Bürgerinformation 3

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
liebe Freundinnen und Freunde,

Themen dieser Ausgabe:

  • Im Wahlkreis
  • Aus dem Arbeitskreis III "Schule, Jugend, Sport"
  • Aus dem Arbeitskreis V "Ländlicher Raum"
  • In der Fraktion
  • Aus dem Parteileben

Im Wahlkreis

Der Jahresrhythmus bestimmt auch das Leben eines Abgeordneten. In der Adventsszeit gab es Weihnachtsfeiern verschiedener Organisationen: So besuchte ich z.B. die Lebenshilfe in Münsingen-Dottingen und wartete gespannt mit den Kindern auf den Nikolaus. Bei der Weihnachtsfeier der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in der Stadthalle in Metzingen wurden mit Frau Martha Ossmers und Herrn Georg Glück zwei langjährig ehrenamtlich engagierte Menschen mit der Landesehrennadel ausgezeichnet.

In Feierstunden wurde der Deportation von jüdischen Mitmenschen vor 60 Jahren gedacht. In der Synagoge in Hechingen übergaben die Architekten den Gedenkort Synagogenstraße – ein ins Straßenpflaster eingelassenes Eisenband soll an den Leidensweg der Hechinger Juden erinnern. In Buttenhausen gedachten Bürgermeister Mike Münzing und Landrat Edgar Wais in einer Feierstunde jener Bürger des Ortes, die im November 1941 den Weg in die Konzentrations- und Vernichtungslager antreten mussten.

Besuche der Weihnachtsmärkte in Bisingen, Zwiefalten, Münsingen und Burladingen fanden dieses Jahr unter extremen Wetterbedingungen statt: Dies hinderte jedoch viele Menschen nicht am Besuch und bei einem Glas Glühwein beim SPD-Ortsverein konnten Gespräche geführt werden.
Bei Weihnachtsfeiern zum Jahresabschluss wie in Bad Urach, Metzingen, Hechingen und Trochtelfingen ließen die Aktiven der Ortsvereine das vergangene Jahr Revue passieren. Ohne Tagesordnung trafen sich die SPD – Mitglieder in gemütlicher Kaffee-Runde oder bei einem gemeinsamen Essen zum Gedankenaustausch.

Inzwischen habe ich fast alle 25 Bürgermeister bzw. Oberbürgermeister in meinem Wahlkreis besucht. Im intensiven Gedankenaustausch wurden immer auch die Beziehungen des Landes zu den Kommunen beleuchtet: Programme wie ELR (Entwicklung Ländlicher Raum) oder das Landessanierungsprogramm werden positiv bewertet – wenn auch als unzureichend – weil damit neben der Strukturverbesserung gerade auch die örtliche Bauwirtschaft Aufträge erhalten konnten. Bei allen Gesprächen entzündete sich Kritik an der Ausstattung der Schulen mit Multimedia – PC und deren Vernetzung. Die im Wahlkampf angekündigte Zukunftsoffensive im Bildungsbereich müssen die Kommunen nun selbst finanzieren. Die hohen Erwartungen „für jeden Schüler ab der 7. Klasse ein Laptop“ (Junge Union) oder „für je 10 Schüler eine Medienecke mit PC im Klassenzimmer“ (Kultusministerin Schavan) sind Wunschvorstellungen, die die Kommunen nicht ohne Hilfe des Landes umsetzen können. Keinen Trost bringt dabei die Vereinbarung mit Landkreistag, Städtetag und Gemeindetag: 100 Millionen DM für den Multimedia – Bereich werden den Städten und Gemeinden an anderer Stelle des Kommunalen Investitionsfonds (KIF) weggenommen.

Interessant und lehrreich verliefen meine Informationsbesuche bei der Polizei. In Reutlingen brachte mir der leitende Polizeidirektor Siegfried Stier den Aufbau und die Besonderheiten der Polizei im Kreis Reutlingen näher. Gute Aufklärungserfolge spielten im Gespräch ebenso eine Rolle wie die hohe Fluktuation oder wegen Fortbildung oder Mutterschutz unbesetzte Planstellen. Beim Polizeirevier in Metzingen begrüßte mich Revierleiter Peter Wiesenfarth. Er hatte zum Gespräch seinen Stellvertreter sowie die Führer der Dienstposten hinzugezogen, so dass die Auswirkungen der strukturellen Probleme vor Ort beleuchtet werden konnte. Dabei stellte sich klar heraus, dass die von der SPD – Landtagsfraktion geforderten zusätzlichen 1600 Stellen für je eine weitere Streife pro Revier unabdingbar nötig ist, um Zusatzschichten und Überstunden abzubauen und um die Präsenz der Polizei und damit die Sicherheit der Bürger zu erhöhen. Die Erneuerung der Dienstfahrzeuge in den vergangenen Jahren wurde honoriert, gleichzeitig aber auf technische Mängel hingewiesen: veraltete Funkgeräte und fehlendes Ersatzrad im Mercedes, kein Allrad-betriebenes Fahrzeug bei sechs zu betreuenden Albaufstiegen.

Im Rahmen der Mittelstandsoffensive der Landtagsfraktion besuchte ich Mitte November zusammen mit meinem Kollegen Martin Rivoir, Mitglied im Wirtschaftsausschuss, die Volksbank in Metzingen, PARAVAN (Ausbau von behindertengerechten Autos) in Pfronstetten – Aichelau sowie die Firma JOLINE (Medizintechnik) in Hechingen. Beeindruckend in beiden Firmen der hohe technische Stand, der Erfindergeist und der Mut zu Innovationen! Anerkennung erfuhr in den Gesprächen die Steuerreform der Bundesregierung, ebenso das Meister-BaföG, kritisiert wurde die geplante Kürzung überbetrieblicher Ausbildungsförderung der Landesregierung. Wir konnten gut mitteilen, dass dem Anliegen „Förderung des Mittelstandes – des Motors der deutschen Wirtschaft“ Rechnung getragen wird, während es bei CDU und FDP häufig bei Sonntagsreden bleibt. Dies wurde auch bei der Meisterfeier der IHK in der Listhalle in Reutlingen deutlich zum Ausdruck gebracht.

Beim Besuch des Arbeitskreises Umwelt und Verkehr in der Brauerei in Zwiefalten ging es um das Dosenpfand: Die Vertreter der mittelständischen Privatbrauereien fanden sich im Einklang mit den Forderungen der SPD – Landtagsfraktion nach Einführung des Pflichtpfandes auf alle Dosen und kritisierten damit die Landesregierung, die auf freiwillige Beschränkung setzt – ohne Erfolg und damit zum Schaden aller Brauereien, die in das Mehrwegsystem investiert haben. Die Presse berichtete umfassend!

Aus dem Arbeitskreis III "Schule, Jugend, Sport"

Die Diskussion über das 8-jährige Gymnasium geht weiter: Bei Anhörungen des Landesverbandes sowie der Fraktion stellte sich heraus, dass eine reine Verkürzung der Unterrichtszeit im Gymnasium bildungspolitisch nicht erstrebenswert ist. In verschieden Gesprächen machte der AK III deutlich, unter welchen Bedingen dennoch eine Verkürzung der Schulzeit im Gymnasium machbar ist – wie in vielen anderen europäischen und in vielen Bundesländern auch:

  1. Verteilung der jetzigen Wochenstunden auf 8 Schuljahre, was nur mit verstärktem Ganztagesunterricht möglich ist.
  2. Revision und Entrümpelung der Lehrpläne
  3. Ausbau der beruflichen Gymnasien: dort sollten auf jeden Fall nach der Mittleren Reife drei Schuljahre zum Abitur führen.

Über die Entwicklung der Lehrerversorgung, Besetzung von Schulleiterstellen, Schulsozialarbeit, Ganztagesbetreuung u.v.a. sprachen wir mit den Präsidenten der Oberschulämter in Stuttgart und Tübingen, Herrn Hahl und Frau Ruep. Bei Gesprächen mit der Landesrektorenkonferenz sprachen wir mit den Rektoren der Pädagogischen Hochschulen sowie den Rektoren der Universitäten Baden-Württembergs über den Lehrernachwuchs. Im Bereich der Hauptschulen zeichnet sich ein dramatischer Mangel ab! Unser AK Vorsitzender Norbert Zeller forderte, dass insbesondere Gymnasiallehrer verstärkt eine begleitende praktische Ausbildung benötigen, weil wissenschaftliche Kenntnisse ohne das Handwerkszeug Pädagogik, Didaktik und Methodik nur unzureichend vermittelbar sind.

Ich selbst wurde beauftragt, zur Situation der Hauptschule und ihrer Perspektiven einen Antrag zu entwerfen. Nachdem sich im Gespräch mit Kollegen, Rektoren und der Fachgruppe Hauptschule der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) immer mehr Fragen ergaben, wurde daraus eine Große Anfrage, die voraussichtlich im neuen Jahr dann auch im Plenum diskutiert wird.

Vor dem Hintergrund des schlechten Abschneidens Deutschlands beim Schulleistungsvergleich PISA wird wohl der Bildungspolitik – wie von uns gefordert – erhöhte Aufmerksamkeit geschenkt. In den kommenden Sitzungen des Arbeitskreises werden wir uns intensiv mit den Ergebnissen beschäftigen – natürlich mit den daraus zu ziehenden Konsequenzen.

In einem weiteren Antrag beschäftige ich mich mit dem Unterricht in „Information und Kommunikation“(IuK). Die unzureichende Ausbildung von Netzwerkbetreuern und Multimediaberatern, fehlende integrierende Lehrpläne und die unzumutbare Belastung der Kolleginnen und Kollegen, die die Netzwerke am Laufen halten müssen, stehen im Widerspruch zu den wohl formulierten Zielen der Kultusministerin und der Landesregierung insgesamt. Die Schülerinnen und Schüler müssen die neuen Medien als Mittel der Beschaffung von Informationen nutzen lernen! Wichtig dabei ist der kritische Umgang mit frei zugänglichen Nachrichten: Was ist wahr und was ist erfunden? Eine besondere Gefahr sehe ich darin, dass sich virtuelle (=Schein) Welt und Realität immer häufiger vermischen.

Aus dem Arbeitskreis V "Ländlicher Raum"

Als Fraktionsvertreter nahm ich am Landesfischereitag in Weilheim /Teck sowie am Junglandwirtekongress in Hohenheim teil. Bei Gesprächen mit dem Landesbauernverband, mit dem Kreisbauernverband, beim Kreiserntedankfest oder bei der Agrartagung „Perspektiven für die Landwirtschaft“ finde ich immer eine zementierte Haltung der Funktionäre vor (streng CDU – orientiert). Die Agrarwende der Bundesregierung und Ministerin Künast empfinden die Verbandsfunktionäre als Totengräber der traditionellen Landwirtschaft. Gleichzeitig betonen die Bauern in Baden-Württemberg mit dem Marktentlastungs- und Kulturausgleichsprogramm (MEKA) sowie der Verordnung zum Schutz des Grundwassers (SchalVO) bereits auf dem richtigen Weg in eine ökologische Landwirtschaft zu sein. Nach dem Spritzmittelskandal mit dem Bodenseeobst beantragten wir, vom HQZ (Herkunfts- und Qualitätszeichen – wer kennt es schon ?) Abschied zu nehmen und dafür regionale Produktwerbung mit dem Ökosiegel von Ministerin Künast zu betreiben – nicht nur weil das HQZ in Verruf geraten ist, sondern weil der Verbraucher bei der Vielfalt der Zeichen keine Besonderheit in der Produktion nach HQZ erkennen kann. Eine unabhängige Überprüfung der Betriebe erfolgt ohnehin nicht!

Bei einer Anhörung informierten wir uns über eine Pilotanlage zur „Gestuften Reformierung“. Dabei werden alle Arten von biogenen, festen und flüssigen Rohstoffen und Abfällen in Strom, Wärme und den Energieträger Wasserstoff umgewandelt. „Der Blaue Turm“ schluckt Holz, Grünschnitt, Laub, Astwerk, Energiepflanzen, Heu, Silage, Biomüll, Schlachtabfälle, Pflanzenöle, Klärschlamm u.v.m. Wir werden die Ergebnisse dieses Projektes interessiert weiter verfolgen und gegebenenfalls das Land bzw. dezentral die Landkreise auffordern, ähnliche Projekte zu fördern, um den Anteil an regenerativ gewonnener Energie zu erhöhen !

In der Fraktion

Die Diskussionen in der Fraktion dienten der Vorbereitung der nachfolgenden Plenumssitzungen. In den Aktuellen Debatten der vergangenen Wochen spielten die Sicherheitsmängel im Kernkraftwerk Phillipsburg ebenso eine Rolle wie der Fortgang im Flowtex – Verfahren. Innere Sicherheit, Einführung des islamischen Religionsunterrichts sowie die Diskussion im Bundestag um die „uneingeschränkten Solidarität“ – bzw. den Afghanistan – Einsatz der Bundeswehr beschäftigten uns vor dem Hintergrund des 11. September.

Neben den üblichen Gesprächen der Abgeordneten mit Besuchergruppen war eine Gruppe der „Wirtschaftsjunioren“ für zwei Tage zu Gast im Landtag. Diese jungen Unternehmerinnen und Unternehmer begleiteten Abgeordnete bei ihren Terminen, um so einen intensiven Einblick in die Parlamentsarbeit zu erhalten. Mir zugeteilt war die designierte Landesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren, Katrin Schütz aus Karlsruhe. Diese Begegnung und die Gespräche waren auch für mich aufschlussreich und hinterließen einen nachhaltigen Eindruck.

Nachdem die Regierung den Doppelhaushalt 2002 / 2003 eingebracht hat – erst am Abend davor erhielten die Abgeordneten den Plan !! – drehen sich alle Beratungen um die Finanzen. Dabei können wir als seriös agierende Fraktion natürlich keine Luftschlösser bauen, sondern alle Forderungen müssen gegenfinanziert werden. Dies führt immer wieder zu schwierigen Diskussionen über unsere Prioritäten. Weitere Lehrerstellen um Ganztagesangebote zu ermöglichen sowie 1600 neue Stellen für die Polizei sind dabei zwei unserer Schwerpunkte.

Aus dem Parteileben

Der Dezemberausgabe des „Vorwärts“ liegt eine Mitgliederbefragung bei.
Sie heißt „Deine Meinung zählt“
Die Meinung der Mitglieder zu politischen Problemen ist für die parteipolitische Führung gefragt und wichtig. Dies ist die Grundlage der Mitgliederbefragung der SPD.
Der Fragebogen gibt den Regierungsverantwortlichen Gelegenheit, die Meinung der Partei – Basis zu bestimmten wichtigen politischen und gesellschaftlichen Problemen zu erfahren, sie leistet aber wesentlich mehr, und dies ist auch beabsichtigt:
Zunächst wird durch die persönliche Kontaktaufnahme zum einzelnen Mitglied unserer Partei klar, dass es eine Kluft zwischen „denen da oben“ und den anderen bei uns nicht geben soll.
Darüber hinaus ist es aber für jedes einzelne Mitglied auch eine Herausforderung zur persönlichen Auseinandersetzung mit wichtigen gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Problemen unserer Gegenwart, deren Lösung nicht von selbst kommt und die vor allem nicht durch Aussitzen zu lösen sind.
Die Befragung könnte auch einer persönlichen Rückbesinnung auf politisches Bewusstsein dienlich sein.
Sich die Fragen zu stellen: was ist mir eigentlich wichtig, welche politischen Ziele hätte ich, möchte ich zumindest angegangen wissen – welche Entwürfe hätte ich und was müsste vorangetrieben werden, um mich mit meinem politischen Gewissen in Einklang zu bringen – um sich diese Fragen zu stellen, eignet sich keine Zeit besser als die besinnliche Zeit des ausklingenden Jahres.
Also packen wir’s an.

Nominierung des Bundestagskandidaten im Wahlkreis 290 Reutlingen
Am Samstag, 24.11.01 wurde Michael Reisser zu unserem Bundestagskandidaten gewählt.
Herzlichen Glückwunsch !


Ein ereignisreiches Jahr neigt sich seinem Ende entgegen. Ich habe im Wahlkampf und darüber hinaus in den vergangenen Monaten sehr viele Menschen kennen und schätzen gelernt. Nach meiner Wahl bin ich in das kalte Wasser der Landtags- und Fraktionsarbeit gesprungen und habe mich schon gut eingearbeitet. Ihr seht also, dass sich Vieles in diesem Jahr für mich verändert hat. Ich weiß aber, dass ich ohne die Unterstützung von sehr vielen von euch nicht diese Veränderungen erfahren hätte. Ich hoffe in der besinnlichen Weihnachtszeit Gelegenheit zu finden, das vergangene Jahr vollständig zu reflektieren, zurückzublicken und vorauszuschauen.
In kommenden Jahr werden wir die Aufgabe haben, uns geschlossen und mit aller Kraft dem Bundestagswahlkampf zu widmen. Wir wollen weiter mit unserem Bundeskanzler und Parteivorsitzenden Gerhard Schröder Deutschland erneuern und verändern. Dazu brauchen wir am 22. September 2002 ein klares Wahlergebnis für unsere Partei und diese Regierung.
In diesem Sinne wünsche ich allen frohe Weihnachten, ein schönes Fest und einen guten und gesunden Rutsch ins neue Jahr 2002.
Ich freue mich schon jetzt auf dieses neue Jahr und hoffe, dass ihr mich gleich stark unterstützt wie im letzten Jahr!

Über Anregungen zu meiner Arbeit und zu meinem Bürgerinfo freue ich mich. Bitte nutzt die o.a. Kommunikationsmöglichkeiten zum Dialog. Mir liegt viel an eurer Meinung und ich möchte nicht zu "denen da oben" gehören, die weit entrückt von der Basis ihre Entscheidungen treffen.
Noch ist mein Internetauftritt nicht fertig, aber bald gibt es auch "online" Infos.

 

Freundlich grüßt

 

Klaus Käppeler

Situation und Perspektive der Hauptschule in Baden-Württemberg

Große Anfrage der Fraktion der SPD

Wir fragen die Landesregierung:

I. Übergangsquoten

  1. Wie haben sich die Übergangsquoten der Schülerinnen und Schüler mit Hauptschulabschlusszeugnissen sowie die Abgangsquote ohne Schulabschluss seit Einführung des freiwilligen 10. Schuljahres entwickelt in
    – 10. Schuljahr in Werkrealschulen (Mittlerer Bildungsabschluss)
    – zweijährige Berufsfachschulen (Mittlerer Bildungsabschluss)
    – einjährige Berufsfachschulen mit Ausbildungsvertrag
    – einjährige Berufsfachschulen ohne Ausbildungsvertrag
    – Berufsausbildung (Ausbildungsvertrag)
    – Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)?
  2. Welchen Weg haben dabei Kinder von Aussiedlern gewählt, welchen Weg haben Migranten gewählt?
  3. Wie viele Schülerinnen und Schüler hätten nach der geänderten Prüfungsordnung keinen Abschluss erhalten?

II. Ausstattung der Hauptschulen

  1. Wie wird sicher gestellt, dass die höheren Sachkostenbeiträge des Landes den Hauptschulen zur Sicherstellung eher praxisnaher Lernwege (höherer Technik- und HTW-Raum-Bedarf, mehr Lehr- und Lernmittel für Experimente und Projekte) zukommen?
  2. Ist die Verringerung des Sachkostenbeitrags für Hauptschulen im Jahr 2001 ein Zeichen dafür, dass die Kommunen bei Hauptschulen verstärkt sparen?
  3. Wird vom Land gewährleistet, dass Hauptschulen in der Ausstattung mit Computern gegenüber anderen weiterführenden Schulen nicht benachteiligt werden?

III. Arbeitsgemeinschaften und Erweitertes Bildungsangebot

  1. Wie hat sich die Anzahl der Angebote von Arbeitsgemeinschaften und des Erweiterten Bildungsangebotes EBA sowie von Förder- und Stützunterricht (ohne Zusatz- bzw. Förderunterricht ab Klasse 8 in den vergangenen 10 Jahren entwickelt?
  2. In welchem Umfang wurden diese Stunden in Ermangelung anderer Vertretungsmöglichkeiten zugunsten des Pflichtunterrichts gekürzt bzw. ganz gestrichen?
  3. Wie haben sich die Deutschkurse für Ausländer im o.a. Zeitraum entwickelt, wie die Förderkurse für Aussiedler und in welchem Umfang finden an den Hauptschulen Vorbereitungsklassen bzw. Vorbereitungskurse zur Sprachförderung tatsächlich statt?

IV. Praxiszug Hauptschule

  1. An wie vielen Schulen ist der Praxiszug Hauptschule eingeführt und wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handwerksbetrieben?
  2. Inwieweit bestehen –analog zu den Kooperationsklassen Hauptschule – BVJ  – Möglichkeiten der Vernetzung mit den beruflichen Schulen, insbesondere beim Werkstattunterricht?

V. Projektprüfung

  1. Welche Projekte wurden im Zusammenhang mit der Projektprüfung in der Erprobungsphase der vergangenen Jahre durchgeführt und wie bewerten die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer sowie die Schulleiterinnen und Schulleiter den Arbeits- und Organisationsaufwand, der durch die Projektprüfung entsteht?
  2. Wie sind die leistungsschwachen Schülerinnen und Schüler in die Projektgruppen integriert und wie wird deren Mitwirken in der Gruppe bewertet?
  3. Welche Begründung gibt es, in der neuen Prüfungsordnung alle Fächer einfach zu werten, also auch Deutsch, Englisch und Mathematik und wie wird die Tatsache bewertet, dass zugunsten der Projektprüfung neben den mündlichen Fächern auch Technik und HTW nicht mehr als eigenständige Fächer geprüft werden, obwohl diese Fächer eine zentrale Rolle im AWT- Bereich, einem Kernstück des Hauptschulprofils spielen?
  4. Wie soll die Zeit nach der Prüfung Mitte Juni bis zur Entlassung Mitte Juli gestaltet werden?

VI. Novellierung des Bildungsplans Hauptschule

  1. Trifft es zu, dass die Novellierung des Bildungsplans Hauptschule vorläufig gestoppt wurde und wenn ja weshalb?
  2. Trifft es zu, dass in der neuen Stundentafel weniger Stunden für den Hauptschulunterricht insgesamt eingeplant sind und wenn ja, welche Veränderungen vorgesehen sind?
  3. Trifft es zu, dass in der 9. Klasse der Hauptschule im Zusammenhang mit der Projektprüfung Fächer zusammengefasst werden und damit die Lehrerzuweisung verdeckt gekürzt wird und wenn ja weshalb?

VII. Fachunterricht an Hauptschulen

  1. Wie will das Ministerium dem absehbaren Fachlehrermangel vor allem bei den naturwissenschaftlichen Fächern begegnen?
  2. Wird weiterhin grundsätzlich davon ausgegangen, dass im Verbundlehramt jede Lehrkraft mit Stufenschwerpunkt Grundschule auch alle Fächer und Klassenstufen an der Hauptschule unterrichten kann?

VIII. Altersaufbau und Dienstunfähigkeit

  1. Wie stellt sich der Altersaufbau der derzeit in der Hauptschule unterrichtenden Lehrerschaft im Vergleich zu den anderen Schularten dar, aufgeschlüsselt nach männlich / weiblich sowie Teildeputat / volles Deputat?
  2. Wie stellen sich krankheitsbedingte Fehlzeiten bei den verschiedenen Gruppierungen dar und wie viele Hauptschullehrerinnen und Hauptschullehrer werden in welchem Alter dienstunfähig, verglichen mit Lehrerinnen und Lehrern anderer Schularten?
  3. Wie sind bei den Lehrkräften der HS, die in den nächsten 10 Jahren vermutlich in Ruhestand treten werden die studierten Fächer vor allem im naturwissenschaftlichen Bereich, verglichen mit den Fächern der Lehreranwärter und Studierenden der Pädagogischen Hochschulen?

IX. Förderung ausländischer Jugendlicher

  1. Welche Konzepte für einen Unterricht “Deutsch als Zweitsprache” stehen den Schulen zur Verfügung, wie werden diese umgesetzt und welche Weiterentwicklung ist geplant?
  2. Wie werden die Lehrkräfte in Aus- und Fortbildung auf die Förderung sprachbenachteiligter ausländischer Jugendlicher vorbereitet?

X. Ganztagesschulen

  1. Wie soll die Konzeption der Landesregierung zum Ausbau von Ganztagesschulen aussehen und ist darin auch vorgesehen, die Schulbauförderrichtlinien so zu ändern, dass auch für den Ganztagesbetrieb nötige zusätzliche Räume wie z.B. eine Mensa gefördert werden können?
  2. Für wie viele Schülerinnen und Schüler, für wie viele Klassen, an wie vielen Tagen in der Woche und an wie vielen Schulen existiert bereits ein Ganztagesbetrieb mit Mittagstisch, Betreuung, Unterricht und Arbeitsgemeinschaften bzw. Erweitertem Bildungsangebot, wie werden die Ausbaustufen in den Jahren 2002, 2003, 2004, 2005 und 2006 aussehen, welche Kosten entstehen und wie wird sich das Land an diesen Kosten beteiligen?

Stuttgart, 18. Dezember 2001

Drexler, Zeller, Käppeler und Fraktion der SPD

Begründung:

Die Grundlageninformationen sind erforderlich für eine geplante Initiative der SPD-Landtagsfraktion zur Verbesserung der künftigen Situation der Hauptschulen in Baden-Württemberg.

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