Frauen für Zwiefalten

Einladung

Frauen für Zwiefalten

bei der Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009

 

Die drei Frauen der Liste FWZ – SPD laden zu einer eigenen Wahlversammlungen ein:

 

Am Freitag, 5. Juni 2009

ab 15.00 Uhr

bei der Fischzucht Illing

 

Bei Kaffee und Kuchen stellen sie sich vor und stehen gerne zum persönlichen Gespräch bereit.

 

Auf Ihr Kommen freuen sich

 

Michaela Geiger, Michaela Kruske und Bärbel Walzer

Sie wollen die Politik mitgestalten

Zwiefalten  Acht der bisherigen Gemeinderäte Zwiefaltens stellen sich nicht mehr zur Wahl. Das bedeutet, dass es im Gremium einen größeren Wechsel geben wird. Wer sich für die kommende Legislaturperiode zur Wahl stellt, was die Ziele und die Absichten der einzelnen Kandidaten sind, davon konnten sich die Wähler in einer Bürgerversammlung ein Bild machen.
 
Doch bevor die 25 Anwärter um die 14 Sitze sich vorstellen konnten, blickte der stellvertretende Bürgermeister Josef Ott auf die vergangenen fünf Jahre zurück. Sein Bericht war vor allem geprägt von dem einen beherrschenden Thema in der Gemeinde: der Finanzknappheit. Noch im Herbst, sagte Ott, wäre eine Bilanz wohl positiver ausgefallen. Doch wegen der Wirtschaftskrise drohen auch Zwiefalten bittere Einschnitte. Ott hob aber auch Erfolge hervor: "Nichtsdestotrotz haben wir vieles auf den Weg gebracht". Sei es die Ortskernsanierung, die Schule, die Rentalhalle oder neue Baugebiete.

iel Arbeit und große Herausforderungen werden auch auf den neuen Gemeinderat warten. Sowohl die Kandidaten der CDU-Bürgerliche Wählervereinigung als auch die der SPD-Freie Wähler Zwiefalten wollen sich dem stellen. Und noch mehr: Sie wollen "die Kommunalpolitik aktiv mitgestalten", wie immer wieder zu hören war.
 
Stefan Aschenbrenner stellte die Liste der CDU vor, die sich als "Interessensvertretung mit einer im positiven Sinn konservativen Grundeinstellung sieht". Wichtig sei ihnen Werteorientierung, Wahrung von Tradition auf eine moderne Art und Weise, die Familie und auch die christlichen Grundsätze in Erziehung und Gesellschaft. Dass so viele Gemeinderäte aufhören, bedeute gleichzeitig einen "Verlust an Erfahrung, Engagement und Kontinuität", so Aschenbrenner. Doch man ist sich sicher, diese Lücke füllen zu können, 16 Kandidaten konnten gefunden werden, aus den "unterschiedlichsten Lebens- und Arbeitsbereichen", die ein Altersspektrum von 24 bis 55 Jahren abdecken. Erklärtes Ziel der CDU ist es, zwölf der 14 regulären Sitze zu erringen (derzeit gibt es noch ein Überhangmandat), also den fünften Zwiefalter Sitz zurückzuerobern.
 
Dies wollen die Kandidaten der Gegenliste jedoch verhindern. Klaus Käppeler, Listensprecher und der am längsten amtierender Rat, umriss kurz die Ziele der Liste. Zum einen sei dies, mehr Familien an den Ort zu locken, um die Kindergärten und Schulen halten zu können. Daher müsse auch baulich in die Schule investiert werden. Ein weiteres vordringliches Ziel sei der Erhalt des Höhenfreibads, "ein heißes Eisen", wie Käppeler bewusst ist, doch eine Einrichtung, die wichtig sei für den Ort. Zudem mahnte er engere Verbindungen zu Hayingen und Pfronstetten im Gemeindeverwaltungsverband an, um dadurch Kosten zu sparen. Ihn freut besonders, dass auf der Liste der SPD in diesem Jahr drei Frauen kandidieren (auch die CDU hat eine Kandidatin). "Wir tun gut daran, auch den Frauen zuzuhören, wenn es um die Interessen der Gemeinde geht", so Käppeler.
 
Die Kandidaten beider Listen nutzen die Gelegenheit, sich kurz auf die unterschiedlichste Art und Weise zu präsentieren. Einige Beiträge waren knapp und sachlich, andere recht persönlich, und einiges sorgte auch für Gelächter im Publikum. Einer der seltenen Beweise, dass sich Politik und Humor nicht zwangsläufig ausschließen müssen.
 
Diskussionen und Fragen waren an diesem Abend nicht vorgesehen, dafür gibt es eigene Informationsveranstaltungen der beiden Listen. Erfreut waren die Veranstalter, dass rund 120 Bürger gekommen sind, um sich die Kandidaten anzusehen. Mehr als in früheren derartigen Veranstaltungen. Sie hoffen nun, dass sich dies auch in der Wahlbeteiligung niederschlägt.

Alb Bote, 20.05.2009

Rede von Klaus Käppeler bei der Bürgerversammlung mit Kandidatenvorstellung

1.       Rückblick

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger von Zwiefalten!

Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Lassen Sie mich mit einem Zitat von Ernest Hemingway, 21.07.1899 – 02.07.1961, US-amerikanischer Schriftsteller  beginnen:

 

Das Merkwürdige an der Zukunft ist wohl die Vorstellung, dass man unsere Zeit einmal die gute alte Zeit nennen wird.

 

Als Sprecher der Liste FWZ – SPD möchte ich Ihnen einige Gedanken vortragen und unsere Liste vorstellen!

 

Eine inhaltliche Auseinandersetzung – an der wir sehr interessiert sind – kann an dieser Stelle aus Zeitgründen nicht stattfinden. Wir bieten dazu in den kommenden Wochen bis zur Gemeinderatswahl bei Wahlversammlungen in allen Teilorten ausgiebig die Möglichkeit und laden Sie dazu herzlich ein! Die Termine sind im Mitteilungsblatt, auf unserem Prospekt und im Internet zu finden.

 

Unser Motto von 1994, 1999 und 2004  ist auch das Motto dieser Wahl: „Konstruktive Zusammenarbeit mit allen zum Wohle der Gemeinde!“

 

Was wir erreicht haben, hat der stellvertretende  Bürgermeister Josef Ott in seinem Bericht dargestellt. Ebenso was  – leider – noch nicht geschehen ist. Für beides tragen wir mit allen Gemeinderatskollegen und zusammen mit der Verwaltung die Verantwortung.

Was dem einzelnen Bürger vielleicht nicht so bewusst ist, wenn er mit seinem dringenden Anliegen zum Gemeinderat  oder zur Verwaltung kommt: Alles steht unter Finanzierungsvorbehalt und wenn man wenig Geld hat, muss man eines nach dem anderen machen, manchmal eine Sparpause einlegen und unerfüllbare Wünsche modifizieren oder auch mal begraben – so wie es eine „Schwäbische Hausfrau“ tut!

 

Wir haben in den vergangenen zwei Jahren seit langem wieder ordentliche Haushalte verabschieden können, mit etwas mehr Spielraum als in vorangegangenen Jahren. In den allermeisten Haushaltssatzungen – und ich kann zumindest 20 Jahre zurückblicken –  können Sätze des Kämmerers nachgelesen werden, in denen er uns zu Sparsamkeit und zur Ausgabendisziplin aufforderte, in denen er uns vor den Folgekosten warnte.

 

Man muss kein Prophet oder Schwarzmaler sein,  jeder der logisch  denken kann wird mir zustimmen: Im Zuge der Wirtschaftskrise werden sich die Steuereinnahmen drastisch minimieren und die Staatsverschuldung wird ungeahnte Ausmaße erreichen . Im Topf des kommunalen Finanzausgleichs werden große Löcher – besser: Krater – zu sehen sein und die Zuweisungen an Kommunen wie Zwiefalten, die noch nie Projekte ohne Fördertöpfe wie Ausgleichsstock, ELR (Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum) oder  LSP (Landessanierungsprogramm) finanzieren konnten, werden zwangsweise geringer ausfallen müssen, die Verteilungskämpfe werden härter werden.

 

Schon der neue Gemeinderat wird voraussichtlich im Sommer mit einem Nachtragshaushalt konfrontiert und im Haushalt 2010 werden wir wohl oder übel unsere Mittelfristige Finanzplanung weiter strecken und vielleicht von mach lieb gewordener Tradition Abschied nehmen müssen!

 

Alle Räte, die sich zukünftig mit Themen wie Sanierung von Straßen und Wegen, Renovierungen von Gemeindeeinrichtungen,  Kreditaufnahmen, Grundstücksverhandlungen, Stundung von Gebühren, Personalgutachten, Personalangelegenheiten und vieles mehr beschäftigen, müssen bei allen Entscheidungen den Gemeindekontostand vor ihrem geistigen Auge haben.

 

Es wird noch mehr als bisher darauf ankommen, den interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Gemeindepolitik zu vermitteln, ihnen zu erklären, warum Entscheidungen nur so gefällt werden konnten und nicht anders. Die Sachzwänge werden noch größer, der Gestaltungsspielraum noch kleiner.

 

Es ist bequem, alle Schuld beim Bürgermeister abzuladen und zu meinen, mit einem anderen Gemeindeoberhaupt würde sich die strukturelle Situation der Münstergemeinde schlagartig ändern. Bei seinem Amtsantritt hatte er als Projekt die Ortskernsanierung ins Gespräch gebracht und erste Ideen entwickelt. Dass es bis zur Realisierung 20 Jahre dauern würde, hätte damals niemand gedacht. Der Bürgermeister muss und die Gemeinderäte müssen zukünftig noch deutlicher und klarer sagen, was unsere Kommune zu leisten vermag und was nicht! Ich weiß, dass dies noch weitere Enttäuschungen hervorrufen wird, aber es gehört zur Ehrlichkeit.

 

Bevor ich einige Überlegungen und Ziele nenne, möchte ich unseren ausscheidenden Gemeinderäten danken.

 

Helga Münch hatte im vergangenen Gemeinderat als einzige Frau ein Alleinstellungsmerkmal: Die Einladungen des Bürgermeisters begannen immer mit „Sehr geehrte Frau Münch, sehr geehrte Herren!“ Dass sie nicht als Quotenfrau, als Zugeständnis an das „schwache Geschlecht“ taugte, hat sie oft bewiesen: Mit hartnäckigem Nachhaken, mit interessanten Überlegungen und guten Informationen hat sie sich den Respekt der Männerwelt abgetrotzt. Ihre Entscheidung, nach einer Wahlperiode nicht mehr zu kandidieren bedauern wir sehr. Ihre persönlichen Gründe wiegen jedoch so schwer, dass ich nicht ernsthaft versucht habe, sie von ihrem Entschluss abzubringen.

 

Mit Paul Geiselhart geht ein kommunalpolitisches Schwergewicht von der Bühne. 15 Jahre lang stand er für Unabhängigkeit, konstruktive Kritik und Weitblick. Seine berufsbedingten  kommunalpolitischen Erfahrungen als Realschulrektor in Ehingen haben manche Argumentation geprägt – nicht zum Schaden unserer Gemeinde. Als Mathematiklehrer kennt er das Verhältnis von roten und von schwarzen Zahlen und auch mehrere Nullen bringen ihn nicht aus der Ruhe. Als Kassierer des Fördervereins der Rentalhalle haben wir gemeinsam für das große Projekt der 90 er Jahre gearbeitet. Dass Paul Geiselhart nicht mehr kandidiert, hängt mit den beruflichen Heraus- und Anforderungen zusammen. Inzwischen kann ich das persönlich auch gut nachvollziehen. Paul, Respekt und Dank!

 

Einen Dank möchte ich auch an die ausscheidenden Kollegen der Bürgerlichen Liste aussprechen: stellvertretend Josef Ott, der immer zur Versachlichung der Debatte beigetragen hat und der der sich sehr engagiert hat. Bei allen unterschiedlichen Meinungen und Haltungen habe ich ihn als jemanden empfunden, für den die Sache und nicht persönliche Ressentiments im Vordergrund standen. Dies gilt auch für die anderen Kollegen. Da gab es schon ganz andere Zeiten in Zwiefalten.
Gefallen hat mir die Fahrt von Bürgermeister und Gemeinderatskollegen nach La Tessoualle zur Einweihung des Kulturhauses „Tessalis“.
Bedauert habe ich, dass sich die nicht öffentlichen Sitzungen häufig so lange hingezogen haben, bis keine Gaststätte mehr offen hatte und deswegen die „Nachsitzungen“ ausgefallen sind!

 

Und noch einen Dank möchte ich anfügen: Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten der Gemeindeverwaltung für ihr Engagement, das öffentlich häufig nicht erkannt und wahrgenommen wird. Stellvertretend für alle möchte ich Herrn Zistel vom Bauhof nennen, der  im vergangenen Winter, unterstützt durch weitere Kollegen mit besonderen Umständen zu kämpfen hatte und die den Winterdienst Gott sei Dank für uns alle gut gemeistert haben.

 

 

2.       Ziele und Überlegungen

Damit bin ich nun in der Zukunft angelangt:

Für was setzen wir uns –  die Kandidatinnen und Kandidaten der Liste Freie Wähler Zwiefalten – SPD in den kommenden 5 Jahren ein?

Trotz der eingangs erwähnten erwarteten Haushaltsschwierigkeiten müssen wir in die Zukunft sehen und schrittweise umsetzen, was wir bereits geplant haben.

 

Wenn wir langfristig unsere Einrichtungen wie Kindergärten und Schule halten wollen, müssen mehr Familien mit Kindern zu uns herziehen und möglichst bei uns bauen lassen. Wenn ich sehe, welch langwierigen Hick-Hack es um ganz wenige Bauplätze in Gauingen gegeben hat, wo persönliche Interessen und Eigentumsverhältnisse sinnvolle Erschließungen torpediert haben,  so dürfen wir uns glücklich schätzen, dass Bürgermeister und Gemeinderat schon vor Jahren mit dem Erwerb des Geländes oberhalb des Schwimmbads einen ganz wichtigen Grundstein für neue Bauplätze für die kommenden Jahrzehnte gelegt haben – wenngleich der Erwerb damals viel Geld gebunden hat.  Hier sind wir heute in der guten Lage, bedarfsgerecht weiter zu erschließen und Bauwünsche zeitnah zu erfüllen.

 

Dies ist deswegen so wichtig, weil wir ohne Kinder keinen Kindergarten und keine Schule brauchen und ohne diese Einrichtungen als Lebensmittelpunkt für Familien unattraktiv werden. Die demografische Entwicklung macht vor Zwiefalten nicht halt, sie wirkt sich bei uns sogar noch gravierender aus als zum Beispiel im Stuttgarter Speckgürtel. Heute sind bei uns die Kinder der geburtenstarken Jahrgänge der 60 er Jahre in der Schule. Damals waren wir in der Grundschule teilweise zweizügig, heute bekommen wir gerade noch eine kleine Grundschulklasse zusammen! Mit der neuen Werkrealschule hat die Landesregierung einen Weg für viele kleine Schulen vorgezeichnet: Unsere Nachbarstadt Hayingen wird nicht der letzte Ort sein, der seine weiterführende Schule aus Mangel an Schülern verliert!

 

Vor sieben Jahren war ich einsamer Rufer nach der Ganztagesschule. Ich bin froh, dass sich die ideologischen Vorbehalte, die es anfangs bei uns – auch beim Bürgermeister – gab, in Zustimmung umgewandelt haben und dass eine Ganztagesbetreuung heute als Standortvorteil für Schulen gewertet wird.

 

Wir freuen uns, dass wir mit dem Konjunkturpaket II in die Lage versetzt werden, einen weiteren – längst überfälligen Bauabschnitt anpacken können, die Sanierung der Fenster und die Isolierung der Außenfassade beim Grundschulgebäude.  Schrittweise müssen weitere Sanierungsmaßnahmen folgen.

 

Als zweites sehe ich den Erhalt des Höhenfreibades als vordringliches Ziel . Dies habe ich von fünf Jahren auch schon an dieser Stelle gesagt. Mit der Schwimmbadfest – Jugend , mit den Schwimmbadfreunden und mit der DLRG haben wir drei Interessengruppen, die sich personell und finanziell vehement und mit großem Einsatz für das Bad einsetzen. Wir können von Glück sagen, dass wir mit der Absorberanlage im Grunde genommen keine Heizkosten mehr haben. In Anbetracht des jährlichen Abmangels des Freibades kann ich nur den Kopf schütteln, wenn jemand jammert, das Wasser sei zu kalt! Schon vor drei Jahren hat uns Landrat Reumann in seiner Stellungnahme zum Haushalt aufgefordert, auch über eine geänderte Betriebsführung oder  auch über eine Schließung des Bades nachzudenken – um den Haushalt ausgleichen zu können. Finanzielle Spielräume für eine größere Sanierung sehe ich keine – auch keine Fördermöglichkeiten. In einer meiner ersten Gemeinderatssitzungen – noch unter Bürgermeister Karl Ragg – wurde uns ein Konzept zur Sanierung des Freibades vorgestellt. Dieses Konzept des Büro Fritz aus Bad Urach musste im Schrank liegen bleiben und ist zwischenzeitlich wohl verstaubt, weil es vordringlichere Projekte zu realisieren galt und weil wir schlicht niemals mehr in die finanzielle Situation versetzt wurden, eine Sanierung anzugehen.  Auch der Ruf nach den umliegenden Gemeinden ist in der Vergangenheit schon ungehört verhallt, warum sollte er in Zeiten gehört werden, in denen sich alle mehr und mehr nach der Decke strecken müssen?

 

Wir wollen das Bad erhalten und wir nehmen dazu auch in Kauf, dass die eine oder andere Straße etwas länger eine Holperstrecke bleibt. Persönlich hoffe ich nicht, dass ich darüber abstimmen muss, das Schwimmbad zu schließen. Wenn eine solche Abstimmung kommen sollte, werden alle anderen Möglichkeiten des Betriebs bereits hinreichend diskutiert sein  und dem Gemeinderat bleibt keine andere Option – aufgrund der Kassenlage. Oder wir geben dafür die Selbstständigkeit auf und lassen uns „feindlich übernehmen“ – von einer wohlhabenderer Kommune! Der letzte Satz ist heute noch unvorstellbar und deswegen nicht ganz ernst gemeint.

 

Schon vor 15, 10 und vor 5 Jahren haben wir engere Verbindungen nach Hayingen und Pfronstetten angemahnt. Obwohl auch im Gemeindeverwaltungsverband so langsam diese Erkenntnis reift, sind wir nach wie vor weit davon entfernt, gemeinsame Interessen zu bündeln, den Gemeindeverwaltungsverband zu stärken und ihm weitere Aufgaben zu übertragen: Lassen Sie mich aus meiner Rede von vor fünf Jahren zitieren – es hat nach wie vor Gültigkeit:

 

„Warum braucht jede unserer drei Gemeinden einen Chef im Bauhof, warum leistet sich  jede einen Kämmerer – wo dies im Zuge der EDV und der Vernetzung doch auch eine Person für alle Gemeinden erledigen könnten. So fänden sich – wenn der Wille da wäre oder wenn der finanzielle Druck noch größer wird – noch weitere Beispiele für Synergieeffekte. Und dieser Druck wird wachsen: Wenn ich den kommenden Landeshauhalt und vor allem seine Löcher geistig vor mir sehe, sehe ich kein Silberstreif am Horizont.“ 

Dazu kann ich heute nur sagen: Die letzten zwei Jahre gab es den Silberstreif, der aber im Moment von ganz schweren Unwettern verdrängt wird!

 

Wenn in den letzten Minuten bei Ihnen der Eindruck entstanden ist, dass ich alles fatalistisch und schwarz sehe, dann möchte ich Ihnen noch Folgendes dazu sagen: Ich bin Waage – ein ausgeglichener Mensch – immer zumindest gedämpft optimistisch. Aber ich bin auch Realist und begleite die Gemeinde seit 20 Jahren als Rat. Daneben habe ich 5 Jahre lang als Mitglied des Kreistags Reutlingen und 5 Jahre als Abgeordneter des badenwürttembergischen Landtags auch weit über den Tellerrand hinausschauen dürfen. Natürlich geht es auch bei uns irgendwie weiter. Aber manches wird anders und wir werden noch die eine oder andere Kröte zu schlucken haben, weil nichts bleibt, wie es war!

 

Was sich weiterhin sehr positiv entwickelt, das ist das ehrenamtliche Engagement in unserer Gemeinde: Es lässt sich schwerlich in Zahlen festmachen und ist im Grunde genommen auch unbezahlbar. Mit diesem Kapital müssen wir weiter wuchern. Was die Jugend- und die Vereinsarbeit betrifft, müssen sich die Zwiefalter wahrlich nicht verstecken. Dieser Zusammenhalt und dieser Gemeinsinn macht unsere Gemeinde lebenswert und ist unabhängig von wirtschaftlichen Problemen!

Wie hat Hemingway gesagt:

Das Merkwürdige an der Zukunft ist wohl die Vorstellung, dass man unsere Zeit einmal die gute alte Zeit nennen wird.

 

 

3.       Vorstellung der  Liste FWZ – SPD

Sehr geehrte Damen und Herren,

bevor sich die Kandidaten der Liste FWZ – SPD gleich persönlich vorstellen, lassen Sie mich an dieser Stelle Folgendes sagen:

 

„Parteien gehören nicht aufs Rathaus“.

 

Ich nehme für unsere Liste in Anspruch –  obwohl im Namen unserer Liste eine Volkspartei enthalten ist – dass wir uns immer um die Sache bemüht haben, konstruktiv zum Wohle aller. Wir haben weder Fraktionssitzungen gemacht und uns vorher abgesprochen, sondern uns frank und frei geäußert. Ich kann mich an keine Abstimmung erinnern, bei der unsere Liste alleine gegen die Kollegen der anderen Liste stand.

 

Diesen Spruch benutzen gerne Leute, die selbst nicht Mitglied in einer Partei sind, meinen, weil sie anscheinend ungebunden, unabhängig sind, es besser machen zu können, als sog. Politiker. Aber auch sie beziehen ihre Informationen aus der Presse, aus dem Fernsehen, gehen von sich selbst aus und bilden sich eine Meinung zu einem Thema. Was ist verkehrt daran, wenn sich Parteimitglieder an der Meinungsbildung in der Partei beteiligen?

 

Ich kenne viele Parteimitglieder aus meiner eigenen, aber auch aus anderen Parteien: sie sind Idealisten, fühlen sich der Demokratie verbunden, diskutieren in den eigenen Reihen die unterschiedlichsten Themen, opfern ihre Freizeit und bringen sich in das Gemeinwesen ein. Darüber hinaus bezahlen sie einen Mitgliedsbeitrag, um sich dann  auch noch dafür rechtfertigen zu müssen, was „die da oben“ angerichtet haben.

 

Am meisten haben mich die Freien Wähler Bayerns geärgert, als diese mit 10 % der Stimmen in den Landtag einzogen und erklärten: „Wir machen Politik für die Bürger!“ So als ob alle anderen gewählten Volksvertreter – sofern sie Parteimitglieder sind – Politik gegen die Bürger machen würden.  Es hat sehr wohl einen guten Grund, warum die Väter und Mütter unseres Grundgesetzes den Parteien Verfassungsrang zugeschrieben haben. Alle, die sich gleichgültig verhalten, die nicht zur Wahl gehen, sollten bedenken, welche entsetzliche Katastrophe mit dem Nationalsozialismus ausgelöst wurde,  weil sich Menschen von der Demokratie abgewandt und Extremisten zugewandt haben.

 

In den letzten Woche konnte man in der Zeitung verfolgen, dass es in immer mehr Ortschaften und Gemeinden nur noch eine Liste gibt.

 

Wenn sich niemand zur Wahl stellt, gibt es keine Auswahl. Noch weniger Bürgerinnen und Bürger werden zur Wahl gehen und unser System aushöhlen. Jeder Nichtwähler stärkt die Parteien am rechten und linken Rand!

 

Ich möchte all denen danken, die bei dieser Wahl kandidieren, oder auch schon bei früheren Wahlen kandidierten. Respekt möchte ich äußern vor allen, die eine Kandidatur ernsthaft überlegten, aber aus familiären oder beruflichen Gründen absagten, oder weil die Belastung durch verschiedene ehrenamtliche Tätigkeiten bereits zu hoch ist.

 

Ich bin froh, dass es gelungen ist – und ich möchte nicht verhehlen, dass es noch nie so schwierig war Kandidatinnen und Kandidaten zu finden – unsere Tradition fortzusetzen und eine zweite Liste aufzustellen. Manch einer, den ich für geeignet gehalten habe, hat mir geantwortet: Auf der Liste der FWZ – SPD hat man in Zwiefalten eh keine Chance.

 

Das ist zwar von der Tendenz und vom Wählerverhalten so richtig, stimmt aber nicht ganz. So wie bei der letzten Gemeinderatswahl können wir auch dieses Mal eine gutes Angebot von Männern und Frauen machen, die in unserer Gemeinde verwurzelt sind,  die mitten im Leben stehen und die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

 

Besonders gefreut habe ich mich über die Zusagen unserer drei Frauen: Michaela Geiger, Michaela Kruske – die früher auch Michaela Geiger hieß und meine Kollegin Bärbel Walzer. Ich hoffe sehr, dass der Bürgermeister zukünftig in seiner Anrede sagen muss: „Sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderats“! 90 Jahre nach Einführung des Allgemeinen Wahlrechts auch für Frauen in Deutschland – so nebenbei: in Frankreich erst nach dem 2. Weltkrieg und in der Schweiz erst 1975! – tun wir gut daran, auch den Frauen zuzuhören, wenn es um die Interessen der Gemeinde geht!

 

1.       Warum kandidiere ich wieder?

Ja, diese Frage habe ich mir auch gestellt. Wenn jüngere aufhören, wenn Kollegen nach einer oder nach zwei Perioden schon ausscheiden, gerät man ja fast in Zugzwang: Sollen nicht andere ran? Meine Schuldigkeit als Staatsbürger habe ich mehr als getan. 20 Jahre sind doch genug und leichter wird es auch nicht. Oder: So richtig viel bewegen kann man ja eh nicht.  Ein ausscheidender Kollege  der bürgerlichen Liste hat mir gesagt: Es wäre schon gut, wenn dem neuen Rat jemand mit Erfahrung angehört.
Wenn ich sehe,  wie viele ältere Kollegen im Kreistag sind und dass sie etwas zu sagen haben, dann denke ich: Ja , ich nehme die Rolle des „elder statesman“ an – wenngleich ich mich nicht alt fühle.

Vor fünf Jahren hatte wir eine heftige Diskussion, ob es richtig war, das Gewerbegebiet Gürst zu erschließen – bis dahin hatte sich kaum etwas getan. Heute diskutiert niemand mehr darüber.

Für alle Kandidaten unserer Liste mache ich das Angebot der sachlichen und fairen Auseinandersetzung und Zusammenarbeit, so wie ich das auch die letzten 10 Jahre erlebt habe. Die Beurteilung der gefällten Entscheidungen überlassen wir zukünftigen Generationen. Diese dürfen entscheiden, ob es richtig war, die Rentalhalle zu bauen, das LSP zu beantragen, das Schwimmbad zu erhalten, die Schule zu sanieren usw.

Als ich vor zwei Jahren Rektor der Hohensteinschule wurde, habe ich eine neue Herausforderung angenommen, die mich zwar fordert, die mir aber auch wieder tiefere Einblicke in eine andere Kommune gewährt. Meine Erfahrungen und meine Kontakte aus meiner politischen Tätigkeit möchte ich ebenfalls nicht brach liegen lassen, sondern sie weiterhin, zumindest im kommunalen Bereich zum Wohle der Gemeinde Zwiefalten nutzen und dafür bitte ich erneut um Ihr Vertrauen.

 

 

VORSTELLUNG FÜR DIE KREISTAGSWAHL

Sehr geehrte Damen und Herren,

für den Kreistag bewerben sich in unserem Wahlbezirk 40 Männer und Frauen für 5 Sitze. Die Chancen sind für Kandidaten aus Münsingen größer, als für Kandidaten aus den kleineren Orten. Es erfüllt mich mit Stolz, als Zwiefalter neben Karl Ragg, Georg Häbe und Rolf Baader dem Kreistag angehört zu haben, und das auch noch als SPD-Mitglied. Immerhin haben dies bei der letzten Wahl selbst die Bürgermeister von Hayingen, Pfronstetten, Gomadingen, Mehrstetten oder auch Hohenstein nicht direkt geschafft – auch wenn ich bei meiner Wahl von der guten Stimmenzahl von Bürgermeister Mike Münzing profitierte.

 

Auch im Kreistag ist das Ballungszentrum Reutlingen entsprechend der Einwohnerzahl stark vertreten. Schmerzlich mussten Rolf Baader und ich dies spüren, als es um die „Standortoptimierung der Straßenmeistereien im Landkreis Reutlingen“ ging. Obwohl wir uns innerhalb unserer Fraktionen vehement gegen das Aus für die Straßenmeisterei Gauingen wehrten, unterlagen wir letztendlich in der Abstimmung: Einzig die beiden Zwiefalter Vertreter der Kreistags stimmten gegen die Auflösung der Straßenmeisterei. Auslöser für diese Entwicklung war die Verwaltungsreform des Jahres 2004. Die Straßenbaubehörde wurde ins Landratsamt integriert, die Zuständigkeit für die Straßen endet an den Kreisgrenzen und die Kreise Zollernalb und Tübingen haben bewährte Strukturen nicht erhalten. Kleinstaaterei hat für den ohnehin schwachen ländlichen Raum Arbeitsplatzabbau zur Folge. Auf der anderen Seite ist das Land bereit, für einzelne Arbeitsplätze Hundertausende von Euros als ELR-Fördermittel zur Verfügung zu stellen. Für mich ein klarer Fall für den Rechnungshof!

 

Ich würde mich freuen, wenn ich erneut die Münsinger und Zwiefalter Alb im Kreistag vertreten dürfte und bitte um Ihre Stimme!