Chancen für die Schule im Dorf

 

Von Joachim Baier

TROCHTELFINGEN. »Bleibt unsere Schule im Dorf?« Mancherorts stellt sich diese Frage schon nicht mehr – immer mehr Schulhäuser im ländlichen Raum werden dichtgemacht. Und Kommunen, die ihre Schulen erhalten wollen, bekommen den Konkurrenzkampf um immer weniger Schüler zu spüren. Bei der »100-Dialoge-Tour« der Landes-SPD diskutierten am Mittwoch im Trochtelfinger Feuerwehrgerätehaus der hiesige Landtagskandidat Klaus Käppeler sowie der Landtagsabgeordnete der SPD, Norbert Zeller, mit dem Trochtelfinger Bürgermeister Friedrich Bisinger und dem kürzlich als Vorsitzender des Landeselternbeirates zurückgetretenen Matthias Fiola über Dorfschulen und die aktuelle Bildungspolitik. Organisiert wurde der Abend vom SPD-Ortsverein Sonnenalb.

 

Chancengleichheit gefordert

»Die Schule auf dem Dorf verschwindet Stück für Stück«, fürchtet Norbert Zeller. Einen der Gründe dafür sieht der Vorsitzende des Bildungsausschusses im baden-württembergischen Landtag in der Einführung der zweizügigen Werkrealschule. Dies werde zu einem Konzentrationsprozess der Schulen an wenigen Standorten führen, warnte der SPD-Politiker aus Friedrichshafen.

Zeller kommentierte auch die Ergebnisse der aktuellen Pisa-Studie: Zwar seien in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften Fortschritte erzielt worden. Aber, so bemängelte der Bildungs-Experte, nach wie vor gelinge es in Baden-Württemberg nicht, leistungsärmere Kinder aus sozial schwachen Familien optimal zu fördern. Fiola gab zunächst eine Erklärung zu seinem Rücktritt als Landeselternbeiratsvorsitzender ab: Er sei dem Amt aus zeitlichen Gründen nicht mehr gerecht geworden, gestand der Ohmenhausener. Bis zu drei Stunden täglich habe allein die E-Mail-Korrespondenz für das Ehrenamt erfordert. Fiola kümmert sich als Hausmann nun wieder intensiver um seine beiden Söhne. Er bleibt ordentliches Mitglied im Landeselternbeirat und auch das Amt des Klassen-Elternvertreters an der Realschule seiner Kinder sei ihm nach wie vor »extrem wichtig«.

Auch Matthias Fiola kritisierte eine soziale Schieflage in der Bildungslandschaft: Kinder aus Nicht-Akademiker-Familien hätten in Baden-Württemberg eine um den Faktor 6,5 schlechtere Chance aufs Gymnasium zu kommen, als Kinder von Akademiker-Familien mit vergleichbaren Leistungen. Im Land würden die Eltern deutschlandweit am meisten Geld für Nachhilfe-Unterricht ausgeben – im Schnitt 135 Euro pro Kind und Jahr, so Fiola. Er forderte, eine gute Schule sollte Kindern »eine bruchlose Lernbiografie« ermöglichen, und sie müsse viel offener werden für die Eltern.

Längeres gemeinsames Lernen

Der SPD-Bewerber um ein Landtagsmandat, Klaus Käppeler, der auch die Hohensteinschule leitet, sieht als sein zentrales Thema den zunehmenden Leistungsdruck an den Schulen. »Die Grundschulempfehlung kommt zu früh«, beklagte er und plädierte für ein längeres gemeinsames Lernen und für eine sechsjährige Grundschule. Außerdem setzte sich der Sozialdemokrat für eine praxisorientiertere Lehrerausbildung ein.

Die Werkrealschule ist für Trochtelfingens Bürgermeister Friedrich Bisinger in den kommenden zwei Jahren zentrales Thema: Wenn in der Gemeinde im Schuljahr 2012 mindestens 15 Interessenten für eine Mittlere-Reife-Klasse zusammenkommen, darf die Werdenberg-Schule Werkrealschule werden. Schulen seien ein bedeutender Standortfaktor insbesondere für die Kommunen im ländlichen Raum – vor allem wenn es um den Zuzug von jungen Familien gehe, betonte der Bürgermeister. Sein Appell: »Wir wollen die Schule im Dorf, und das erfordert gemeinsame Anstrengungen von allen Beteiligten.«

(GEA-online 10.12.2010 )

100-Dialoge-Tour der SPD macht Station im Wahlkreis

Trochtelfingen (spd). Die SPD lädt für Mittwoch, 8. Dezember 2010, zur offenen Diskussionsveranstaltung „Bleibt die Schule im Dorf?“ nach Trochtelfingen ein. Der Abend in Trochtelfingen ist Teil der 100-Dialoge-Tour der Landes-SPD, in der jeweils in den einzelnen Regionen wichtige und kontroverse Themen in einem offenen Forum diskutiert werden sollen.

Im Gespräch mit Eltern, Elternvertretern und Lehrerinnen und Lehrern will SPD-Landtagskandidat und Schulleiter Klaus Käppeler der Frage nach der Zukunft der Schule im ländlichen Raum auf den Grund gehen. Darüber hinaus werden Sachverständige aus Politik sowie Eltervertreter in kurzen Stellungnahmen den aktuellen Sachstand referieren. Eingeladen wurden dafür Norbert Zeller, Vorsitzender des Bildungsausschusses des Landtags, Matthias Fiola, bis vor kurzem Vorsitzender des Landeselternbeirates Baden-Württemberg, sowie Friedrich Bisinger, Bürgermeister der Stadt Trochtelfingen.

Für Klaus Käppeler zeigt der große Zuspruch zu den Veranstaltungen im Land, dass die 100-Dialoge-Tour den Nerv der Menschen trifft. „Die Menschen in Baden-Württemberg wollen eine Politik, die sie mit Respekt behandelt und ihnen zuhört, statt immer nur zu bestimmen.“ Mit der Dialog-Tour zeige die SPD, dass die Partei den Sachverstand der Menschen vor Ort in den Mittelpunkt stelle, anstatt über den Kopf der Bürgerinnen und Bürger hinweg zu entscheiden.

Die SPD Baden-Württemberg will ihr Regierungsprogramm für die Landtagswahl 2011 im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern, Organisationen, Firmen und Verbänden im Land gestalten. Der Partei geht es darum, ins Gespräch zu kommen, ihre Vorstellungen darzustellen, vor allem aber auch zuzuhören. Deshalb organisiert die SPD Baden-Württemberg in der Zeit bis Weihnachten 2010 die „100-Dialoge-Tour“. Über 100 Veranstaltungen werden in diesem Zeitraum im Land stattfinden. Elf verschiedene Themenfelder – von Bildung über Energie bis hin zu Wirtschaft – werden auf diese Weise bearbeitet. Die Ergebnisse aus den Gesprächen und Diskussionen münden später ins Regierungsprogramm der Partei für die Jahre 2011 bis 2016.

Die Veranstaltung im Wahlkreis 61 „Hechingen-Münsingen“ findet statt

am Mittwoch, 8. Dezember 2010, ab 19 Uhr

in Trochtelfingen, „Feuerwehrgerätehaus“, Siemensstraße 2

SPD/Aktive Bürger – Weihnachtsfeier 2010

Zur traditionellen Weihnachtsfeier der SPD/Aktive Bürger traf man sich in gemütlicher Runde im Gasthaus Hirsch. Als Gast war Klaus Käppeler – Landtagskandidat der SPD – anwesend. Klaus Käppeler und der 1. Vorsitzende des Ortsvereins Michael Schwarz der SPD Bad Urach nutzten die Gelegenheit das anwesende langjährige SPD-Mitglied Werner Jäger für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft im Ortsverein zu ehren.

In Kürze werden für 50 Jahre und 25 Jahre SPD-Mitgliedschaft die Mitglieder Altbürgermeister Friedhardt Pascher und Renate Wolf für ihre Verdienste in einem würdigen Rahmen geehrt.

 

Werner Jäger – 40 Jahre Mitgliedschaft in der SPD –
war lange Jahre im Ortsverein als in der Vorstandschaft tätig. In seiner aktiven Zeit war er ein analytischer, wortgewaltiger Sozialdemokrat mit dem Herzen auf dem rechten Fleck. Immer bereit sich den Aufgaben des Ortsverbandes zu stellen und sich für den Kreistag als Kandidat zur Verfügung zu stellen.

Advent, Advent, in Berlin es brennt

Am gemütlich wärmenden Kaminfeuer versammelte sich die SPD-Ortsvereinfamilie zum traditionellen Jahresabschluss.

Auch Klaus Käppeler, der Landtagskandidat des Wahlkreises 61 hatte trotz schwieriger winterlicher Straßenverhältnisse den Weg nach Münsingen riskiert.

Jochen Klaß, der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Münsinger Alb, ließ in seiner Begrüßung das Jahr 2010 Revue passieren und lobte die Aktivität und das Engagement der Mitglieder des Vereins. Im Ausblick auf 2011 nannte er die wichtigsten Themenfelder der SPD für die kommende Landtagswahl im März, nämlich:

–          Bildung

–          soziale Gerechtigkeit

–          ökologische Erneuerung der Energiegewinnung.

Als Garant für die Verwirklichung dieser Ziele stehe Klaus Käppeler, für dessen Wiedereinzug in den Landtag sich der Ortsverein stark mache.

Nach kulinarischen Genüssen aus der Küche Heimo Hellmanns erwartete die Gäste gleichsam als Nachtisch und Höhepunkt des Abends ein zündendes Kabarett aus der Feder von G. Stotz,

das sich in Schärfe und frechem Witz mit den  bekannten TV-Beiträgen „Aus der Anstalt“ messen konnte, unter dem Motto: „ Advent, Advent, in Berlin es brennt“.

SPD Echaztal diskutiert mit Klaus Käppeler über Bildungspolitik

Nachdem der Ortsvereinsvorsitzende Jürgen Vietense einen kurzen Rückblick über die Aktivitäten des Ortsvereins im vergangenen Jahr gegeben hatte, dankte er Britta Waschl für ihre Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Lichtenstein und gratulierte dem langjährigen Kassier Peter Winterling zu seinem 25-jährigen Parteijubiläum und überreichte ihm seine Urkunde.   

 

Anschließend machte Klaus Käppeler, Landtagskandidat im Wahlkreis Hechingen-Münsingen und Schulleiter in Hohenstein, und somit bestens mit der Materie vertraut, in seinem Referat deutlich, dass im Kreis Reutlingen vor allem bisherige „Brennpunkt“-Hauptschulen in den Ballungsräumen zu Werkreal-schulen umgewandelt worden seien. Diese zögen Schülerinnen und Schüler aus den kleineren ländlichen Hauptschulen ab, was diese Standorte, die gute Arbeit leisteten, gefährde. Entsprechend unpopulär sei diese Maßnahme daher bei vielen kommunalen Entscheidungsträgern.

 

In den Werkrealschulen führe das zu größeren Klassen, und die Landesregierung könne so Stellen einsparen, was wohl mit ein Grund für die Einführung der Werkrealschulen gewesen sei.

Das antiquierte dreigliedrige Schulsystem werde somit noch weiter zersplittert. Die SPD strebe hingegen auf lange Sicht eine zehnjährige Gemeinschaftsschule an, mit dem Zwischen-schritt der Zusammenfassung von Haupt- und Realschulen, die dann beide Abschlüsse anbieten sollen.

 

Als weitere wichtige Punkte nannte Käppeler die Ausweitung der Schulsozialarbeit, den landesweiten bedarfsgerechten Ausbau der Ganztagesschulen, die stärkere individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern sowie die Inklusion. Dass Kultusministerin Marion Schick behauptet, letzteres sei kostenneutral möglich, hält Käppeler, aus der Praxis betrachtet, für eine gewaltige Illusion.

 

Die Anwesenden bedauerten einmütig, dass in Unterhausen Schulräume leer stehen, während die Realschule in Pfullingen aus allen Nähten platzt und dort ein Anbau geplant ist, anstatt dass gemeindeübergreifend kooperiert wird.