Agrarausschuss tagte beim Landesbetrieb Marbach

MARBACH (Kreis Reutlingen). Auf die Höhen der Schwäbischen Alb begab sich dieser Tage der Ausschuß für Ernährung und ländlichen Raum des Landtags von Baden-Württemberg. Die SPD-Landtagsfraktion war durch ihren agrarpolitischen Sprecher Gerd Teßmer und seinen Stellvertreter Klaus Käppeler, sowie durch Christoph Bayer, Herbert Moser, Alfred Winkler und Birgit Kipfer vertreten. Für die Landesregierung war Minister Peter Hauk und Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch anwesend. Ziel dieser auswärtigen Sitzung war die Vorstellung über die zukünftige Entwicklung des traditionsreichen Haupt- und Landgestüts Marbach, die nun in Form einer Übersicht „Marbach 2009“ vorliegt.

Die Mitglieder des Agrarausschusses inspizierten zunächst die Baulichkeiten in Gomadingen und Marbach. Vom Leiter dieses Landesbetriebs Dr. Helmut Gebhardt erfuhr man zunächst, dass hier 85 Beschäftigte und 38 Auszubildende wirken, um das vor 400 Jahren vom württembergischen König gegründete Gestüt nach heutigen Erfordernissen zu betreiben. Das Gestüt bildet für den Beruf des Pferdewirts in den beiden Fachrichtungen ‚Zucht und Haltung‘ und ‚Bereiter‘ eine amtlich anerkannte Ausbildung an. Für diese Ausbildung arbeitet dieser Landesbetrieb eng mit der beruflichen Schule in Münsingen zusammen, die durch ihren Schulleiter Roland Dörr vertreten war. Für die Beschäftigten war auf Wunsch der SPD-Mitglieder im Ausschuss der Personalratsvorsitzende Kurt Armbruster gekommen. Auch der Pferdezuchtverband war durch seinen Vorsitzenden Alfred Schmelcher vertreten, wie auch der Pferdesportverband durch Vorstandsmitglied Rolf Berndt. Auch die Tierseuchenkasse hatte ihren stellvertretenden Vorsitzenden Karl Rombach geschickt. Abgerundet wurde die Gruppe der sachverständigen Personen durch die beiden Bürgermeister von Gomadingen und St. Johann Klemens Betz und Eberhard Wolf.

Der Personalratsvorsitzende Kurt Armbruster kam in seinem Bericht schnell auf den Punkt. „Wir wollen wissen, was aus dem Gestüt und aus unseren Mitarbeitern in der Zukunft wird“. In den letzten Jahren sei die Belegschaft um 26% reduziert worden, dennoch seien alle Beschäftigten ‚hoch motiviert‘. Der Personalratsvorsitzende machte auch deutlich, dass man mit dem von der Kommission Marbach 2009 vorgelegten Konzept leben könne.

Dr. Helmut Gebhardt teilte mit, dass derzeit 465 Pferde in Marbach seien. Die Bereitstellung von geeignetem Erbgut durch die Zucht von Hengsten wird weiter betrieben. Nach dem Prinzip ökonomischen Handelns wolle man allerdings die Einnahmen durch erhöhten Verkauf von Samen und durch die Hereinnahme von Pferden zur Betreuung erhöhen könne.

Minister Hauk verwies darauf, dass man die bisherigen jährlichen Haushaltsmittel in Höhe von 4 Millionen Euro um 1 Million € kürzen wolle, dabei aber das Gestüt konzentriert auf seine ureigenste Aufgabe der Pferdezucht beschränke. Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch stand der vom früheren Agrarminister eingesetzten Kommission zur Erarbeitung einer Zukunftskonzeption vor. Sie bestätigte zunächst das motivierte Engagement der Beschäftigten. Aus ihren Ausführungen ging hervor, dass man zwar noch Einsparungspotentiale sehe und auch nutzen werde, aber nicht an die Privatisierung dieses berühmten Staatsgestüts denke.

Beim Rundgang wurden den Abgeordneten neben den verschiedenen in Marbach gehaltenen Pferderassen auch die Art der Samengewinnung und das erweiterte Ausbildungs- und Freizeitangebot dieses Landesbetriebs näher gebracht.


Ausschussvorsitzender Karl Traub, Landwirtschaftsminister Peter Hauk, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch, Klaus Käppeler und Karl-Wilhelm Röhm mit Hengst an der Besamungsstation

Schreibe einen Kommentar