Außenminister hautnah in der Stadt

Übernachtung im Achalm-Hotel, Interview beim GEA, ein Spaziergang mit dem SPD-Landesminister und Reutlinger Landtagskandidaten Dr. Nils Schmid in entspannter Stimmung durch die Fußgängerzone – Steinmeier hat schon Eindrücke von Reutlingen gesammelt, als er in der Oberamteistraße ins En Ville kommt. Dort wird er mit viel Applaus empfangen. Die rund 60 SPD-Mitglieder haben sich schon warm diskutiert bei Espresso und feinen Häppchen, serviert von En-Ville-Chef Alfredo Leocata. »Er kennt uns noch nicht«, sagt Leocata über Steinmeier. Dafür kennt ihn ein Ex-CDU-Landesminister (Hermann Schaufler, der Stammgast ist) und ein Ex-Kanzlerkandidat (Peer Steinbrück, der im April 2015 vorbeischneite) noch dazu. 

Mut machen

Jetzt also der amtierende Außenminister. Aber zuerst ergreift Nils Schmid das Wort. Er verweist auf die Verdienste der SPD in der Landesregierung. Man könne stolz auf das Erreichte sein. Gerade im Bereich Bildung hätte grün-rot mit der Gemeinschaftsschule und der Abschaffung der Studiengebühren Maßstäbe gesetzt. »Jetzt geht es darum, das Erreichte herauszuarbeiten.« Dann ein herzlicher Dank an den »lieben Frank«, dass er nach Reutlingen gekommen ist. Und, augenzwinkernd: »Jetzt darfst Du auch ein paar Worte sagen.« 
Das tut er gern, der »liebe Frank«: Schließlich will er auf seinem Kurztrip durch Baden-Württemberg – das Ländle schätzt er auch wegen seiner kulinarischen Reize – die SPD-Wahlkämpfer unterstützen. Und ihnen Mut machen. Das Land bestehe nicht nur aus der Flüchtlingsproblematik, mahnt er. »Wir müssen dafür sorgen, dass auch andere Themen im Wahlkampf eine Rolle spielen. Und wir haben geliefert!« Lauter Beifall. Steinmeier nennt als Beispiele Mindestlohn und Mietpreisbremse. Und dann Lob für die Landespolitik – und Nils Schmid, der es als Wirtschafts- und Finanzminister zum vierten Mal geschafft habe, einen Haushalt ohne Neuverschuldung aufzustellen. Schmid lässt sich einen Tee bringen, Steinmeier einen Latte macchiato. Jetzt sind die Genossen dran mit ihren Fragen. Der Andrang auf Steinmeier ist riesig. Dabei herrschen die außenpolitischen Themen wie Polen, TTIP oder die Flüchtlingssituation an der türkischen Grenze vor. Aber auch zu innenpolitischen Themen haben die Genossen einiges auf dem Herzen: Der Aufschwung der AfD und das eigene Umfragetief beschäftigt sie. 
Aber Steinmeier ist zuversichtlich: »Im Grunde genommen sind wir in einer Situation, in der wir jeden Anlass haben, mit Selbstbewusstsein in den Wahlkampf zu ziehen. Ich bin mir sicher: Das Ergebnis wird ein anderes sein als die Umfragen von heute.«

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