Alte Obstsorten vom Aussterben bewahrt

Eigentlich war die Champagnerbratbirne im Kreis Göppingen schon so gut wie ausgestorben. Dabei eignet sie sich wie kaum eine andere Obstsorte zur Herstellung von einem gesunden Schaumwein. –Dies war bereits 1760 bekannt und urkundlich dokumentiert.
Für die Sozialdemokraten im baden-württembergischen Landtag war diese nur regional rund um Göppingen in großer Menge wachsende Obstsorte bereits Anlass für eine parlamentarische Anfrage.  Mitinitiatoren waren der örtliche Abgeordnete Frieder Birzele und der Arbeitskreisvorsitzende für den ländlichen Raum Gerd Teßmer. Nun nutzten die Sozialdemokraten im Landtag einen Besuch im Kreis Göppingen für einen Abstecher nach Schlat zur „Obstmanufaktur“ von Jörg Geiger.
Dieser gelernte Koch hat aus kleinen Anfängen inzwischen einen Veredelungsbetrieb für Obst, insbesondere für die Champagnerbratbirne aufgebaut, der sich sehen lassen kann. Zusammen mit über 150 anderen Haupt- und Nebenerwerbslandwirten vermarktet er das Obst aus regionalen Streuobstwiesen. Ohne diese Nutzung wären viele Streuobstwiesen gefährdet oder sogar schon aufgegeben worden.
Jörg Geiger wurde inzwischen mit dem Innovationspreis der Steinbeis-Stiftung und dem Wirtschaftsförderpreis im Landkreis Göppingen ausgezeichnet.
Für den Vorsitzenden des SPD-Arbeitskreises Ländlicher Raum und Landwirtschaft  MdL Gerd Teßmer  ist diese Art eine ideale Anwendung mit zweifachem Nutzen,  sie dient dem Umwelt- und Naturschutz und sichert zusätzliche Einkünfte für Landwirte.  
MdL Gerd Teßmer gratulierte Jörg Geiger auch zu seiner Art professioneller Direktvermarktung. Durch Geigers Engagement leben alte Traditionen wieder auf, um die Kulturlandschaft mit den landschaftsprägenden Baumriesen der Champagnerbratbirnen zu erhalten und zu fördern. Dies brachte Jörg Geiger 2001 auch schon den Kulturlandschaftspreis.
Das ‚Geheimnis‘ dieser gelben Birne liegt in ihrer etwa zehnfach höheren Konzentration an der Gesundheit förderlicher Stoffe. Die Birnenschaumweine sind sehr bekömmlich durch einen magenfreundlichen ph-Wert. Dies hat auch Anerkennung der Agrar-Universität Hohenheim gefunden, die feststellte, dass der „tägliche Genuss von zwei Gläsern Birnenschaumwein Herz-Kreislauf-Krankheiten reduzieren hilft“.
Jörg Geiger führte die SPD-Besucher anschließend durch seine „Obst-Manufaktur“ und seinen Selbstvermarktungsladen. „Wenn unsere Landwirte durch solche Vermarktungswege für einen gesicherten Absatz regionaler Agrarprodukte sorgen wie Jörg Geiger, bedeutet dies eine sichere zusätzliche Einnahmequelle und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der bäuerlichen Existenz“, fasste MdL Klaus Käppeler den Besuch in Schlat zusammen.

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