Unternehmensbesuch bei Joline in Hechingen

Auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten im Wahlkreis Tübingen-Hechingen, Martin Rosemann, besuchte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, die Region. Gemeinsam mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler besuchten sie am Mittwoch den 3.2. das Medizintechnikunternehmen Joline in Hechingen. Heil, früherer Generalsekretär der SPD, ist als Fraktionsvize zuständig für die Themen Wirtschaft, Bildung und Forschung.

Mit der Medizintechnik ist Hechingen Standort einer innovativen und zukunftsfähigen Branche. Die Joline GmbH & Co. KG gehört zu einem Verbund aus fünf Medizintechnikunternehmen, die sich im MediTech-Cluster Hechingen seit dem Jahr 2000 angesiedelt haben und der aktuell rund 500 Arbeitsplätze stellt. Das Unternehmen hat sich dabei auf die Herstellung von Produkten für minimal invasive Anwendungen wie unter anderem Katheter und Stents spezialisiert.

An dem Gespräch der drei SPD-Politiker mit der Firmenleitung nahm auch der Geschäftsführer der BioRegio STERN Management GmbH, Dr. Klaus Eichenberg, teil. Der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler verwies auf die hohe Bedeutung des Medical Valley für den Standort Hechingen. Es sei ein Markenzeichen der Medizintechnik im Zollernalbkreis, dass Kompetenzen aus der Textilindustrie heute in hoch innovativen Medizintechnik-Unternehmen genutzt werden könnten. Im Vordergrund der Diskussion standen dann die Zukunftsperspektiven der Branche und die Hemmnisse, die bisher ein weiteres Wachstum verhindern. Einig waren sich die SPD-Politiker, dass die Rahmenbedingungen weiter verbessert werden müssen, um diese am Standort Deutschland zu halten.

Geschäftsführer Lars Sunnanväder, Thomas Radtke (kaufm. Leiter) und Michael Eisenlohr (Site Manager) kritisierten die Rahmenbedingungen für innovative Medizintechnik in Deutschland. Dadurch käme es häufig zu einem Verkauf in die Vereinigten Staaten.

Dafür seien zwei Gründe maßgeblich: Zum einen, dass der Einstieg für private Investoren in Deutschland steuerlich nicht attraktiv sei. Zum anderen, weil die Zulassung neuer Produkte mit hohen Kosten, insbesondere bei klinischen Studien, verbunden sei. Hierfür gebe es einerseits keinerlei Förderung. Andererseits würden die US-amerikanischen Wettbewerber aber die Kosten für solche klinischen Studien in die Höhe treiben. Im Ergebnis müsste sich das deutsche Gesundheitswesen später die Produkte aus den USA für teures Geld einkaufen. Das sei am Ende für die gesamte Gesellschaft der teurere Weg. Heil nahm die Bälle auf. Er betonte, dass sich die SPD in der Großen Koalition für eine steuerliche Besserstellung von Kapitalgebern für Venture Capital einsetze. Wichtig sei es zudem, Wirtschaftspolitik, Bildungspolitiker und die Akteure im Bereich der Gesundheitspolitik stärker zu vernetzen. Ziel müsse eine umfassende MediTech-Strategie sein. Rosemann regte eine Förderung klinischer Studien in Verbindung mit einem Kostendeckel an.      

Klaus Käppeler: Bis in die Haarspitzen motiviert

ENINGEN/MÜNSINGEN. In seiner Fraktion ist Klaus Käppeler der Facebook-Star: Im November hatte der SPD-Landtagsabgeordnete zum »Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung« das Bild eines kleinen, lachenden Mädchens mit Down-Syndrom gepostet, das mit einem Zitat von ihm versehen war: »Mädchen und Jungen mit Behinderung gehören in die Mitte der Gesellschaft – nicht an ihren Rand«. Mehr als 3,7 Millionen Menschen haben diesen Eintrag angeschaut, knapp 140 000 mit »gefällt mir« versehen, mehr als 30 000 User haben ihn geteilt. »Das hat mich total überrascht«, sagt der 61-Jährige.

In den vergangenen Jahren hat Käppeler sich als Abgeordneter vehement dafür eingesetzt, dass Menschen mit Behinderung besser in die Gesellschaft integriert werden. »Bei der Ausarbeitung des Gesetzes zur Inklusion war ich federführend«, sagt er und es klingt bescheiden. Geltungssucht gehört nicht zu seinen Charaktereigenschaften. Der Zwiefaltener, der seit 1980 SPD-Mitglied ist und 2011 zum zweiten Mal in den Landtag einzog, ist eher ein bedächtiger Mensch.

Wenn es sein muss, kann er allerdings auch die Blicke auf sich lenken. Wie zum Beispiel beim Bürgerempfang der SPD-Landtagsfraktion im Januar in Reutlingen: Seine Begrüßungsrede ließ die Genossen aufhorchen, er bekam viel Zuspruch. Auch am Rednerpult im Landtag spricht er Klartext, wenn es um Inklusion oder Ganztagsschule geht.

Als Bildungspolitiker ist er inzwischen im ganzen Land gefragt. Er hält Vorträge, wird als Experte eingeladen. »Die Veränderungen in der Schullandschaft greifen und ich bekomme mittlerweile viele positive Rückmeldungen dazu«, sagt Käppeler. Die Gemeinschaftsschule ist für ihn nach wie vor der Schlüssel zu mehr Bildungsgerechtigkeit: Auch benachteiligte Kinder sollen einen höheren Schulabschluss erreichen können. »Das ist nur möglich über das längere gemeinschaftliche Lernen«, erklärt er.

Damit diese Politik eine Chance erhält, sich auf Dauer zu bewähren, stürzt Käppeler sich mit Energie in den Wahlkampf. Das ist etwas, was er aus dem »FF« beherrscht. Plakate hat er schon geklebt, als es noch nicht um ihn selbst ging.

»Das ist Anerkennung, Auftrag und Vertrauensbeweis«

In seinem vierten Landtags-Wahlkampf versucht er wieder allgegenwärtig zu sein. Ein Termin jagt den nächsten: Empfänge, Podien, Partei- und Fasnetveranstaltungen. Weil sein Wahlkreis 61 so »riesengroß« ist, verbringt Käppeler viel Zeit auf den Straßen zwischen Metzingen, Münsingen, Hechingen und Lichtenstein. »Ich fahre 40 000 Kilometer im Jahr und das meiste davon ist politisch bedingt«, betont er.

Als Abgeordneter mit viel Erfahrung legt er Wert auf Hintergrundgespräche mit den verschiedensten Interessengruppen. So informierte er sich bei der Interessengemeinschaft gegen den Bau des Windparks Hohfleck, obwohl ihn, wie er betont, jedes neue Windrad freut. Seit der Katastrophe von Tschernobyl 1986 hat er für den Ausstieg aus der Atomenergie gekämpft. »Damals waren meine drei Kinder noch sehr klein und als ich einen Bekannten mit einem Geiegerzähler im Sandkasten sah, bekam ich Angst vor den Auswirkungen der Radioaktivität«, schildert er sein prägendes Erlebnis.

Vor fünf Jahren sorgte das Unglück von Fukushima in Deutschland dafür, dass der Ausstieg aus der Kernenergerie begann und Baden-Württemberg eine grün-rote Regierung bekam. Käppeler ist optimistisch, dass es bei dieser Konstellation bleiben wird. Für ihn ist es ungeheuer spannend, »bis in die Haarspitzen motiviert« auf das Ziel, die Koalition in Stuttgart fortzusetzen, hinzuarbeiten. Dass er mit einer Quote von 100 Prozent zum Kandidaten gekürt wurde, beflügelt ihn: »Das ist Anerkennung, Auftrag und Vertrauensbeweis zugleich.«

So wird er demnächst mit Ständen auf den Marktplätzen seines Wahlkreises vertreten sein, wird auf Fasnetsbällen tanzen und – wenn das närrische Treiben ein Ende hat – an vielen Haustüren zwischen Hechingen und Eningen klingeln, um sich den Wählern persönlich vorzustellen. »Das macht mir Spaß«, sagt er. Der direkte Kontakt mit den Bürgern ist ihm angenehm. Er hört zu, nimmt Anregungen mit, stellt sich aber auch der Kritik.
Und er hofft, die Stimmen der Bürger gewinnen zu können. »Am 13. März abends fällt auch die Entscheidung, wie es mit mir persönlich weitergeht«, sagt Käppeler, »da ist viel Adrenalin im Spiel.« Wird er wiedergewählt, muss er – nach der neuen Regelung – als Landtagsabgeordneter seinen Beruf als Lehrer und Rektor der Hohensteinschule aufgeben. Wird er nicht mehr gewählt, unterrichtet er – da die Hauptschule in Hohenstein ausläuft – künftig in erster Linie Grundschüler: »Das wäre für mich eine große Herausforderung.« (GEA)

Klaus Käppeler, SPD (Wahlkreis 61)

Geboren: 5. Oktober 1954 in Überlingen
Konfession: katholisch
Wohnort: Zwiefalten
Familienstand: verheiratet, drei Söhne
Beruf: Rektor der Grund- und Hauptschule Hohenstein
Derzeitige wichtige politische Ämter: Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg von April 2001 bis Mai 2006 und seit April 2011, dort Mitglied im Ausschuss Schule, Jugend und Sport sowie im Ausschuss Ländlicher Raum und Verbraucherschutz; Mitglied des Kreistages seit Juni 2004; Gemeinderat seit 1989
Aktuelle Buchlektüre: »Der Medicus von Saragossa« von Noah Gordon
Lieblingsfilm: »Der mit dem Wolf tanzt« von und mit Kevin Costner
Lieblingsmusik: »Music« von John Miles
Lieblings-TV-Sendung: Tatort (seit 1972 regelmäßiger Zuschauer)
Hobbys: Skifahren, Volleyball, Heimwerken,
Reisen
Bevorzugtes Fortbewegungsmittel: Auto
Vorbild(er): Helmut Schmidt, Willy Brandt
Zentrales politisches Anliegen in einem Satz: Ich setze mich für soziale Gerechtigkeit ein und möchte späteren Generationen ein Land in Frieden hinterlassen, das sich mit einer nachhaltigen Politik an einer ressourcen- und umweltschonenden Wirtschaft orientiert.

Quelle: Reutlinger Generalanzieger  GEA, 09.02.2016

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Bilingualer Zug an der Realschule im Bildungszentrum Markdorf genehmigt

Besonders motivierte Schülerinnen und Schüler haben vom kommenden Schuljahr an die Möglichkeit, ihre im Fremdsprachenunterricht erworbenen Kenntnisse auch in anderen Unterrichtsfächern anzuwenden und fachspezifisch zu erweitern. Die betreffenden Schülerinnen und Schüler haben von Klassenstufe 5 bis Klassenstufe 10 in mindestens zwei Sachfächern durchgehend zweisprachigen Unterricht. Sie erhalten am Ende der Klasse 8 ein einheitliches Testat und mit dem Abschlusszeugnis in Klasse 10 ein Zertifikat.

„Fremdsprachenkenntnisse sind eine Schlüsselqualifikation in der heutigen, globalisierten Arbeitswelt und ein wichtiger Teil der Ausbildung junger Menschen. Umso wichtiger ist es, sie so früh wie möglich praxisnah in Sachfächern einzusetzen“, erläutern Martin Hahn und Klaus Käppeler. „Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass bis 2018 20 Prozent aller Realschulen im Land ein solches zweisprachiges Angebot machen können.“ Zusammen mit der Realschule in Markdorf und acht weiteren Schulen, deren Anträge das Kultusministerium genehmigt hat, kommt Baden-Württemberg auf 76 Standorte. Die Zielmarke von 85 Realschulen ist damit fast erreicht. „Das ist auch ein wichtiges Signal an die Realschulen – wir wollen sie insgesamt stärken“, so Martin Hahn und Klaus Käppeler abschließend. 

Klaus Käppeler MdL (SPD): Ein guter Tag für die Region

Mit Freude hat Klaus Käppeler MdL (SPD) auf die Mitteilung von Staatssekretär Peter Hofelich (SPD) aus dem Ministerium für Finanzen und Wirtschaft reagiert, dass in den Wahlkreis Münsingen-Hechingen 1,8 Millionen Euro in die städtebauliche Erneuerung fließen werden. Im Einzelnen werden im Landkreis Reutlingen Sanierungsmaßnahmen in der Metzinger Innenstadt mit 500.000 Euro, in der Ortsmitte von Hülben mit 500.000 Euro, in der Ortsmitte von Dettingen/Erms mit 200.000 Euro sowie in  Bad Urach am Gross Areal mit 100.000 Euro gefördert.

Im  Zollernalbkreis erhalten die Gemeinden Burladingen 300.000 Euro für Sanierungsmaßnahmen in der südlichen Kernstadt und Jungingen 200.000 Euro für die Ortskernsanierung.

Klaus Käppeler betont, dass die gezielte Mittelvergabe in den letzten Jahren mitverantwortlich für die wirtschaftlich gute Lage der einheimischen Industrie- und Handwerksbetriebe ist, da diese Förderungen vier bis fünfmal so viele Folgeinvestitionen nach sich ziehen.

4,1 Million Euro Städtebauförderung für den Bodenseekreis

Martin Hahn, Landtagsabgeordneter der Grünen, freut sich mit den vier Städten Friedrichshafen, Überlingen, Meersburg und Markdorf und den vier Gemeinden Kressbronn, Langenargen, Salem und Überlingen. Zusammen erhalten sie 4,1 Million Euro Förderung für die städtebauliche Erneuerung. „Die Städtebauförderung ist ein großes und wichtiges Infrastrukturprogramm, das erhebliche Investitionen von privater und öffentlicher Seite auslöst“, erklärt Martin Hahn. „Wir wissen aus Studien, dass jeder Euro für die Städtebauförderung Investitionen in bis zu achtfacher Höhe nach sich zieht“, freut sich der Landtagsabgeordnete über den wichtigen Impuls. „Im Bodenseekreis wäre das eine Investitionssumme von 32 Millionen Euro“, so Martin Hahn. Vor allem aber freut sich der Landtagsabgeordnete, dass die vier Städte und Gemeinden mit Hilfe der Förderung wichtige Projekte voranbringen können.

Im Einzelnen profitieren von der Förderung die Stadt Friedrichshafen mit 1.4 Millionen Euro für das erstmals bezuschusste Projekt „Hinterer Hafen“. Ziel ist des Vorhabens ist die Aufwertung und Reaktivierung des Bereichs. Konkret geht es um die Aufwertung des öffentlichen Raums und die Sanierung im Gebäudebestand. Kressbronn erhält 650.000 Euro für die „Ortsmitte II“. Herbei handelt es sich um eine Finanzhilfeerhöhung für die laufende Sanierung. Langenargen wird mit 200.000 Euro bezuschusst. Das Geld ist für das Sanierungsgebiet „Östlicher Ortskern“ bestimmt. Auch hierbei handelt es sich um eine Finanzhilfeerhöhung für die laufende Sanierung.

Markdorf kann mit 500.000 Euro für das „Markdorfer Rathausareal“ planen. Auch diese Sanierung läuft bereits und bei der Förderung handelt es sich um eine Finanzhilfeerhöhung. Nach Meersburg fließen weitere 350.000 Euro für die „Oberstadt-Erweiterung“. Auch dies ist eine Finanzhilfeerhöhung der laufenden Sanierung. Salem bekommt 300.000 Euro Förderung für das bereits begonnene Vvorhaben die „Neue Mitte Salem“. Sipplingen ist mit 300.000 Euro Zuschuss dabei. Die Förderung ist für die laufende Sanierung „Ortskern“ bestimmt. Die Stadt Überlingen erhält 400.000 Euro Städtebauförderung für „Altstadt III“. Auch hierbei handelt es sich um eine Finanzhilfeerhöhung der laufenden Sanierung.

Martin Hahn und sein Landtagskollege, der SPD-Abgeordnete Klaus Käppeler, Betreuungsabgeordneter seiner Partei für den Wahlkreis Bodensee, weisen darauf hin, dass die Förderung dem lokalen und regionalen Bau- und Ausbaugewerbe zugute kommt. „Auch vorgelagerte Wirtschaftszweige und der Dienstleistungsbereich können von den Mitteln aus der Städtebauförderung profitieren“, so Klaus Käppeler.

Insgesamt hat das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft im aktuellen Programmjahr 203,7 Millionen Euro für Vorhaben der städtebaulichen Erneuerung freigegeben. Damit werden 348 Vorhaben gefördert, 61 davon erstmals. 147,4 Millionen Euro von den 203,7 Millionen Euro sind Landesfinanzhilfen, 56,3 Millionen Euro sind Bundesmittel. Im dritten Jahr in Folge lag die Fördersumme für Städtebauprojekte in Baden-Württemberg bei über 200 Millionen Euro.

Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid stellte fest, dass die Städtebauförderung zur Reduzierung des Flächenverbrauchs beitrage: „In der Städtebauförderung gilt der Grundsatz Innen- vor Außenentwicklung“, betonte er. „Denn es werden gezielt Vorhaben unterstützt, bei denen innerorts gelegene Brachflächen für den Wohnungsbau, für Gewerbe und Dienstleistung gewonnen und umgenutzt werden. Zudem dient die Förderung der ganzheitlichen ökologischen Erneuerung und der Sicherung des sozialen Zusammenhalts.“ Als weitere Schwerpunkte der Förderung nannte er die Beseitigung von städtebaulichen Missständen und Entwicklungsdefiziten sowie die Konversion ehemals militärisch genutzter Areale.

Schulen in Römerstein/Hülben und Münsingen werden Gemeinschaftsschulen

Stuttgart (spd). Wie der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler mitteilte, haben die Werkrealschule Vordere Alb in Römerstein und Hülben sowie die Werkrealschule Münsingen eine Zusage erhalten: Das Kultusministerium genehmigte ihre Anträge zur Weiterentwicklung als Gemeinschaftsschulen. Die Zusage gilt bereits für das Schuljahr 2016/2017. Beide Schulen gehören zu rund 30 neuen Gemeinschaftsschulen im Land, die in diesen Tagen ebenfalls einen positiven Bescheid aus Stuttgart erhalten haben. Mittlerweile gibt es rund 300 Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg.

„Eine Schule wird nicht so einfach zur Gemeinschaftsschule, das Genehmigungsverfahren ist überaus anspruchsvoll, deshalb freut mich der Erfolg der beiden Schulen um so mehr“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler, der neben seiner Abgeordnetentätigkeit die Grund- und Hauptschule in Hohenstein leitet. Das von beiden Schulleitungen und Schulträgern vorgelegte Konzept habe auch ihn überzeugt. „Entscheidend ist aber bei allen Verfahren, dass das pädagogische Konzept von einer breiten politischen Mehrheit vor Ort getragen wird“, erklärte Käppeler.

So sei etwa der Vorschlag der Gemeinden Römerstein und Hülben, einen Schulverband zu gründen und die Klassenstufen aufzuteilen, überaus positiv aufgenommen worden. „Künftig werden die Klassen fünf und sechs in Hülben, die Klassen sieben bis zehn am Standort Böhringen unterrichtet, das ist organisatorisch und pädagogisch gut begründet“, sagte der SPD-Abgeordnete Käppeler. Das Engagement aller Beteiligten werde sich auch in Münsingen auszahlen, ist sich Käppeler sicher. „Die Gemeinschaftsschule eröffnet gerade im ländlichen Raum erst die Möglichkeit, dass trotz rückläufiger Schülerzahlen weiterhin alle Schulabschlüsse wohnortnah angeboten werden können.“

Die anhaltende Skepsis der Opposition im Landtag könne er hingegen nicht nachvollziehen. „Überall im Land stimmt die CDU in den Gemeinderäten für die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen, im Landtag und Wahlkampf wird diese Schulform verteufelt, das passt einfach nicht zusammen“, kritisierte Käppeler. Die Gemeinschaftsschule werde nach seiner Erfahrung ganz pragmatisch als zusätzliche Wahlmöglichkeit gesehen. „Viele Eltern nehmen das Angebot gerne an, dass ihre Kinder länger gemeinsam mit anderen lernen können und sie ihrem Leistungsniveau entsprechend individuell gefördert werden“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete abschließend.

Allgemeine Information:

Die Weiterentwicklung zur Gemeinschaftsschule steht allen weiterführenden Schularten offen. Die Gemeinschaftsschule bietet einen pädagogischen Rahmen, Schülerinnen und Schülern auf allen Lernniveaus im Rahmen eines Ganztagsbetriebs gerecht zu werden. Voraussetzung für einen erfolgreichen Antrag sind ein pädagogisches Konzept, das sich an den Kriterien des deutschen Schulpreises orientiert, sowie eine Mindestgröße von dauerhaft 40 Schülerinnen und Schülern in der Eingangsklasse. Im Schuljahr 2015/16 gibt es landesweit 271 öffentliche Gemeinschaftsschulen, die von über 35.000 Schülerinnen und Schülern besucht werden. In Baden-Württemberg wechselt rund jeder sechste Grundschüler auf eine Gemeinschaftsschule.

Steinmaier: „Lasst die Umfragen mal beiseite“

Der Ort der Begegnung war mit Bedacht gewählt: Das „En Ville“, die Vinothek da Alfredo in der Oberamteistraße, blickt auf über ein Vierteljahrhundert als Treffpunkt politischer Insider zurück. Legendär der von Reutlingens Ex-Landesminister Hermann Schaufler mitbegründete Stammtisch mittlerweile ergrauter Eminenzen, an dem so manche Strippen gezogen wurden. Selbst leibhaftige (Ex)-Bundesminister sind in dem Feinschmecker-Treff keine Seltenheit, berichtet Inhaber Alfredo Leocata stolz und spielt auf dem Smartphone ein Video ab, in dem SPD-Grande Peer Steinbrück im April vor Ort Grüße an Schaufler ausrichten lässt.

Gut 50 geladene Sozialdemokraten aus der Region, darunter die Bürgermeister Elmar Rebmann aus Bad Urach und Alexander Schweizer aus Eningen, drängten sich gestern Vormittag im überschaubaren Gastraum zwischen Tresen und Fingerfood-Buffet und begrüßten die mit 20 Minuten Verspätung eintreffende Politprominenz mit Applaus. Der Chefdiplomat hatte den frühlingshaften Tag – übernachtet hatte er mit seinem Tross auf der Achalm – zu einem ungehinderten, nur von wenig Personal begleiteten Gang durch die Fußgängerzone an der Seite des Reutlinger SPD-Landtagsabgeordneten Nils Schmid genutzt.

MdL-Kollege Klaus Käppeler aus dem Wahlkreis 61 hatte die beiden Spaziergänger vor dem Lokal in Empfang genommen und zuvor den wartenden Journalisten von einem „Dilemma“ berichtet. Zum Gea-Wahlpodium – Dienstag, 23. Februar, 19 Uhr, in der Brühlhalle in Undingen und Montag, 29. Februar, 19.30 Uhr, in der Stadthalle Reutlingen – wurden nicht nur die vier im Landtag vertretenen Parteien und die im Bundestag sitzende Linke eingeladen, sondern angesichts des sich abzeichnenden zweistelligen Wahlergebnisses auch die AfD.

Die Debatte mit dieser „NPD im Schafspelz“, die eine „völkische Ideologie“ verbreite mit „durchgeknallter Argumentation“, so die deutliche Einschätzung der SPD-Basis, wird Nils Schmid als Landesvorsitzender erklärtermaßen nicht führen, betonte der Reutlinger auch gestern wieder auf Nachfrage.

Die Landespartei überlässt es aber den Abgeordneten, sich frei zu entscheiden. Dem Zwiefalter Käppeler hat sein Wahlkampfteam geraten, sich der Diskussion zu stellen. „Vermutlich werde ich mich dem nicht entziehen“, verriet er gestern.

„Wir haben einen harten Wahlkampf vor uns“, stimmte drinnen Nils Schmid die Freunde der Partei im Umfragetief ein. Wie auf dem Parteitag stellte er die Leistung des „starken Regierungsteams der SPD“ heraus: „Wir können stolz auf das Erreichte sein und müssen in den letzten sechs Wochen das auch herausarbeiten“, gab er den Weg vor.

Der gebürtige Detmolder (Ostwestfalen-Lippe) Steinmeier, vor wenigen Tagen 60 geworden, gestand, dass er gerne in den Südwesten komme „wegen der kulinarischen Köstlichkeiten“. Und er verstehe die Stimmungslage der Genossen, die „mit der Situation nicht zufrieden sein können“ – Ähnliches habe er in Bonn auch schon gehabt.

Der Polit-Profi beklagte, dass es aktuell „keinen echten Wettbewerb der Themen“ gebe, sondern „nur ein vorherrschendes“. Dabei müssen „wir aber Vor- und Nachteile der Grenzschließung abwägen“, widersprach er dem Koalitionspartner. Die Wirtschaft im Land würde schnell die Konsequenzen spüren. Es gelte, nun „das ganze Bündel von Maßnahmen durchzusetzen inklusive Verschärfung des Sexualstrafrechts“, die Außengrenzen Europas zu schützen und mit der Türkei ein Paket zu vereinbaren, damit „die Flüchtlinge in der Nachbarschaft Syriens bleiben können“. Drei Milliarden Euro stelle man dafür zur Verfügung. „Wir machen national, was geht“, darüber hinaus müssen europäische Lösungen her.

Und Steinmeier lobte die SPD in Bund und Land: „Wir haben in vielen Themenfeldern geliefert!“ Deshalb riet er, „die Umfragen mal beiseite zu lassen und selbstbewusst in den Wahlkampf zu ziehen“. „Glück auf“, schloss er und widmete sich dem Dialog mit den Gästen. Die waren ob der Nähe geschmeichelt und suchten rege das Gespräch. Denn das sollte die Begegnung mit Mitarbeitern und Wahlkämpfern: „die Leute anspornen, motivieren und Mut machen“, erklärte Schmid.

„Neuigkeiten“ machte deshalb auch Helmar Ulbricht, 80-jähriger Parteigenosse aus Eningen, am Ende nicht aus, „doch es war nett, dass man bei sowas mal dabei war“.

Außenminister hautnah in der Stadt

Übernachtung im Achalm-Hotel, Interview beim GEA, ein Spaziergang mit dem SPD-Landesminister und Reutlinger Landtagskandidaten Dr. Nils Schmid in entspannter Stimmung durch die Fußgängerzone – Steinmeier hat schon Eindrücke von Reutlingen gesammelt, als er in der Oberamteistraße ins En Ville kommt. Dort wird er mit viel Applaus empfangen. Die rund 60 SPD-Mitglieder haben sich schon warm diskutiert bei Espresso und feinen Häppchen, serviert von En-Ville-Chef Alfredo Leocata. »Er kennt uns noch nicht«, sagt Leocata über Steinmeier. Dafür kennt ihn ein Ex-CDU-Landesminister (Hermann Schaufler, der Stammgast ist) und ein Ex-Kanzlerkandidat (Peer Steinbrück, der im April 2015 vorbeischneite) noch dazu. 

Mut machen

Jetzt also der amtierende Außenminister. Aber zuerst ergreift Nils Schmid das Wort. Er verweist auf die Verdienste der SPD in der Landesregierung. Man könne stolz auf das Erreichte sein. Gerade im Bereich Bildung hätte grün-rot mit der Gemeinschaftsschule und der Abschaffung der Studiengebühren Maßstäbe gesetzt. »Jetzt geht es darum, das Erreichte herauszuarbeiten.« Dann ein herzlicher Dank an den »lieben Frank«, dass er nach Reutlingen gekommen ist. Und, augenzwinkernd: »Jetzt darfst Du auch ein paar Worte sagen.« 
Das tut er gern, der »liebe Frank«: Schließlich will er auf seinem Kurztrip durch Baden-Württemberg – das Ländle schätzt er auch wegen seiner kulinarischen Reize – die SPD-Wahlkämpfer unterstützen. Und ihnen Mut machen. Das Land bestehe nicht nur aus der Flüchtlingsproblematik, mahnt er. »Wir müssen dafür sorgen, dass auch andere Themen im Wahlkampf eine Rolle spielen. Und wir haben geliefert!« Lauter Beifall. Steinmeier nennt als Beispiele Mindestlohn und Mietpreisbremse. Und dann Lob für die Landespolitik – und Nils Schmid, der es als Wirtschafts- und Finanzminister zum vierten Mal geschafft habe, einen Haushalt ohne Neuverschuldung aufzustellen. Schmid lässt sich einen Tee bringen, Steinmeier einen Latte macchiato. Jetzt sind die Genossen dran mit ihren Fragen. Der Andrang auf Steinmeier ist riesig. Dabei herrschen die außenpolitischen Themen wie Polen, TTIP oder die Flüchtlingssituation an der türkischen Grenze vor. Aber auch zu innenpolitischen Themen haben die Genossen einiges auf dem Herzen: Der Aufschwung der AfD und das eigene Umfragetief beschäftigt sie. 
Aber Steinmeier ist zuversichtlich: »Im Grunde genommen sind wir in einer Situation, in der wir jeden Anlass haben, mit Selbstbewusstsein in den Wahlkampf zu ziehen. Ich bin mir sicher: Das Ergebnis wird ein anderes sein als die Umfragen von heute.«

Lernerfolg durch Individueller Förderung

Individuelle Förderung ist das Zauberwort moderner Pädagogik. Sowohl die Schillerschule als auch das Kollegium der Gustav Messmer Realschule nehmen in ihrem pädagogischen Alltag auf besondere Weise die Stärken und Schwächen des einzelnen Schülers in den Blick. Der Arbeitskreis Bildung der SPD Landtagsfraktion verschaffte sich unter der Leitung des schulpolitisches Sprechers Klaus Käppeler im Rahmen eines Fachgesprächs mit beiden Schulen, Vertretern des Schulamts Tübingen, des Kultusministeriums und dem örtlichen Bürgermeister Mike Münzing einen persönlichen Eindruck beider pädagogischen Konzepte der benachbarten Schulen.

Für die Realschule betonte Schulleiterin Magdalena Kalbfell, dass durch die erhöhte Lehrerstundenzuweisung der grün-roten Landesregierung die Verankerung individueller Förderkonzepte im Schullalltag sich sehr vereinfachte habe. Die zusätzliche Personalausstattung ermögliche, dass eine Klasse in kleinere Gruppe geteilt werden könnte und zwei Pädagogen den Unterricht begleiten. Nicolle Breitling, Schulleiterin der Schillerschule, die sich mit dem kommenden Schuljahr zur Gemeinschaftsschule weiterentwickeln möchte und bereits seit vielen Jahren die Unterschiedlichkeit der Schüler als Chance begreift, betonte dass eine erfolgreiche Praxis stets verknüpft ist mit einem steten Schulentwicklungsprozess, der getragen wird vom Kollegium aber auch von Eltern und Schülern.

Klaus Käppeler lobte in seinen Schlussworten, dass Münsingen Stolz auf diese beiden Schulen sein könne und zeigte sich zuversichtlich, dass individualisierte Lernkonzepte für alle Schularten eine Aufgabe für die Zukunft sei. Denn im Mittelpunkt steht der Lernerfolg des Schülers und nicht das Türschild der Schule.

Einladung durch OB und Wahlkreisabgeordneten: Kultusminister Stoch kommt zu TusSies-Heimspiel am 30. Januar

Stuttgart / Metzingen (spd). Kultusminister Andreas Stoch (SPD) kommt am 30. Januar nach Metzingen zum letzten Vorrundenspiel der TuS-Handballerinnen in der laufenden Saison. Zu Stochs Aufgabenbereich gehören auch die Bereiche Jugend und Sport. Der Minister hat deshalb die gemeinsame Einladung des Metzinger Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Fiedler und des SPD-Wahlkreisabgeordneten Klaus Käppeler zum Besuch des Erstligaspiels gerne angenommen.

Sofern es sein voller Terminkalender erlaubt, fährt Käppeler als erklärter Fan der „TusSies“ regelmäßig von seinem Wohnort Zwiefalten zu den Heimspielen in der Metzinger Öschhalle. „Dass wir für den Minister das Spiel gegen Bad Wildungen ausgesucht haben, ist kein Zufall, wir wollten Andreas Stoch einen Loyalitätskonflikt ersparen“, begründete der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler die Terminwahl mit einem Schmunzeln. Immerhin spielten mit Frischauf Göppingen und der SG Bietigheim zwei weitere Frauenteams aus Baden-Württemberg in der Ersten Handballbundesliga.

Bei einem Gastteam aus Hessen könne Minister Stoch die Neutralität des Ministeramtes etwas weiter interpretieren. „Ich werde meinen Parteifreund jedenfalls sehr dazu ermuntern, das Metzinger Team als Zuschauer aktiv zu unterstützen“, sagte der SPD-Abgeordnete Käppeler. Er freue sich schon sehr auf das letzte Vorrundenspiel der „TusSies“ in der Saison 2015/2016. „Im beginnenden Wahlkampf eine schöne Abwechslung“, so Käppeler.