich zur Rede. Auch Annette Schavan ließ es sich nicht nehmen, beim Bürgerempfang des Landtags im Konzerthaus in Freiburg mit mir anzustoßen. Auch sie war beeindruckt – wenngleich sie meine Rede inhaltlich falsch einstufte. Auch in diesem Gespräch gelang es mir nicht, sie zu überzeugen. Ich mache mir keine Illusionen, gebe aber die Hoffnung nicht auf!

Die zweitägige Plenardebatte wurde begleitet durch das Ende der Koalitionsverhandlungen in Berlin und die Besetzung der Ministerämter. Aus baden-württembergischer Sicht sieht die Ministerliste doch enttäuschend aus: Mit Herta Däubler-Gmelin und Walter Riester verlieren wir zwei Aktivposten im Kabinett. Erfreulich ist die Ernennung unserer Landesvorsitzenden Ute Vogt zur Staatssekretärin im Innenministerium. Hier wird sie Regierungserfahrung sammeln und sich für höhere Aufgaben empfehlen.

Das letzte Bürgerinfo habe ich Ihnen / euch kurz vor der Bundestagswahl als Wahlaufruf geschickt. Nach einem der spannendsten Wahlabende stand erst mitten in der Nacht fest, dass Rot-Grün keine Episode der Geschichte bleibt, sondern mit knapper Mehrheit weiter regieren kann.

Herta Däubler-Gmelin konnte trotz Zuwächsen bei den Erststimmen in der Stadt Tübingen ihr Direktmandat nicht verteidigen. Südwürttembergs Wählerinnen und Wähler, insbesondere in den ländlichen Gebieten, waren „bayerisch infiziert“ bzw. das Wahlverhalten früherer Bundestagswahlen hat sich wieder eingependelt. Äußerst bedauerlich finde ich, dass „unsere Herta“, wie sie die Menschen liebevoll nennen, von ihrem Amt zurückgetreten ist. Auslöser war die angebliche Nennung von George W. Bush im Zusammenhang mit Adolf Hitler bei einer Betriebsrätekonferenz in Derendingen vier Tage vor der Wahl und die daraus resultierende Medienkampagne gegen sie. Nach vier Jahren ohne Beanstandung, äußerst effektiv arbeitend, gehörte sie zu den Stützen in Gerhard Schröders Kabinett. Es ist kaum vermittelbar, welch ungeheuer großes Pensum sie täglich absolvierte, ob in Berlin, im Wahlkreis, in Deutschland oder in einem der europäischen Länder. Wirklich schade, dass eine unserer Besten auf diese Weise zum Rückzug gezwungen wurde. Ihr Bundestagsmandat wird Herta Däubler-Gmelin wahrnehmen und ihre Stimme wird in Berlin hörbar bleiben. Nachdem Herta Vorsitzende im Ausschuss für Verbraucherschutz und Ernährung geworden ist, freue ich mich als Mitglied im Ausschuss auf Landesebene nun auch auf die thematische Zusammenarbeit.

Michael Reisser
hat in seinem Wahlkampf voll und ganz auf die Eroberung des Direktmandats gesetzt. Leider hat er dieses nicht für die SPD erringen können – was nicht verwundert, wenn man insgesamt die Stimmung und die Struktur des Wahlkreises betrachtet. Dennoch müssen wir Michael Reisser und seinem Team für den engagierten, abwechslungsreichen und kraftvollen Wahlkampf danken. Viele Genossen haben sich vom Arbeitseifer des Kandidaten anstecken lassen und fleißig mitgeholfen, das achtbare Ergebnis für Michael in unserem Wahlkreis zu holen. Mit unseren kleinen Verlusten gegenüber 1998 sind wir unter dem Bundesdurchschnitt geblieben.

Michael Reisser war unermüdlich für uns im Einsatz und hat viel Zeit und Mittel investiert. Dafür danken wir ihm und hoffen auch weiterhin auf seine erfolgreiche Arbeit in unserer Partei.

Besonders freue ich mich darüber, dass Michael weiterhin als Pressesprecher für mich arbeiten wird.

Ein Fehler und seine Konsequenzen

Von der Volkshochschule Münsingen war für 18. November eine Podiumsdiskussion geplant zum Thema „Musterländle – in die Jahre gekommen?“

Nach meiner Zusage erhielt ich die schriftliche Terminbestätigung, der ich entnehmen konnte, dass neben den Wahlkreiskollegen Röhm und Dr. Glück auch Boris Palmer von den GRÜNEN auf dem Podium sitzen sollte.

Einige Tage danach rief mich Dr. Glück auf meinem Handy an und fragte nach meiner Meinung zu der Besetzung des Podiums. Er war der Ansicht, dass ein Podium mit den gewählten Abgeordneten des Wahlkreises völlig genüge.

Ohne viel zu überlegen stimmte ich ihm zu und sagte, dass wegen mir kein Grüner dabei sein müsse.

Dass mit dieser Aussage Dr. Glück den Auftrag verband, mit der Volkshochschule in dem Sinn zu verhandeln:  „Wenn Palmer dabei ist, ziehen wir unsere Zusage zurück“ konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen. (vgl. Thea Lahn: „Das war eine Art der Erpressung“ (Alb-Bote, 7.11.02)

Mit diesem kurzen Telefonat unterlag ich einer Fehleinschätzung – wie mir erst später bei der Berichterstattung durch die Presse und den daraus resultierenden Leserbriefen klar wurde.

Auch als ich die schriftliche Absage durch die Volkshochschule erhielt, erkannte ich die Brisanz bzw. „das gefundene Fressen“ für Boris Palmer und die Presse nicht, weil mir die Absage der Veranstaltung wegen der terminlichen Überschneidung mit einem Arbeitsbesuch in China entgegenkam.

Mit einer Pressemitteilung informierte die Volkshochschule Münsingen die Medien über die Absage, mit der Begründung, als neutrale Institution nicht mit Vertretern nur bestimmter Parteien eine Diskussionsrunde durchführen zu können.

Am 5.11. wurde ich nachmittags von Herrn Frenz vom Alb-Boten angerufen. In diesem Gespräch erzählte ich ihm von meinem Gespräch mit Dr. Glück, dass ich dessen Interpretation meiner Aussage bedauere und dass ich meinen Fehler einräume.

Leider brachte der Alb-Bote meine Stellungnahme erst am 7.11. – wenngleich dies auch nichts mehr geändert hätte. 

Das Presseecho war entsprechend:

Realsatire in Münsingen ? (GEA, 6.11.02)
FDP, CDU und SPD lehnen Grünen ab  (Alb-Bote, 6.11.02)
„Für die Grünen nicht die Radieschen gießen“ (GEA 7.11.02)
Thea Lahn: „Das war eine Art der Erpressung“ (Alb-Bote, 7.11.02)
Einige Leserbriefe folgten, alle voller Vorwürfe und Unverständnis, insbesondere mich und auch die SPD betreffend.

In mehreren Pressegesprächen erklärte ich, dass ich die so entstandene Situation zutiefst bedauere und dass ich meinen Fehler einräume. Es lag nicht in meiner Absicht, die Volkshochschule zu erpressen oder die Partei der Grünen wegzudrängen, zumal der entstandene Schaden ungleich höher ist, Vertrauen zerstört und der Politikverdrossenheit Vorschub geleistet wurde.

Im Übrigen pflege ich ein völlig unverkrampftes Verhältnis zum Koalitionspartner der SPD in Berlin und zu den Kollegen im Landtag. Vor einigen Jahren besuchte ich die große Aschermittwochskundgebung der Grünen mit Außenminister Joschka Fischer in Biberach, im September dieses Jahres eine Wahlveranstaltung in Zwiefalten mit dem Fraktionsvorsitzenden im Landtag Winfried Kretschmann und führte Gespräche wegen einer Erststimmenkampagne für Michael Reisser mit der Bundestagskandidatin Beate Müller-Gemmeke. Am 4.11.02 nahm ich mit Boris Palmer an einer Podiumsdiskussion im St. Meinrad Gymnasium in Rottenburg teil. Dabei gab es weder persönliche noch inhaltliche Differenzen.

Besonders leid tut mir diese Angelegenheit, weil viele sich von mir enttäuscht fühlen und dass eine kontinuierliche zweijährige Arbeit darüber in Vergessenheit geriet.

Arbeitsbesuch in China

In der Woche vom 17. bis 23. November nahm ich als einer von zwei Abgeordneten in der 11-köpfigen Delegation von Willi Stächele (CDU) an einem Arbeitsbesuch in China teil. Weitere Teilnehmer waren Helmut Kiefl MdL (CDU), Sprecher für Landwirtschaft seiner Fraktion, Professor Karl-Heinz Kölle von der Universität Hohenheim, Dr. Kurt Metzger, Leiter der Stabsstelle im Ministerium für Ernährung und Ländlicher Raum, die persönliche Referentin des Ministers, Eva-Maria Schulte, Karlheinz Häussler, Vorsitzender des Verbandes der Agrarwirtschaft, Josef Dreiseitel, stellv. Vorsitzender der FBW (Fördergemeinschaft für Qualitätsprodukte aus Baden-Württemberg e.V.), Frank Thiedig von der MBW (Marketing- und Absatzförderungsgesellschaft für Agrar und Forstprodukte aus Baden-Württemberg), Gudrun Laible, Vorsitzende des Landfrauenverbandes Baden-Württemberg und Andreas Fiegel, Redakteur bei der Pforzheimer Zeitung.

Der Flug ging über Paris, weil die Air France deutlich billiger nach Shanghai fliegt als die Lufthansa von Frankfurt aus. Durch die Zeitverschiebung von 7 Stunden wurde der erste Tag lang und anstrengend. Der erste Eindruck vom Flughafen sollte sich noch zwei Mal wiederholen: Auch die Flughäfen von Peking und Nanking waren supermodern und spiegelten vor Sauberkeit. Durch Landwirtschaftsattaché Ulrich Metzner von der deutschen Botschaft wurden wir am Flughafen Pu Dong am Sonntag um 10.00 Uhr mit einem Kleinbus abgeholt. Auf der Fahrt nach Shanghai konnten wir die Trasse der Magnetschwebebahn Transrapid bewundern, die auf mächtigen Stelzen parallel zur Autobahn verläuft und die größte Stadt Chinas ab Januar 2003 nach nur zweijähriger Bauzeit mit dem Flughafen verbindet. Wenn Bundeskanzler Gerhard Schröder zur Jahreswende an der Eröffnung der in Deutschland gebauten Bahn teilgenommen hat, werden die Menschen mit dieser Bahn die 40 km von der Stadtmitte Shanghais zum Flughafen in rund 20 min zurücklegen können.

Der Eindruck von Modernität, von Goldgräberstimmung, von ungeheurem Wirtschaftswachstum dieses 1,3 Milliarden Volkes sollte mich die ganze Woche begleiten und mein Bild von China drastisch verändern. Modernste Hotelkomplexe, neue Stadtviertel, unzählige Hochhäuser, mehrstöckige Autobahnkreuze, Baustellen, Bau einer riesigen Universität usw. usw. Auch wenn das durchschnittliche Jahreseinkommen zur Zeit nur weniger als 1000 Euro beträgt und wenn die dichtbesiedelten Küstenregionen viel weiter entwickelt sind als die ländlich geprägten westlichen Provinzen: Chinas Volkswirtschaft wird in wenigen Jahren die USA und Europa ein- und vielleicht überholen!

Der Kommunismus besteht nur noch auf dem Papier. Das Land wird von der KP autokratisch verwaltet und es regiert ein ungezügelter Kapitalismus. Noch prägen  Fahrradfahrer und hin- und wieder Räder mit Ladepritsche das Straßenbild, doch westliche Marken sind allerorten vertreten. Auch das Konsumverhalten ändert sich und bei der Jugend steht McDonalds hoch im Kurs: Allein in der 13-16 Mio. Metropole Shanghai gibt es 60 Ableger der Fast-Food-Kette. Genaue Zahlenangaben über die Einwohner sind nicht möglich, weil viele Menschen aus den ländlichen Regionen in die Stadt drängen und teilweise dort illegal leben.

Ein kurzer Halt und eine Fahrt auf den Fernsehturm von Shanghai vermitteln einen Überblick: Hochhäuser verdrängen wie in europäischen Städten einfache Wohn- und Geschäftshäuser, Einkaufsmeilen sind westlich geprägt, einzig die Schriftzeichen erinnern an ein fernöstliches Land. In engen Gassen mit Handwerkern aller Art und Restaurants herrscht emsiges Treiben, ungewohnte Gerüche und Düfte steigen einem in die Nase, unbekannte Früchte und Gemüsesorten prägen Auslagen und Marktstände.

Die Busfahrt geht weiter durch die Provinz Jiangsu in die Stadt Suzhou. In der Partnerprovinz von Baden-Württemberg leben 77 Mio. Menschen und die Delegation wird vom dortigen Agraramt betreut. Am Dienstag besichtigen wir die Demonstrationszone für moderne Agrikultur und fahren danach weiter in die Stadt Changzhou und in das Muster-Dorf Wu Yi.

Mittagessen und Abendessen sind immer Mahlzeiten mit Gesprächen mit den Gastgebern.  Bürgermeister, Direktoren, Professoren legen Wert auf Meinungsaustausch, wollen wissen wie Landwirtschaft in Deutschland funktioniert, regen immer zu Investitionen an. Die Gespräche werden teilweise in englisch, teilweise mit Übersetzer geführt und erfordern eine hohe Konzentration, zumal das Essen mit Stäbchen auch eine gewisse Hingabe und Gewöhnung erfordert. Bald kennen wir alle Gepflogenheiten bei Tisch und der große Drehteller erlaubt immer das Probieren verschiedenartiger Speisen. Gut schmeckt uns auch das leichte chinesische Bier Tsing Tao, wenngleich zum „Prost“ aufgestanden werden muss und “Gambeh” austrinken bedeutet. Nicht immer will ich der Höflichkeit gehorchen und bin dankbar, wenn das Essen abrupt mit einem letzten “Gambeh” endet, weil das Zeitkorsett eng und die Busfahrten lang sind.

Nachmittags besuchen wir die Lianhu Farm und besichtigen die von Baden-Württemberg geschenkte Reistrocknungsanlage. Auf dem Weg dorthin sehen wir auch die traditionelle Art der Trocknung: der Reis wird mit Holzschaufeln in die Luft geworfen um ihn von der Spreu zu trennen und anschließend flach auf Plätzen ausgebreitet, damit Wind und Sonne die Reiskörner trocknen können, eine nicht besonders hygienische und vor allem zeit- und arbeitsintensive Methode. Nebenbei sei erwähnt, dass Frauen 75 kg Säcke schleppen.

Am Abend findet ein Gespräch statt mit den Direktoren des Agraramts in der Provinzhauptstadt Nanking (3 Mio. Einwohner), vergleichbar mit dem Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Höhepunkt bildete die feierliche Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung zur Intensivierung der Zusammenarbeit von Jiangsu und Baden-Württemberg.

Am Mittwoch besichtigen wir das Mausoleum von Sun Yat-sen in Nanking, der maßgeblich an der Umwandlung des feudalen chinesischen Systems in eine Republik moderner Art in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts beteiligt war. Sun Yat-sen wird in China verehrt und die Menschenmassen steigen 124 Stufen zur hoch über der Stadt gelegenen Pilgerstätte. Kioske mit Souvenirs und Krimskrams sind uns ebenso vertraut wie das obligatorische Gruppenfoto. Auf der Fahrt zu zwei Dörfern fahren wir ein Stück entlang der Stadtmauer von Nanking – mit 32 km die längste und mächtigste in der ganzen Welt.

Wir besichtigen noch eine Versuchsanlage zum intensiven Gemüseanbau, bevor die Delegation am späten Nachmittag von Nanking in die Hauptstadt Peking fliegt. Nach der Ankunft im Hotel folgt ein Gespräch mit Ulrich Metzner und Zhang Boming, Professor an der Agraruniversität von Peking, der uns nun fortan in Peking betreut.

Am Donnerstag findet im Hotel China World ein Kongress zur Zusammenarbeit von China mit den 4 Motoren statt. Die 4 Motoren bilden ein Zusammenschluss der 4 wirtschaftsstärksten Regionen in Europa:  Rhone-Alpes mit Lyon in Frankreich, Katalonien mit Barcelona in Spanien, Lombardei mit Mailand in Italien und Baden-Württemberg. Landwirtschaftsminister Willi Stächele MdL vertritt dabei Ministerpräsident Erwin Teufel. Hochrangige Vertreter der chinesischen Regierung und des Zentralkommitees wie z. B. der chinesische Vize – Bildungsminister Zhang Xinsheng, sprechen zu Themen wie „Die Bedeutung der Regionen in Europa: kleine und mittlere Unternehmen und Industriezonen“, „Wissenschaftliche Forschung, innovative Technologien und Umweltschutz“, „Berufsausbildung und Fortbildung“ oder „Stadtplanung und Schutz des kulturellen und architektonischen Erbes“.

Ein weiteres Thema beleuchteten der Vertreter der EU – Kommission in China, Klaus  Ebermann und der stellvertretende chinesische Minister für Außenhandel und wirtschaftliche Zusammenarbeit, Long Yongtu: „Chinas Strategien vom Beitritt zur WTO (Welthandelsorganisation) bis zu den Olympischen Spielen 2008“.

Am Nachmittag werden die Themen in 4 Arbeitsgruppen vertieft. Dabei stelle ich das deutsche Duale Berufsausbildungssystem vor, das auch den Chinesen als Vorbild für einen zukünftigen Weg in ihrer Berufsausbildung dient. Englisch sollte ursprünglich als Konferenzsprache gelten, doch in der Arbeitsgruppe sind einige italienische Teilnehmer aus der Lombardei, so dass chinesisch und italienisch vorherrscht. Dies hat für mich zwei persönliche Dolmetscher zur Folge und macht die Konversation schwierig und langwierig.

Welche Bedeutung in Italien, Spanien und Frankreich den 4 Motoren, Europa und China beigemessen wird, zeigt sich an der Größe von deren Delegationen. Allein aus der Lombardei sind rund 50 Personen beim Kongress in Peking. Da kommt einem die Kritik an der Reise durch die „Stuttgarter Zeitung“ doch sehr kleinkariert vor.

Das Programm des letzten Tages vor der Abreise sieht zwei touristische Punkte vor: Morgens die Besichtigung der „Verbotenen Stadt“ nachmittags die Chinesische Mauer. Bei beiden Sehenswürdigkeiten kann man die Größe des Jahrtausende alten Chinesischen Reiches erahnen und hinterläßt einen tiefen Eindruck beim Besucher. Nach dem riesigen Platz des himmlischen Friedens, den alle Herrscher nutzten, um zum Volk zu sprechen und auf dem es 1989 zum Massaker an Demonstranten kam, zieht sich ein 32 Hektar großes Gelände, symmetrisch angeordnet mit Plätzen und Palästen aus dem 15. Jahrhundert. Die „Verbotene Stadt“ gilt als die bedeutendste Sehenswürdigkeit Chinas. Wie viele Menschen an der Chinesischen Mauer gearbeitet haben, weiß wohl niemand. Man kann nur erahnen, wie viel Schweiß es kostete, diesen gewaltigen und Tausende Kilometer langen Schutzwall auf dem Bergkamm des Gebirges zu errichten. Dass sie aber das einzige aus dem Weltraum sichtbare Bauwerk ist, sagt etwas über ihre Größe aus.

Der Tag wird abgerundet mit einem Besuch auf einer landwirtschaftlichen Testfarm und mit einem Gespräch mit Professoren an der Agraruniversität Peking.

Fazit: Mein Handeln und meine Entscheidungen im Parlament werden in Zukunft geprägt sein von dieser Reise. Baden-Württemberg, Deutschland und Europa werden große Anstrengungen im Wettbewerb mit China unternehmen müssen, können aber auch von einer engeren Zusammenarbeit, im Austausch und in verstärkten Handelsbeziehungen profitieren. Vielleicht fehlt es noch am nötigen Bewusstsein dafür.

Informationsgespräche in Brüssel

Die sitzungsfreie Woche Ende November nutzte der Arbeitskreis V „Ernährung und Ländlicher Raum“ der SPD – Landtagsfraktion zu Informationsgesprächen in der „EU – Hauptstadt“ Brüssel.

Der folgende Text ist der Entwurf einer Pressemitteilung:

Das Grünbuch zur Zukunft der Landwirtschaft in einer größeren Europäischen Gemeinschaft und die Auswirkungen der von EU-Agrarkommissar Fischler unter der Bezeichnung ‚Mid Term Review‘ gemachten Vorschläge standen im Mittelpunkt von Gesprächen, die der SPD-Arbeitskreis Landwirtschaft und Ländlicher Raum in Brüssel unter Leitung des Arbeitskreisvorsitzenden Gerd Teßmer bei der Generaldirektion Landwirtschaft führte. MdL Klaus Käppeler, MdL Gerd Teßmer, MdL Christoph Bayer, MdL Herbert Moser, dem Parlamentarischen Berater Nils Opitz-Leifheit, und MdL Alfred Winkler ging es dabei besonders darum, wie sich der Vorschlag der Entkoppelung der Agrarprämienzahlungen von der Fläche auf direkte Einkommenszahlung für Tierhaltung und Landbewirtschaftung auf Baden-Württemberg und dabei besonders auf benachteiligte Gebiete wie die Schwäbische Alb auswirken werden. Aber auch die von vielen einheimischen Landwirten eingeforderte schnellere Harmonisierung bei Pflanzenschutzmitteln und Grenzwert – Festsetzungen für alle EU-Länder wurde von Klaus Käppeler und den Arbeitskreismitgliedern in die Diskussion eingebracht. Von der Generaldirektion Landwirtschaft der EU – Kommission waren dazu Dr. Martin Scheele und Abteilungsleiter Dr. Rudolf W. Strohmeier, die beide einen Tag vorher mit Landwirtschaftsminister Willi Stächele zusammengetroffen waren, die Gesprächspartner. Für die Landwirtschaft im Kreis Reutlingen und im Zollernalbkreis konnte die sich abzeichnende Lösung von direkten Einkommensbeihilfen, festgelegt nach den Durchschnittszahlungen der letzten Jahre, wieder Planungssicherheit bringen. Allerdings werden bis zur endgültigen Verabschiedung im kommenden Sommer noch ‚Gestaltungsspielräume‘ genutzt.

Termine

  • Am Montag, 13. Januar 2003 findet um 18.00 Uhr im Spitalhof in Reutlingen der Neujahrsempfang des SPD – Kreisverbandes Reutlingen mit dem bekannten Schriftsteller und Drehbuchautor (Tatort) Felix Huby statt.
  • Am Donnerstag, 30 Januar 2003 veranstaltet die SPD – Landtagsfraktion um 11.00 Uhr in der Zehntscheuer in Münsingen ein Expertenforum zur Strukturentwicklung  im Ländlichen Raum.
  • Am Abend desselben Tages findet um 19.30 Uhr ein Bürgerempfang im Dominohaus am Echazufer in Reutlingen statt.
  • Die SPD – Landtagsfraktion wird auch am Donnerstag und am Freitag mit "Vor-Ort-Terminen" in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen präsent sein.
  • Auf eine weitere Veranstaltung möchte ich hinweisen: Dem SPD – Ortsverein Bisingen ist es gelungen, Finanzminister Hans Eichel am 5. März 2003 nach Bisingen zum politischen Aschermittwoch zu holen. Bitte vormerken, eine weitere Einladung folgt mit dem nächsten Bürgerinfo !

Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Freundinnen und Freunde!

Ein ereignis- und arbeitsreiches Jahr neigt sich seinem Ende zu. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, all denen zu danken, die die SPD und mich unterstützt, aber auch kritisch begleitet haben.

Als Politiker stehe ich im Rampenlicht der Öffentlichkeit, jedes Tun, jede Äußerung ruft Zustimmung oder Missfallen hervor. Dieses Bürgerinfo versende ich, um einen Teil meiner Arbeit transparent zu machen.

Meinen Terminkalender kann man auf meiner homepage unter der Rubrik Termine einsehen.

Ihnen und euch allen wünsche ich ein friedliches Weihnachtsfest, besinnliche Tage zur Jahreswende und ein gutes Jahr 2003 in Frieden und Gesundheit.

Freundlich grüßt

Klaus Käppeler

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