Bürgerinformation 11

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Freundinnen und Freunde,

dies ist die 11. Ausgabe meiner Bürgerinformationen. Nachdem die Vorweihnachtszeit zu viele Termine enthielt, schreibe ich sie in der ruhigen Zeit zwischen den Tagen.   Eine Zeit, die es erlaubt, etwas inne zu halten, länger zu schlafen, ein Buch zu lesen, längere Gespräche zu führen, oder auch mal einen Tag in die Berge zu fahren um Ski zu laufen.  Dies alles ist nötig, um den Kopf frei zu bekommen, um sich zu orientieren und um neue Schwerpunkte für das kommende Jahr zu setzen.

Themen dieser Ausgabe:

  • Agenda 2010: Der Kompromiss
  • Einige Reformmaßnahmen
  • Begegnungen
  • Abschied von Lore Langfeldt und Ludwig Baisch
  • LfK und Fernsehanrufsendungen
  • Ausblick: Was bringt das neue Jahr?

Agenda 2010: Der Kompromiss

Nach zähem Ringen,  nach langen Verhandlungen, nach Drohung der Blockade und der Angst, dass die Regierung Schröder scheitern würde, wurde die Agenda 2010 im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat doch noch zu einem Erfolg. Ich glaube, in ganz Deutschland war man froh, dass kurz vor Weihnachten endlich das Ende des Hickhacks, aber auch das Ende eines Kraftakts  erreicht war.  Über die Wirkung der Gesetzesänderung wird man erst in absehbarer Zeit urteilen können. Heute aber ist schon klar, dass es einige gravierende Änderungen gibt, deren Durchsetzung Bundeskanzler Gerhard Schröder  im März vergangenen Jahres, als er in einer Regierungserklärung die Agenda 2010 ankündigte, nicht zugetraut wurde.

Bei aller Kritik und zum Teil auch Unverständnis in unseren eigenen Reihen werden mit diesen Reformen einige allgemein anerkannten Probleme angegangen: Die hohe Arbeitslosigkeit muss dringend vermindert werden: Dies geht nur, wenn neue Wachstumsimpulse gegeben werden,  wenn Arbeit nicht teurer wird und wenn der Arbeitsmarkt dereguliert wird.

Die Freude über das teilweise Vorziehen der Steuerreform wird getrübt durch die dadurch entstehenden Mindereinnahmen bei Bund, Ländern und Kommunen. Das Land Baden-Württemberg  muss im kommenden Jahr rund 1 Milliarde Euro einsparen, um einen verfassungsgemäßen Haushalt vorlegen zu können. Dass dies nicht ohne Abstriche und Einsparmaßnahmen geht, die jeden Einzelnen betreffen, müsste eigentlich klar sein.  Da viele Menschen die gewaltigen Summen überhaupt nicht mehr erfassen können, hier ein einfaches Beispiel:  1 Milliarde = 1 000 000 000 €  verteilt auf rund 10 Millionen      =       10 000 000  Einwohner von Baden-Württemberg  (genau sind es 10,6 Mio.)  sind 100€ pro Einwohner. Das kann man, allein betrachtet,  erträglich finden.

Aber es kommen weitere Belastungen hinzu:  Auch die Kommunen müssen Einnahmeverluste ausgleichen. Als Gemeinderat in Zwiefalten kann ich ein Lied davon singen.  Es macht keinen Spaß, unterschiedlichste Gebühren zu erhöhen, an Bildungseinrichtungen zu kürzen,  geplante Investitionen zu kürzen und zu verschieben, notwenige Sanierungsmaßnahmen erneut zu überprüfen und wieder  zu verschieben. Auch etliche Freiwilligkeitsleistungen mussten wir ersatzlos streichen. Dabei tut es besonders weh, wenn nicht mal mehr ein kleiner Zuschuss an die Jugendarbeit in den Vereinen gewährt werden kann. Wie soll man die ehrenamtlich Verantwortlichen weiter motivieren, ihre so wertvolle Arbeit weiterzuführen, die der ganzen Gesellschaft zugute kommt?

Eine Besserung ist nur in Sicht, wenn die Konjunktur  insgesamt anspringt und die Wirtschaft bessere Umsätze erzielt und wächst: Dann werden wieder mehr Steuern gezahlt, auf die die öffentliche Hand so dringend angewiesen ist. Die Zeichen dafür stehen nicht schlecht. Dafür wurden einige Voraussetzungen durch die Agenda 2010 geschaffen. Was wir aber auch nicht übersehen dürfen: Deutschland ist erneut Exportweltmeister und wie kein anderes Land sind wir sehr stark von der Weltwirtschaft und von der Konjunktur in den USA abhängig.

 

Einige Reformmaßnahmen

ohne Anspruch auf Vollständigkeit   (vgl. Die Welt 19.12.2003)

Kündigungsschutz
Ab dem 1.1.2004 sind Betriebe mit zehn oder weniger Beschäftigten vom gesetzlichen Kündigungsschutz ausgenommen. Bislang lag die Schwelle bei fünf Mitarbeitern. Allerdings gilt Bestandsschutz: Arbeitnehmer, die bislang unter den Kündigungsschutz fielen, behalten ihn. Hat ein Betrieb sieben Mitarbeiter und stellt einen achten ein, hat demnach hur der achte keinen Kündigungsschutz.

Sozialauswahl
Die Sozialauswahl im Falle einer Kündigung wird vereinfacht. Künftig gelten nur noch die drei Kriterien Alter, Betriebszugehörigkeit und Unterhaltspflichten. Leistungsträger können im Interesse des Betriebs von der Sozialauswahl ausgenommen werden.

Abfindung
Bei betriebsbedingten Kündigungen kann der Beschäftigte zwischen einer Klage und einer Abfindung in Höhe eines halben Monatsverdienstes je Beschäftigungsjahr wählen.

Arbeitslosengeld
Die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes wird grundsätzlich auf zwölf Monate begrenzt. Für Arbeitnehmer ab 55 Jahren verlängert sich die Frist auf 18 Monate.

Arbeitszeitgesetz
Ab dem 1.1.2004 gilt Bereitschaftsdienst als Arbeitszeit. Die Tarifparteien dürfen vereinbaren, dass die tägliche Höchstarbeitszeit von 10 Stunden mit Freizeitausgleich überschritten werden kann. Die Neuregelung betrifft vor allem Krankenhäuser und Feuerwehr.

Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe
Die Arbeitslosenhilfe wird de facto abgeschafft. Alle Langzeitarbeitslosen erhalten ab 1.1.2005 das Arbeitslosengeld II, das in der Höhe der heutigen Sozialhilfe entspricht. Für heutige Arbeitslosenhilfeempfänger gibt es zwei Jahre lang einen Zuschlag.

Betreuung
Die Langzeitarbeitslosen werden wie die anderen Arbeitslosen von Jobcentern betreut.

Zumutbarkeit
Ab dem 1.1.2005 ist für einen Langzeitarbeitslosen grundsätzlich jede reguläre Stelle zumutbar. Bislang gilt, dass kein Job angenommen werden muss, dessen Bezahlung unterhalb der Höhe der jeweiligen Arbeitslosenunterstützung liegt.

Zuverdienst
Für Langzeitarbeitslose lohnt es sich künftig mehr, etwas hinzuzuverdienen. Bei einem Arbeitslohn bis zu 400 Euro werden 15 Prozent nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet. In der Spanne zwischen 400 und 900 Euro bleiben 30 Prozent des Hinzuverdienstes frei. Löhne die darüber liegen, werden wiederum zu 15 Prozent nicht angerechnet. Mit der Regelung sollen gezielt die Jobs in dem mittleren Segment gefördert werden.

Handwerksnovelle
Ab dem 1.1.2004 unterliegen nur noch solche Gewerke dem Meisterzwang, die entweder gefahrgeneigt sind (etwa Elektriker oder Bauhandwerker) oder überdurchschnittlich ausbilden (Maler, Friseur). Damit darf auch in Zukunft in 41 Handwerksberufen – die fast 90 Prozent aller Betriebe ausmachen – nur mit einer entsprechenden Ausbildung ein Betrieb geführt werden.  Diese Zugangsbedingung ist jedoch auch erfüllt, wenn ein Geselle mindestens sechs Berufsjahre, von denen er wenigstens vier in leitender Stellung gearbeitet hat, vorweisen kann.
In Handwerksberufen ohne Meisterzwang kann der Titel als Gütesiegel weitergeführt werden.

Ich-AG
Einfache handwerkliche Tätigkeiten dürfen ohne Ausbildung ausgeübt werden. Allerdings gilt das so genannte Kumulationsverbot:  Eine Ich-AG darf  beispielsweise nicht alle Malertätigkeiten ausüben. Mehrere Tätigkeiten aus unterschiedlichen  Handwerksberufen, wie sie z.B. von einem Hausmeister verlangt werden, sind hingegen zulässig. Künftig sind nicht mehr alle Ich-AGs Zwangsmitglied der Industrie- und Handelskammern. Gründet ein gelernter Handwerker eine Ich-AG, liegt die Zuständigkeit  künftig bei den Handwerkskammern.

Begegnungen

Empfang einer chinesischen Parlamentariergruppe im Landtag von Baden-Württemberg

Unter der Leitung des Ausschuss-Vorsitzenden und Mitgliedes des Ständigen Ausschusses des chinesischen Volkskongresses, Herrn Liu Ming-zu besuchte am 25. November 2003 eine Delegation des Ausschusses für Landwirtschaft und Ländlicher Raum auf ihrer Informationsreise durch Deutschland den Landtag von Baden-Württemberg.

Nachdem Minister Willi Stächele ebenso terminlich verhindert war wie der Ausschussvorsitzende Karl Traub, musste ich – ohne mich entsprechend vorbereiten zu können – die hochrangige Delegation aus dem Reich der Mitte empfangen. Die chinesischen Abgeordneten interessierten sich besonders für das baden-württembergische System der Volksvertretung und der parlamentarischen Kontrolle, die Parteien und die Bedeutung und Stellung der Abgeordneten. Im Fachgespräch – unterstützt durch Abteilungsleiter Alker aus dem Ministerium für Ländlichen Raum wurde deutlich, dass die Mechanisierung der Landwirtschaft in China der der 60er Jahre  in Deutschland entspricht. Entsprechend groß war das Interesse, den richtigen Weg von kleinbäuerlichen Strukturen hin zum Industriestaat zu finden. Vor- und Nachteile der Subventionspolitik in der Landwirtschaft wurden ebenso erörtert wie die  Anforderungen des Verbraucherschutzes. Ganz konkret interessierten sich die Abgeordneten für Gesetzesvorlagen, die ein Genossenschaftswesen fördern. Überrascht war ich über die Information, dass China – trotz 1,3 Milliarden Menschen einen Überschuss an Lebensmitteln erzeugt und sich damit im Weltmarkt platzieren will. Wenn sich die EU nicht gegen Einfuhren aus China schützt, könnte dies zu weiteren Belastungen für die heimische Landwirtschaft führen.

Nachdem zwischenzeitlich auch noch Kollege  Kiefl von der CDU  zum Gespräch kam – er hatte den Zug verpasst – entspann sich ein reger Dialog, der beim anschließenden Essen mit dem Landtagspräsidenten fortgeführt wurde. Obwohl uns die Besucher mit fernöstlicher Höflichkeit begegneten,  empfand ich das Verhalten der Kollegen aus der Mehrheitsfraktion einfach peinlich. 

Fußballtorwandschießen mit Michael Skibbe, dem Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft

An einem Samstagabend im November war ich zu einem Firmenjubiläum eingeladen: 25 Jahre Deutsche Vermögensberatung Gerhard Beck in Mehrstetten.  Am Tisch der Honoratioren saß ich gegenüber von Michael Skibbe und Friedhelm Ost, deutscher Journalist, Regierungssprecher u. Staatssekretär in der Ära Kohl.  Ein Teil des Unterhaltungsprogramms bestand aus einem Torwandschießen (wie im ZDF – Sportstudio) mit dem Bundestrainer. Kollege Röhm und ich trafen leider nicht, Michael Skibbe immerhin  drei Mal. Besser machte es ein Jugendlicher aus Münsingen – Auingen. Er traf dreimal unten und dreimal oben! Selbst Beckenbauer schaffte im Sportstudio nur fünf Treffer. Michael Skibbe lud ihn daraufhin zum Länderspiel gegen Frankreich nach Gelsenkirchen ein – als Zuschauer.
 

Erwin Teufel in der SPD – Fraktion

Orientierungsschwierigkeiten hatte in der Woche nach dem CDU – Landesparteitag Ministerpräsident Erwin Teufel. Auf dem Weg zur Sitzung der CDU – Landtagsfraktion stieg er versehentlich im zweiten Stock aus,  ging in Gedanken versunken in den dortigen Sitzungssaal und begrüßte einige der anwesenden Fraktionsmitglieder mit Handschlag. Dort waren wir Sozialdemokraten – ebenfalls kurz vor unserer Fraktionssitzung  – einigermaßen überrascht über den Besuch. „Wir verstehen ja, dass Sie sich gerade bei Ihren eigenen Leuten  nicht wohl fühlen“, spottete der Mannheimer Abgeordnete Max Nagel im Blick auf die CDU-internen Querelen. Allerdings, so Nagel weiter, hätte er doch nicht erwartet, dass der Ministerpräsident die politischen Farben so schnell wechsle. Teufel erschrak und machte auf dem Absatz kehrt.

Besuch im Landtag von Rentnern und Landfrauen

Der Landtag finanziert pro Abgeordneten jedes Kalenderjahr zwei Gruppenfahrten im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit. Im vergangenen Dezember   besuchten  zuerst  16 Senioren die Landeshauptstadt. Organisiert wurde die Fahrt von Erwin Fundel, dem früheren Direktor der Hauptzweigstelle Zwiefalten der Kreissparkasse Reutlingen. Anstatt sich wie sonst zum Radeln zu treffen, nutzte die Gruppe die Gelegenheit, „ihrem“ Abgeordneten über die Schulter zu schauen. Als beim Mittagsessen der Fraktionschef der Grünen, Winfried Kretschmann vorbeischaute und sich wunderte, dass die „SPD“ in Zwiefalten so stark sei, vermittelte sich der Eindruck, dass Politik doch zum „Anfassen“ ist. Kretschmanns Vater war Lehrer in Sonderbuch und einigen Fahrtteilnehmern noch persönlich bekannt.

Die zweite Fahrt kam auf Initiative der Ortsvorsitzenden der Landfrauen, Frau Griesinger zustande: 46 Frauen aus dem Raum Zwiefalten und Pfronstetten informierten sich im Landtag über die Arbeit der Abgeordneten.  Bei der Begrüßung konnte ich feststellen, dass ich mit vielen der Frauen bereits in anderer Funktion zu tun hatte: Sie als Eltern und ich als Lehrer an der Hauptschule in Zwiefalten! Nachdem  eine Plenardebatte verfolgt wurde, gab es eine lebhafte Diskussion im Fraktionssaal der SPD über aktuelle politische Themen und über die Zukunft des Ländlichen Raums.  Einigen Frauen ging es dabei wie Erwin Teufel: sie fanden den richtigen Raum erst mit Hilfe von freundlichen Kollegen, was zu großer Erheiterung führte.

Handgestrickte Rote Socken und einige Wurstprodukte aus der Direktvermarktung wurden mir als Geschenk überreicht. Anschließend besuchten die Landfrauen noch den Stuttgarter Weihnachtsmarkt.

Kinder brauchen Frieden – Paketaktion

Auch in diesem Jahr unterstützte ich wieder die Weihnachtsaktion „Ein Paket von mir“ der Hechinger humanitären Kampagne „Kinder brauchen Frieden“. Dabei wirkte ich nicht nur als Schirmherr dieser Aktion (neben anderen Mandatsträgern der Region), sondern „verkaufte“ auch tatkräftig an zwei Samstagvormittagen mit.

Wie seit 6 Jahren werden Bürgerinnen und Bürger, die an den Adventssamstagen den Marktkauf bzw. das Kaufland in Hechingen besuchen, von den ehrenamtlichen Helfern dazu verleitet, ein Lebensmittelpaket für Kinder oder ein Paket für Babys im Wert von 10.-€ zu erwerben.

Dabei erlebt man viele freundliche Menschen, die die Aktion bereits kennen und gerne unterstützen, aber auch unwirsche Reaktionen. Besonders beeindruckt hat mich ein arbeitsloser Familienvater von drei Kindern, dessen Frau gerade eine schwere Operation hinter sich gebracht hat und dessen ältestes Kind an Leukämie erkrankt ist: Obwohl er sicher nicht finanziell gut ausgestattet war, gab er 5€!

Im Vorjahr konnten mit dem Erlös 14 Tonnen Lebensmittel bzw. 1950 Pakete gekauft werden, die in bulgarischen Waisenhäusern verteilt wurden.

Der Vorsitzende der Hilfsaktion Michael Bierlmeier wurde vor zwei Jahren von den Lesern der Südwest-Presse zu Mann des Jahres gewählt!  Nebenbei ist er auch Mitglied in der SPD.

Weitere Infos: www.kinder-brauchen-frieden.de

Abschied von Lore Langfeldt und Ludwig Baisch

Am 26.09.2003 wurde Ludwig Baisch beerdigt. Im Sommer besuchte ich ihn noch an seinem Krankenbett an seinem 81. Geburtstag. Ludwig Baisch war ein herausragender Sozialdemokrat, das Urgestein der SPD schlechthin auf der Münsinger Alb,  in vielen Vereinen und Verbände tätig, Ortsvorsteher, Gemeinderat, Kreisrat. Bürgermeister Mike Münzing hob seine Verdienste hervor und sprach im Namen aller Vereine, der Stadt und der SPD  einen würdigenden Nachruf.

Mit Lore Langfeldt verliert die Sozialdemokratie eine engagierte Kämpferin, wenn es um soziale Gerechtigkeit ging, die Stadt Burladingen ihre einzige SPD-Gemeinderätin. Nach langem Leiden, das sie in bewundernswerter Weise ertrug, verstarb sie Anfang Dezember 4 Tage vor ihrem 71. Geburtstag. Bei ihrer Trauerfeier charakterisierte sie ihre langjährige Freundin Herta Däubler-Gmelin als lebenslustige Frau, der trotz großer Familie und behinderter Tochter andere Menschen immer auch am Herzen lagen.  Die überaus große Teilnahme an ihrer Trauerfeier bewies ihre Wertschätzung in der ganzen Stadt und in der Region.   Ich bin ihr zu großem Dank verpflichtet: Seit dem Wahlkampf 1996 unterstützte sie mich in vielfältiger Weise und trug dazu bei, dass ich über die Situation der Stadt Burladingen immer auf dem Laufenden war.

LfK und Fernsehanrufsendungen

Seit rund einem Jahr bin ich Mitglied des Medienrats der LfK, der Landesanstalt für Kommunikation. Der Medienrat entspricht dem Rundfunkrat: Während der Rundfunkrat für alle öffentlich-rechtlichen Anbieter von Radio- und Fernsehprogrammen die Aufsichtsfunktion erfüllt, tut dies der Medienrat für alle privaten Anbieter von Radio, Fernsehen und neuen Programmformaten.

Zurzeit beschäftigt uns ein neues Problem: Sender wie „Neun live“  und auch „BTV 4U“ entwickeln sich  mehr und mehr zu Ratespiel-Sendern, die vor Täuschung und Irreführung der Anrufer nicht zurückschrecken. BTV war der von der Landesregierung geförderte Privatsender, der sich Baden-Württemberg weit als Konkurrenz zum SWR etablieren sollte. Nach seiner Insolvenz übernahm ein Herr Hornauer den Sender, der allerdings zuvor durch Geschäfte mit so genannten 0190 – Nummern, mit der Produktion von Sexfilmen, aber auch mit Verbindungen zu der Wankmiller – Sekte, aufgefallen war. Trotz öffentlichen Protestes und Bedenken aus dem Medienrat erhielt Hornauer die Lizenz durch die LfK, verbunden mit Auflagen. U.a. musste er einen Geschäftsführer vom Fach  einstellen. Mit diesem führten einige Mitglieder der SPD – Landtagsfraktion vor kurzem ein Gespräch und es wurde deutlich, dass die Haupteinnahmen des Senders aus diesen Anrufsendungen stammen, weil der Sender aufgrund des beschädigten Rufs kaum mehr an Werbeeinnahmen kommt.  Dagegen ist zuerst einmal nichts einzuwenden, denn inzwischen bedienen sich viele Sendungen dieser Anrufaufforderungen, sei es um über etwas abzustimmen, eine Quote zu erzielen oder einen Publikumsliebling zu küren. Was viele Menschen nicht so genau wissen: Dabei verdient sowohl der Sender als auch die Telekom!

Bei einer Analyse einer dieser Sendungen mussten wir aber feststellen, dass der Moderator der Quizsendung z.B. behauptete, niemand rufe an, obwohl nachweislich die entsprechende Nummer gewählt wurde. Der Kollege landete allerdings  in einem vermutlich programmierten Zufallsgenerator. Der Anrufbeantworter verkündete ihm, alle Leitungen seien besetzt und er war dafür 0,49€ los. Eine ähnliche Täuschung  erfolgte, indem zwei grüne Leuchtdioden auf dem Bildschirm signalisierten, dass  die Leitungen frei sind, und man mit der einfachen Lösung  (wie heißt der Bundeskanzler) viel Geld verdienen kann.

Es verwundert nicht, dass zwischenzeitlich die Staatsanwaltschaft beim Sender Durchsuchungen anstellte.  Die SPD-Landtagsfraktion hat nun einen Parlamentsantrag eingebracht, in der die Landesregierung aufgefordert wird, die Fernsehzuschauer besser vor Täuschung und Irreführung durch Anrufsendungen im Fernsehen zu schützen und in Zusammenarbeit mit den anderen Bundesländern entsprechende Regelungen zu erarbeiten. Die Fernsehveranstalter sollten verpflichtet werden,  über die Kosten eines Anrufs visuell und akustisch aufzuklären, ebenso über die Chancen, das Sendestudio tatsächlich zu erreichen und über die Spielregeln bzw. den Zeitpunkt der Auflösung von Rätselfragen.

 

Ausblick: Was bringt das neue Jahr?

Nach der Weihnachtspause beginnt die Fraktion traditionell mit einer Klausur, dieses Jahr in Villingen-Schwenningen. An dieser wird auch zeitweise unsere Landesvorsitzende Ute Vogt teilnehmen. Auf der Tagesordnung stehen u.a. die Bundespolitik, der Landeshaushalt 2004, Sprachförderung, Rundfunkgebühren, die Finanzsituation des SPD – Landesverbandes, Aktuelle Initiativen. Dieses bunte Programm wird abgerundet durch einen Bürgerempfang und durch Vor-Ort-Termine. Ich selbst werde mich im Rathaus  über das Mediendorf Mönchweiler informieren.

Ein Wochenende im Januar werde ich mich mit einigen Kollegen vom Landwirtschaftsausschuss auf der Grünen Woche in Berlin über die Zukunft der Landwirtschaft informieren, dabei Veranstaltungen besuchen und Gespräche führen.

Die Vorbereitungen für die Kommunal- und Europawahl am 13. Juni 2004 laufen langsam auf Hochtouren und werden alle Beteiligten in den kommenden Monaten in Atem halten: Problematisch besonders in kleineren Ortschaften und Gemeinden ist die Kandidatensuche. Immer weniger Bürgerinnen und Bürger sind bereit, sich um ein Ehrenamt zu bewerben. Besonders schwierig ist es für die Listen, die sich in einer Minderheitenrolle befinden. Ich selbst bin seit 20 Jahren verantwortlich für die Liste Freie Wähler Zwiefalten – SPD. Ob ich selbst für den Kreistag kandidiere, steht noch nicht fest.  Mit Mike Münzing  und Marie-Luise Mayer haben wir bei der vergangenen Wahl mit zwei von möglichen fünf Sitzen für den Wahlbezirk Münsinger und Zwiefalter Alb ein sehr gutes Ergebnis erzielt.

Auch sonst fürchte ich, wird uns die Politik in Atem halten: Die „teufelsche“ Verwaltungsreform wird in den kommenden Monaten beraten werden und mit Änderungsanträgen werden wir versuchen müssen, das Schlimmste zu verhindern. Und auch nachdem die Agenda 2010 verabschiedet ist, werden die Diskussionen über die Zukunft der Rente, der Gesundheitsfürsorge, des Arbeitsmarktes, der Steuerentlastungen, des Abbaus von Subventionen nicht enden.

Persönlich stehen für mich im Jahr 2004 zwei runde Termine an: Zum einen werde ich einen runden Geburtstag, zum anderen mit meiner Frau das silberne Ehejubiläum feiern. Grund genug im Herbst ein großes Fest zu planen und im kommenden Jahr eine größere Reise zu unternehmen.

Für das Neue Jahr 2004 wünsche ich allen Leserinnen und Lesern dieser Bürgerinformation alles Gute, vor alles eine stabile Gesundheit, persönliches Wohlergehen und Zufriedenheit. Darüber hinaus wünsche ich uns allen inneren und äußeren Frieden.

Für die vielen guten Wünsche  zu Weihnachten und zum neuen Jahr, die mich per Postkarte, Brief oder Email erreichten, bedanke ich mich auf diesem Wege.

Freundlich grüßt

Klaus Käppeler

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