Schulen in Römerstein/Hülben und Münsingen werden Gemeinschaftsschulen

Stuttgart (spd). Wie der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler mitteilte, haben die Werkrealschule Vordere Alb in Römerstein und Hülben sowie die Werkrealschule Münsingen eine Zusage erhalten: Das Kultusministerium genehmigte ihre Anträge zur Weiterentwicklung als Gemeinschaftsschulen. Die Zusage gilt bereits für das Schuljahr 2016/2017. Beide Schulen gehören zu rund 30 neuen Gemeinschaftsschulen im Land, die in diesen Tagen ebenfalls einen positiven Bescheid aus Stuttgart erhalten haben. Mittlerweile gibt es rund 300 Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg.

„Eine Schule wird nicht so einfach zur Gemeinschaftsschule, das Genehmigungsverfahren ist überaus anspruchsvoll, deshalb freut mich der Erfolg der beiden Schulen um so mehr“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler, der neben seiner Abgeordnetentätigkeit die Grund- und Hauptschule in Hohenstein leitet. Das von beiden Schulleitungen und Schulträgern vorgelegte Konzept habe auch ihn überzeugt. „Entscheidend ist aber bei allen Verfahren, dass das pädagogische Konzept von einer breiten politischen Mehrheit vor Ort getragen wird“, erklärte Käppeler.

So sei etwa der Vorschlag der Gemeinden Römerstein und Hülben, einen Schulverband zu gründen und die Klassenstufen aufzuteilen, überaus positiv aufgenommen worden. „Künftig werden die Klassen fünf und sechs in Hülben, die Klassen sieben bis zehn am Standort Böhringen unterrichtet, das ist organisatorisch und pädagogisch gut begründet“, sagte der SPD-Abgeordnete Käppeler. Das Engagement aller Beteiligten werde sich auch in Münsingen auszahlen, ist sich Käppeler sicher. „Die Gemeinschaftsschule eröffnet gerade im ländlichen Raum erst die Möglichkeit, dass trotz rückläufiger Schülerzahlen weiterhin alle Schulabschlüsse wohnortnah angeboten werden können.“

Die anhaltende Skepsis der Opposition im Landtag könne er hingegen nicht nachvollziehen. „Überall im Land stimmt die CDU in den Gemeinderäten für die Einrichtung von Gemeinschaftsschulen, im Landtag und Wahlkampf wird diese Schulform verteufelt, das passt einfach nicht zusammen“, kritisierte Käppeler. Die Gemeinschaftsschule werde nach seiner Erfahrung ganz pragmatisch als zusätzliche Wahlmöglichkeit gesehen. „Viele Eltern nehmen das Angebot gerne an, dass ihre Kinder länger gemeinsam mit anderen lernen können und sie ihrem Leistungsniveau entsprechend individuell gefördert werden“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete abschließend.

Allgemeine Information:

Die Weiterentwicklung zur Gemeinschaftsschule steht allen weiterführenden Schularten offen. Die Gemeinschaftsschule bietet einen pädagogischen Rahmen, Schülerinnen und Schülern auf allen Lernniveaus im Rahmen eines Ganztagsbetriebs gerecht zu werden. Voraussetzung für einen erfolgreichen Antrag sind ein pädagogisches Konzept, das sich an den Kriterien des deutschen Schulpreises orientiert, sowie eine Mindestgröße von dauerhaft 40 Schülerinnen und Schülern in der Eingangsklasse. Im Schuljahr 2015/16 gibt es landesweit 271 öffentliche Gemeinschaftsschulen, die von über 35.000 Schülerinnen und Schülern besucht werden. In Baden-Württemberg wechselt rund jeder sechste Grundschüler auf eine Gemeinschaftsschule.

Steinmaier: „Lasst die Umfragen mal beiseite“

Der Ort der Begegnung war mit Bedacht gewählt: Das „En Ville“, die Vinothek da Alfredo in der Oberamteistraße, blickt auf über ein Vierteljahrhundert als Treffpunkt politischer Insider zurück. Legendär der von Reutlingens Ex-Landesminister Hermann Schaufler mitbegründete Stammtisch mittlerweile ergrauter Eminenzen, an dem so manche Strippen gezogen wurden. Selbst leibhaftige (Ex)-Bundesminister sind in dem Feinschmecker-Treff keine Seltenheit, berichtet Inhaber Alfredo Leocata stolz und spielt auf dem Smartphone ein Video ab, in dem SPD-Grande Peer Steinbrück im April vor Ort Grüße an Schaufler ausrichten lässt.

Gut 50 geladene Sozialdemokraten aus der Region, darunter die Bürgermeister Elmar Rebmann aus Bad Urach und Alexander Schweizer aus Eningen, drängten sich gestern Vormittag im überschaubaren Gastraum zwischen Tresen und Fingerfood-Buffet und begrüßten die mit 20 Minuten Verspätung eintreffende Politprominenz mit Applaus. Der Chefdiplomat hatte den frühlingshaften Tag – übernachtet hatte er mit seinem Tross auf der Achalm – zu einem ungehinderten, nur von wenig Personal begleiteten Gang durch die Fußgängerzone an der Seite des Reutlinger SPD-Landtagsabgeordneten Nils Schmid genutzt.

MdL-Kollege Klaus Käppeler aus dem Wahlkreis 61 hatte die beiden Spaziergänger vor dem Lokal in Empfang genommen und zuvor den wartenden Journalisten von einem „Dilemma“ berichtet. Zum Gea-Wahlpodium – Dienstag, 23. Februar, 19 Uhr, in der Brühlhalle in Undingen und Montag, 29. Februar, 19.30 Uhr, in der Stadthalle Reutlingen – wurden nicht nur die vier im Landtag vertretenen Parteien und die im Bundestag sitzende Linke eingeladen, sondern angesichts des sich abzeichnenden zweistelligen Wahlergebnisses auch die AfD.

Die Debatte mit dieser „NPD im Schafspelz“, die eine „völkische Ideologie“ verbreite mit „durchgeknallter Argumentation“, so die deutliche Einschätzung der SPD-Basis, wird Nils Schmid als Landesvorsitzender erklärtermaßen nicht führen, betonte der Reutlinger auch gestern wieder auf Nachfrage.

Die Landespartei überlässt es aber den Abgeordneten, sich frei zu entscheiden. Dem Zwiefalter Käppeler hat sein Wahlkampfteam geraten, sich der Diskussion zu stellen. „Vermutlich werde ich mich dem nicht entziehen“, verriet er gestern.

„Wir haben einen harten Wahlkampf vor uns“, stimmte drinnen Nils Schmid die Freunde der Partei im Umfragetief ein. Wie auf dem Parteitag stellte er die Leistung des „starken Regierungsteams der SPD“ heraus: „Wir können stolz auf das Erreichte sein und müssen in den letzten sechs Wochen das auch herausarbeiten“, gab er den Weg vor.

Der gebürtige Detmolder (Ostwestfalen-Lippe) Steinmeier, vor wenigen Tagen 60 geworden, gestand, dass er gerne in den Südwesten komme „wegen der kulinarischen Köstlichkeiten“. Und er verstehe die Stimmungslage der Genossen, die „mit der Situation nicht zufrieden sein können“ – Ähnliches habe er in Bonn auch schon gehabt.

Der Polit-Profi beklagte, dass es aktuell „keinen echten Wettbewerb der Themen“ gebe, sondern „nur ein vorherrschendes“. Dabei müssen „wir aber Vor- und Nachteile der Grenzschließung abwägen“, widersprach er dem Koalitionspartner. Die Wirtschaft im Land würde schnell die Konsequenzen spüren. Es gelte, nun „das ganze Bündel von Maßnahmen durchzusetzen inklusive Verschärfung des Sexualstrafrechts“, die Außengrenzen Europas zu schützen und mit der Türkei ein Paket zu vereinbaren, damit „die Flüchtlinge in der Nachbarschaft Syriens bleiben können“. Drei Milliarden Euro stelle man dafür zur Verfügung. „Wir machen national, was geht“, darüber hinaus müssen europäische Lösungen her.

Und Steinmeier lobte die SPD in Bund und Land: „Wir haben in vielen Themenfeldern geliefert!“ Deshalb riet er, „die Umfragen mal beiseite zu lassen und selbstbewusst in den Wahlkampf zu ziehen“. „Glück auf“, schloss er und widmete sich dem Dialog mit den Gästen. Die waren ob der Nähe geschmeichelt und suchten rege das Gespräch. Denn das sollte die Begegnung mit Mitarbeitern und Wahlkämpfern: „die Leute anspornen, motivieren und Mut machen“, erklärte Schmid.

„Neuigkeiten“ machte deshalb auch Helmar Ulbricht, 80-jähriger Parteigenosse aus Eningen, am Ende nicht aus, „doch es war nett, dass man bei sowas mal dabei war“.

Außenminister hautnah in der Stadt

Übernachtung im Achalm-Hotel, Interview beim GEA, ein Spaziergang mit dem SPD-Landesminister und Reutlinger Landtagskandidaten Dr. Nils Schmid in entspannter Stimmung durch die Fußgängerzone – Steinmeier hat schon Eindrücke von Reutlingen gesammelt, als er in der Oberamteistraße ins En Ville kommt. Dort wird er mit viel Applaus empfangen. Die rund 60 SPD-Mitglieder haben sich schon warm diskutiert bei Espresso und feinen Häppchen, serviert von En-Ville-Chef Alfredo Leocata. »Er kennt uns noch nicht«, sagt Leocata über Steinmeier. Dafür kennt ihn ein Ex-CDU-Landesminister (Hermann Schaufler, der Stammgast ist) und ein Ex-Kanzlerkandidat (Peer Steinbrück, der im April 2015 vorbeischneite) noch dazu. 

Mut machen

Jetzt also der amtierende Außenminister. Aber zuerst ergreift Nils Schmid das Wort. Er verweist auf die Verdienste der SPD in der Landesregierung. Man könne stolz auf das Erreichte sein. Gerade im Bereich Bildung hätte grün-rot mit der Gemeinschaftsschule und der Abschaffung der Studiengebühren Maßstäbe gesetzt. »Jetzt geht es darum, das Erreichte herauszuarbeiten.« Dann ein herzlicher Dank an den »lieben Frank«, dass er nach Reutlingen gekommen ist. Und, augenzwinkernd: »Jetzt darfst Du auch ein paar Worte sagen.« 
Das tut er gern, der »liebe Frank«: Schließlich will er auf seinem Kurztrip durch Baden-Württemberg – das Ländle schätzt er auch wegen seiner kulinarischen Reize – die SPD-Wahlkämpfer unterstützen. Und ihnen Mut machen. Das Land bestehe nicht nur aus der Flüchtlingsproblematik, mahnt er. »Wir müssen dafür sorgen, dass auch andere Themen im Wahlkampf eine Rolle spielen. Und wir haben geliefert!« Lauter Beifall. Steinmeier nennt als Beispiele Mindestlohn und Mietpreisbremse. Und dann Lob für die Landespolitik – und Nils Schmid, der es als Wirtschafts- und Finanzminister zum vierten Mal geschafft habe, einen Haushalt ohne Neuverschuldung aufzustellen. Schmid lässt sich einen Tee bringen, Steinmeier einen Latte macchiato. Jetzt sind die Genossen dran mit ihren Fragen. Der Andrang auf Steinmeier ist riesig. Dabei herrschen die außenpolitischen Themen wie Polen, TTIP oder die Flüchtlingssituation an der türkischen Grenze vor. Aber auch zu innenpolitischen Themen haben die Genossen einiges auf dem Herzen: Der Aufschwung der AfD und das eigene Umfragetief beschäftigt sie. 
Aber Steinmeier ist zuversichtlich: »Im Grunde genommen sind wir in einer Situation, in der wir jeden Anlass haben, mit Selbstbewusstsein in den Wahlkampf zu ziehen. Ich bin mir sicher: Das Ergebnis wird ein anderes sein als die Umfragen von heute.«

Lernerfolg durch Individueller Förderung

Individuelle Förderung ist das Zauberwort moderner Pädagogik. Sowohl die Schillerschule als auch das Kollegium der Gustav Messmer Realschule nehmen in ihrem pädagogischen Alltag auf besondere Weise die Stärken und Schwächen des einzelnen Schülers in den Blick. Der Arbeitskreis Bildung der SPD Landtagsfraktion verschaffte sich unter der Leitung des schulpolitisches Sprechers Klaus Käppeler im Rahmen eines Fachgesprächs mit beiden Schulen, Vertretern des Schulamts Tübingen, des Kultusministeriums und dem örtlichen Bürgermeister Mike Münzing einen persönlichen Eindruck beider pädagogischen Konzepte der benachbarten Schulen.

Für die Realschule betonte Schulleiterin Magdalena Kalbfell, dass durch die erhöhte Lehrerstundenzuweisung der grün-roten Landesregierung die Verankerung individueller Förderkonzepte im Schullalltag sich sehr vereinfachte habe. Die zusätzliche Personalausstattung ermögliche, dass eine Klasse in kleinere Gruppe geteilt werden könnte und zwei Pädagogen den Unterricht begleiten. Nicolle Breitling, Schulleiterin der Schillerschule, die sich mit dem kommenden Schuljahr zur Gemeinschaftsschule weiterentwickeln möchte und bereits seit vielen Jahren die Unterschiedlichkeit der Schüler als Chance begreift, betonte dass eine erfolgreiche Praxis stets verknüpft ist mit einem steten Schulentwicklungsprozess, der getragen wird vom Kollegium aber auch von Eltern und Schülern.

Klaus Käppeler lobte in seinen Schlussworten, dass Münsingen Stolz auf diese beiden Schulen sein könne und zeigte sich zuversichtlich, dass individualisierte Lernkonzepte für alle Schularten eine Aufgabe für die Zukunft sei. Denn im Mittelpunkt steht der Lernerfolg des Schülers und nicht das Türschild der Schule.

Einladung durch OB und Wahlkreisabgeordneten: Kultusminister Stoch kommt zu TusSies-Heimspiel am 30. Januar

Stuttgart / Metzingen (spd). Kultusminister Andreas Stoch (SPD) kommt am 30. Januar nach Metzingen zum letzten Vorrundenspiel der TuS-Handballerinnen in der laufenden Saison. Zu Stochs Aufgabenbereich gehören auch die Bereiche Jugend und Sport. Der Minister hat deshalb die gemeinsame Einladung des Metzinger Oberbürgermeisters Dr. Ulrich Fiedler und des SPD-Wahlkreisabgeordneten Klaus Käppeler zum Besuch des Erstligaspiels gerne angenommen.

Sofern es sein voller Terminkalender erlaubt, fährt Käppeler als erklärter Fan der „TusSies“ regelmäßig von seinem Wohnort Zwiefalten zu den Heimspielen in der Metzinger Öschhalle. „Dass wir für den Minister das Spiel gegen Bad Wildungen ausgesucht haben, ist kein Zufall, wir wollten Andreas Stoch einen Loyalitätskonflikt ersparen“, begründete der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler die Terminwahl mit einem Schmunzeln. Immerhin spielten mit Frischauf Göppingen und der SG Bietigheim zwei weitere Frauenteams aus Baden-Württemberg in der Ersten Handballbundesliga.

Bei einem Gastteam aus Hessen könne Minister Stoch die Neutralität des Ministeramtes etwas weiter interpretieren. „Ich werde meinen Parteifreund jedenfalls sehr dazu ermuntern, das Metzinger Team als Zuschauer aktiv zu unterstützen“, sagte der SPD-Abgeordnete Käppeler. Er freue sich schon sehr auf das letzte Vorrundenspiel der „TusSies“ in der Saison 2015/2016. „Im beginnenden Wahlkampf eine schöne Abwechslung“, so Käppeler.

Stadthalle auf starken Staat

Dabei will die Südwest-SPD nicht auf Beschlüsse aus Berlin warten: »Bis eine bundesgesetzliche Regelung erreicht wird, wollen wir auf Landesebene vorangehen.« Und wer an den verpflichtenden Kursen nicht teilnehme, »dem sollte das Taschengeld gekürzt werden«, sagte der SPD-Politiker. Wobei Schmiedel davon ausgeht, dass die Mehrzahl der Flüchtlinge das Angebot wahrnehmen wird.

Reaktion auf Köln

Hintergrund der Beschlüsse ist die Klausurtagung der Südwest-SPD in Reutlingen, bei der der Kurs für den Endspurt der Landtagswahl festgezurrt wurde. Neben den bisher bekannten Themen wie soziale Gerechtigkeit und Ausbau des sozialen Wohnungsbaus wollen sich die Genossen als die Partei positionieren, die den Bürgern nach den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln und Stuttgart den Glauben an die Handlungsfähigkeit des Staates zurückgibt. Dafür hat die Fraktion bei ihrer Klausur eine Reutlinger Erklärung für »Öffentliche Sicherheit in einen starken Staat« beschlossen, die dem Reutlinger General-Anzeiger exklusiv vorliegt.

Zwar hat die Landesregierung nach Ansicht von Schmiedel schon einiges unternommen, um Flüchtlinge zu integrieren. Dennoch scheine es aber immer noch Missverständnisse zu geben. »Wer aus anderen kulturellen Räumen komme, der kenne oftmals unsere Gesetze und Traditionen nicht. Das führt zu Missverständnissen über das, was in Deutschland möglich ist. Deshalb wollen wir als vorbeugende Maßnahmen verpflichtenden staatsbürgerlichen Unterricht in den Leas einführen«, erläuterte Schmiedel die Hintergründe.

Die Vorkommnisse der Silvesternacht in Köln hätten bei vielen Bürgern den Eindruck erweckt, dass der Staat ohnmächtig sei. »Erst hat er nicht erkannt, was los ist. Dann tut er sich schwer, es aufzuarbeiten. Schließlich wird er sich bei der Beweisführung schwertun«, erläutert Schmiedel die gesellschaftliche Stimmung. Deshalb unterstütze die SPD-Fraktion den Plan von Innenminister Reinhold Gall (SPD), Polizisten mit Kameras auszurüsten und die Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen zu verstärken.

Bei dem Konzept des starken Staates setzt die Südwest-SPD auch auf den Ausbau der Polizei. »Während unserer Regierungsverantwortung wurden insgesamt 7 400 Polizeianwärter eingestellt, so viele wie noch nie in der Geschichte Baden-Württembergs. Diese Rekordeinstellung bei der Polizei werden wir in den kommenden Jahren verstetigen«, heißt es in der Reutlinger Erklärung der SPD-Fraktion.

Darüber hinaus will die SPD den Ausbau des sozialen Wohnungsbaus vorantreiben. Unter der schwarz-gelben Vorgängerregierung sei dies komplett zurückgefahren worden. Das müsse sich ändern. Die Bevölkerung in Baden-Württemberg wachse, deshalb bräuchte das Land mehr Wohnraum, mahnt der SPD-Politiker. »Wir brauchen neue Sozialwohnungen, aber auch Belegungsbindung für existierende günstige Wohnungen. Darüber hinaus müssen wir aber auch die Zahl der erstellten Wohnungen verdoppeln.« Im Jahr 2011 seien 24 000 Wohnungen in Baden-Württemberg fertiggestellt worden. Nun sind es rund 36 000. Das sei ein Zuwachs von 50 Prozent. »Doch da unsere Bevölkerung rasch wächst, brauchen wir pro Jahr 60 000 bis 70 000 neue Wohnungen in Baden-Württemberg. Darauf muss man sich einstellen«, mahnt Schmiedel.

Um das zu erreichen, ist Schmiedel auch bereit, einen Konflikt mit dem grünen Koalitionspartner einzugehen »Wir müssen es den Städten und Gemeinden erleichtern, Flächen zu erschließen. Priorität eins sind bezahlbare Wohnungen.« Das, was heute eine hohe Priorität habe, die Konzentration des Ausbaus auf städtische Zentren, müsse hinten anstehen, mahnt Schmiedel und zeigt sich kampfbereit in Richtung Grüne, die bei der Ausweitung von Bauflächen eher bremsen.

Quelle: GEA vom 14.01.2016, Autor:  DAVOR CVRLJE

»Das hier ist ein verdammt starkes Land«

Mit Vorsätzen ist es ja oft so eine Sache. Nicht so bei den Sozialdemokraten im Land. Zumindest, wenn man Schmid glaubt. Im Brustton der Überzeugung fügte er an, »aus unseren guten Vorsätzen wird auch gute Politik für unser Baden-Württemberg«.

Natürlich kam der 42-Jährige auch nicht umhin, das Thema anzusprechen, das derzeit alle Menschen in Deutschland umtreibt – quer durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten. Die sexuellen Übergriffe in Köln in der Silvesternacht und deren Folgen. Die Täter müssten mit der ganzen Härte des Gesetzes rechnen, stellte der Wirtschaftsminister fest. Er warnte aber auch davor, wegen der schlimmen Taten Einzelner alle Menschen, die vor Terror und Vertreibung nach Deutschland fliehen, unter Generalverdacht zu stellen.

Aus den Vorfällen von Köln müssten Schlüsse gezogen werden. Aber ein falscher Schluss wäre es, zu verkennen, welche Chancen Zuwanderung bietet. Die Sozialdemokraten wüssten um diese Chancen, und deshalb ist es »unsere Überzeugung«, so Schmid: »Wir fragen nicht, woher jemand kommt. Wir fragen, wohin wir gemeinsam gehen können.«

Jahr des Drachen beginnt

Trotz der großen Zahl an Flüchtlingen im Südwesten »ist und bleibt Baden-Württemberg ein verdammt starkes Land«, versprach der SPD-Spitzenkandidat. Und zwar eines mit Weltmarktführern in fast jedem Winkel des Landes. Damit dies so bleibe, bedürfe es vor allem einer Bildungsgerechtigkeit, für die sich die SPD einsetze, damit die Zukunft des Einzelnen nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängig sei.

Zumindest vor größeren Pechsträhnen dürfte die SPD in diesem Jahr gefeit sein. Ab Februar beginnt im chinesischen Horoskop das Jahr des Drachen, wie Reutlingens Oberbürgermeisterin Barbara Bosch in ihrer Begrüßung betonte. Mit dem Jahr des Drachen sind aber immer wieder längere Phasen des Pechs verbunden.

Gegen die helfe jedoch laut chinesischem Horoskop rote Kleidung. Dazu zählen wohl auch rote Schals und Krawatten, wie Bosch in ihrer launigen Ansprache mutmaßte. Und davon müssten die Genossen ja immer noch reichlich in den Mottenkisten haben.

Quelle: GEA vom 14.01.2016, Autor: Oliver Jirosch 

Wie steht es um die Wahlfreiheit der Eltern hinsichtlich der Ganztagsbetreuung in der Grundschule?

Sehr geehrter Herr Präsident,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

man merkt an der „Aktualität“ der heutigen Debatte, dass der FDP/DVP die Themen ausgehen.

Herr Wacker versucht einen Rundumschlag – und trifft dabei nur sich selbst.

Aber ich nutze natürlich gerne die Gelegenheit, ein weiteres Mal auf diesen historischen Erfolg der grün-roten Landesregierung hinzuweisen.

Mit der Verankerung der Ganztagsschule im Schulgesetz haben wir in kurzer Zeit etwas umgesetzt, wozu Schwarz-Gelb jahrzehntelang der Mut fehlte.

Vertreter der kommunalen Landesverbände, Herr Dr. Kern, loben die gemeinsame Vereinbarung und betonen:

„Dass vergleichbares mit schwarz-gelb niemals möglich gewesen wäre.“

Ich bemerke aber, dass die FDP seit ihrer Abwahl dem Thema Ganztagsschule eine neue Bedeutung beimisst. Herr Rülke beschreibt den Erkenntnisprozess seiner Fraktion mit den Worten: „Man habe den Ausbau der Ganztagsschule in der eigenen Regierungszeit verschlafen.“

Das gilt natürlich auch für die CDU.

Die heutige Debatte möchte ich zum Anlass nehmen, Herrn Dr. Timm Kern eine kleine, kostenlose Nachhilfe anzubieten.

Kostenlos deswegen, weil auch die Ganztagsschule kostenlos ist.

Nachhilfe, deshalb, weil die heutigen Ausführungen von Herrn Dr. Kern durchblicken lassen, dass es ihm trotz zahlloser Anläufe einfach nicht gelingen will, den rechtlichen Rahmen des Schulgesetztes vollumfänglich zu erfassen.

Sonst käme er nicht immer auf die gleichen, falschen Schlussfolgerungen, es gäbe einen Zwang zur Ganztagsschule, es gäbe keine Wahlfreiheit und es gäbe keine Flexibilität.

Eltern haben eine Wahlfreiheit, ob Sie ihr Kind an einer Ganztagsschule anmelden möchtenoder nicht. Einen Ganztagsschulzwang gibt es nicht.

Eltern entscheiden als Teil der Schulkonferenz, ob die Schule überhaupt ein Antrag auf Ganztagsbetrieb stellt. Die Stärkung der Eltern- und Schülervertretung in der Schulkonferenz ist, nebenbei bemerkt, auch ein Erfolg der grün –roten Landesregierung. Das hat Ihnen Frau Boser gerade eben auch schon gesagt.

Schulen können bei der Ausgestaltung ihres pädagogischen Konzeptes wählen.

Sie bestimmen den Umfang des Ganztagsangebots, und zwar sowohl die Zahl der Tage – drei oder vier – als auch den zeitlichen Umfang – sieben oder acht Stunde.

Schulen entscheiden über die Form des Ganztagsangebots. Und an dieser Stelle bitte genau zuhören, lieber Herr Dr. Kern, Schulen können zwischen der Ganztagsschule in Wahlform oder in verbindlichen Form wählen.

Wahlform bedeutet – wie an meiner Schule übrigens auch – dass ein verlässliches Ganztagsangebot organisiert wird, welches Eltern zu Beginn des Schuljahres für Ihr Kind wählen können, oder nicht.

Das Gesetz sieht zudem vor, dass Schulen sich für eine verbindliche Form der Ganztagsschule entscheiden können. Eltern können zum Zeitpunkt der Anmeldung entscheiden, ob sie diese Schule für ihr Kind wählen möchten oder nicht.

Ginge es nach den Vorstellungen der FDP, erhielten Eltern völlige Wahlfreiheit. Aber was bedeutet das für eine Schule, den Unterricht und für die Schulorganisation konkret?

Täglich würden Eltern ihre Kinder an- und abmelden, am besten auch noch samstags. Die Gruppengrößen würden ständig wechseln. Auf diese Informationen müssten der Lehrer, Gruppenleiter und die Mensa reagieren. Dadurch würde ein riesiger Organisationsaufwand verursacht.

Die Folge: Die Umsetzung eines Pädagogischen Konzepts mit hoher Qualität wäre unmöglich.

Mit anderen Worten:
Der FDP geht es eigentlich nur darum, Kinder zu betreuen oder sie aufzubewahren. Es geht ihr nicht um Qualität, nicht um Lernerfolge.

Das können sich dann wieder nur die Wohlhabenden mit teurer Nachhilfe leisten

Wir respektieren den Wunsch der Eltern und der Schule, wenn diese an dem bisherigen Angebot festhalten möchten. Deshalb halten wir an unserer Zusage fest, die Landesförderung der Betreuungsangebote dort aufrecht zu erhalten, wo es noch kein Ganztagsschulangebot gibt.

Wir, die SPD, stehen wir für einen Ausbau der Ganztagsschule sowohl im Grundschulbereich und in den kommenden Jahren auch im Bereich der weiterführenden Schulen. Jede Schule soll die Möglichkeit erhalten, sich zu einer Ganztagsschule weiterentwickeln zu können.

Niemand muss, jeder kann.

Entscheidend ist der Bedarf vor Ort! Und dieser ist groß. Ich bin daher überzeugt, dass die Zahl der Ganztagsschulen in den kommenden Jahren erheblich steigen wird.

Lieber Herr Kollege Dr. Kern – Sie haben in der zweiten Runde die Möglichkeit zum Besten zu geben, ob Sie etwas dazu gelernt haben und die Unterscheidungsmerkmale von Ganztagsschule in Wahlform  und Ganztagsschule in verbindlichen Form nun wiedergeben können. Ich bin gespannt.

Aber kommen Sie mir nicht wieder mit Ihrem liberalen Lieblingswort „Freiheit“. Sie verwechseln dies zu oft mit Beliebigkeit!

Vielen Dank!

Stimmensammler für den Landtag

Am 13. März wählt Baden-Württemberg einen neuen Landtag – und weil’s so spannend wird, wer das Ländle künftig regieren wird, steht uns ein zweieinhalbmonatiger Dauerwahlkampf bevor. Um den Wiedereinzug ins Parlament streiten auch die drei Platzhirsche im Bananenwahlkreis Hechingen/Münsingen, die wir auf diesem Archivfoto als Kassenbuben des Burladinger Fasnetsspiels entdeckt haben (von links: Andreas Glück, FDP, Karl-Wilhelm Röhm, CDU, und Klaus Käppeler, SPD). Wer’s schafft? Nun ja, Röhm mag als gesetzt gelten. Für Käppeler und Glück dürfte der Wahlabend dagegen mal wieder zur Zitterpartie werden.

Quelle: SWP vom 31.12.2015

Ohne Wintermärchen

Weil diesmal kein Schnee lag, musste das Wintermärchen ausfallen. Spaß gemacht hat den Teilnehmern die Dreikönigswanderung des SPD-Ortsvereins Hechingen trotzdem.

Treffpunkt der Genossen war in diesem Jahr der Heiligkreuz-Parkplatz. Der Vorsitzende Manfred Bensch begrüßte neben einer stattlichen Anzahl von Ortsvereinsmitgliedern auch den SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Käppeler. Der Wanderweg führte auf leicht ansteigendem Weg in Richtung Burg. Auf einem gut befestigten Waldweg erreichte man die Pumpstation, die Frischwasser zur Zollerburg befördert. Dort bogen die Wanderer links ab und trafen bald auf Maria Zell ein. Die Gruppe besuchte das Grab von Alf und Ute Müller und legte eine Gedenkminute ein. An der Grillstelle lud der Nieselregen leider nicht zu einer längeren Pause ein.

Im Bollemer "Löwen" saßen die Sozialdemokraten nach dem Mittagessen einige Zeit bei angeregter Unterhaltung zusammen. Manch älterer Genosse wusste die eine oder andere Geschichte aus früheren Zeiten zu erzählen. Ein harmonisches Dreikönigstreffen ging dann langsam zu Ende. Allen Teilnehmern hat es so gut gefallen, dass sie sich schon auf das nächste Jahr freuen.

Quelle: SWP vom 09.01.2016